{"id":225349,"date":"2026-06-19T02:08:13","date_gmt":"2026-06-19T02:08:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/225349\/"},"modified":"2026-06-19T02:08:13","modified_gmt":"2026-06-19T02:08:13","slug":"kuerzungen-in-der-oberoesterreichischen-arbeitsmarktpolitik-arbeit-plus-warnt-vor-bundesweiter-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/225349\/","title":{"rendered":"K\u00fcrzungen in der ober\u00f6sterreichischen Arbeitsmarktpolitik: arbeit plus warnt vor bundesweiter Entwicklung"},"content":{"rendered":"<p>Die geplanten weiteren K\u00fcrzungen in der ober\u00f6sterreichischen Arbeitsmarktpolitik bedeuten in vielen Projekten Einschnitte von 25 bis 30 Prozent des F\u00f6rdervolumens. Die Sozialplattform Ober\u00f6sterreich hat sich deshalb gestern mit einem offenen Brief an Bundesregierung, Landesregierung und die Verantwortlichen im AMS gewandt. Die Sozialplattform Ober\u00f6sterreich ist der Dachverband der arbeitsmarktpolitischen Tr\u00e4gerorganisationen und Teil von arbeit plus \u00d6sterreich. arbeit plus \u00d6sterreich nimmt diese Entwicklung auf und ordnet sie in den bundesweiten Zusammenhang ein.<\/p>\n<p>Was sich in Ober\u00f6sterreich zeigt, beschreibt eine Entwicklung, die arbeit plus seit Monaten in mehreren Bundesl\u00e4ndern beobachtet. Bei steigenden Betroffenenzahlen und anhaltender Inflation bedeutet selbst ein nominal stabiles Budget faktisch eine reale K\u00fcrzung. Im Mai 2026 waren 102.788 Arbeitslose in \u00d6sterreich langzeitbesch\u00e4ftigungslos, ein Anstieg von 13 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Mehr als jede dritte arbeitslose Person ist damit l\u00e4nger als ein Jahr ohne Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>\u201eOber\u00f6sterreich macht heute sichtbar, was wir aus mehreren Bundesl\u00e4ndern h\u00f6ren: Die Mittel entsprechen nicht dem steigenden Bedarf. Im Gegenteil, in vielen Bundesl\u00e4ndern m\u00fcssen Soziale Unternehmen, die Menschen zur\u00fcck in den Arbeitsmarkt bringen, Angebote reduzieren, Arbeitspl\u00e4tze abbauen, und einzelne stehen vor der Schlie\u00dfung. Damit gehen Strukturen verloren, die sich \u00fcber Jahre bew\u00e4hrt haben\u201c, sagt Sabine Rehbichler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von arbeit plus \u2013 Soziale Unternehmen \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Soziale Unternehmen besch\u00e4ftigen Menschen, die am regul\u00e4ren Arbeitsmarkt keinen Platz finden, schaffen regionalen Mehrwert und entlasten letztlich die \u00f6ffentliche Hand. Ausgaben in die aktive Arbeitsmarktpolitik amortisieren sich f\u00fcr den Staat innerhalb von f\u00fcnf Jahren wieder vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>\u201eWer jetzt in die aktive Arbeitsmarktpolitik investiert, spart morgen bei den Transferleistungen und gewinnt Arbeitskr\u00e4fte, Kaufkraft und regionale Stabilit\u00e4t. Verl\u00e4ssliche, mehrj\u00e4hrige Finanzierung schafft die Planungssicherheit, die Tr\u00e4gerorganisationen, Mitarbeitende und Teilnehmer:innen brauchen\u201c, so Rehbichler. Arbeitsmarktintegration statt Verwaltung. Weil Verantwortung sich rechnet.<\/p>\n<p>Was in Ober\u00f6sterreich konkret auf dem Spiel steht<\/p>\n<p>Stefan Thurner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Sozialplattform Ober\u00f6sterreich und Vorstandsmitglied von arbeit plus \u00d6sterreich, beschreibt die Lage vor Ort. Am dramatischsten zeigt sie sich derzeit in den Beratungsangeboten.<\/p>\n<p>\u201eWer im Mai 2026 arbeitslos wurde und in ein Beratungsprojekt vermittelt wurde, erhielt dort in acht Terminen pers\u00f6nliche, arbeitsmarktbezogene Begleitung. Wer im August 2026 arbeitslos wird, erh\u00e4lt im selben Projekt nur noch drei Termine, in denen ausschlie\u00dflich Bewerbungsunterlagen aktualisiert werden. Ab Juli erstreckt sich diese Einschr\u00e4nkung auch auf jene, die besonderen Unterst\u00fctzungsbedarf haben, etwa Frauen, Migrant:innen und Menschen mit gesundheitlichen Herausforderungen. Damit verlieren genau die Menschen den Zugang zu Begleitung, die ihn am dringendsten brauchen\u201c, sagt Stefan Thurner.<\/p>\n<p>Die Zahl der langzeitbesch\u00e4ftigungslosen Arbeitslosen in Ober\u00f6sterreich ist im Jahresvergleich um 18,2 Prozent gestiegen. Parallel verschiebt sich auch die Besch\u00e4ftigung in den sozial\u00f6konomischen Betrieben: Mindestens ein Drittel der Transitarbeitspl\u00e4tze wird in Arbeitstrainingspl\u00e4tze umgewandelt. F\u00fcr 200 bis 300 arbeitslose Menschen entf\u00e4llt damit ein regul\u00e4res Einkommen und zugleich eine verbesserte Chance auf den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>\u201eDie Folgen reichen weit \u00fcber den AMS-Kontext hinaus. In den Regionen drohen Standortschlie\u00dfungen und der R\u00fcckzug aus dem l\u00e4ndlichen Raum. Besch\u00e4ftigungsprojekte sind zugleich kommunale Dienstleister, die Gemeindebudgets entlasten und zu landespolitischen Zielen etwa in der Kreislaufwirtschaft beitragen. Was kurzfristig eingespart wird, wirkt mittel- und langfristig an anderer Stelle mehrfach negativ\u201c, betont Thurner.