{"id":244891,"date":"2026-06-29T11:19:23","date_gmt":"2026-06-29T11:19:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/244891\/"},"modified":"2026-06-29T11:19:23","modified_gmt":"2026-06-29T11:19:23","slug":"weniger-demenz-mit-hoergeraeten-bei-epilepsie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/244891\/","title":{"rendered":"Weniger Demenz mit H\u00f6rger\u00e4ten bei Epilepsie"},"content":{"rendered":"<p>Erwachsene, die an Epilepsie und H\u00f6rverlust leiden, k\u00f6nnen durch das Tragen von H\u00f6rger\u00e4ten ihr Demenzrisiko um 23 % senken. Die aktuellen Forschungsergebnisse dazu wurden auf dem diesj\u00e4hrigen Kongress der Europ\u00e4ischen Akademie f\u00fcr Neurologie (EAN) 2026 vorgestellt [1]. Obwohl H\u00f6rverlust als gr\u00f6\u00dfter beeinflussbarer Risikofaktor f\u00fcr Demenz eingestuft wird, gilt der Zusammenhang zwischen H\u00f6rger\u00e4ten und Senkung des Demenzrisikos als umstritten. Insbesondere ist unklar, ob ein etwaiger Nutzen bei Menschen mit neurologischen, metabolischen oder kardiovaskul\u00e4ren Erkrankungen, die ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr die Entwicklung einer Demenz bergen, gegeben ist [2].<\/p>\n<p>Um dies zu untersuchen, analysierten Forscher des Universit\u00e4tsspitals Z\u00fcrich und der Universit\u00e4t Liverpool elektronische Gesundheitsakten von mehr als 250 Millionen Patientinnen und Patienten im TriNetX-Netzwerk. Sie verglichen Erwachsene mit H\u00f6rverlust, die H\u00f6rger\u00e4te trugen, mit \u00e4hnlich zusammengesetzten Erwachsenen, die keine H\u00f6rger\u00e4te trugen. Die Analyse umfasste sowohl die Gesamtpopulation mit H\u00f6rverlust als auch Menschen, die mit Epilepsie, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, chronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz, Migr\u00e4ne und Arthrose leben. Ergebnis: Es wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Nutzung von H\u00f6rger\u00e4ten und dem Demenzrisiko in der Gesamtpopulation mit H\u00f6rverlust festgestellt, ebenso wenig bei Menschen mit Schlaganfall, Migr\u00e4ne, Typ-2-Diabetes, chronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz oder Arthrose. Bei Erwachsenen mit Epilepsie und H\u00f6rverlust war die Nutzung von H\u00f6rger\u00e4ten jedoch mit einem um 23 % geringeren Demenzrisiko verbunden. Anders formuliert: \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren, gibt es einen Fall weniger von Demenz pro 37 Personen, wenn H\u00f6rger\u00e4te genutzt werden. Hauptautorin Dr. Carolina Ferreira-Atuesta zu den Ergebnissen: \u201eWas uns am meisten \u00fcberraschte, war, wie spezifisch der Befund f\u00fcr Epilepsie war. Wir hatten erwartet, einen geringen Nutzen bei mehreren der von uns untersuchten Risikogruppen zu beobachten. Stattdessen zeigten die meisten keinen signifikanten Zusammenhang, w\u00e4hrend der Zusammenhang bei Epilepsie in allen unseren Analysen konsistent zu beobachten war.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Die Forscher glauben, dass sich die Ergebnisse durch Unterschiede in der kognitiven Reserve erkl\u00e4ren lassen \u2013 der F\u00e4higkeit des Gehirns, trotz altersbedingter Ver\u00e4nderungen oder durch Krankheiten verursachter Sch\u00e4den weiterhin effektiv zu funktionieren [3]. Dr. Ferreira-Atuesta erkl\u00e4rte: \u201eDie meisten Menschen mit H\u00f6rverlust verf\u00fcgen \u00fcber gen\u00fcgend kognitive Reserve, um den durch die H\u00f6rbeeintr\u00e4chtigung verursachten zus\u00e4tzlichen Aufwand aufzufangen, sodass eine Korrektur des H\u00f6rverlusts m\u00f6glicherweise keinen gro\u00dfen Einfluss auf das Demenzrisiko hat. Bei Epilepsie ist das anders, da die kognitive Reserve oft bereits eingeschr\u00e4nkt ist, was bedeutet, dass die Beseitigung einer weiteren Belastungsquelle einen gr\u00f6\u00dferen Einfluss haben k\u00f6nnte.\u201c Die Expertin weiter: \u201eEs gibt mehrere biologisch plausible Gr\u00fcnde, warum wir diesen Effekt bei Epilepsie beobachten k\u00f6nnten. Die Erkrankung geht mit einem beschleunigten kognitiven Verfall einher, die Temporallappenepilepsie betrifft Bereiche des Gehirns, die am H\u00f6ren beteiligt sind. Zudem k\u00f6nnen einige Antiepileptika das H\u00f6rverm\u00f6gen verschlechtern\u201c.<\/p>\n<p>Elke Engels<\/p>\n<p>Quelle: 12th Congress of the European Academy of Neurology vom 27. -30. Juni 2026 online und in Genf<\/p>\n<p>Referenzen:<\/p>\n<p>1. Ferreira-Atuesta C. et al. (2026). Hearing Aid Use and Risk of Dementia in Adults with Hearing Loss and Comorbid Neurological, Metabolic, or Cardiovascular Conditions. Abstract A-26-18825. Presented at the 12th EAN Congress (Geneva, Switzerland).<\/p>\n<p>2. NIHR. Biomedical Research Centre. (2025). Certain chronic health conditions associated with increased risk of dementia \u2013 new study. https:\/\/oxfordhealthbrc.nihr.ac.uk\/certain-chronic-health-conditions-associated-with-increased-risk-of-dementia-new-study\/<\/p>\n<p>3. Alzheimer\u2019s Research UK. (2024). Cognitive reserve and dementia risk. https:\/\/www.alzheimersresearchuk.org\/dementia-information\/dementia-risk\/cognitive-reserve-and-dementia-risk\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erwachsene, die an Epilepsie und H\u00f6rverlust leiden, k\u00f6nnen durch das Tragen von H\u00f6rger\u00e4ten ihr Demenzrisiko um 23 %&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":244892,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,4931,13180,124,123,31144,44,5045],"class_list":["post-244891","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-demenzrisiko","tag-epilepsie","tag-gesundheit","tag-health","tag-hoerverlust","tag-oesterreich","tag-praevention"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116833128725446339","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=244891"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/244891\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/244892"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=244891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=244891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=244891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}