{"id":231572,"date":"2026-06-22T12:59:12","date_gmt":"2026-06-22T12:59:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/231572\/"},"modified":"2026-06-22T12:59:12","modified_gmt":"2026-06-22T12:59:12","slug":"milchstrasse-ki-analyse-weckt-neue-hoffnungen-bei-der-suche-nach-dunkler-materie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/231572\/","title":{"rendered":"Milchstra\u00dfe: KI-Analyse weckt neue Hoffnungen bei der Suche nach Dunkler Materie"},"content":{"rendered":"<p>Ein Team von Forscher:innen der \u00f6sterreichischen Universit\u00e4t Wien und des Lawrence Berkeley National Laboratory im US-Bundesstaat Kalifornien hat das sogenannte Gammastrahlenleuchten im Zentrum der Milchstra\u00dfe neu untersucht. Dabei nutzten die Wissenschaftler:innen Methoden der k\u00fcnstlichen Intelligenz, um die vorhandenen Datenaufzeichnungen einer v\u00f6llig neuen Betrachtung zu unterziehen. Wie in einer im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/journals.aps.org\/prl\/abstract\/10.1103\/dkcq-6y4f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Physical Review Letters<\/a> ver\u00f6ffentlichten Studie detailliert beschrieben wird, r\u00fcckt die Dunkle Materie damit wieder als sehr wahrscheinliche Ursache f\u00fcr das mysteri\u00f6se Leuchten in den Fokus der astrophysikalischen Untersuchungen.<\/p>\n<p>Dieses als Galactic Center Excess bezeichnete Ph\u00e4nomen besch\u00e4ftigt die Astrophysik nun schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Es handelt sich dabei konkret um ein ann\u00e4hernd kugelf\u00f6rmiges Gammastrahlenleuchten, das sich \u00fcber Tausende von Lichtjahren erstreckt und dessen physikalischer Ursprung bislang g\u00e4nzlich ungekl\u00e4rt ist. Bisherige Erkl\u00e4rungsmodelle favorisierten in der Regel eine gro\u00dfe Population von besonders schnell rotierenden Neutronensternen, die in der Fachwelt als Millisekundenpulsare bekannt sind.<\/p>\n<p>\n                Maschinelles Lernen bezieht Photonenenergie ein\n            <\/p>\n<p>Fr\u00fchere statistische Untersuchungen st\u00fctzten prim\u00e4r diese Theorie der Pulsare, weil sie sogenannte r\u00e4umliche Punktquellen in den Daten identifizierten. Diese Studien lie\u00dfen jedoch einen entscheidenden physikalischen Aspekt v\u00f6llig unber\u00fccksichtigt, n\u00e4mlich die spezifische Energie jedes einzelnen nachgewiesenen Photons. Das Forschungsteam entwickelte daher ein neues Machine-Learning-Verfahren, das mit mehr als einer Million simulierter Himmelskarten trainiert wurde, um r\u00e4umliche und spektrale Informationen zum ersten Mal gleichzeitig auszuwerten.<\/p>\n<p>Die konsequente Einbeziehung dieser Energieinformationen ver\u00e4ndert die Interpretation der teleskopischen Daten grundlegend, wie <a href=\"https:\/\/www.space.com\/astronomy\/dark-universe\/a-mysterious-gamma-ray-stream-comes-from-the-milky-ways-center-could-dark-matter-have-something-to-do-with-it\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Space.com<\/a> begleitend berichtet. Wenn tats\u00e4chlich Sterne oder Pulsare f\u00fcr das massereiche Gammaleuchten verantwortlich w\u00e4ren, m\u00fcssten diese punktuellen Lichtquellen nach den neuen Berechnungen extrem lichtschwach sein. Die Universit\u00e4t Wien schreibt dazu in einer offiziellen <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/aktuelles\/press-room\/pressemeldungen\/detail\/dunkle-materie-im-zentrum-der-milchstrasse-nicht-ausgeschlossen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pressemitteilung<\/a>, dass diese Sterne so schwach sein m\u00fcssten, dass sie letztlich kaum noch von der diffusen Strahlung zu unterscheiden w\u00e4ren, die bei der vermuteten Aufl\u00f6sung von Dunkler Materie entst\u00fcnde.<\/p>\n<p>\n                Riesige Menge an Pulsaren w\u00e4re erforderlich\n            <\/p>\n<p>Bei der Dunklen Materie handelt es sich bislang um ein physikalisches Konstrukt. Astrophysikalische Berechnungen gehen davon aus, dass diese postulierte, unsichtbare Form von Materie rund 85 Prozent der gesamten Materie im Universum ausmacht und prinzipiell nicht mit der uns bekannten, gew\u00f6hnlichen Materie interagiert. Wenn jedoch solche vermuteten Teilchen der Dunklen Materie im extrem dichten Zentrum einer Galaxie aufeinandertreffen, k\u00f6nnten sie sich der Theorie zufolge gegenseitig ausl\u00f6schen und dabei massive Energie in Form von Gammastrahlen freisetzen. Die trainierten Algorithmen zeigten nun, dass f\u00fcr die alternative Pulsar-Hypothese mindestens 35.000 solcher Punktquellen im Zentrum der Milchstra\u00dfe existieren m\u00fcssten, um die gemessenen Werte zu erzeugen.<\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Empfohlene redaktionelle Inhalte\n            <\/p>\n<p>            Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH,<br \/>\n            die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de erg\u00e4nzen.<br \/>\n            Mit dem Klick auf &#8222;Inhalte anzeigen&#8220; erkl\u00e4rst du dich einverstanden,<br \/>\n            dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen d\u00fcrfen.<br \/>\n            Dabei k\u00f6nnen personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern \u00fcbermittelt werden.<br \/>\n            <br \/>\n            Inhalte anzeigen<\/p>\n<p class=\"u-text-small\">\n                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/datenschutz\/\" target=\"_blank\" title=\"Die externe Seite im neuen Tab\/Fenster \u00f6ffnen\" rel=\"noopener nofollow\"><br \/>\n                    Hinweis zum Datenschutz<br \/>\n                <\/a>\n            <\/p>\n<p class=\"c-card__headline\">\n                Leider ist etwas schief gelaufen&#8230;\n            <\/p>\n<p>            An dieser Stelle findest du normalerweise externe Inhalte von TargetVideo GmbH,<br \/>\n            jedoch konnten wir deine Consent-Einstellungen nicht abrufen.