{"id":242770,"date":"2026-06-28T06:52:11","date_gmt":"2026-06-28T06:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/242770\/"},"modified":"2026-06-28T06:52:11","modified_gmt":"2026-06-28T06:52:11","slug":"2-500-betten-europas-groesstes-hostel-entsteht-am-checkpoint-charlie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/242770\/","title":{"rendered":"2.500 Betten: Europas gr\u00f6\u00dftes Hostel entsteht am Checkpoint Charlie"},"content":{"rendered":"<p>Mitten im Herzen Berlins, nur wenige Schritte vom Checkpoint Charlie entfernt, steht ein riesiges B\u00fcrogeb\u00e4ude, das seit Jahren leer ist. Doch das \u00e4ndert sich gerade, und zwar in einem Ausma\u00df, das es in Europa so noch nicht gegeben hat. Die Hostelkette A&amp;O baut das Geb\u00e4ude in der Rudi-Dutschke-Stra\u00dfe zum gr\u00f6\u00dften Hostel des Kontinents um: 610 Zimmer, 2.500 Betten, 27.000 Quadratmeter Nutzfl\u00e4che. Zum Vergleich: Das Bundeskanzleramt kommt auf eine \u00e4hnliche Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>40 Millionen Euro investiert das Unternehmen in den Umbau. Die Fertigstellung ist f\u00fcr Februar 2027 geplant. Seit Januar laufen die Arbeiten.<\/p>\n<p>Hostel ist mehr als ein Schlafsaal und Gemeinschaftsbad<\/p>\n<p>Wer bei dem Wort &#8222;Hostel&#8220; noch an Etagenbetten, Gemeinschaftsduschen und zugige Flure denkt, liegt falsch, zumindest was das neue Haus am Checkpoint Charlie betrifft. Der Gesch\u00e4ftf\u00fchrer Oliver Winter will mit Klischees aufr\u00e4umen: &#8222;Hostel bedeutet nicht mehr Etagen-Dusche-WC. Aber nat\u00fcrlich immer noch Mehrbettzimmer: Vierbettzimmer, Sechsbettzimmer. Man kann das einzelne Bett buchen, das macht Hostel aus. Gemeinschaftsfl\u00e4chen, wo was los ist. Gemeinsamer Working Table in der Lobby, eine Laundry, wo man seine W\u00e4sche waschen kann. G\u00e4stek\u00fcche f\u00fcr die Backpacker. Das macht Hostel aus.&#8220;<\/p>\n<p>Jedes der 610 Zimmer bekommt ein eigenes Bad. Gemeinschaftsb\u00e4der soll es nicht geben. Dazu kommt eine Klimaanlage, die bei deutschen A&amp;O-Hostels bisher kein Standard ist. Auch eine Besonderheit: 70 der Zimmer sind barrierefrei. Das flexibelste Zimmer im Haus ist laut Winter das Vierbettzimmer: ein Doppelbett und ein Hochbett, ideal f\u00fcr Familien oder kleine Gruppen.<\/p>\n<p>Die H\u00e4lfte der Zimmer sind Zweibettzimmer, die andere H\u00e4lfte Mehrbettzimmer mit vier bis sechs Betten. Ein einzelnes Bett im Mehrbettzimmer soll ab 15 Euro pro Nacht zu haben sein, ein Doppelzimmer ab 49 Euro. &#8222;Der Preis liegt je nach Auslastung der Stadt und unserer Auslastung irgendwo dazwischen&#8220;, sagt Winter. Die angestrebte Zimmerauslastung liegt bei 80 Prozent, die Bettenauslastung bei 70 Prozent. Die Hauptsaison in Berlin l\u00e4uft von M\u00e4rz bis Oktober.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude besteht aus mehreren Teilen, die durch lange Flure miteinander verbunden sind. Mehrere Eing\u00e4nge f\u00fchren ins Haus. Winter will bewusst verhindern, dass das Hostel wie ein riesiges, un\u00fcbersichtliches &#8222;Kreuzfahrtschiff&#8220; wirkt. &#8222;Die Gr\u00f6\u00dfe erlaubt es uns, sehr g\u00fcnstig anzubieten, und die Lage ist ein absoluter Vorteil&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>Umbau statt Abriss<\/p>\n<p>Bauleiter Mario Brauer f\u00fchrt durch die Baustelle und zeigt, wie die Zimmer langsam Form annehmen: &#8222;Wir sind hier am weitesten. Jetzt geht es immer St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck. Etage f\u00fcr Etage. Trockenbau, Verkabelung, die Rohre. Und dann geht es wieder weiter ins n\u00e4chste Haus.&#8220; Man liege soweit fast genau im Zeitplan, hei\u00dft es von A&amp;O.<\/p>\n<p>Auch auf dem Dach soll etwas entstehen: Eine Begr\u00fcnung ist geplant. Das Geb\u00e4ude selbst wird nicht abgerissen, sondern konvertiert. Winter sieht darin auch einen \u00f6kologischen Vorteil gegen\u00fcber einem Neubau.<\/p>\n<p>Ein Viertel mit Geschichte<\/p>\n<p>In den 1920er Jahren war das Berliner Zeitungsviertel rund um die Kochstra\u00dfe und die Leipziger Stra\u00dfe eines der bedeutendsten Pressezentren der Welt. Hier erschienen die auflagenst\u00e4rksten Zeitungen des Landes, hier pulsierte das Herz der deutschen Medienlandschaft. Heute stehen sich an diesem Ort Axel Springer Verlag und die Tageszeitung taz gegen\u00fcber. Zwei Symbole des deutschen Journalismus, die diese Geschichte bis heute verk\u00f6rpern.<\/p>\n<p>Das neue Hostel will daran ankn\u00fcpfen: Ein Kultur- und Redaktionsb\u00fcro f\u00fcr Sch\u00fclerzeitungs- und Lokaljournalisten soll Teil des Hauses werden und an die besondere Geschichte des Viertels erinnern.