{"id":225718,"date":"2026-06-19T06:57:10","date_gmt":"2026-06-19T06:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/225718\/"},"modified":"2026-06-19T06:57:10","modified_gmt":"2026-06-19T06:57:10","slug":"eu-heftige-kritik-an-kontaktaufnahme-nach-moskau-deutschland-spricht-von-affront","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/225718\/","title":{"rendered":"EU: Heftige Kritik an Kontaktaufnahme nach Moskau \u2013 Deutschland spricht von \u201eAffront\u201c"},"content":{"rendered":"<p>EU-Ratspr\u00e4sident Costa baut Kontakte nach Moskau f\u00fcr m\u00f6gliche Verhandlungen \u00fcber den Ukraine-Krieg auf. Er l\u00f6st damit eine Auseinandersetzung beim EU-Gipfel aus. Auch aus deutschen Regierungskreisen gibt es harsche Kritik.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Auf dem EU-Gipfel ist es in der Nacht zu Freitag zu einer heftigen Auseinandersetzung mit EU-Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa wegen dessen Kontaktversuchen nach Russland gekommen. In der Sitzung der EU-Staats- und Regierungschefs kritisierten etliche Teilnehmer Costa. <\/p>\n<p>\u201eEs gibt kein Mandat, seine Gespr\u00e4che waren nicht mit den Mitgliedstaaten abgestimmt\u201c, sagte etwa ein Diplomat eines gro\u00dfen EU-Landes der Nachrichtenagentur Reuters. Costa agiere \u201enicht professionell\u201c. Aus deutschen Regierungskreisen war nach den Beratungen von einem \u201eAffront\u201c die Rede. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe in der Sitzung klargestellt, dass Costa der Repr\u00e4sentant der Europ\u00e4ischen Union sei, aber nicht der Vermittler. Der Vorsto\u00df wurde aus den Regierungskreisen als \u201eunabgestimmt\u201c und \u201eunprofessionell\u201c beschrieben. Die Staats- und Regierungschefs seien erst nachtr\u00e4glich dar\u00fcber informiert worden. Auch Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron \u00e4u\u00dferte offenbar seinen Unmut.<\/p>\n<p>Das B\u00fcro des EU-Ratspr\u00e4sidenten hatte zuvor mitgeteilt, dass man Kontakte nach <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/moskau\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/moskau\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Moskau<\/a> aufgebaut habe, f\u00fcr den Fall, dass Verhandlungen \u00fcber den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine-krise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/ukraine-krise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine-Krieg<\/a> starten k\u00f6nnten. \u201eIn den vergangenen Wochen gab es kurze Kontakte auf diplomatischer Ebene, um Kommunikationskan\u00e4le zu er\u00f6ffnen\u201c, best\u00e4tigte ein EU-Beamter. Es seien jedoch keine inhaltlichen Gespr\u00e4che gef\u00fchrt worden. Zuvor hatte \u201ePolitico\u201c berichtet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ging es um zwei Telefonate von Costas Kabinettschef Pedro Lourtie. <\/p>\n<p>In allen denkbaren Zukunftsszenarien habe die EU spezifische Interessen, die es zu verteidigen gelte. \u201eDaher ist es wichtig, etablierte diplomatische Kan\u00e4le zu Russland zu unterhalten. Die EU ist kein Vermittler.\u201c Sie unterst\u00fctze die Ukraine in ihren Bem\u00fchungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden, hie\u00df es weiter. <\/p>\n<p>\u00dcber die m\u00f6gliche Kontaktaufnahme und die Themen, die zum richtigen Zeitpunkt diskutiert werden sollen, habe sich Pr\u00e4sident Costa in den vergangenen Wochen eng mit den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs abgestimmt. <\/p>\n<p>Costa verteidigt sich<\/p>\n<p>Costa verteidigte die Kontaktaufnahme nach Angaben aus seinem Umfeld beim <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/eu-gipfel\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/eu-gipfel\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gipfel<\/a>. \u201eDas Ziel war es, bereit zu sein, wenn der richtige Moment gekommen ist, um die Interessen der EU zu verteidigen\u201c, argumentierte er nach Angaben einer EU-Beamtin im Gespr\u00e4ch mit den Staats- und Regierungschefs. <\/p>\n<p>Der wichtigste Punkt sei, dass die Europ\u00e4er sich weiterhin \u00fcber den Umgang mit Russland abstimmten. \u201eUnd die Rolle des Pr\u00e4sidenten besteht darin, die Einheit der EU zu wahren\u201c, hie\u00df es weiter. Eine Reihe von Staats- und Regierungschefs h\u00e4tten in der Diskussion darauf hingewiesen, dass der Pr\u00e4sident \u201egem\u00e4\u00df den Vertr\u00e4gen der nat\u00fcrliche Vertreter der Interessen der EU ist\u201c.