{"id":228126,"date":"2026-06-20T11:43:08","date_gmt":"2026-06-20T11:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/228126\/"},"modified":"2026-06-20T11:43:08","modified_gmt":"2026-06-20T11:43:08","slug":"giftige-kugelfische-im-urlaub-griechisches-meeresforschungszentrum-gibt-tipps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/228126\/","title":{"rendered":"Giftige Kugelfische im Urlaub: Griechisches Meeresforschungszentrum gibt Tipps"},"content":{"rendered":"<p>Das Griechische Zentrum f\u00fcr Meeresforschung (\u0395\u039b\u039a\u0395\u0398\u0395) hat eine Mitteilung zur Verbreitung des Kugelfischs in den griechischen Meeren ver\u00f6ffentlicht. Das Thema sorgt in den vergangenen Tagen f\u00fcr viel Aufsehen. Ziel des Zentrums ist es, Fakten zu kl\u00e4ren und die B\u00fcrger zu informieren.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Das Zentrum gilt als die gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentliche griechische Einrichtung f\u00fcr Forschung zur Hydrosph\u00e4re und zu Wasserlebewesen. Nach der Flut an Berichten \u00fcber den Kugelfisch und seine Gef\u00e4hrlichkeit sieht es sich in der Pflicht, die Bev\u00f6lkerung zu informieren. So sollen \u00dcbertreibungen und unbegr\u00fcndete \u00c4ngste vermieden werden, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Der Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) ist ein lessepsischer Einwanderer. Darunter versteht man marine Arten, die \u00fcber den Suezkanal vom Roten Meer ins Mittelmeer gelangt sind und sich dort etabliert haben. Die Art stammt urspr\u00fcnglich aus dem indopazifischen Raum.<\/p>\n<p>In Griechenland wurde er erstmals 2005 nachgewiesen. Inzwischen kommt er in fast allen griechischen Meeresgebieten vor, entsprechende Beobachtungen h\u00e4ufen sich.<\/p>\n<p>Seit ihrem ersten massenhaften Auftreten in griechischen Gew\u00e4ssern im Jahr 2013 haben sich die Kugelfische von Kreta \u00fcber die Dodekanes bis an die K\u00fcste Attikas ausgebreitet, darunter auch an stark frequentierte Str\u00e4nde.<\/p>\n<p>An den K\u00fcsten Attikas, unter anderem in Saronida, Varkiza und Vouliagmeni, wurden zuletzt vermehrt Vorf\u00e4lle mit Badeg\u00e4sten gemeldet. Die Fische greifen demnach selbst Schwimmer in extrem flachem Wasser von nur etwa 20 Zentimetern Tiefe an.<\/p>\n<p>Ihre scharfen, schnabelartigen Z\u00e4hne k\u00f6nnen tiefe Bissverletzungen verursachen. So musste k\u00fcrzlich ein Badegast in Varkiza nach einem Biss in den Unterschenkel medizinisch behandelt werden. Weitere Verletzte wurden mit Wunden an Beinen und anderen K\u00f6rperstellen in das Asklipieio-Krankenhaus in Voula gebracht. Fachleute weisen darauf hin, dass viele leichtere F\u00e4lle vermutlich gar nicht gemeldet werden. Bis zum vergangenen Jahr wurden im gesamten Mittelmeerraum 28 schwere Vorf\u00e4lle dokumentiert, einige davon mit Amputationen von Fingern.<\/p>\n<p>Als invasive gebietsfremde Art sch\u00e4digt der Fisch zudem die biologische Vielfalt, beeintr\u00e4chtigt \u00d6kosystemleistungen und blaue Wirtschaftsaktivit\u00e4ten \u2013 insbesondere die Fischerei \u2013 und stellt zudem ein Risiko f\u00fcr die menschliche Gesundheit dar.<\/p>\n<p>\u00d6kosystem ver\u00e4ndert sich, auch durch \u00dcberfischung<\/p>\n<p>Meeresbiologen betonen, dass sich das \u00d6kosystem der \u00c4g\u00e4is nach rund drei Jahrtausenden relativer Stabilit\u00e4t derzeit stark ver\u00e4ndert \u2013 beg\u00fcnstigt durch die Vertiefung des Suezkanals, unkontrolliert eingeleitetes Ballastwasser von Frachtschiffen sowie vor allem durch jahrzehntelange \u00dcberfischung.<\/p>\n<p>Zwar gibt es nur wenige gezielte Studien zu den Auswirkungen des Kugelfischs auf die Biodiversit\u00e4t. Nach Berichten von Fischern, wissenschaftlichen Beobachtungen und Modellrechnungen wirkt sich der Fisch jedoch negativ auf die Meeres\u00f6kosysteme aus. Die Art passt sich schnell an, bekannte Fressfeinde sind selten. Sie konkurriert mit heimischen Arten um Nahrung und frisst kommerziell wertvolle Fische.<\/p>\n<p>Der Giftfisch verursacht erhebliche wirtschaftliche Sch\u00e4den f\u00fcr K\u00fcstenfischer. Er zerst\u00f6rt Fangger\u00e4te, zwingt die Fischer, ihre Fanggebiete zu wechseln, und erh\u00f6ht ihren Arbeitsaufwand f\u00fcr Reparaturen. Gleichzeitig verlieren sie wertvolle F\u00e4nge, weil sie von dem Raubfisch gefressen werden.<\/p>\n<p>Er enth\u00e4lt ein starkes Nervengift, das Tetrodotoxin. Wichtig: Dagegen existiert kein bekanntes Gegengift. Der Verzehr kann somit t\u00f6dlich enden. Wegen dieses Risikos und aufgrund einschl\u00e4giger europ\u00e4ischer Vorschriften ist der Fang dieser Art und verwandter Arten f\u00fcr den menschlichen Verzehr verboten.