{"id":24774,"date":"2026-03-04T09:10:07","date_gmt":"2026-03-04T09:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/24774\/"},"modified":"2026-03-04T09:10:07","modified_gmt":"2026-03-04T09:10:07","slug":"avocado-mango-taeglich-studie-mit-klarem-effekt-bei-praediabetes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/24774\/","title":{"rendered":"Avocado &#038; Mango t\u00e4glich? Studie mit klarem Effekt bei Pr\u00e4diabetes"},"content":{"rendered":"<p>Erh\u00f6hte Blutzuckerwerte gelten als stilles Warnsignal f\u00fcr Herz und Gef\u00e4\u00dfe. Noch bevor ein Diabetes festgestellt wird, steigt das Risiko f\u00fcr Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. In Deutschland betrifft das viele Menschen: Rund jeder f\u00fcnfte Erwachsene hat nach Angaben des Deutschen Zentrums f\u00fcr Diabetesforschung (<a href=\"https:\/\/www.dzd-ev.de\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilungen-2025\/praediabetes-remission-senkt-risiko-fuer-typ-2-diabetes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">DZD<\/a>) Pr\u00e4diabetes \u2013 oft ohne es zu wissen.<\/p>\n<p>Eine neue <a href=\"https:\/\/www.ahajournals.org\/doi\/10.1161\/JAHA.124.040933\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Studie<\/a> liefert nun einen \u00fcberraschend einfachen Ansatz. T\u00e4glich eine mittelgro\u00dfe Avocado und eine kleine Mango k\u00f6nnten wichtige Gef\u00e4\u00dfwerte verbessern und bei M\u00e4nnern sogar den diastolischen Blutdruck g\u00fcnstig beeinflussen. Ver\u00f6ffentlicht wurde die Untersuchung im Journal of the American Heart Association. Nach acht Wochen zeigten sich messbare Unterschiede \u2013 ohne Gewichtsverlust und ohne weniger Kalorien.<\/p>\n<p>Zwei Fr\u00fcchte ver\u00e4ndern messbar die Gef\u00e4\u00dffunktion<\/p>\n<p>An der Untersuchung nahmen 82 Frauen und M\u00e4nner mit Pr\u00e4diabetes teil. Ihr N\u00fcchternblutzucker lag zwischen 100 und 125 Milligramm pro Deziliter \u2013 also im Bereich der Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Im Schnitt waren sie 45 Jahre alt, der Body-Mass-Index (BMI) lag bei rund 30.<\/p>\n<p>\u00dcber acht Wochen erg\u00e4nzte eine Gruppe t\u00e4glich eine mittelgro\u00dfe Hass-Avocado und eine kleine Mango. Die Vergleichsgruppe bekam andere Lebensmittel mit derselben Kalorienmenge, vor allem Produkte aus Wei\u00dfmehl oder stark verarbeiteten Getreiden. Beide Gruppen nahmen also \u00e4hnlich viele Kalorien zu sich \u2013 nur die Zusammensetzung unterschied sich.<\/p>\n<p>Gemessen wurde unter anderem die sogenannte Flow-Mediated Dilation (FMD). Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Wie gut kann sich eine Arterie nach einer kurzen Druckbelastung wieder weiten? Je besser diese Reaktion, desto elastischer und ges\u00fcnder gelten die Gef\u00e4\u00dfe.<\/p>\n<p>Gef\u00e4\u00dffunktion steigt deutlich \u2013 Kontrollgruppe f\u00e4llt zur\u00fcck<\/p>\n<p>Zu Beginn lagen beide Gruppen fast gleichauf. Nach acht Wochen zeigte sich ein klarer Unterschied: In der Avocado-Mango-Gruppe stieg die FMD von 5,9 auf 6,7 Prozent. In der Kontrollgruppe sank sie von 5,6 auf 4,6 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Gruppen lag bei rund zwei Prozentpunkten und war statistisch signifikant.