{"id":222416,"date":"2026-06-17T17:03:16","date_gmt":"2026-06-17T17:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/222416\/"},"modified":"2026-06-17T17:03:16","modified_gmt":"2026-06-17T17:03:16","slug":"demenz-entzuendungen-und-zellalterung-treiben-alzheimer-voran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/222416\/","title":{"rendered":"Demenz: Entz\u00fcndungen und Zellalterung treiben Alzheimer voran"},"content":{"rendered":"<p>Forscher identifizieren zunehmend Entz\u00fcndungsprozesse und vorzeitige Zellalterung als zentrale Faktoren.<\/p>\n<p>Alte Zellen, gro\u00dfe Wirkung<\/p>\n<p>Eine Untersuchung der Universit\u00e4t M\u00e1laga liefert einen neuen Erkl\u00e4rungsansatz. Die Forscher der NeuroAD Group ver\u00f6ffentlichten ihre Ergebnisse am 16. Juni im Journal of Neuroinflammation. Sie identifizierten sogenannte seneszente Astrozyten als wesentliche Treiber der Alzheimer-Progression. Diese Zellen sind gealtert, aber nicht abgestorben.<\/p>\n<p>Anzeige: Wer die neuesten Erkenntnisse zu Entz\u00fcndungen und Zellalterung als Alzheimer-Treiber verstehen m\u00f6chte, findet in diesem Report eine klare Checkliste, eine \u00dcbersicht \u00fcber neue Bluttests und die vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten. <a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/neue-alzheimer-studien-entzuendungen-und-zellalterung-als-5800?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_977786:Topic_brain_health_cognitive:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=5800\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlosen Report anfordern<\/a><\/p>\n<p>Besonders bei Tr\u00e4gern des APOE4-Gens, einem bekannten Risikofaktor, zeigte sich eine vorzeitige Alterung dieser Zellen. Im Kortex der untersuchten Proben waren fast 80 Prozent der vorzeitig gealterten Zellen Astrozyten. Die Erkenntnis er\u00f6ffnet potenzielle neue Therapiepfade: Senolytische Medikamente k\u00f6nnten gezielt diese gealterten Zellen eliminieren.<\/p>\n<p>Krebs-Gene im Gehirn<\/p>\n<p>Parallel dazu zeigt eine Studie in der Fachzeitschrift Cell vom 15. Juni eine genetische Verbindung zwischen Blutkrebs und Alzheimer auf. Wissenschaftler analysierten 311 Gehirnproben und fanden vermehrt Mutationen in den Genen TET2, DNMT3A und ASXL1 in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten. Diese Mutationen traten in den Mikroglia auf, den Immunzellen des Gehirns. Die Folge: eine deutlich gesteigerte Entz\u00fcndungsaktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Einfluss des Immunsystems auf das Demenzrisiko wird durch umfangreiche Kohortenstudien untermauert. Eine d\u00e4nische Analyse mit rund 1,5 Millionen Personen \u00fcber 40 Jahre ergab: Krankenhausinfektionen erh\u00f6hen das Demenzrisiko um den Faktor 1,49. Besonders Harnwegsinfekte, Sepsis und Atemwegsinfektionen korrelierten mit einem Anstieg.<\/p>\n<p>Eine schwedische Studie mit \u00fcber 12 Millionen Teilnehmern best\u00e4tigte den Trend. Das Alzheimer-Risiko lag nach Infektionen um 16 Prozent h\u00f6her. Bei Diagnosen vor dem 60. Lebensjahr stieg das Risiko sogar um 93 Prozent. Impfungen gegen Herpes Zoster oder Pneumokokken k\u00f6nnten das Risiko dagegen senken.<\/p>\n<p>Wenn Schutzmechanismen kippen<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Bologna ver\u00f6ffentlichte am 17. Juni einen Review im International Journal of Molecular Sciences. Die Forscher untersuchten die Interaktion zwischen Beta-Amyloid und dem humanen Peptid LL-37. Beide Stoffe besitzen urspr\u00fcnglich antimikrobielle Eigenschaften. Unter chronischen Infektionsbedingungen oder bei einer Dysregulation des Immunsystems wird ihre Interaktion jedoch toxisch. \u00dcber die Freisetzung von Entz\u00fcndungsmarkern wie TNF-? f\u00f6rdert sie die Alzheimer-Pathologie.