{"id":229493,"date":"2026-06-21T09:57:16","date_gmt":"2026-06-21T09:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/229493\/"},"modified":"2026-06-21T09:57:16","modified_gmt":"2026-06-21T09:57:16","slug":"von-der-stadt-wien-halte-ich-gar-nichts-integrationsexperte-spricht-klartext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/229493\/","title":{"rendered":"\u201eVon der Stadt Wien halte ich gar nichts\u201c: Integrationsexperte spricht Klartext"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDiese Kurse sind gro\u00dfartig und notwendig\u201c, betont Mansour. Sie w\u00fcrden Neuank\u00f6mmlingen dabei helfen, sich in einer neuen Gesellschaft zurechtzufinden und grundlegende Fragen zum Zusammenleben zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Aus eigener Erfahrung wei\u00df der Experte, wie wichtig Orientierung sein kann. Als er vor mehr als zwei Jahrzehnten nach Deutschland kam, habe es vergleichbare Angebote noch nicht gegeben. Die Unsicherheit sei damals gro\u00df gewesen, sagt er bei einem Interview in der Presse.<\/p>\n<p>Viele Fragen zu Freiheit und Zusammenleben<\/p>\n<p>Nach Beobachtung Mansours besch\u00e4ftigen Zuwanderer h\u00e4ufig \u00e4hnliche Themen. Sie m\u00f6chten verstehen, welche Erwartungen die Mehrheitsgesellschaft an sie hat und welche Regeln f\u00fcr das Zusammenleben gelten.<\/p>\n<p>Besonders oft gehe es um Fragen zu Sexualit\u00e4t, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung und Antisemitismus. Gerade bei diesen Themen seien offene Diskussionen notwendig.<\/p>\n<p>Mansour schildert, dass Teilnehmer antisemitische Aussagen gelegentlich mit dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit rechtfertigen w\u00fcrden. Andere gingen davon aus, dass Religionsfreiheit jede religi\u00f6se Praxis automatisch legitimiere. Genau hier m\u00fcsse Aufkl\u00e4rungsarbeit geleistet werden.<\/p>\n<p>Religionsfreiheit hat Grenzen<\/p>\n<p>Ein besonderes Anliegen ist Mansour die Debatte \u00fcber den Stellenwert von Religion in staatlichen Einrichtungen. Nach seiner Ansicht werde Religionsfreiheit h\u00e4ufig missverstanden.<\/p>\n<p>\u201eDie Religionsfreiheit ist keine Einbahnstra\u00dfe\u201c, erkl\u00e4rt er. Sie sch\u00fctze zwar die Aus\u00fcbung des Glaubens, bedeute aber nicht, dass jede religi\u00f6s begr\u00fcndete Forderung automatisch akzeptiert werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang spricht sich Mansour klar f\u00fcr das \u00f6sterreichische Kopftuchverbot f\u00fcr M\u00e4dchen unter 14 Jahren aus. Die Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs bei Kindern sei theologisch nicht zwingend begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Kritik am Kinderkopftuch<\/p>\n<p>Der Psychologe argumentiert dabei nicht nur religi\u00f6s, sondern auch entwicklungspsychologisch. Kinder w\u00fcrden durch ein verpflichtendes Kopftuch bereits in jungen Jahren ein problematisches Verh\u00e4ltnis zum eigenen K\u00f6rper entwickeln.<\/p>\n<p>Aus seiner Sicht werde M\u00e4dchen damit fr\u00fch vermittelt, dass ihr K\u00f6rper verborgen werden m\u00fcsse. Diese Botschaft k\u00f6nne langfristige Auswirkungen auf Selbstbild und Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung haben.<\/p>\n<p>Daher hofft Mansour, dass auch die Gerichte die Schutzfunktion des Gesetzes entsprechend bewerten.<\/p>\n<p>Debatte \u00fcber Religion an Schulen gefordert<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich fordert Mansour eine breitere gesellschaftliche Diskussion dar\u00fcber, wie viel Religion in staatlichen Schulen Platz haben soll.<\/p>\n<p>Die Integrationspolitik d\u00fcrfe sich nicht darauf beschr\u00e4nken, Konflikte zu verwalten. Vielmehr m\u00fcsse offen dar\u00fcber gesprochen werden, wo die Grenzen religi\u00f6ser Einflussnahme verlaufen und welche Werte in \u00f6ffentlichen Bildungseinrichtungen gelten sollen.<\/p>\n<p>Dabei gehe es nicht um die Einschr\u00e4nkung von Glaubensfreiheit, sondern um die Sicherung gemeinsamer demokratischer Grundprinzipien.<\/p>\n<p>Scharfe Kritik an Wien<\/p>\n<p>Besonders kritisch \u00e4u\u00dfert sich Mansour \u00fcber die Integrationspolitik der Bundeshauptstadt. \u201eVon der Stadt Wien halte ich gar nichts\u201c, sagt er deutlich.<\/p>\n<p>Seiner Ansicht nach w\u00fcrden Probleme rund um Parallelgesellschaften, religi\u00f6sen Extremismus oder Integrationsdefizite von Teilen der politischen Verantwortlichen oft nicht ausreichend angesprochen.<\/p>\n<p>Vor allem \u201elinke Akteure\u201c w\u00fcrden bei bestimmten Themen reflexartig abblocken, anstatt sich den Herausforderungen offen zu stellen. Dadurch werde eine notwendige Debatte erschwert. F\u00fcr Mansour steht fest: Erfolgreiche Integration kann nur gelingen, wenn Probleme klar benannt werden. Besch\u00f6nigungen oder ideologische Scheuklappen w\u00fcrden weder den Zuwanderern noch der Aufnahmegesellschaft helfen.<\/p>\n<p>Wertekurse, Bildung und gesellschaftlicher Dialog seien wichtige Werkzeuge. Gleichzeitig brauche es aber auch den Mut, \u00fcber schwierige Themen wie Antisemitismus, Frauenrechte, religi\u00f6sen Fundamentalismus und Parallelgesellschaften offen zu sprechen.<\/p>\n<p>Nur wenn Erwartungen, Rechte und Pflichten klar formuliert werden, k\u00f6nne Integration langfristig gelingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eDiese Kurse sind gro\u00dfartig und notwendig\u201c, betont Mansour. 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