<\/p>\n<p>In der Herzmedizin gilt bereits ein Anstieg um einen Prozentpunkt als bedeutsam. Denn eine bessere Gef\u00e4\u00dffunktion steht mit einem geringeren Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/zuckerhaltige-getraenke-erhoehen-das-risiko-fuer-herz-kreislauf-erkrankungen-gelegentliche-suessigkeiten-jedoch-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Herz-Kreislauf-Erkrankungen<\/a> in Verbindung. Hier fiel die Differenz sogar doppelt so hoch aus.<\/p>\n<p>Blutdruck reagiert vor allem bei M\u00e4nnern<\/p>\n<p>Ein weiterer auff\u00e4lliger Wert war der diastolische Blutdruck, also der untere Blutdruckwert. Besonders bei M\u00e4nnern zeigte sich ein Unterschied zwischen den Gruppen.<\/p>\n<p>In der Kontrollgruppe stieg der zentrale diastolische Blutdruck im Durchschnitt um 5 Millimeter Quecksilbers\u00e4ule. In der Gruppe mit Avocado und Mango sank er dagegen um 1,9 Millimeter Quecksilbers\u00e4ule. Das ergibt eine Differenz von rund 7 Millimeter Quecksilbers\u00e4ule.<\/p>\n<p>In der Kardiologie gelten schon 5 Millimeter Quecksilbers\u00e4ule als klinisch relevant. H\u00e4lt ein solcher Unterschied \u00fcber l\u00e4ngere Zeit an, kann das Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/parodontitis-und-karies-treiben-das-schlaganfall-risiko-in-die-hoehe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schlaganfall <\/a>und koronare Herzkrankheit steigen oder sinken \u2013 je nach Richtung. Bei Frauen zeigte sich dieser Effekt jedoch nicht statistisch signifikant.<\/p>\n<p>Der obere, also systolische Blutdruckwert blieb in beiden Gruppen weitgehend unver\u00e4ndert. Auch Entz\u00fcndungsmarker im Blut wie hsCRP oder Interleukin-6 \u00e4nderten sich nicht messbar.<\/p>\n<p>Gewicht und Blutzucker bleiben stabil<\/p>\n<p>Ein wichtiger Punkt f\u00fcr viele Menschen mit Pr\u00e4diabetes: Mehr Obst f\u00fchrte nicht zu einer Gewichtszunahme. In der Kontrollgruppe stieg das Gewicht im Schnitt um 0,29 Kilogramm. In der Avocado-Mango-Gruppe sank es leicht um 0,07 Kilogramm. Der Unterschied war statistisch nicht bedeutsam.<\/p>\n<p>Auch beim N\u00fcchternblutzucker und bei den Insulinwerten gab es keine signifikanten Ver\u00e4nderungen. Die zus\u00e4tzliche Mango verschlechterte die Blutzuckerwerte also nicht.<\/p>\n<p>Mehr Ballaststoffe und wichtige Mikron\u00e4hrstoffe<\/p>\n<p>Durch die t\u00e4gliche Portion Avocado und Mango stieg die Obstmenge deutlich an \u2013 von durchschnittlich 0,9 auf etwa 3 Portionen pro Tag. Damit ver\u00e4nderte sich auch die N\u00e4hrstoffzufuhr sp\u00fcrbar:<\/p>\n<p>Ballaststoffe: von 12 auf 25 Gramm t\u00e4glich<\/p>\n<p>Vitamin C: von 50 auf 115 Milligramm t\u00e4glich<\/p>\n<p>Einfach unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren: Zunahme um rund 60 Prozent<\/p>\n<p>Kalium: Anstieg um etwa 50 Prozent<\/p>\n<p>Ballaststoffe unterst\u00fctzen die Verdauung und beeinflussen den Stoffwechsel. Vitamin C wirkt antioxidativ und sch\u00fctzt Zellen vor oxidativem Stress. Kalium hilft, den <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/uebergewicht-und-blutdruck-demenz-beginnt-jahre-frueher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Blutdruck <\/a>zu regulieren. Avocados liefern zudem hochwertige Fette, die sich g\u00fcnstig auf Gef\u00e4\u00dfe auswirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Cholesterin ver\u00e4ndert sich nur leicht<\/p>\n<p>Beim LDL-Cholesterin zeigte sich eine Tendenz zur Verbesserung. In der Frucht-Gruppe sank der Wert um 6,7 Milligramm pro Deziliter. In der Kontrollgruppe blieb er nahezu gleich. Der Unterschied erreichte jedoch keine klare statistische Signifikanz.