{"id":24245,"date":"2026-03-04T01:13:11","date_gmt":"2026-03-04T01:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/24245\/"},"modified":"2026-03-04T01:13:11","modified_gmt":"2026-03-04T01:13:11","slug":"die-fragwuerdige-strategische-logik-der-hisbollah-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/24245\/","title":{"rendered":"Die fragw\u00fcrdige strategische Logik der Hisbollah \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die schiitische Miliz hat sich versch\u00e4tzt. Ihre Vergeltungsschl\u00e4ge spielen Israel in die H\u00e4nde, sagen Experten.<\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\n                    03.03.2026 um 16:22\n                <\/p>\n<p>\n            von<br \/>\n            unserer Korrespondentin<br \/>\nMareike Enghusen\n        <\/p>\n<p>Tel Aviv. Israel weitet seine Kampfhandlungen im Libanon aus \u2013 und will eine \u201ePufferzone\u201c im\u00a0Nachbarland errichten. Diese solle die\u00a0Einwohner im israelischen Grenzgebiet vor \u201ejeder Bedrohung\u201c sch\u00fctzen, sagte Armeesprecher Effie Defrin. \u201eIch m\u00f6chte betonen\u201c, erg\u00e4nzte Milit\u00e4rsprecher Nadav Schoschani, \u201edass es sich hierbei nicht um ein Man\u00f6ver, eine Bodenoffensive oder \u00c4hnliches handelt.\u201c Vielmehr sei es eine taktische Ma\u00dfnahme, um Angriffe der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/hisbollah\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hisbollah<\/a> zu verhindern: \u201eEs besteht die reale M\u00f6glichkeit, dass sie ihre Eins\u00e4tze gegen uns ausweiten.\u201c  <\/p>\n<p>Am Dienstag sollen israelische Bodentruppen bereits in eine Grenzregion im S\u00fcdlibanon vorgedrungen sein, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Armeekreise berichtet. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hie\u00df es, das israelische Milit\u00e4r (<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/idf\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IDF<\/a>) sei 100 bis 300 Meter tief in die Gegenden um Kfar Kila und Qausa eingedrungen. Wie viele Soldaten\u00a0Israel\u00a0im Nachbarland in der N\u00e4he zur israelischen Grenze positioniert hat, wollte der israelische Armeesprecher nicht sagen. Israel werde k\u00e4mpfen, bis die Bedrohung durch die Hisbollah \u201evernichtet\u201d sei, sagte IDF-Chef Eyal Zamir.<\/p>\n<p>Zuvor hatte die schiitische Hisbollah-Miliz mehrere Raketen und Drohnen auf Israel geschossen \u2013 als \u201eVergeltung\u201c f\u00fcr die T\u00f6tung des Obersten Religionsf\u00fchrers des Iran, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ali-khamenei\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ali Khamenei<\/a>. Diese erste Salve der Hisbollah richtete offenbar kaum Schaden an. Dennoch war es offenbar eine Kriegserkl\u00e4rung \u2013 wenngleich von fragw\u00fcrdiger strategischer Logik.<\/p>\n<p>Denn die israelische Reaktion war nur allzu erwartbar: Allein am Montag bombardierte Israels Armee eigenen Angaben zufolge \u00fcber 160 Ziele der Hisbollah im S\u00fcden Libanons, zerst\u00f6rte unter anderem Waffenlager und Raketenabschussrampen. Offiziellen libanesischen Angaben zufolge kamen an diesem Tag 52 Menschen ums Leben. Am Dienstag attackierte die IDF auch Ziele in Beirut, eigenen Angaben zufolge unter anderem Kommando- und Kontrollzentren. <\/p>\n<p>In der Vergangenheit galt die Gruppe, von westlichen Staaten als Terrororganisation gelistet und vom iranischen Regime gef\u00f6rdert und aufger\u00fcstet, als eine der ernsthaftesten Bedrohungen f\u00fcr Israels Sicherheit. Doch nach monatelangen Raketenangriffen der Hisbollah auf Israel startete die IDF im Herbst 2024 eine ausgeweitete Bodenoffensive gegen die Gruppe im S\u00fcden Libanons. Trotz der Waffenruhe, die offiziell seit Ende November 2024 gilt, bombardiert Israel seitdem immer wieder Ziele der Hisbollah im S\u00fcdlibanon und h\u00e4lt dort mehrere strategische Stellungen entlang der Grenze. <\/p>\n<p>Die Gruppe gilt seitdem als massiv geschw\u00e4cht. Ihre Entscheidung, dennoch eine neue Eskalation mit Israel zu provozieren, wurde daher von vielen Analysten mit Erstaunen aufgenommen; einige, wie etwa der in der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/new-york-times\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">New York Times<\/a> zitierte Nahostexperte Maha Yahya, beschrieben den Schritt gar als \u201eselbstm\u00f6rderisch\u201c.<\/p>\n<p>Eyal Zisser, Nahostwissenschaftler und Vizerektor der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/universitaet-tel-aviv\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4t von Tel Aviv<\/a>, zeigt sich weniger \u00fcberrascht. Schlie\u00dflich sei die Hisbollah eine durch und durch iranische Kreation: \u201eDer Iran finanziert s\u00e4mtliche ihrer Waffen, vom Maschinengewehr bis zur Rakete. Selbst ihren Namen hat sie von <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ruhollah-khomeini\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fragw=\"\" strategische=\"\" logik=\"\" der=\"\" hisbollah=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ayatollah Khomeini<\/a> erhalten\u201c, dem ersten Obersten F\u00fchrer der Islamischen Republik. \u201eDer Iran hat all das getan, um die Hisbollah im Moment der Wahrheit einzusetzen. Und aus seiner Sicht ist dieser Moment jetzt gekommen: Er sieht sich mit einem Krieg konfrontiert, der auf seine Zerst\u00f6rung abzielt, und er hat nichts zu verlieren.\u201c<\/p>\n<p>Auch Zisser meint allerdings, dass die Gruppe an einer neuen Eskalation mit Israel eigentlich kein Interesse gehabt haben k\u00f6nne. \u201eSie haben zuerst nur ein paar wenige Raketen abgeschossen, wohl in der Hoffnung, Israel sei mit dem Iran besch\u00e4ftigt\u201c, vermutet er. \u201eAber sie haben sich geirrt \u2013 und damit Israel in die H\u00e4nde gespielt.\u201c Doch ob sich die Organisation ganz neutralisieren l\u00e4sst, scheint zweifelhaft. Schlie\u00dflich ist die Hisbollah auch eine sozial, ideologisch und \u00f6konomisch verankerte Kraft im Libanon.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die schiitische Miliz hat sich versch\u00e4tzt. 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