{"id":244823,"date":"2026-06-29T10:40:07","date_gmt":"2026-06-29T10:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/244823\/"},"modified":"2026-06-29T10:40:07","modified_gmt":"2026-06-29T10:40:07","slug":"vision-und-widerstand-wie-das-museumsquartier-wien-veraenderte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/244823\/","title":{"rendered":"Vision und Widerstand \u2013 Wie das MuseumsQuartier Wien ver\u00e4nderte"},"content":{"rendered":"<p class=\"Lauftextnormal\">Wie kaum ein anderes Projekt hat das MuseumsQuartier Wien als gr\u00f6\u00dftes Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik polarisiert und zugleich die Stadt Wien so ver\u00e4ndert. Anl\u00e4sslich des 25-Jahr-Jubil\u00e4ums blickt das MQ auf seine Erfolgsgeschichte zur\u00fcck. Bis zum gr\u00f6\u00dften Kunst- und Kulturareal Europas war es ein konfliktreicher Weg, der von Diskussionen, politischen Richtungswechseln und medialen Debatten gepr\u00e4gt war, die weit \u00fcber Fragen der Architektur hinausgingen. Was f\u00fcr viele Wienerinnen und Wiener heute selbstverst\u00e4ndlich ist, drohte lange Zeit an Querelen und Boulevard zu scheitern.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Die Ausstellung \u201eVision und Widerstand \u2013 Wie das MuseumsQuartier Wien ver\u00e4nderte\u201c im MQ Freiraum erz\u00e4hlt die spannende Transformationsgeschichte des MQ: Von k\u00fchnen Architekturentw\u00fcrfen, erbitterten Debatten und einem Projekt, das immer wieder am Rand des Scheiterns stand. Anhand von Skizzen, Original-Architekturmodellen, Pl\u00e4nen, historischen Dokumenten und Schlagzeilen veranschaulicht sie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen und zeigt, dass das MQ inhaltlich sowie architektonisch nie als \u201efertig\u201c gedacht war.<\/p>\n<p>Der Stall des Kaisers<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Der Kaiserliche Marstall f\u00fcr 600 Pferde und 200 Karossen sollte am Rand des Glacis, aber in Sichtweite der Hofburg errichtet werden. Die Pl\u00e4ne f\u00fcr das damals gr\u00f6\u00dfte Geb\u00e4ude Wiens lieferte der Hofarchitekt Johann Bernhard Fischer von Erlach, der f\u00fcr den Kaiser Karl VI wenige Jahre zuvor bereits die Karlskirche entworfen hatte. 1719 wird mit dem Bau begonnen, doch nach dem Tod Fischer von Erlachs bleibt der Gro\u00dfteil des grandiosen Projekts Papier. Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Komplex nochmals erweitert.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Die gro\u00dfe Vision: Ein Museumsquartier f\u00fcr das 21. Jahrhundert<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Die als Hofstallungen genutzte Anlage wurde ab 1921 zum \u201eMessepalast\u201c f\u00fcr Gro\u00dfausstellungen, Messen, sowie sp\u00e4ter f\u00fcr Sport- und Popul\u00e4rkultur umfunktioniert. 1945 lagen Teile des Messepalastes in Tr\u00fcmmern und die im 7. Bezirk pr\u00e4sente amerikanische Milit\u00e4rmacht nutzte den Messepalast f\u00fcr zahlreiche Sportveranstaltungen und Gro\u00dfausstellungen. In den 50er und 60er Jahren fanden hier Konzerte und B\u00e4lle statt, die popul\u00e4rste war die \u201eJochen Rindt Show\u201c, die ab 1967 Rennwagen und motortechnische Innovationen pr\u00e4sentierte.<\/p>\n<p>Ab den sp\u00e4ten 1970er-Jahren verfestigte sich die Idee, den Ort zu einem Kulturareal weiterzuentwickeln. Was folgte, war ein politischer Marathon: die erste Stufe des Wettbewerbs im Jahr 1986, wechselnde Zust\u00e4ndigkeiten, neue kulturpolitische Konstellationen und schlie\u00dflich ein inhaltlicher Neustart mit einem Konzept, das die Kunst der Moderne und der Gegenwart, eine Kunst- und Veranstaltungshalle sowie ein Medienzentrum beinhaltete. Die Vision: ein \u201e\u00f6sterreichisches Centre Pompidou\u201c, wie der damalige Wiener B\u00fcrgermeister Helmut Zilk aufhorchen lie\u00df.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Das in der zweiten Stufe des Wettbewerbs ermittelte Siegerprojekt von Laurids und Manfred Ortner setzte ein kraftvolles architektonisches Statement und l\u00f6ste eine der heftigsten Kulturkontroversen der Zweiten Republik aus.<\/p>\n<p>Der Leseturm \u2013 Symbol einer heftigen Auseinandersetzung<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Kaum ein Bauprojekt hat Wien so polarisiert wie der Entwurf f\u00fcr das MuseumsQuartier. Die Kronen Zeitung sprach vom \u201eMuseumsmonster\u201c, B\u00fcrgerinitiativen liefen Sturm, internationale Expertinnen und Experten meldeten sich kritisch zu Wort. Im Zentrum der Debatte stand der 67 Meter hohe Leseturm, ein markantes Wahrzeichen ohne klare Funktion.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Bald wurde das Konzept als Ganzes in Frage gestellt, der Leseturm sollte fallen, die Museen wurden deutlich redimensioniert. 1998 begann der Bau nach weitgehend neuer Planung, am 29. Juni 2001 wurde das MuseumsQuartier er\u00f6ffnet mit einer programmatischen Offenheit, die das MQ bis heute pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 25 Jahre<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Die Ausstellung schl\u00e4gt auch eine Br\u00fccke in die Zukunft: Das MQ erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als ein Areal in Transformation. Mit der bereits 2023 gestarteten umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie \u201eMQ goes Green\u201c wird die Vision eines energieeffizienten und umweltbewussten Areals vorangetrieben, um bis 2030 Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen. Neben der Begr\u00fcnung im Au\u00dfenraum z\u00e4hlen auch die Umstellung auf LED-Beleuchtung, ein umfassendes M\u00fcllkonzept und k\u00fcnstlerische Projekte zu den zentralen S\u00e4ulen der Nachhaltigkeitsstrategie.