{"id":249653,"date":"2026-07-01T20:17:09","date_gmt":"2026-07-01T20:17:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/249653\/"},"modified":"2026-07-01T20:17:09","modified_gmt":"2026-07-01T20:17:09","slug":"wegen-trockenheit-deutlich-geringere-getreideernte-2026-erwartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/249653\/","title":{"rendered":"Wegen Trockenheit deutlich geringere Getreideernte 2026 erwartet"},"content":{"rendered":"<p>Trockenheit, Hitze und D\u00fcrre pr\u00e4gen die Ackerbau-Saison 2025\/26. \u201eDerzeit wird bundesweit &#8211; mit lediglich 2,7 Mio. Tonnen bzw. einem Minus von 15% &#8211; eine deutlich geringere Getreide-Erntemenge (ohne Mais) als im Vorjahr erwartet. Ein Teil des Ertrags ist mit Sicherheit der Professionalit\u00e4t der Ackerb\u00e4uerinnen und -bauern sowie den modernen Sorten zu verdanken\u201c, betonte LK \u00d6sterreich-Pr\u00e4sident Josef Moosbrugger heute bei einem Pressegespr\u00e4ch in Deutschkreutz gemeinsam mit dem LK Burgenland-Pr\u00e4sidenten und Vizepr\u00e4sidenten des EU-Bauernverbands (COPA), Nikolaus Berlakovich.<\/p>\n<p>\u201eKlar ist gleichzeitig auch, dass die Einbu\u00dfen im Osten erheblich st\u00e4rker ausfallen als im Westen. Au\u00dferdem ist die Getreideanbaufl\u00e4che nach derzeitigen Sch\u00e4tzungen gegen\u00fcber dem historischen Tiefststand 2025 weiter um 0,7% auf erstmals unter 0,5 Mio. ha gefallen, weil Getreide mit der Trockenheit und Hitze schlechter zurande kommt als z.B. Mais\u201c, gab Moosbrugger zu bedenken. Herausfordernd sind f\u00fcr die Ackerbaubetriebe neben dem Klima auch die EU-Politik mit K\u00fcrzungspl\u00e4nen und zus\u00e4tzlichen Auflagen, die auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere und der kontinuierliche Wegfall von Pflanzenschutz-Wirkstoffen. In diesen Problemfeldern werden dringend Verbesserungen gefordert.<\/p>\n<p>Extrem lange Trockenphasen im Winter und Fr\u00fchjahr<\/p>\n<p>Die Witterung beim Herbstanbau 2025 war wechselhaft, es folgten teilweise sehr trockene Wintermonate. Nach etwas Regen im Februar gab es wieder eine langanhaltende Trockenphase im M\u00e4rz und April. Die Kulturen litten unter dem Niederschlagsdefizit und auch die Temperaturen forderten die Kulturen sehr. Nach einer kurzen Erholung mit Regen im Mai folgte eine extreme Hitze im Juni.<\/p>\n<p>Die sehr langen Trockenphasen im Winter und Fr\u00fchjahr haben eine normale Bestockung, also Bildung von Nebentrieben bzw. \u00e4hrenbildenden Halmen, erschwert. \u201eAuch jetzt setzt die extreme Hitze vielen Kulturen gerade in der wichtigen Kornf\u00fcllungsphase erheblich zu. Die Ernteerwartungen sind bereits fr\u00fch unterdurchschnittlich ausgefallen und werden angesichts der aktuellen H\u00f6chsttemperaturen von Tag zu Tag geringer. Bei dieser Ernte erwarten wir extreme regionale Unterschiede bei Qualit\u00e4t und Ertrag\u201c, berichtete Moosbrugger.