{"id":227306,"date":"2026-06-20T00:09:09","date_gmt":"2026-06-20T00:09:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/227306\/"},"modified":"2026-06-20T00:09:09","modified_gmt":"2026-06-20T00:09:09","slug":"gemeinschaft-waechst-im-garten-annenpost-at","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/227306\/","title":{"rendered":"Gemeinschaft w\u00e4chst im Garten &#8211; annenpost.at"},"content":{"rendered":"<p>Vom 29. Mai bis 31. August \u00f6ffnen die Grazer Gemeinschaftsg\u00e4rten ihre Tore und zeigen, wie aus Gartenarbeit Nachbarschaft, Bildung und Klimaarbeit entsteht. Wer einen der G\u00e4rten selbst besucht, merkt schnell: Hier w\u00e4chst mehr als nur Gem\u00fcse!<\/p>\n<p>Autorin: Johanna Volk<\/p>\n<p>Mitten im hektischen Alltagsleben der Stadt stehen am Stra\u00dfenrand ein paar Beete. Die ersten Pflanzen wachsen gr\u00fcn aus der Erde, dazwischen stehen kleine Tafeln mit Beschriftungen, bunte B\u00e4nder wehen als Dekorationen, auf einem Tisch liegen Flyer und Mehlspeisen. Es ist sofort zu erkennen, dass hier etwas los ist. Eine Dame bleibt mit ihrem Hund stehen und wirft einen neugierigen Blick auf das Geschehen. Sie kommt mit den Menschen vor Ort ins Gespr\u00e4ch. Es ist einer dieser zuf\u00e4lligen Momente, die zeigen, worum es bei den Projekten wirklich geht.<\/p>\n<p>Die Aktionstage machen sichtbar, was sonst oft nebenbei passiert. Besucher:innen k\u00f6nnen selbst Hand anlegen, Fragen stellen oder einfach nur die Atmosph\u00e4re genie\u00dfen. In manchen G\u00e4rten wird \u00fcber die Zukunft diskutiert, in anderen wird gemeinsam gebaut, wie beispielsweise bei einem Workshop zum Bau einer Behausung f\u00fcr Insekten und Reptilien.<\/p>\n<p>Der Generationengarten \u201eAm Freigarten\u201c lud w\u00e4hrend den Gemeinschaftsgarten-Tagen beispielsweise zum Plaudern und Diskutieren auf der Zukunftsbank ein. Dort konnte man auch die st\u00e4ndige Entwicklung der Gemeinschaftsg\u00e4rten sehen, denn neben den Beeten entsteht gerade eine neue Bl\u00fchwiese.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59866 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bluehwiese1.jpeg\" alt=\"Auf einem Gr\u00fcnstreifen zwischen Gehweg und Stra\u00dfe ist ein Bereich mit einer Wimpelkette abgez\u00e4unt. Die Erde ist umgegraben, in der Mitte steht eine Scheibtruhe.\" width=\"1600\" height=\"900\"  \/>Hier entsteht die neue Bl\u00fchwiese des Generationengarten, Am Freigarten. \u2013 Foto: Johanna Volk<br \/>\nOrganisation und Vernetzung<\/p>\n<p>Organisiert wurden die Gemeinschaftsgarten-Tage erstmals gemeinsam vom \u201e<a href=\"https:\/\/urbanes-gaertnern.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Forum Urbanen G\u00e4rtnern<\/a>\u201d und den lokalen Gartengruppen, unterst\u00fctzt durch die Stadt Graz. Rund ein Drittel der ca. 40 Grazer Gemeinschaftsg\u00e4rten waren mit dabei.<\/p>\n<p>Was die G\u00e4rten verbindet, ist weniger eine einheitliche Struktur, sondern vielmehr einen gemeinsame Idee: Fl\u00e4chen in der Stadt selbst gestalten zu k\u00f6nnen und soziale Vernetzung schaffen. Andreas Motschiunig vom \u201eForum Urbanes G\u00e4rtnern\u201c beschreibt ihre Arbeit mit den Gemeinschaftsg\u00e4rten der Stadt als vermittelndes Organ. Der Verein vernetzt Gruppen, unterst\u00fctzt bei der Gr\u00fcndung neuer Projekte und hilft, wenn es um Fl\u00e4chenfindung oder Abstimmungen mit der Stadt geht.<\/p>\n<p>Vor Ort wird deutlich, wie unterschiedlich die Gruppen selbst sind. Manche Gruppen sind eher studentisch gepr\u00e4gt, andere bestehen schon lange. Wieder andere bringen Menschen mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten zusammen. Doch gerade diese Mischung wird von Andreas Motschiunig als St\u00e4rke beschrieben, die f\u00fcr eine starke Verankerung in der Nachbarschaft sorgt.<\/p>\n<p>Offene Treffpunkte in der Stadt<\/p>\n<p>Viele der Orte sind bewusst offen gedacht. Sitzgelegenheiten laden auch jene ein, die nicht mitg\u00e4rtnern. Gespr\u00e4che entstehen nebenbei beim Gie\u00dfen oder Ernten. So etablieren sich aus kleinen Fl\u00e4chen nach und nach Treffpunkte in der Stadt.<\/p>\n<p>Doch nicht nur die soziale Komponente spielt dabei eine wichtige Rolle: Themen wie Selbstversorgung, Biodiversit\u00e4t oder der Umgang mit Hitze und dem Mikroklima der Stadt sind fixer Bestandteil im Gartenalltag der Gruppen. In den Beeten wird ausprobiert, weitergegeben und gelernt, wie man beispielsweise mit Trockenheit umgeht oder wie das Kompostieren funktioniert.