{"id":22691,"date":"2026-03-03T06:52:29","date_gmt":"2026-03-03T06:52:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/22691\/"},"modified":"2026-03-03T06:52:29","modified_gmt":"2026-03-03T06:52:29","slug":"europa-im-doppelten-schock-zwischen-trump-und-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/22691\/","title":{"rendered":"Europa im &#8222;doppelten Schock&#8220; zwischen Trump und Putin"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Autokraten und solche Politiker, die es werden wollen, beobachten die Entwicklungen genau.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Das macht die Sache so brisant. Wie sich gr\u00f6\u00dfere Staaten innenpolitisch organisieren, hat immer Ausstrahlung nach au\u00dfen. Es ist ja nicht so, dass Donald Trump das Modell von Recep Tayyip Erdo\u011fan in der <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/tuerkei\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a> oder Viktor Orb\u00e1n in <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/ungarn\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ungarn<\/a> kopiert. Es ist eher so, dass gew\u00e4hlte Politiker mit autokratischen Tendenzen sich anschauen, was an autorit\u00e4ren Ver\u00e4nderungen in den USA durchkommt, und sich das dann zum Vorbild nehmen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Trump hat wiederholt Drohungen gegen <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/kanada\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kanada<\/a> ausgesto\u00dfen, er \u00e4u\u00dfert auch immer wieder Anspruch auf Gr\u00f6nland. Will er die Insel wirklich f\u00fcr die USA in Besitz nehmen?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Er will die Insel wirklich, aber man bekommt im Leben nicht immer, was man m\u00f6chte. Wenn sich aber die Gelegenheit bietet, greift er sicher zu. An <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/panama\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Panama<\/a>, <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/venezuela\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Venezuela<\/a>, Kanada, Gr\u00f6nland zeigt sich zudem, wie unverhohlen Trump Macht demonstriert ohne R\u00fccksicht auf die UN-Charta oder das V\u00f6lkerrecht.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">W\u00e4hrend die Macht der USA zumindest geschrumpft ist, steigt China auf. Droht ein zuk\u00fcnftiger Konflikt zwischen diesen beiden Staaten? Etwa um <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/taiwan\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Taiwan<\/a>?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Es sind allerlei Szenarien m\u00f6glich; Analysten tun gut daran, sich nicht f\u00fcr Propheten zu halten. Niemand kann eine glaubw\u00fcrdige Voraussage machen, wie die Welt in 20 Jahren aussehen wird. Ja, es gibt diese Tendenz absteigender M\u00e4chte, beim Versuch, den eigenen relativen Machtverlust aufzuhalten, irrational und \u00fcberst\u00fcrzt zu handeln. Nur sieht es gerade gar nicht so aus, als seien die USA eine absteigende Macht. Auch Kollegen aus China sind schweigsamer geworden, wenn es um die Frage geht, wann China die USA \u00fcberholen wird. Wahrscheinlicher scheint mir, dass China und die USA auf verschiedenen Gebieten jeweils abwechselnd die Pl\u00e4tze eins und zwei belegen werden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Wladimir Putin verfolgt zwei Ziele, beide k\u00f6nnten sich als unerreichbar erweisen. Und beide zeigen sich in seinem verheerenden Krieg gegen die Ukraine, der eben auch eine f\u00fcr Russland verheerende Politik darstellt. Zum einen will Putin die verlorene Weltmachtposition Russlands wiederherstellen, zum anderen will er den imperialen Raum zur\u00fcckgewinnen, \u00fcber den das Zarenreich und die Sowjetunion verf\u00fcgt haben.<\/p>\n<p><a href=\"#focus-3\" class=\"transition-colors duration-200 block text-current relative\" data-sctrack=\"FocusGalleryImage.Reference\"><img   loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/saporischschja-in-der-ukraine-vor-mehr-als-vier-jahren-startete-russland-die-vollinvasion-der-ukrain.jpeg\" alt=\"Saporischschja in der Ukraine: Vor mehr als vier Jahren startete Russland die Vollinvasion der Ukraine.\" title=\"Saporischschja in der Ukraine: Vor mehr als vier Jahren startete Russland die Vollinvasion der Ukraine.