{"id":223312,"date":"2026-06-18T03:45:09","date_gmt":"2026-06-18T03:45:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/223312\/"},"modified":"2026-06-18T03:45:09","modified_gmt":"2026-06-18T03:45:09","slug":"darmzellen-entzuendungen-hinterlassen-molekulare-narben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/223312\/","title":{"rendered":"Darmzellen: Entz\u00fcndungen hinterlassen molekulare Narben"},"content":{"rendered":"<p>Forscher sprechen von einem \u201eepigenetischen Ged\u00e4chtnis\u201c in Stammzellen.<\/p>\n<p>Ein Team um Dr. Nagaraja ver\u00f6ffentlichte im Fachjournal Nature eine Studie, die diesen Mechanismus belegt. Demnach hinterl\u00e4sst eine chronische Kolitis noch mehr als 100 Tage nach Ende der akuten Entz\u00fcndung molekulare Ver\u00e4nderungen. Konkret bleiben der Transkriptionsfaktor AP-1 dauerhaft hochreguliert und die Chromatin-Zug\u00e4nglichkeit ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Folge: Das Gewebe neigt nach Auftreten onkogener Mutationen verst\u00e4rkt zu Tumorwachstum. Dauer und Schwere einer Colitis ulcerosa korrelieren direkt mit dem sp\u00e4teren Risiko f\u00fcr kolorektale Karzinome (CRC). Die Forscher sehen hier einen neuen Ansatzpunkt: K\u00fcnftige Behandlungen k\u00f6nnten sich auf das Chromatin-Remodelling konzentrieren, statt nur die akute Entz\u00fcndung zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Anzeige: Entz\u00fcndungen im Darm wirken noch Monate nach \u2013 molekulare Narben erh\u00f6hen langfristig das Krebsrisiko. Unser Ratgeber zeigt, wie Sie diese Narben reduzieren und Ihre Darmbarriere st\u00e4rken. <a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/entzuendungen-im-darm-hinterlassen-molekulare-narben-6027?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_979161:Topic_chronic_pain_inflammation:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=6027\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern<\/a><\/p>\n<p>Molekulare Narben in Darmzellen<\/p>\n<p>Eine Kooperation des Wellcome Sanger Instituts mit Open Targets lieferte Mitte Juni 2026 weitere Erkenntnisse. Die Analyse von \u00fcber einer Million einzelner Darmzellen von 111 Morbus-Crohn-Patienten und 232 Gesunden wies eine sogenannte molekulare Narbe in den Stammzellen der Darmschleimhaut nach. Die in Nature Genetics dokumentierte Studie identifizierte zudem ITGA4-positive Makrophagen als wesentliche Treiber der Entz\u00fcndung \u00fcber den JAK\/STAT-Signalweg.<\/p>\n<p>Parallel dazu untersuchten Forscher der MedUni Wien unter der Leitung von Sibilia den Einfluss des Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) in myeloiden Immunzellen. Ihre Ver\u00f6ffentlichung vom 17. Juni 2026 zeigt: EGFR steuert in diesen Zellen die Tumormikroumgebung bei metastasiertem Darmkrebs. Das Ausschalten von EGFR in myeloiden Zellen verlangsamte in Versuchsmodellen das Tumorwachstum. Als potenzieller Biomarker wurde das Protein THBS1 identifiziert \u2013 eine hohe Expression geht mit ung\u00fcnstigerer Prognose einher.<\/p>\n<p>Genetische Risikomarker f\u00fcr schwere Verl\u00e4ufe<\/p>\n<p>Mitte Juni 2026 konkretisierten zwei Studien die genetische Grundlage f\u00fcr besonders schwere CED-Verl\u00e4ufe. In The Lancet Gastroenterology &amp; Hepatology berichteten Forscher, dass die Genvariante HLA-DRB1*01:03 bei etwa jedem zwanzigsten Patienten mit erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr Darmoperationen und perianale Erkrankungen einhergeht. Die bisher gr\u00f6\u00dfte genetische CED-Studie basierte auf Daten von \u00fcber 43.000 Patienten.