{"id":222790,"date":"2026-06-17T21:09:08","date_gmt":"2026-06-17T21:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/222790\/"},"modified":"2026-06-17T21:09:08","modified_gmt":"2026-06-17T21:09:08","slug":"fed-belaesst-zinsen-stellt-erhoehung-noch-dieses-jahr-in-aussicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/222790\/","title":{"rendered":"Fed bel\u00e4sst Zinsen, stellt Erh\u00f6hung noch dieses Jahr in Aussicht"},"content":{"rendered":"<p>Mit einer deutlichen Kehrtwende gegen\u00fcber fr\u00fcheren Prognosen rechnen neun Mitglieder der US-Notenbank Fed in diesem Jahr mit mindestens einer Zinserh\u00f6hung. Zugleich strich die Fed aus ihrer Erkl\u00e4rung jene Formulierungen, die bislang auf den n\u00e4chsten Schritt als Zinssenkung hingedeutet hatten.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die ungew\u00f6hnlich kurze Mitteilung d\u00fcrfte den Einfluss des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh widerspiegeln, den Trump ernannt hat. Warsh hatte die Notenbank zuvor daf\u00fcr kritisiert, sich zu breit zu Konjunktur und Wirtschaftslage zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Sechs W\u00e4hrungsh\u00fcter gehen nun sogar von zwei oder mehr Zinsschritten in diesem Jahr aus. Im M\u00e4rz hatte dagegen kein einziges Mitglied eine Erh\u00f6hung eingeplant, und das Gremium insgesamt stellte f\u00fcr 2026 noch eine Senkung in Aussicht.<\/p>\n<p>Der Kurswechsel zeigt, wie sehr die Sorge \u00fcber die hartn\u00e4ckige Inflation w\u00e4chst. Die Teuerung liegt so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Mehrere Fed-Vertreter warnten zuletzt, dass wom\u00f6glich h\u00f6here Finanzierungskosten n\u00f6tig werden, falls der Preisdruck nicht nachl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Acht weitere Entscheidungstr\u00e4ger sprachen sich daf\u00fcr aus, die Zinsen in diesem Jahr unver\u00e4ndert zu lassen, einer rechnet mit einer Senkung. Warsh legte selbst keine eigene Zinsprognose vor.<\/p>\n<p>Er habe seine Kolleginnen und Kollegen dazu ermuntert, sagte er. Zugleich hatte er die Projektionen jedoch wiederholt kritisiert, weil sie die Fed zu stark auf einen bestimmten Kurs festlegen k\u00f6nnten. Die Notenbank strich zudem ihre sogenannte Forward Guidance aus der Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Warsh k\u00fcndigte bei der anschlie\u00dfenden Pressekonferenz f\u00fcnf Arbeitsgruppen an. Sie sollen pr\u00fcfen, wie die Fed kommuniziert, auf welche Datenquellen sie sich bei Entscheidungen st\u00fctzt und welche Modelle sie zur Bewertung der Inflation nutzt. Ziel sei, die Fed \u201emit klarem Blick und klarer Zukunftsorientierung\u201c aufzustellen.<\/p>\n<p>Die Sitzung am Mittwoch war Warshs erster gro\u00dfer Auftritt als Fed-Chef. Trump hatte ihn ernannt, nachdem der Pr\u00e4sident Warshs Vorg\u00e4nger Jerome Powell scharf attackiert hatte, weil dieser die Zinsen aus seiner Sicht nicht weit genug gesenkt habe. Die Angriffe gingen weitgehend nach hinten los: Powell blieb im F\u00fchrungsgremium der Fed und stimmte am Mittwoch daf\u00fcr, den Leitzins bei rund 3,6 % zu belassen.<\/p>\n<p>Warsh steht nun vor einer heiklen Entscheidung. \u00dcblicherweise bek\u00e4mpft die Fed hohe Inflation, indem sie Zinsen anhebt, Kredite verteuert und damit die Wirtschaft abk\u00fchlt. Ein solcher Schritt d\u00fcrfte aber das Wei\u00dfe Haus gegen ihn aufbringen und w\u00fcrde Hypotheken, Autokredite und andere Darlehen kurz vor den Zwischenwahlen verteuern.<\/p>\n<p>Endet der Irankrieg, d\u00fcrften die Benzinpreise weiter sinken, und die Inflation k\u00f6nnte in den kommenden Monaten nachgeben. Doch viele Waren und Dienstleistungen wie Kleidung, Zahnarztbesuche oder Kinderbetreuung verteuerten sich schon vor dem Irankrieg. Die Inflation liegt seit f\u00fcnf Jahren \u00fcber dem Fed-Ziel von 2 %, was auf anhaltenden Preisdruck in der Wirtschaft hindeutet.<\/p>\n<p>Warsh betonte mehrfach, dass die Fed entschlossen sei, Preisstabilit\u00e4t zu sichern.