<\/p>\n<p>Kulturpflanzen-Auswahl marktbedingt ver\u00e4ndert<\/p>\n<p>\u201eDie Anbauentscheidungen waren 2025\/26 wieder von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Marktpreisen beeinflusst. Das Preisniveau und die Kostensituation haben die Anbauplanung jedenfalls sehr schwierig gemacht. Die f\u00fcnf wichtigsten Kulturen in \u00d6sterreich bleiben aber Mais (K\u00f6rner- und Silomais), Weizen, Gerste, Sojabohnen und Triticale\u201c, so der LK\u00d6-Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Besonders stark ausgeweitet wurden im Vergleich zum Vorjahr Sonnenblumen (+19,7%), Roggen (+10,1%), \u00d6lk\u00fcrbis (+9,5%) und Wintergerste (+3,5%). Doch auch Raps (+5,7%) konnte von sehr niedrigem Niveau wieder zulegen. Heuer prozentm\u00e4\u00dfig am st\u00e4rksten an Fl\u00e4che verloren haben Erd\u00e4pfel (-18,5%; vor allem St\u00e4rkeerd\u00e4pfel mit -50,5%), K\u00f6rnererbsen (-21,2%), Ackerbohnen (-12,2%), Sommergerste (-12,1%), Hafer (-9,3%) und Zuckerr\u00fcben (-8,3%).  <\/p>\n<p>Stark schwankende Ertr\u00e4ge und Qualit\u00e4ten<\/p>\n<p>\u201eDie Getreideertr\u00e4ge schwanken witterungsbedingt in \u00d6sterreich, sind insgesamt unterdurchschnittlich und nehmen Richtung Trockengebiet im Osten sp\u00fcrbar ab. Bei Winterweizen zum Beispiel geht man aktuell von durchschnittlich bis zu 20% weniger Ertrag pro Hektar aus, w\u00e4hrend die Sch\u00e4tzungen im Burgenland sogar noch weiter darunter liegen. Auf einzelbetrieblicher Ebene sind die Ertragsschwankungen noch deutlich st\u00e4rker\u201c, hob LK Burgenland-Pr\u00e4sident Berlakovich hervor. \u201eDieses Jahr wird es aber auch kleinregional sehr gro\u00dfe Unterschiede geben. Bei etwas durchl\u00e4ssigeren, sandigeren B\u00f6den ist das Wasser bereits fr\u00fcher ausgegangen. Dort sind sehr d\u00fcnne Getreidebest\u00e4nde mit wenig \u00c4hren je m\u00b2 festzustellen. Zus\u00e4tzlich kann die Trockenheit Qualit\u00e4tsprobleme verursachen, wenn die K\u00f6rner nicht ausreichend gef\u00fcllt werden und teilweise zu so genannten Schmachtk\u00f6rnern werden\u201c, so Berlakovich.  <\/p>\n<p>\u201eProblematisch ist auch, wenn die Pflanzen nach Niederschl\u00e4gen nochmals nachtreiben und es dann \u00c4hren mit unterschiedlichen Reifestadien gibt. Auf solchen Fl\u00e4chen ist es katastrophal schlecht. Gut versorgte B\u00f6den mit h\u00f6herem Ton- und Lehmanteil hingegen speichern mehr Wasser und konnten die D\u00fcrrephase etwas besser \u00fcberstehen. Ertragseinbu\u00dfen gegen\u00fcber 2025 werden bei allen Getreidearten, aber auch bei Raps, K\u00f6rnererbsen und Ackerbohnen erwartet\u201c, erkl\u00e4rte der LK Burgenland-Pr\u00e4sident und LK\u00d6-Pflanzenbau-Ausschussvorsitzende. Wie es mit den Herbstkulturen genau ausschaut, bleibt noch abzuwarten. <\/p>\n<p>Moosbrugger: Historisch niedrige Getreidefl\u00e4che muss zu denken geben<\/p>\n<p>\u201eDie wirtschaftlichen Herausforderungen f\u00fcr den Ackerbau sind derzeit gr\u00f6\u00dfer denn je. Seit der Ernte 2025, die weltweit \u00fcberdurchschnittlich hoch ausgefallen ist, stehen die Preise f\u00fcr Ackerfr\u00fcchte unter Druck. Die Erzeugerpreise befinden sich auf einem niedrigen Niveau und haben sich bislang &#8211; bis auf einzelne Ausnahmen wie Raps &#8211; kaum erholt, w\u00e4hrend die Produktionskosten weiterhin hoch sind, insbesondere f\u00fcr D\u00fcnger, Energie, Treibstoffe etc.\u201c, berichtete Moosbrugger weiter.<\/p>\n<p>\u201eDiese Entwicklung betrifft nicht nur die klassischen Getreidekulturen, sondern auch kostenintensive Produktionszweige wie Erd\u00e4pfel, Zuckerr\u00fcben etc.  