<\/p>\n<p>Neue Wirkstoffe in der Pipeline<\/p>\n<p>Forscher der ETH Z\u00fcrich stellten am 16. Juni in Cell Reports Medicine den Wirkstoffkandidaten CPD10 vor. In Mausmodellen stabilisierte er das Enzym GRK2 und sch\u00fctzte dadurch die Mitochondrien der Nervenzellen. Die Behandlung reduzierte Beta-Amyloid-Plaques und oxidativen Stress.<\/p>\n<p>Die Zahlen sind deutlich: Bei kranken M\u00e4usen waren 63,5 Prozent des Enzyms im Hippocampus verklumpt, bei gesunden Tieren lediglich 8,5 Prozent. Die ETH sucht nun nach Partnern f\u00fcr die klinische Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>AlzeCure Pharma vermeldete am 16. Juni den erfolgreichen Abschluss einer klinischen Phase-Ib-Studie f\u00fcr den Wirkstoffkandidaten ACD856. Das Medikament sei gut vertr\u00e4glich gewesen und erreichte die angestrebten Konzentrationen im Liquor. F\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte 2026 sind Phase-II-Studien geplant.<\/p>\n<p>KI-gest\u00fctzte Diagnostik<\/p>\n<p>In der Diagnostik markiert ein Bluttest der Washington University einen Fortschritt. Das im Mai 2026 vorgestellte System GPND-AI nutzt k\u00fcnstliche Intelligenz, um 15 Proteine zu analysieren. Es kann Alzheimer sowie drei weitere neurodegenerative Erkrankungen mit einer Genauigkeit von 92,3 Prozent unterscheiden. Das k\u00f6nnte k\u00fcnftig helfen, auch Mischformen der Demenz fr\u00fchzeitig zu identifizieren.<\/p>\n<p>Risiko durch Nahrungserg\u00e4nzung<\/p>\n<p>Anzeige: Angesichts der neuen Studienlage \u2013 etwa zum erh\u00f6hten Demenzrisiko nach Infektionen \u2013 wird klar: Pr\u00e4vention ist wichtiger denn je. Dieser Report zeigt, wie Sie Ihr pers\u00f6nliches Risiko senken k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/neue-alzheimer-studien-entzuendungen-und-zellalterung-als-5800?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_977786:Topic_brain_health_cognitive:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=5800\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Risiko-Checkliste jetzt sichern<\/a><\/p>\n<p>Kritische Hinweise ergeben sich f\u00fcr die Einnahme von Glucosamin. Eine Studie der University of Florida in Nature Metabolism deutet darauf hin: Bei Patienten mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung k\u00f6nnte das Gelenkpr\u00e4parat das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent erh\u00f6hen. Bei bereits bestehender Demenz stieg das Sterberisiko um denselben Prozentsatz. In Tierversuchen verschlechterte eine hohe Dosis die Ged\u00e4chtnisleistung merklich.<\/p>\n<p>Millionen-F\u00f6rderung f\u00fcr verwandte Erkrankung<\/p>\n<p>Um die Erforschung verwandter Krankheitsbilder voranzutreiben, erhielt ein transatlantisches Netzwerk unter Beteiligung der Universit\u00e4tsmedizin Magdeburg im Juni eine F\u00f6rderzusage. Die Leducq Foundation stellt rund 8 Millionen Euro bereit. Das Projekt widmet sich der zerebralen Amyloidangiopathie (CAA). Diese Erkrankung der Blutgef\u00e4\u00dfe im Gehirn ist eng mit Alzheimer assoziiert und f\u00fchrt h\u00e4ufig zu Hirnblutungen. Die Forschungsarbeit soll Anfang 2027 offiziell beginnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher identifizieren zunehmend Entz\u00fcndungsprozesse und vorzeitige Zellalterung als zentrale Faktoren. 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