\" width=\"4000\" height=\"2250\" class=\"h-full w-full max-w-full rounded-8\" decoding=\"async\"\/><img style=\"--width:32;--height:32\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.t-online.de\/s\/paper\/_next\/static\/media\/zoom-in.f7dae02f.svg\" alt=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" title=\"Vergr\u00f6\u00dfern des Bildes\" class=\"block h-[calc(var(--height)_\/_16_*_1rem)] w-[calc(var(--width)_\/_16_*_1rem)] max-w-none absolute bottom-8 right-8 rounded-4 bg-snow p-8\" decoding=\"async\"\/>Saporischschja in der Ukraine: Vor mehr als vier Jahren startete Russland die Vollinvasion der Ukraine. (Quelle: Stringer\/reuters)<\/a><\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Das f\u00fchrt zu entsprechender Furcht in unseren \u00f6stlichen Nachbarstaaten.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Russlands Propaganda richtet sich zunehmend gegen Europa, weil dieses die Ukraine stark unterst\u00fctzt. Ohne die EU und die Koalition der Willigen h\u00e4tte die Trump-Regierung schon lange versucht, ein bilaterales Abkommen mit Russland \u00fcber die Ukraine zu schlie\u00dfen. Putin hat sich aber zu viel vorgenommen, wie der bisherige Verlauf des Krieges zeigt. Statt russischen Einfluss in der Ukraine zu wahren, hat er mit seinem Krieg nahezu alle Ukrainerinnen und Ukrainer zu Feinden Russlands gemacht. Statt die Nato auf Abstand zu halten, hat er durch seine aggressive Politik <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/themen\/schweden\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweden<\/a> und Finnen zum Beitritt in die Nato bewegt. Das sind wahrlich keine Erfolge f\u00fcr Putin.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Also hat Putin sich verrechnet?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Die meisten politischen und milit\u00e4rischen F\u00fchrer, die Kriege beginnen, \u00fcbersch\u00e4tzen ihre eigene Kraft und Erfolgschancen. Zugleich untersch\u00e4tzen sie den Zusammenhalt der Gesellschaften in den von ihnen angegriffenen L\u00e4ndern. Russland und die Ukraine sind daf\u00fcr deutliche Beispiele.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Sie wiesen darauf hin, dass Europa neue Partner in der Welt gewinnen muss. Was ist mit den Staaten Afrikas? Dort sind auch Russland und China aktiv.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Afrika ist ein Faktor, mit dem wir rechnen m\u00fcssen. In K\u00fcrze wird der Kontinent \u00fcber etwa ein Drittel der jungen arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung in der Welt verf\u00fcgen, Afrika hat heute bereits mehr Einwohner als China. Wie Sie ganz richtig sagen, ist Afrika kein Land, sondern besteht aus zahlreichen Staaten, es herrscht ein gro\u00dfer Pluralismus. \u00c4hnlich wie bei der europ\u00e4ischen Einigung w\u00e4re es gut, wenn die Staaten Afrikas zusammenarbeiten w\u00fcrden. Aber das ist \u2013 wie Europa auch zeigt \u2013 ein langer und komplizierter Prozess. Ideal w\u00e4re es, wenn Afrika vom vornehmlichen Rohstoffexporteur den Weg hin zu industrieller und gewerblicher Weiterverarbeitung findet. Dann k\u00f6nnte Afrika einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung erleben.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks wird Afrika in Europa eher als Quelle irregul\u00e4rer Migration gef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Irregul\u00e4re Migration entsteht dadurch, dass vor allem junge Leute keine oder sehr begrenzte Chancen in ihren eigenen L\u00e4ndern sehen und regul\u00e4re Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten fehlen. Diesem Problem lie\u00dfe sich einerseits durch einen wirtschaftlichen Aufschwung in den afrikanischen Staaten begegnen als andererseits auch durch verbesserte Formen der regul\u00e4ren, verhandelten Mobilit\u00e4t zwischen europ\u00e4ischen und afrikanischen Staaten. Wir d\u00fcrfen dabei unser demografisches Problem nicht vergessen: Wir brauchen Einwanderung, aber in weitestgehend regulierter Form.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Zurzeit findet eher das Abstecken von Claims in Afrika zur Sicherung von Ressourcen statt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Kurzfristig scheint es h\u00e4ufig so, also ob diejenigen diesen Wettbewerb gewinnen w\u00fcrden, die am robustesten zugreifen. Langfristig werden aber diejenigen erfolgreich sein, die partnerschaftlich mit afrikanischen Staaten zusammenarbeiten.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Eine letzte Frage: Blicken Sie eher optimistisch oder pessimistisch in Richtung Zukunft?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Weltordnungen entstehen und vergehen, das ist \u00fcberhaupt nicht neu. Wir entscheiden selbst \u00fcber unsere Zukunft. Ja, zurzeit sind die Dinge im Umbruch, aber das bietet auch die Chance, die Zukunft positiv zu gestalten.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17 user-text-lg:text-22 user-text-xl:text-24\">Herr Perthes, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Autokraten und solche Politiker, die es werden wollen, beobachten die Entwicklungen genau. 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