F\u00fcr viele Betriebe wird es dadurch immer schwieriger, kostendeckend zu wirtschaften und notwendige Investitionen zu t\u00e4tigen. Ma\u00dfnahmen wie der Agrardiesel f\u00fcr 2026 und 2027 sind gerade in dieser Situation unverzichtbar, federn aber nur einen Teil der Kosten ab. Die historisch niedrige Getreidefl\u00e4che sollte allen zu denken geben\u201c, warnte der LK\u00d6-Pr\u00e4sident. <\/p>\n<p>EU aufgefordert, hohe D\u00fcngemittelpreise zu entsch\u00e4rfen<\/p>\n<p>\u201eDie D\u00fcngemittelpreise halten sich aufgrund der Krisen auf hohem Niveau. Es gab einzelne Signale, dass die D\u00fcngerpreise sinken k\u00f6nnten, aktuell ist davon in Europa aber noch wenig bemerkbar. Die EU-Kommission hat erste Ma\u00dfnahmen angek\u00fcndigt, angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage reichen diese Schritte jedoch nicht aus\u201c, so Moosbrugger, der weitere Entlastungen von der EU fordert. \u201eEs ist nicht nachvollziehbar, dass europ\u00e4ische B\u00e4uerinnen und Bauern im internationalen Vergleich mit den h\u00f6chsten D\u00fcngemittelpreisen konfrontiert sind und noch zus\u00e4tzlich durch Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Industrie, wie den CO\u2082-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), belastet werden\u201c, betonte der LK-Pr\u00e4sident, der Entsch\u00e4rfungen fordert und sich einmal mehr f\u00fcr wirksame Importkontrollen bei Agrarerzeugnissen einsetzt &#8211; im Sinne der hohen EU-Qualit\u00e4t und von Wettbewerbsfairness.<\/p>\n<p>Starke, ausreichend ausgestattete GAP und Wirkstoffe gefordert<\/p>\n<p>Berlakovich fordert au\u00dferdem: \u201eWir brauchen eine starke, zukunftsweisende und ausreichend finanziell ausgestattete Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) samt Inflationsanpassung. Au\u00dferdem m\u00fcssen praktikable, anreizbasierte Umwelt- und Klimaschutzma\u00dfnahmen ein zentrales Ziel sein. Reformvorschl\u00e4ge, welche die GAP schw\u00e4chen oder K\u00fcrzungen im Bereich der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen vorsehen, lehnen wir entschieden ab.\u201c Gleichzeitig m\u00fcssten die angek\u00fcndigten Vereinfachungen und Entb\u00fcrokratisierungen mittels Omnibusverfahren tats\u00e4chlich zu einer sp\u00fcrbaren Reduktion des Verwaltungsaufwandes und zu mehr Planungssicherheit f\u00fcr die Betriebe f\u00fchren, unterstrich der COPA-Vizepr\u00e4sident.<\/p>\n<p>Auch im Bereich des Pflanzenschutzes k\u00e4mpfen die Betriebe um Praktikabilit\u00e4t, da die Vorschl\u00e4ge der EU-Kommission zur Anpassung der Zulassungsverfahren hinter den Erwartungen zur\u00fcckbleiben. \u201eInfolge des massiven Verlusts an Wirkstoffen in den vergangenen Jahren und der Tatsache, dass in Europa kaum neue zugelassen werden, muss endlich das Ruder herumgerissen werden &#8211; in Richtung Innovationen und Versorgungssicherheit\u201c, so Berlakovich. \u201eInsbesondere w\u00e4rmeliebende Arten breiten sich infolge des Klimawandels zunehmend aus und verursachen erhebliche Sch\u00e4den \u2013 auch durch \u00fcbertragene Krankheiten. J\u00e4hrlich nimmt dieser Druck weiter zu\u201c, so der LK Burgenland-Pr\u00e4sident, der dringend echte Verbesserungen fordert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trockenheit, Hitze und D\u00fcrre pr\u00e4gen die Ackerbau-Saison 2025\/26. \u201eDerzeit wird bundesweit &#8211; mit lediglich 2,7 Mio. 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