{"id":22215,"date":"2026-03-02T22:49:30","date_gmt":"2026-03-02T22:49:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/22215\/"},"modified":"2026-03-02T22:49:30","modified_gmt":"2026-03-02T22:49:30","slug":"iran-konflikt-koennte-oesterreichs-inflation-anheizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/22215\/","title":{"rendered":"Iran-Konflikt k\u00f6nnte \u00d6sterreichs Inflation anheizen"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00d6lpreise sind um rund 10 Prozent gestiegen. &#8222;Ich habe eigentlich mehr erwartet&#8220;, merkte Sebastian Koch vom IHS dazu an. Der Gaspreis kletterte um rund 20 Prozent in die H\u00f6he. Aber auch der Preis f\u00fcr Gasoil ist um bis zu 20 Prozent gestiegen &#8211; f\u00fcr den \u00d6konomen der wichtigere Aspekt. Dadurch w\u00fcrden \u00fcber kurz oder lang auch die Spritpreise steigen &#8211; und damit \u00d6sterreichs Inflation um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte steigen lassen.<\/p>\n<p>Damit reagierten die \u00d6l- und Gasm\u00e4rkte auf die Angriffe von der USA und Israel auf den Iran. Mit der Schlie\u00dfung der Seeroute durch die Stra\u00dfe von Hormuz blockiert der Iran den Transport von rund 20 Prozent der weltweiten Produktionsmenge. Die \u00d6lexporte von Irak, Kuwait, Saudi-Arabien gehen \u00fcber diesen Seeweg. Aber auch der Iran, selbst kein gro\u00dfer \u00d6lf\u00f6rderer, ist auf dieses Nadel\u00f6hr im Persischen Golf angewiesen, um sein \u00d6l nach China zu exportieren. Schifffahrtsdaten zeigen, dass rund 150 Tanker vor Anker gingen.<\/p>\n<p>Bei einem l\u00e4ngeren Konflikt k\u00f6nnte es jedoch Bestrebungen geben, f\u00fcr einen niedrigeren \u00d6lpreis zu sorgen &#8211; sei es \u00fcber eine h\u00f6here Produktion oder \u00fcber die Reserven. Vor den &#8222;Midterm-Wahlen&#8220; in den USA k\u00f6nnte die US-Regierung unter Pr\u00e4sident Donald Trump bem\u00fcht sein, die Treibstoffpreise zu senken, gab Koch im Gespr\u00e4ch mit der APA zu bedenken.<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nne die Dauer des derzeitigen Konfliktes nicht abgesch\u00e4tzt werden, aber im Juni vergangenen Jahres dauerte er rund 2 Wochen und die \u00d6lpreise haben sich rasch wieder normalisiert, merkte Josef Baumgartner vom Wifo gegen\u00fcber der APA an. &#8222;Allerdings ging es damals darum, die Herstellung von Atombomben zu verhindern&#8220;, sagte Baumgartner. Aktuell gehe es jedoch um einen Machtwechsel. Je l\u00e4nger der Iran bombardiert werde, desto gr\u00f6\u00dfer seien die Sch\u00e4den an der Infrastruktur, erg\u00e4nzte Baumgartner.<\/p>\n<p>Allerdings gebe es mit den Mullahs und den Revolutionsgarden Kr\u00e4fte im Iran, die einen Machtwechsel verhindern m\u00f6chten, sagte Baumgartner. Sollte es jedoch zu einem geregelten Machtwechsel in dem Land mit rund 93 Millionen Einwohnern kommen, w\u00fcrden die EU und vor allem \u00d6sterreich wirtschaftlich profitieren, so das Ergebnis einer Studie von \u00d6konomen des Wiener Instituts f\u00fcr Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) rund um den Iran-Experten Mahdi Ghodsi und Wifo-Direktor Gabriel Felbermayer. Sollten die Sanktionen wegfallen, gebe es ein gro\u00dfes wirtschaftliches Potenzial, so wiiw-\u00d6konom Mahdi Ghodsi. &#8222;Mehr Handel, niedrigere Energiepreise und eine effizientere internationale Arbeitsteilung br\u00e4chten f\u00fcr Europa deutliche Wohlstandsgewinne&#8220;, gab der \u00d6konom in einer Aussendung zu bedenken. Neben den g\u00fcnstigeren Energiepreisen k\u00f6nnte ein Machtwechsel auch den Inflationsdruck in Europa d\u00e4mpfen. Allerdings handle es sich dabei um ein &#8222;Best-of&#8220;-Szenario, gab Baumgartner zu bedenken.<\/p>\n<p>Alleine die Aufhebung der EU-Sanktionen k\u00f6nnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Iran um mehr als 80 Prozent steigen lassen, geht aus der Studie hervor. Damit w\u00fcrde das BIP in der EU um 0,3 Prozent und in \u00d6sterreich um 0,5 Prozent steigen. &#8222;\u00d6sterreich ist traditionell stark im Anlagen- und Maschinenbau, in der Bauwirtschaft, bei Verkehrsinfrastruktur oder in der Wasseraufbereitung und Umwelttechnik&#8220;, begr\u00fcndet Ghodsi, warum \u00d6sterreich in diesem Szenario deutlich besser abschneidet als die EU. &#8222;Das sind alles Bereiche, in denen der Iran einen enormen Aufholbedarf hat. Zudem z\u00e4hlte \u00d6sterreich schon bisher zu den gr\u00f6\u00dften Exporteuren von Medikamenten und Medizintechnik in den Iran.&#8220; Bisher spielte der Iran f\u00fcr \u00d6sterreichs Au\u00dfenhandel kaum eine Rolle: Exportierte \u00d6sterreich 2016 noch Waren im Wert von 276 Mio. Euro in den Iran, waren es 2024 nur mehr 118 Millionen. Die Einfuhren gingen von 100 Mio. Euro im Jahr 2016 auf knapp 10 Mio. Euro zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Sollte sich die Arbeitsproduktivit\u00e4t an L\u00e4nder wie die T\u00fcrkei oder S\u00fcdkorea ann\u00e4hern, so k\u00f6nnte das iranische BIP um 240 bis 390 Prozent steigen, geht aus der Studie hervor. F\u00fcr die EU bedeute dies einen Wohlstandsgewinn von bis zu 0,7 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die \u00d6lpreise sind um rund 10 Prozent gestiegen. &#8222;Ich habe eigentlich mehr erwartet&#8220;, merkte Sebastian Koch vom IHS&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22216,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[2772,1431,1239,75,252,1871,3138,534,2771,40,41,9343,11456,11457,44,4375,39,38,93,871,877,535],"class_list":["post-22215","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-aht","tag-branchen","tag-economy","tag-europa","tag-industrie","tag-konjunktur","tag-krieg","tag-kurz","tag-lah","tag-nachrichten","tag-news","tag-oel-und-gasproduktion","tag-oel-und-gasversorgung","tag-opec","tag-oesterreich","tag-schifffahrt","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-unternehmen","tag-wirtschaft-oesterreich","tag-wirtschaft-und-finanzen","tag-wissen-update-me"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22215\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}