<\/p>\n<p>\u201eWir haben bei der Inflation f\u00fcnf Jahre danebengelegen, und das werden wir korrigieren\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Zugleich hat sich das wirtschaftliche Umfeld stark ver\u00e4ndert, verglichen mit dem vergangenen Jahr, als Warsh praktisch f\u00fcr den Posten des Fed-Chefs warb. Damals machte er sich, ganz im Sinne Trumps, f\u00fcr niedrigere Zinsen stark. Er verwies auf die Entwicklung von KI als Technologie, die die Produktionskapazit\u00e4ten der Wirtschaft deutlich erweitern und Waren und Dienstleistungen langfristig billiger machen k\u00f6nnte \u2013 und so die Inflation dr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Viele \u00d6konominnen und \u00d6konomen bezweifelten schon damals diese Argumentation. Zumindest kurzfristig heben die massiven Investitionen in Halbleiter und Computertechnik die Inflation eher an, geben Analysten zu bedenken.<\/p>\n<p>Seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar ist die Inflation tats\u00e4chlich auf 4,2 % gestiegen, den h\u00f6chsten Stand seit drei Jahren. Haupttreiber sind die gestiegenen Benzinpreise infolge des Konflikts. Die Fed reagiert auf eine solche Entwicklung normalerweise mit einer Anhebung ihres Leitzinses, um Konsum und Wachstum zu bremsen.<\/p>\n<p>Trump hat ein erstes Friedensabkommen verk\u00fcndet, das den seit drei Monaten andauernden Konflikt beenden k\u00f6nnte. Ob der Waffenstillstand h\u00e4lt, ist allerdings offen. Und selbst wenn wieder ungehindert \u00d6l aus dem Nahen Osten str\u00f6mt, kann es Monate dauern, bis Benzin, Lebensmittel und etwa Flugtickets wieder billiger werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat der Arbeitsmarkt zuletzt an Fahrt gewonnen. Damit ist ein zentrales Argument f\u00fcr Zinssenkungen entfallen. Im Januar hatte die Fed in ihren viertelj\u00e4hrlichen Prognosen noch zwei Zinssenkungen f\u00fcr dieses Jahr in Aussicht gestellt. Hintergrund waren Stellenstreichungen in vielen Unternehmen und die Sorge, die Arbeitslosenquote k\u00f6nnte steigen. In solchen Situationen senkt die Notenbank ihren Leitzins \u00fcblicherweise, um Wachstum und Besch\u00e4ftigung anzuschieben.<\/p>\n<p>Doch ein Regierungsbericht von Anfang Juni zeigte, dass die Besch\u00e4ftigung im Mai kr\u00e4ftig zulegte: Unternehmen schufen 172.000 neue Stellen, den dritten Monat in Folge mit soliden Zuw\u00e4chsen.<\/p>\n<p>Stuart Clark, Portfoliomanager bei Quilter, sagte: \u201eDiese Lage ist vollst\u00e4ndig hausgemacht in den USA, und da die Energiepreise im Vergleich zum Jahresbeginn wohl erh\u00f6ht bleiben, wird die Inflation nicht pl\u00f6tzlich zur\u00fcckgehen.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts der j\u00fcngsten Arbeitsmarktdaten und \u00fcberraschend starken Verbraucherausgaben, die am Mittwoch ver\u00f6ffentlicht wurden, sei es \u201enicht ausgeschlossen, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende erh\u00f6ht haben wird \u2013 statt sie zu senken, wie es Anfang 2026 noch erwartet worden war\u201c, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>An der Wall Street fiel der S&amp;P 500 nach Ver\u00f6ffentlichung der Zinsprognosen der Fed-Mitglieder um 1,4 %. Auf die Frage, ob \u00c4nderungen an den Wirtschaftsprognosen die M\u00e4rkte verunsichern k\u00f6nnten, sagte Warsh: \u201eFinanzm\u00e4rkte funktionieren am besten, wenn sie auf neue Daten reagieren. Weniger gut arbeiten sie, wenn sie sich fragen: \u201aWie wird die Federal Reserve darauf reagieren?\u2018\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einer deutlichen Kehrtwende gegen\u00fcber fr\u00fcheren Prognosen rechnen neun Mitglieder der US-Notenbank Fed in diesem Jahr mit mindestens&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":222791,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[63666,1311,40,41,39,38,8229,27073],"class_list":["post-222790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-federal-reserve","tag-inflation","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-us-wirtschaft","tag-zinssaetze"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116767501190366101","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=222790"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222790\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/222791"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=222790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=222790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=222790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}