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Das gr\u00f6\u00dfte kulturelle Bauprojekt des 21. Jahrhundert, das Haus der Geschichte \u00d6sterreich (hdg\u00f6), ist die erste inhaltliche Erweiterung des MuseumsQuartiers seit seiner Er\u00f6ffnung 2001. Das Siegerprojekt des Berliner B\u00fcros O&amp;O Baukunst sieht einen nachhaltigen Neubau in Holzbauweise vor, der sich harmonisch in den freigespielten Klosterhof einf\u00fcgt. Das Projekt befindet sich zur Zeit in der Phase der Baueinreichung.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Die Architekten Manfred und Laurids Ortner haben auch nach der Er\u00f6ffnung 2001 immer wieder Projekte f\u00fcr eine Weiterentwicklung des MuseumsQuartier vorgelegt. 2020 wurde die \u201eMQ Libelle\u201c auf dem Dach des Leopold Museums verwirklicht. In der Ausstellung sind dar\u00fcber hinaus gro\u00dfformatige Kreidezeichnungen f\u00fcr weitere Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Zukunft zu sehen. f\u00fcr eine \u00dcberdachung des Staatsratshofes mit einer Photovoltaik-Anlage, f\u00fcr einen neuen Zugang zur Kunsthalle und nicht zuletzt f\u00fcr den ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Leseturm.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">F\u00fcr den Fischer-von-Erlach-Trakt des MQ wurden im Rahmen eines Themendiploms an der TU Wien 2025 Entw\u00fcrfe zum Umgang mit dem historischen Bestand konzipiert und ausgearbeitet. Im Dialog mit der MQ-Direktion entwickelten die Studierenden neue Raumkonzepte Orte innerhalb des Fischer-von-Erlach-Trakts und formulierten zugleich Vorschl\u00e4ge f\u00fcr m\u00f6gliche k\u00fcnftige Nutzungen. Die Arbeiten machen r\u00e4umliche Potenziale der Vorhandenen und \u00fcbersehenen Zeitspuren sichtbar. Gleichzeitig wurden sie auf ihre architektonische, denkmalpflegerische sowie bau\u00f6kologische Relevanz untersucht.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Betreut wurden die Studierendenarbeiten von Prof. Heike Oevermann (Denkmalpflege und Bauen im Bestand), Prof. Wilfried Kuehn und Basma Abu-Naim (Raumgestaltung und Entwerfen) sowie Prof. Kristina Orehounig (Building Science and Human Ecology).<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Heute ist das MuseumsQuartier mit rund f\u00fcnf Millionen Besucher:innen j\u00e4hrlich eines der weltweit gr\u00f6\u00dften Kunst- und Kulturareale der Welt. Mit seinen vielf\u00e4ltigen Institutionen und der Gestaltung und Begr\u00fcnung der H\u00f6fe hat es sich als \u00f6ffentlicher Raum etabliert, in dem Kunst, Kultur und Alltag ineinandergreifen. Es bleibt bis heute ein Ort des Ausverhandelns, ein kultureller Knotenpunkt f\u00fcr k\u00fcnstlerische und gesellschaftliche Diskurse.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Kuratiert von Andreas Nierhaus.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Begleitend zur Ausstellung gibt es einen umfangreichen Katalog.<\/p>\n<p class=\"Lauftextnormal\">Pressemappe, Pressebilder sowie Programm zur Ausstellung unter <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" href=\"https:\/\/www.mqw.at\/de\/presse\/vision-und-widerstand\/\">www.mqw.at\/de\/presse\/vision-und-widerstand\/<\/a><\/p>\n<p>Open House &#8222;Vision und Widerstand&#8220;<\/p>\n<p>Freier Eintritt in den MQ Freiraum und exklusive F\u00fchrungen um 16:00 und 18:00<\/p>\n<p>Datum: 30.06.2026, 10:00 Uhr &#8211; 30.06.2026, 20:00 Uhr<\/p>\n<p>Art: Ausstellungen<\/p>\n<p>Ort: MQ Freiraum\n<\/p>\n<p>URL: <a href=\"https:\/\/www.mqw.at\/de\/programm\/events\/mq-freiraum\/open-house-vision-und-widerstand\/20260630-1000\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">https:\/\/www.mqw.at\/de\/programm\/events\/mq-freiraum\/open-house-vision-und-widerstand\/20260630-1000\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie kaum ein anderes Projekt hat das MuseumsQuartier Wien als gr\u00f6\u00dftes Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik polarisiert und zugleich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":244824,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[22],"tags":[57889,26393,26395,3308,46,2210,42,12280,147,5861,1132,161,7477,68184,57888,44,26394,148,68183],"class_list":["post-244823","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unterhaltung","tag-25-jahre-mq","tag-apa","tag-apa-ots","tag-architektur","tag-at","tag-ausstellung","tag-austria","tag-bildende-kunst","tag-entertainment","tag-geschichte","tag-kultur","tag-kunst","tag-kunst-kultur","tag-mq-freiraum","tag-museumsquartier-wien","tag-oesterreich","tag-ots","tag-unterhaltung","tag-vision-und-widerstand"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=244823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244823\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/244824"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=244823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=244823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=244823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}