<\/p>\n<p>Ein britisches und d\u00e4nisches Team legte im New England Journal of Medicine (NEJM) dar, dass diese Variante bei rund 3,5 Prozent der Betroffenen zur Bildung von Antik\u00f6rpern f\u00fchrt. Diese greifen den entz\u00fcndungshemmenden Botenstoff IL-10 an. Bei gesunden Probanden lie\u00dfen sich die Antik\u00f6rper nicht nachweisen. Das erkl\u00e4rt wom\u00f6glich, warum bei bestimmten Patientengruppen die nat\u00fcrliche Entz\u00fcndungshemmung versagt.<\/p>\n<p>Schutz der Darmbarriere und Umweltfaktoren<\/p>\n<p>Neue Perspektiven zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere lieferte eine am 16. Juni 2026 in PNAS ver\u00f6ffentlichte Untersuchung der Northwestern University. Das Team um Summa und Cong entdeckte eine sch\u00fctzende Kommunikationsschleife zwischen Eosinophilen und ILC3-Zellen. Eosinophile sch\u00fctzen die Darmbarriere demnach \u00fcber das Enzym COX-2 (PTGS2-Gen). Fiel diese Funktion aus, f\u00fchrte das in den Modellen zu fr\u00fcheren und schwereren Krankheitsverl\u00e4ufen.<\/p>\n<p>Hinsichtlich externer Einflussfaktoren wiesen Wissenschaftler in einer Studie vom 16. Juni 2026 auf die Auswirkungen des Insektizids Bifenthrin hin. Der Stoff kann Colitis ulcerosa durch Immunotoxizit\u00e4t verschlimmern: Er st\u00f6rt das Gleichgewicht von Treg- und Th17-Zellen und beeinflusst Signalwege wie NF-?B und JAK\/STAT.<\/p>\n<p>Anzeige: Etwa jeder zwanzigste CED-Patient tr\u00e4gt eine Genvariante, die schwere Verl\u00e4ufe beg\u00fcnstigt. Erfahren Sie, ob Sie zur Risikogruppe geh\u00f6ren und welche Schutzma\u00dfnahmen jetzt wichtig sind. <a href=\"https:\/\/www.dnv-media.de\/lp\/report\/entzuendungen-im-darm-hinterlassen-molekulare-narben-6027?adref=Blog_DNV:Ex-Article-ID_979161:Topic_chronic_pain_inflammation:Source_DNV_Dynamic_LP&amp;lp=6027\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Genetisches Risiko jetzt pr\u00fcfen<\/a><\/p>\n<p>Therapie und Diagnostik im Wandel<\/p>\n<p>Auf dem DGIM-Kongress 2026 wurden aktuelle Behandlungsstrategien diskutiert. Sie sehen eine Kombination aus medikament\u00f6ser Therapie und Ern\u00e4hrungsanpassungen vor. Mesalazin bleibt f\u00fcr leichte bis m\u00e4\u00dfige F\u00e4lle von Colitis ulcerosa empfohlen. Bei Morbus Crohn kann gezielte Ern\u00e4hrung die Symptomlast lindern.<\/p>\n<p>Im Bereich der Diagnostik meldete das Unternehmen Castle Biosciences am 16. Juni 2026 eine Marke von 100.000 klinischen Auftr\u00e4gen f\u00fcr einen KI-basierten Gewebetest. Dieser dient der Prognose des Progressionsrisikos bei Barrett-\u00d6sophagus \u2013 einer weiteren pr\u00e4kanzer\u00f6sen Ver\u00e4nderung im Verdauungstrakt. Der Trend zu pr\u00e4zisionsmedizinischen Verfahren in der Gastroenterologie wird damit unterstrichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Forscher sprechen von einem \u201eepigenetischen Ged\u00e4chtnis\u201c in Stammzellen. Ein Team um Dr. Nagaraja ver\u00f6ffentlichte im Fachjournal Nature eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":223313,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,63750,63748,7828,124,123,63749,44,1003,63751,63752],"class_list":["post-223312","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-darmstammzellen","tag-darmzellen","tag-entzuendungen","tag-gesundheit","tag-health","tag-narben","tag-oesterreich","tag-studien","tag-symptomende","tag-tumorwachstum"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116769057900182207","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=223312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/223312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/223313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=223312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=223312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=223312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}