<\/p>\n<p>In Griechenland ist nur ein Fall einer Vergiftung durch den Kugelfisch dokumentiert. Er betraf den Verzehr des Fisches durch f\u00fcnf ausl\u00e4ndische Seeleute, die die Art nicht kannten. <\/p>\n<p>Aktionsplan gegen die invasive Art<\/p>\n<p>Die auf invasive Arten spezialisierten Wissenschaftler des Zentrums f\u00fcr Meeresforschung beobachten seit vielen Jahren die Ausbreitung und die Auswirkungen des Kugelfischs auf Meeresumwelt und Fischerei. Die Arbeiten laufen im Rahmen von Forschungsprojekten, die vor allem das griechische Landwirtschaftsministerium finanziert. Das Zentrum arbeitet eng mit allen zust\u00e4ndigen Stellen zusammen, um L\u00f6sungen f\u00fcr den Umgang mit der Art zu entwickeln.<\/p>\n<p>Mit Finanzierung durch die Beh\u00f6rde f\u00fcr Umwelt und Klimawandel hat das Zentrum bereits im Jahr 2024 einen Aktionsplan gegen den Lagokefalos erarbeitet. Er enth\u00e4lt Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Monitoring, Management und m\u00f6gliche wirtschaftliche Nutzung. <\/p>\n<p>Parallel dazu haben Fachleute in Abstimmung mit dem griechischen Umwelt- und Energieministerium einen Vorschlag f\u00fcr ein Pilotprogramm ausgearbeitet. Es orientiert sich an den Erfahrungen Zyperns, das bereits ein \u00e4hnliches Programm gestartet hat. Vorgesehen ist eine gezielte, subventionierte Befischung des giftigen Fischs durch K\u00fcstenfischer in Regionen mit besonders vielen dieser Fische. Der Plan liegt der Europ\u00e4ischen Kommission zur Genehmigung vor.<\/p>\n<p>Das griechische Landwirtschaftsministerium pr\u00fcft derzeit die Einf\u00fchrung einer Pr\u00e4mie von sechs Euro pro Kilogramm gefangenem Kugelfisch. In Regionen wie Kreta, dem Dodekanes und Zypern werden bereits 4,80 Euro pro Kilogramm gezahlt. Auch die T\u00fcrkei f\u00f6rdert den gezielten Fang der Tiere finanziell.<\/p>\n<p>Der Bev\u00f6lkerung und allen, die in diesem Sommer ans Meer fahren oder hobbym\u00e4\u00dfig fischen, r\u00e4t das Zentrum f\u00fcr Meeresforschung zu Ruhe und Vorsicht. <\/p>\n<p>Wildtiere, ob im Wasser oder an Land, sollten grunds\u00e4tzlich nicht angelockt, angefasst, gef\u00fcttert oder gereizt werden. Speziell der Kugelfisch sollte nur angefasst werden, wenn es unbedingt notwendig ist, und dann mit speziellen, dicken Handschuhen, hei\u00dft es. In keinem Fall sollte er verzehrt werden. Grunds\u00e4tzlich, so die Meldung aus Griechenland, sollten keine Fische, bei denen man sich nicht hundertprozentig sicher ist, dass sie zum Essen geeignet sind, konsumiert werden.<\/p>\n<p>In Teilen Asiens eine riskante Delikatesse<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Kugelfische werden in einigen L\u00e4ndern als Delikatesse gegessen, vor allem in Ost- und S\u00fcdostasien.<\/p>\n<p>In Japan beispielsweise ist die Zubereitung von Kugelfisch (dort hei\u00dft er Fugu) streng geregelt. K\u00f6che m\u00fcssen zun\u00e4chst eine mehrj\u00e4hrige Spezialausbildung absolvieren und anschlie\u00dfend eine staatliche bzw. regionale Pr\u00fcfung bestehen. Nur mit einer offiziellen Lizenz d\u00fcrfen sie den Fugu zubereiten. <\/p>\n<p>In der Praxispr\u00fcfung m\u00fcssen die angehenden K\u00f6che einen Kugelfisch fachgerecht zerlegen und dabei alle giftigen Teile wie Leber, Eierst\u00f6cke und bestimmte Hautpartien vollst\u00e4ndig entfernen. Diese Teile m\u00fcssen sicher entsorgt werden. Restaurants, die Fugu anbieten, unterliegen zudem regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen durch die Gesundheitsbeh\u00f6rden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Griechische Zentrum f\u00fcr Meeresforschung (\u0395\u039b\u039a\u0395\u0398\u0395) hat eine Mitteilung zur Verbreitung des Kugelfischs in den griechischen Meeren ver\u00f6ffentlicht.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":228127,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[1555,377,28902,40,41,20784,39,66,65,64],"class_list":["post-228126","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-umwelt","tag-griechenland","tag-meer","tag-nachrichten","tag-news","tag-public-health","tag-schlagzeilen","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116782262540621647","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/228126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=228126"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/228126\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/228127"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=228126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=228126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=228126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}