<\/p>\n<p>Stadt und Klima<\/p>\n<p>Auch die Stadt Graz sieht in den Gemeinschaftsg\u00e4rten mehr als \u201elustige Freizeitprojekte\u201c. Maria Nievoll aus der Abteilung Gr\u00fcnraum und Gew\u00e4sser der Stadt Graz verweist im Interview auf die Lebensmittel-Strategie der Stadt, in der eine \u201eessbare Stadt\u201c als Ziel festgeschrieben ist. Die Stadt f\u00f6rdert Gemeinschaftsg\u00e4rten und hilft bei organisatorischen T\u00e4tigkeiten oder begleitet die Fl\u00e4chen-Vermittlungs-Prozesse.\u00a0<\/p>\n<p>Nievoll benennt auch stadtpolitische Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Gemeinschaftsg\u00e4rten. Im Volksgarten etwa sei der Gemeinschaftsgarten unter anderem deshalb mitgetragen worden, weil man hoffte, dass unterschiedliche Nutzer:innen-Gruppen den Raum beleben und Konflikte dadurch entsch\u00e4rfen. Diese k\u00f6nnen aus Sicht der Stadt Nachbarschaft st\u00e4rken, Lebensqualit\u00e4ten erh\u00f6hen und in manchen F\u00e4llen sogar eine positive Form von sozialer Kontrolle schaffen. Diese Erkenntnisse, sowie Erkenntnisse \u00fcber klimatische Auswirkungen werden nicht systematisch gesammelt, sondern \u00fcber die Kommunikation mit den Gruppen und dem Umfeld erhalten.\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-59865 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/volksgarten2.jpeg\" alt=\"In einer Parkanlage stehen mehrere bunte Beete. In den Beeten wachsen Kr\u00e4uter, Obst und Gem\u00fcse. Im Hintergrund ist eine Sportanlage zu sehen.\" width=\"1600\" height=\"900\"  \/>Der ANNENVIERTLER Gemeinschaftsgarten im Volksgarten. \u2013 Foto: Johanna Volk<\/p>\n<p>Das zweite gro\u00dfe Thema ist das Klima. F\u00fcr die Stadt ist der Beitrag von Gemeinschaftsg\u00e4rten zu Mikroklima, Biodiversit\u00e4t und Wissensvermittlung \u00e4u\u00dferst relevant, auch wenn Nievoll den direkten Effekt auf Hitzeinseln in der Stadt eher vorsichtig einsch\u00e4tzt.\u00a0<\/p>\n<p>Das Forum Urbanes G\u00e4rtnern formuliert das deutlicher: G\u00e4rten in der Innenstadt m\u00fcssen heute so gestaltet sein, dass sie Schatten bieten, Wasser speichern und auf Trockenheit reagieren k\u00f6nnen. In den G\u00e4rten selbst werde viel \u00fcber Kompost, Sortenvielfalt, Saatgut, Insekten und klimaangepasste Bewirtschaftung gesprochen. Also \u00fcber genau jene Fragen, die zuk\u00fcnftig auch die Stadtbewohner:innen st\u00e4rker besch\u00e4ftigen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Engagement und Herausforderungen<\/p>\n<p>Getragen werden diese Projekte vor allem von den Menschen selbst. Organisation, Pflege und fast alles, was diese Orte zusammenh\u00e4lt, passiert ehrenamtlich. Das bringt allerdings auch Unsicherheiten mit sich: Finanzierung, unterschiedliche Pachtbedingungen oder b\u00fcrokratische H\u00fcrden geh\u00f6ren f\u00fcr viele Gruppen zum Alltag.\u00a0<\/p>\n<p>Und trotzdem hinterl\u00e4sst der Besuch in den G\u00e4rten vor allem einen anderen Eindruck: Die Grazer Gemeinschaftsg\u00e4rten sind und werden auch zuk\u00fcnftig Orte sein, an denen soziale, \u00f6kologische und stadtpolitische Fragen zusammentreffen und gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Titelbild: Kr\u00e4uterbeet mit Programm f\u00fcr die Gemeinschaftsgartentage. \u2013 Foto: Johanna Volk<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><p>Infobox<\/p>\n<p>Infos rund um das Thema Gemeinschaftsg\u00e4rten in Graz finden sich auf der Website des <a href=\"https:\/\/urbanes-gaertnern.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Forum Urbanes G\u00e4rtner<\/a>. In ihrem <a href=\"https:\/\/urbanes-gaertnern.at\/bildungskalender-grazer-gemeinschaftsgaerten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Bildungskalender<\/a> werden Workshops, Vortr\u00e4ge, Exkursionen und Vernetzungstreffen zu nachhaltigem G\u00e4rtnern, Biodiversit\u00e4t, Ern\u00e4hrung und gemeinschaftlicher Gartenpraxis zusammengefasst. <\/p>\n<p>Gemeinschaftsg\u00e4rten im Annenviertel, die bei den Gemeinschaftsgarten-Tagen dabei waren: <\/p>\n<p>Generationengarten: Am Freigarten, 8020 Graz<br \/>\nGarten des Wertsch\u00f6pfungszentrums Lend: Leuzenhofgasse 2, 8020 Graz<br \/>\nTeehaus: Am Murradweg auf H\u00f6he Radgasse\/Lendkai 157, 8020 Graz<br \/>\nANNENVIERTLER Gemeinschaftsgarten: Im Volksgarten auf der H\u00f6he M\u00fchlgasse 24, 8020\u00a0<br \/>\nGAIA Gartenberg: gegen\u00fcber der Bergstra\u00dfe 50, 8020 Graz<br \/>\nGemeinschaftsgarten Haus Rafael: Hauseggerstra\u00dfe 72, 8020 Graz<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vom 29. 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