<\/p>\n<p>K\u00fcrzungslandkarte \u00d6sterreich: Was in Budgettabellen verborgen bleibt<\/p>\n<p>Die vielen, oft kaum sichtbaren Einschnitte werden nun erstmals an einem zentralen Ort dokumentiert. Das Momentum Institut hat die K\u00fcrzungslandkarte \u00d6sterreich ver\u00f6ffentlicht. W\u00e4hrend Bund, L\u00e4nder und Gemeinden ihre Budgets k\u00fcrzen, verlieren soziale Einrichtungen Personal, reduzieren \u00d6ffnungszeiten oder m\u00fcssen ganze Projekte einstellen. Organisationen, Projekte, Besch\u00e4ftigte und Betroffene sind eingeladen, weitere K\u00fcrzungen vertraulich und auf Wunsch anonym zu melden. Abgefragt werden Art und Ort der K\u00fcrzung, die direkten Auswirkungen sowie m\u00f6gliche Folgekosten.<\/p>\n<p>\u201eWas in Budgetpapieren wie eine kleine Einsparung im Sozialbereich erscheinen mag, bedeutet in der Realit\u00e4t weniger Beratung und mehr Belastung. Die K\u00fcrzungslandkarte macht sichtbar, was in Budgettabellen verborgen bleibt. Wer \u00fcber Einsparungen spricht, muss auch ihre langfristigen Kosten benennen, denn sie versch\u00e4rfen Probleme und verschieben die Rechnung nur in andere \u00f6ffentliche Systeme\u201c, sagt Barbara Blaha vom Momentum Institut.<\/p>\n<p>arbeit plus unterst\u00fctzt das Anliegen und ruft die Mitgliedsorganisationen und Betroffenen dazu auf, ihre Erfahrungen in die K\u00fcrzungslandkarte einzubringe.<\/p>\n<p>Worum es jetzt geht<\/p>\n<p>Die Sozialplattform Ober\u00f6sterreich ersucht in ihrem offenen Brief um Planungssicherheit f\u00fcr die Tr\u00e4gerorganisationen, Mitarbeitende und Teilnehmer:innen, um ein klares, gemeinsam entwickeltes Zukunftsbild der arbeitsmarktpolitischen Angebote und um die Einbindung der Tr\u00e4gerorganisationen in die Entscheidungsprozesse. Entscheidend ist dabei nicht allein die Frage, wie viel Mittel zur Verf\u00fcgung stehen, sondern nach welchen Kriterien die Angebotslandschaft k\u00fcnftig gestaltet wird, allen voran der regionale Bedarf, die unterschiedlichen Zielgruppen und die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen. arbeit plus \u00d6sterreich teilt dieses Anliegen f\u00fcr alle Bundesl\u00e4nder.<\/p>\n<p>\u201eWer heute Unterst\u00fctzung k\u00fcrzt, zahlt morgen doppelt. Wir teilen das Ziel, \u00f6ffentliche Mittel wirksam und verantwortungsvoll einzusetzen. Gerade deshalb braucht es Anerkennung der Sozialen Unternehmen als systemrelevante S\u00e4ule der Arbeitsmarktpolitik und verl\u00e4ssliche, mehrj\u00e4hrige Finanzierung statt kurzfristiger Einsparlogik\u201c, schlie\u00dft Rehbichler.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Informationen: <\/p>\n<p>R\u00fcckfragen Momentum Institut:<br \/>Nina Spurny <br \/>E-Mail: <a href=\"http:\/\/www.ots.at\/cdn-cgi\/l\/email-protection#c1b1b3a4b2b2a481acaeaca4afb5b4aceca8afb2b5a8b5b4b5efa0b5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">[email\u00a0protected]<\/a><br \/>Telefon: +43 664 102 32 80<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die geplanten weiteren K\u00fcrzungen in der ober\u00f6sterreichischen Arbeitsmarktpolitik bedeuten in vielen Projekten Einschnitte von 25 bis 30 Prozent&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":225350,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[1614,13216,11051,26393,26395,7214,1870,46,42,55631,682,276,44,26394,269,43,45],"class_list":["post-225349","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-budget","tag-soziales","tag-ams","tag-apa","tag-apa-ots","tag-arbeit","tag-arbeitsmarkt","tag-at","tag-austria","tag-budgetkuerzungen","tag-innenpolitik","tag-oberoesterreich","tag-oesterreich","tag-ots","tag-politik","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116774338941775103","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=225349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/225349\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/225350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=225349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=225349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=225349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}