<\/p>\n<p>In der EU ist nicht gekl\u00e4rt, wer f\u00fcr die Europ\u00e4er im Fall von Gespr\u00e4chen mit Russland, den USA und der Ukraine verhandeln soll. Kanzler Friedrich Merz, der von einem Fenster der Gelegenheit f\u00fcr Gespr\u00e4che mit Moskau in den kommenden Wochen und Monaten gesprochen hatte, machte etwa deutlich, dass er vor allem die E3 (Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien) in einer wichtigen Rolle sieht. Aber auch die EU-Au\u00dfenbeauftragte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/kaja-kallas\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/kaja-kallas\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaja Kallas<\/a> will ebenso wie Costa an Verhandlungen beteiligt sein. Dies st\u00f6\u00dft aber bei etlichen Mitgliedstaaten auf Vorbehalte.<\/p>\n<p>Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj wollte Costas Kontaktaufnahme mit Russland zun\u00e4chst nicht beurteilen. \u201eIch kenne nicht allzu viele Details dar\u00fcber\u201c, sagte Selenskyj der Deutschen Presse-Agentur beim Verlassen des EU-Gipfels.<\/p>\n<p>Merz und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron betonten in den vergangenen Tagen unter anderem auf dem G-7-Gipfel der wichtigsten westlichen Industriestaaten, dass sie die Ukraine derzeit in einer st\u00e4rkeren milit\u00e4rischen Position sehen. Deshalb ergebe sich vielleicht die Chance, dass der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin zu Gespr\u00e4chen bereit sei, wenn er einsehe, dass er den Krieg nicht mehr gewinnen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>EU beansprucht Hauptrolle bei Verhandlungen<\/p>\n<p>Nach den gescheiterten US-Vermittlungsversuchen beansprucht nun die EU als Hauptunterst\u00fctzer der Ukraine bei k\u00fcnftigen Verhandlungen eine Schl\u00fcsselrolle. Russland hat dazu eine andere Meinung: Der Au\u00dfenminister Sergej Lawrow sieht in der EU keinen geeigneten Verhandlungspartner. Das eigentliche Ziel der europ\u00e4ischen Politiker sei nicht, mit Russland zu verhandeln, sondern die ukrainische Regierung zu retten und das Nachbarland als Ausgangspunkt f\u00fcr eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten. Das schrieb Lawrow in einem vom russischen Au\u00dfenministerium im Internet ver\u00f6ffentlichten Artikel. <\/p>\n<p>Lawrow warf in dem Beitrag EU-Politikern vor, ihr Engagement diene nur als Vorwand f\u00fcr eine Expansion des Westens, insbesondere der Nato und der EU, in Richtung der russischen Grenzen. Europa sei an einer Niederlage Moskaus in dem Krieg interessiert, k\u00f6nne nicht als unparteiischer Beobachter betrachtet werden und schreibe Russland \u201eaggressive Pl\u00e4ne\u201c zu. Das sei keine Grundlage f\u00fcr umfassende Gespr\u00e4che. Lawrow warnte zudem vor m\u00f6glichen gegenseitigen Atomschl\u00e4gen mit katastrophalen Folgen bei einer direkten Konfrontation zwischen Russland und der Nato. <\/p>\n<p>Der EU-Gipfel unterstrich hingegen in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung, dass man die diplomatischen Bem\u00fchungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs unterst\u00fctze. <\/p>\n<p>\u201eEuropa kommt bei einer k\u00fcnftigen L\u00f6sung eine Schl\u00fcsselrolle zu und ist bereit, seine Interessen zu verteidigen\u201c, wird in der Gipfel-Erkl\u00e4rung betont. Die verst\u00e4rkten russischen Angriffe auf die Ukraine werden damit erkl\u00e4rt, dass die Regierung in Moskau erkannt habe, dass sie die milit\u00e4rischen und strategischen Ziele in der Ukraine nicht erreichen kann. Der EU-Gipfel forderte Russland nachdr\u00fccklich auf, echte Bereitschaft zum Frieden zu zeigen. Ziel m\u00fcsse ein \u201evollst\u00e4ndiger, bedingungsloser und sofortiger Waffenstillstand\u201c sein.<\/p>\n<p>In der Erkl\u00e4rung wird zudem unterstrichen, dass man die Ukraine weiter unterst\u00fctzen werde. Zudem wird eine schnelle Verabschiedung des 21. EU-Sanktionspakets gegen Russland gefordert. Bei dem ersten EU-Gipfel seit der Abwahl des ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Viktor Orb\u00e1n stellte sich nun aber Bulgarien bei der Verabschiedung quer. Der neue Ministerpr\u00e4sident Rumen Radev k\u00fcndigte seinen Widerstand an, weil er negative Auswirkungen von Sanktionen f\u00fcr den Betrieb des russischen \u00d6lunternehmens Lukoil bef\u00fcrchtet, das einer der gr\u00f6\u00dften Kraftstoffh\u00e4ndler in Bulgarien ist und die einzige Raffinerie des Landes betreibt. <\/p>\n<p>rtr\/dpa\/luwi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"EU-Ratspr\u00e4sident Costa baut Kontakte nach Moskau f\u00fcr m\u00f6gliche Verhandlungen \u00fcber den Ukraine-Krieg auf. 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