{"id":249169,"date":"2026-07-01T15:11:10","date_gmt":"2026-07-01T15:11:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/249169\/"},"modified":"2026-07-01T15:11:10","modified_gmt":"2026-07-01T15:11:10","slug":"keine-gute-nachricht-pflanzenvielfalt-in-europa-nimmt-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/249169\/","title":{"rendered":"Keine gute Nachricht: Pflanzenvielfalt in Europa nimmt zu"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/pflanzenvielfalt-100.webp\" alt=\"Zwei Menschen in wei\u00dfen Jacken und Sonnenh\u00fcten knien innerhalb eines abgesteckten Quadrats auf einer Wiese im Gebirge.\" title=\"Zwei Menschen in wei\u00dfen Jacken und Sonnenh\u00fcten knien innerhalb eines abgesteckten Quadrats auf einer Wiese im Gebirge. | MLU \/ Milan Chytr\u00fd\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Mehr Pflanzenvielfalt in Europa bedroht heimische Arten (1 Min)<\/p>\n<p class=\"topline\">Biodiversit\u00e4t<\/p>\n<p>\n                Stand: 01.07.2026 16:32 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Die Zahl der Pflanzenarten ist in den vergangenen 100 Jahren in vielen \u00d6kosystemen Europas eher gewachsen. Doch das ist keine gute Nachricht: Obwohl es lokal mehr Arten gibt, sind die entweder Generalisten oder gebietsfremd und konkurrieren deshalb mit den urspr\u00fcnglich heimischen Arten. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter Leitung der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle.<\/p>\n<p class=\"\">Es klingt zwar paradox, aber dadurch, dass die Anzahl der Pflanzenarten auf lokaler Ebene zunimmt, sind heimische Arten zunehmend bedroht. Das unterscheide sich von der globalen Ebene, hei\u00dft es vom Forschungsteam der Universit\u00e4t Halle, denn auf der w\u00fcrden Arten eher verdr\u00e4ngt und oder sterben aus. Auf lokaler Ebene jedoch sei dieser Wandel nicht so einfach ersichtlich, so die \u00d6kologen.<\/p>\n<p>    Europaweite Analyse \u00fcber 100 Jahre<\/p>\n<p class=\"\">Das Hallenser Forschungsteam hat gemeinsam mit Forschenden aus insgesamt 21 L\u00e4ndern erstmals eine europaweite Analyse dar\u00fcber erstellt, wie sich die Pflanzenvielfalt auf lokaler Ebene in den vergangenen 100 Jahren ver\u00e4ndert hat. Daf\u00fcr nutzten sie mehr als 57.000 sogenannte Vegetations-Zeitreihen. Darin sind die Pflanzen an einem bestimmten Ort systematisch \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum immer wieder erfasst worden. Au\u00dferdem haben die Forschenden darauf geachtet, ob die Lebensr\u00e4ume \u00fcber die Zeit stabil waren oder ob sie sich auf nat\u00fcrliche Weise oder durch menschliches Eingreifen ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p>        Wir k\u00f6nnen erstmals detaillierte Einsichten zu einem Gro\u00dfteil aller europ\u00e4ischen Lebensraumtypen geben.<\/p>\n<p>                Prof. Dr. Helge Bruelheide, MLU<\/p>\n<p class=\"\">Das Ergebnis der Analyse: Im Schnitt ist die Anzahl der Arten auf den Fl\u00e4chen in ganz Europa im untersuchten Zeitraum um 0,2 Prozent pro Jahr angestiegen. Allerdings fiel das je nach \u00d6kosystem durchaus unterschiedlich aus. In Feuchtgebieten und Mooren etwa hat es demnach die st\u00e4rkste Ver\u00e4nderung gegeben &#8211; insbesondere dort, wo die Lebensr\u00e4ume gest\u00f6rt wurden. Im Gr\u00fcnland hingegen sind die Ver\u00e4nderungen deutlich geringer ausgefallen.<\/p>\n<p>    Mehr Artenvielfalt zeugt nicht von intaktem Lebensraum<\/p>\n<p class=\"\">Dass auf den kleinen Fl\u00e4chen im Laufe der Zeit immer mehr Pflanzenarten gez\u00e4hlt wurden, sei aber gar keine gute Nachricht, betonen die Forschenden. Denn man m\u00fcsse genauer hinschauen: Bei den hinzugekommenen Arten handle es sich n\u00e4mlich entweder um sogenannte Generealisten, die beinahe \u00fcberall vorkommen k\u00f6nnen, oder aber um gebietsfremde Arten. Und wenn die mehr werden, spreche das daf\u00fcr, dass der Lebensraum alles andere als intakt sei. Tats\u00e4chlich sorgen diese Neulinge n\u00e4mlich daf\u00fcr, dass heimische spezialisierte und seltene Pflanzen langfristig verdr\u00e4ngt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"\">Au\u00dferdem ist dem Forschungsteam zufolge auch die Gesamtzahl aller Arten, die man auf allen Fl\u00e4chen eines Lebensraumtyps gefunden hat, nicht gewachsen &#8211; obwohl diese neuen Arten hinzugekommen sind. Das spricht daf\u00fcr, dass im gleichen Zeitraum auch schon Arten verschwunden sind.<\/p>\n<p>Stephan Kambach et al.: Habitat-specific trends in taxonomic, functional, and phylogenetic diversity in European plant communities over a century. In: Nature Communications volume 17 (2026). DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72112-5\" title=\"Habitat-specific trends in taxonomic, functional, and phylogenetic diversity in European plant communities over a century\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72112-5<\/a>.<\/p>\n<p class=\"\">(MLU\/kie)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Mehr Pflanzenvielfalt in Europa bedroht heimische Arten (1 Min) Biodiversit\u00e4t Stand: 01.07.2026 16:32 Uhr Die Zahl der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":249170,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[69017,11791,9386,76,75,74,69016,9201],"class_list":["post-249169","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-artensterben","tag-artenvielfalt","tag-biodiversitaet","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-generalisten","tag-pflanzen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116845365741753632","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249169","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249169"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249169\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/249170"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}