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verhielt es sich bei den Triglyzeriden. In der Kontrollgruppe stiegen sie um etwa 11 Prozent, w\u00e4hrend sie in der Avocado-Mango-Gruppe stabil blieben. Auch hier lag der statistische Wert knapp \u00fcber der \u00fcblichen Schwelle.<\/p>\n<p>Studienleiterin <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/citations?user=THEe2KMAAAAJ&amp;hl=en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Britt M. Burton-Freeman<\/a> betont dennoch die Bedeutung der Ergebnisse: \u201eDiese Forschung bekr\u00e4ftigt die Kraft von Food-first-Strategien, um das Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.\u201c Sie erg\u00e4nzt: \u201eEs ist eine ermutigende Botschaft: Kleine, n\u00e4hrstoffreiche Erg\u00e4nzungen \u2013 wie Avocado und Mango \u2013 k\u00f6nnen die Herzgesundheit unterst\u00fctzen, ohne strenge Regeln oder gro\u00dfe Ern\u00e4hrungsumstellungen.\u201c<\/p>\n<p>Entscheidend ist die Herkunft der Kohlenhydrate<\/p>\n<p>Ein wichtiger Unterschied zwischen den Gruppen lag in der Art der Kohlenhydrate. In der Kontrollgruppe stieg der Anteil raffinierter Getreideprodukte. In der Interventionsgruppe ersetzten ganze Fr\u00fcchte einen Teil dieser Produkte.<\/p>\n<p>Die Gesamtmenge an Kohlenhydraten blieb \u00e4hnlich, doch die Qualit\u00e4t \u00e4nderte sich. Ganze Fr\u00fcchte liefern neben Zucker auch Ballaststoffe, Vitamine und sekund\u00e4re Pflanzenstoffe. Wei\u00dfmehlprodukte enthalten vor allem schnell verf\u00fcgbare Kohlenhydrate.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>In einer 8-Wochen-Studie mit 82 Menschen mit Pr\u00e4diabetes stieg die Gef\u00e4\u00dffunktion mit t\u00e4glich einer Avocado und einer kleinen Mango von 5,9 auf 6,7 Prozent, w\u00e4hrend sie in der Kontrollgruppe auf 4,6 Prozent sank \u2013 ein statistisch gesicherter Unterschied.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4nnern sank zus\u00e4tzlich der diastolische Blutdruck um 1,9 mmHg, in der Vergleichsgruppe stieg er um 5 mmHg \u2013 eine Differenz von rund 7 mmHg, die als klinisch relevant gilt.<\/p>\n<p>Gewicht und Blutzucker blieben stabil; entscheidend war die bessere N\u00e4hrstoffqualit\u00e4t mit deutlich mehr Ballaststoffen, Vitamin C, Kalium und gesunden Fetts\u00e4uren \u2013 nicht eine geringere Kalorienmenge.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: W\u00e4hrend die richtige Ern\u00e4hrung bei Pr\u00e4diabetes Gef\u00e4\u00dfe st\u00e4rken kann, erkennt eine neue KI Diabetes-Risiken schon anhand allt\u00e4glicher Glukosespitzen \u2013 noch bevor Laborwerte auff\u00e4llig werden. Wie das Modell individuelle Risikoprofile berechnet, mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/technologie\/ki-erkennt-diabetesrisiko-frueh-an-glukosespitzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/www.freepik.com\/free-photo\/female-hands-picking-ripe-avocados-from-bowl-marble-surface_16658742.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Freepik<\/a><\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erh\u00f6hte Blutzuckerwerte gelten als stilles Warnsignal f\u00fcr Herz und Gef\u00e4\u00dfe. 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