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus befindet sich am Schnittpunkt von Zimmerstra\u00dfe und Friedrichstra\u00dfe mit dem Checkpoint Charlie einer der bekanntesten Erinnerungsorte Berlins. Der einstige Grenz\u00fcbergang zwischen Ost und West steht bis heute symbolisch f\u00fcr die deutsche Teilung und den Kalten Krieg. Zwar sind die Berliner Mauer sowie die urspr\u00fcnglichen Kontrollanlagen l\u00e4ngst verschwunden, doch nachgebildete Wachh\u00e4uschen und Absperrungen machen den historischen Ort weiterhin sichtbar und ziehen zahlreiche Besucher an.<\/p>\n<p>Berlin muss um Besucher k\u00e4mpfen<\/p>\n<p>Das Projekt kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt f\u00fcr den Berliner Tourismus. Knapp 29,4 Millionen \u00dcbernachtungen wurden 2025 in der Hauptstadt gez\u00e4hlt, gut eine Million weniger als noch im Jahr zuvor. 12,4 Millionen G\u00e4ste besuchten Berlin, rund 300.000 weniger als 2024. Im europ\u00e4ischen Vergleich liegt die Hauptstadt zwar noch auf Platz drei, hinter London und Paris, aber vor Rom. Doch der R\u00fcckgang macht deutlich, dass Berlin als Reiseziel um Besucher k\u00e4mpfen muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr Winter ist das Hostel auch eine Antwort auf diesen Trend. Er setzt auf Budgetreisende, die trotz Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit unterwegs sind: &#8222;Berlin stand ja immer f\u00fcr arm aber sexy, also f\u00fcr sehr g\u00fcnstig. Das hat sich ein bisschen nivelliert, weil einfach alles so viel teurer geworden ist. (&#8230;) Wir glauben aber fest daran, dass wir die Zahlen wieder erreichen, und wir versuchen unseren Teil zu leisten, um eine g\u00fcnstige Option anzubieten, damit es f\u00fcr viele attraktiv ist herzukommen.&#8220;<\/p>\n<p>Chance oder Belastung f\u00fcrs Viertel?<\/p>\n<p>Doch das Projekt ruft auch Kritiker auf den Plan. Ein Hostel dieser Gr\u00f6\u00dfe in einem ohnehin viel besuchten Viertel wirft Fragen auf: mehr Touristen, mehr L\u00e4rm, mehr Andrang. Und: H\u00e4tte man das Geb\u00e4ude nicht zu dringend ben\u00f6tigtem Wohnraum umbauen k\u00f6nnen? Winter widerspricht: &#8222;Hier w\u00e4re Wohnen gar nicht m\u00f6glich gewesen. Diesen B\u00fcrobau h\u00e4tte man nicht zu Wohnungen umbauen k\u00f6nnen, weil die Rudi-Dutschke-Stra\u00dfe keine Wohnstra\u00dfe ist. Hier geht nur B\u00fcro oder Hotel.&#8220;<\/p>\n<p>Auch den Vorwurf des Massentourismus l\u00e4sst Winter nicht ohne Weiteres gelten. Berlin sei schlicht gro\u00df genug, um Touristen und Anwohner gut nebeneinander zu haben \u2013 und das Viertel k\u00f6nnte vom neuen Hostel sogar profitieren: &#8222;Ich glaube, eine Stadt wie Berlin kann da ein bisschen entspannter mit umgehen, weil sie einfach in der Fl\u00e4che viel, viel weiter und gr\u00f6\u00dfer ist. Die Infrastruktur ist mal gebaut worden f\u00fcr f\u00fcnf, sechs Millionen Menschen \u2013 und wir leben hier knappe vier.&#8220;<\/p>\n<p>Das B\u00fcroviertel zwischen Checkpoint Charlie und Zeitungsviertel sei ohnehin kein gewachsener Kiez mit vielen Anwohnern. Winter sieht das eher als Chance: Wo tags\u00fcber Pendler und Touristen durch die Stra\u00dfen laufen und abends wenig los ist, soll das Hostel neues Leben bringen \u2013 mit G\u00e4sten, die die Gegend erkunden, in den umliegenden Caf\u00e9s und Restaurants einkehren und das Viertel beleben.<\/p>\n<p>Schon heute betreibt die Kette vier H\u00e4user in Berlin und 45 Standorte in ganz Europa. Wenn alles nach Plan l\u00e4uft, \u00f6ffnet Europas gr\u00f6\u00dftes Hostel im Fr\u00fchjahr 2027 seine T\u00fcren, mitten im historischen Berliner Zeitungsviertel, f\u00fcr alle, die Berlin zentral erleben wollen, ohne ihr Budget zu sprengen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mitten im Herzen Berlins, nur wenige Schritte vom Checkpoint Charlie entfernt, steht ein riesiges B\u00fcrogeb\u00e4ude, das seit Jahren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":242771,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[245,11166,76,75,74,4455,3369,1624],"class_list":["post-242770","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-berlin","tag-berliner-mauer","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-hotelgewerbe","tag-reise","tag-tourismus"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116826416928686289","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/242770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=242770"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/242770\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/242771"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=242770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=242770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=242770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}