<br \/>\n            Lade die Seite neu oder passe deine Consent-Einstellungen manuell an.<\/p>\n<p>                Datenschutzeinstellungen verwalten<\/p>\n<p>Das ist eine signifikant h\u00f6here Zahl als die wenigen hundert bis maximal tausend Quellen, die in einigen fr\u00fcheren wissenschaftlichen Arbeiten f\u00fcr realistisch gehalten wurden. Durch diese neue Erkenntnis entkr\u00e4ftet die aktuelle Studie eines der bisher st\u00e4rksten Gegenargumente f\u00fcr die ohnehin popul\u00e4re Theorie der sich selbst ausl\u00f6schenden Dunklen Materie. Die saubere Interpretation der Signale bleibt in der Praxis jedoch eine gigantische Herausforderung, da das galaktische Zentrum ein extrem dichter und au\u00dfergew\u00f6hnlich heller Bereich des Gammastrahlenhimmels ist, was St\u00f6rsignale unvermeidlich macht.<\/p>\n<p>\n                Kein endg\u00fcltiger Beweis, aber ein wichtiges Signal\n            <\/p>\n<p>\u201eDie Ursprungsfrage des Galactic Center Excess geh\u00f6rt zu den langlebigsten Debatten der Astrophysik\u201c, ordnet der Astrophysiker Florian List von der Universit\u00e4t Wien die Situation ein. Seine detaillierte Arbeit zeigt laut eigener Aussage zwar nicht zwingend, dass Dunkle Materie ganz allein f\u00fcr das empfangene Signal verantwortlich ist. Sie legt auf Basis der massiven Datenauswertung jedoch nahe, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch deutlich zu fr\u00fch ist, diese faszinierende astrophysikalische M\u00f6glichkeit endg\u00fcltig aus den Akten zu verbannen.<\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p>${content}<\/p>\n<p>\n                        ${custom_anzeige-badge}<br \/>\n                        ${custom_tr-badge}<br \/>\n                        ${section}\n                    <\/p>\n<p>                    <a class=\"c-crosslinks-title\" href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">${title}<\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" class=\"c-crosslinks-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" class=\"c-crosslinks-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>Auch wenn die vorgelegte Studie einen direkten wissenschaftlichen Nachweis f\u00fcr Dunkle Materie weiterhin schuldig bleibt, zwingt sie die astrophysikalische Gemeinschaft unweigerlich, alte Modelle neu zu \u00fcberdenken. Zuk\u00fcnftige Auswertungen m\u00fcssen nun zeigen, ob noch feinere Messmethoden oder noch viel gr\u00f6\u00dfere Datens\u00e4tze die extrem schwachen Pulsare vielleicht doch noch technologisch isolieren k\u00f6nnen. Bis solche Instrumente zur Verf\u00fcgung stehen, bleibt die Hypothese der kollidierenden Dunklen Materie eine absolut plausible Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Messwerte.<\/p>\n<p>Bei aller technologischen Euphorie darf allerdings nicht ignoriert werden, dass die maschinellen Ergebnisse stark von den verwendeten Hintergrundmodellen der Simulationen abh\u00e4ngen. Eine systematische Ver\u00e4nderung der zugrundeliegenden Parameter zur Modellierung der Struktur unserer Milchstra\u00dfe k\u00f6nnte die geforderte Anzahl der Pulsare theoretisch wieder deutlich reduzieren. Die Suche nach der wahren physikalischen Natur des galaktischen Gammaleuchtens erfordert also zwingend noch sehr viel technologische und nicht zuletzt auch klassische analytische Entwicklungsarbeit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"vgWortPixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/25ae85c3b00f49f2949dfd726e0ad3cc.gif\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Top-Artikel<\/p>\n<p>        ${content}<\/p>\n<p>\n                    ${custom_anzeige-badge}<br \/>\n                    ${custom_tr-badge}<br \/>\n                    ${section}\n                <\/p>\n<p>                <a class=\"c-suggestNews-title\" href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">${title}<\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${url}\" class=\"c-suggestNews-image\" title=\"${title}\" data-upscore-url=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/t3n.de\/news\/dunkle-materie-gammastrahlung-ki-analyse-1748728\/${image}\" width=\"88\" height=\"88\"\/><\/p>\n<p>            <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Team von Forscher:innen der \u00f6sterreichischen Universit\u00e4t Wien und des Lawrence Berkeley National Laboratory im US-Bundesstaat Kalifornien hat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":231573,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[46,42,508,36966,44,97,96,1490,101,98,100,99],"class_list":["post-231572","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-at","tag-austria","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-machine-learning","tag-oesterreich","tag-science","tag-science-technology","tag-studie","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116793886381218643","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=231572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/231572\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/231573"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=231572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=231572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=231572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}