{"id":250550,"date":"2026-07-02T07:38:08","date_gmt":"2026-07-02T07:38:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/250550\/"},"modified":"2026-07-02T07:38:08","modified_gmt":"2026-07-02T07:38:08","slug":"longevity-forscher-entschluesseln-das-geheimnis-der-qualle-die-sich-in-minuten-selbst-heilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/250550\/","title":{"rendered":"Longevity: Forscher entschl\u00fcsseln das Geheimnis der Qualle, die sich in Minuten selbst heilt"},"content":{"rendered":"<p>Sie wirkt unscheinbar, weist aber eine bemerkenswerte F\u00e4higkeit auf: Eine Mittelmeer-Qualle kann Verletzungen binnen Minuten selbst heilen \u2013 ohne sichtbare Narben. Forscher entdecken Parallelen zum Menschen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Sie wabern seelenruhig durchs Wasser und sehen dabei elegant aus: Quallen. Der Anblick von Medusen ist besonders. Die Tiere besitzen zudem eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Eigenschaft: Sie k\u00f6nnen innerhalb weniger Minuten Verletzungen ihres K\u00f6rpers heilen. <\/p>\n<p>Das Marine Biological Laboratory (MBL) in Massachusetts, USA, widmete sich k\u00fcrzlich der Erforschung dieser besonderen F\u00e4higkeit. Das Ergebnis ihrer Analyse ver\u00f6ffentlichten die Forscher in dem Fachmagazin \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.molbiolcell.org\/doi\/10.1091\/mbc.E26-02-0094\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.molbiolcell.org\/doi\/10.1091\/mbc.E26-02-0094&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Molecular Biology of the Cell<\/a>\u201c. <\/p>\n<p>Festgestellt haben die Wissenschaftler die F\u00e4higkeit an der Clytia hemisphaerica. Die winzige, etwa einen Zentimeter gro\u00dfe Qualle lebt im Mittelmeer und Nordostatlantik, der als eines der produktivsten und fischreichsten Meeresgebiete der Erde gilt.<\/p>\n<p>Anders als andere Lebewesen k\u00f6nnen Clytia-Medusen eigene Verletzungen so schnell reparieren, dass man beobachten kann, wie kleine Wunden innerhalb von Minuten verheilen. Gr\u00f6\u00dfere Wunden schlie\u00dfen sich in weniger als einer Stunde. Im Gegensatz zum Menschen bildet sich keinerlei Narbengewebe. \u201eDie Heilung bei der Qualle \u00e4hnelt eher der embryonalen Heilung, die narbenfrei verl\u00e4uft\u201c, wird Jocelyn Malamy in einer Mitteilung zitiert. Malamy beobachtete vor zehn Jahren die Clytia zum ersten Mal in ihrem meeresbiologischen Labor.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu S\u00e4ugetieren verf\u00fcgt die Qualle \u00fcber kein Immunsystem, das Entz\u00fcndungen im Gewebe drumherum ausl\u00f6st \u2013 was beim Menschen hingegen vollkommen normal ist. Zieht sich ein Mensch eine Wunde an der Haut zu, entsteht in den ersten Tagen der Wundheilung eine leichte Entz\u00fcndung an der betroffenen Stelle, um sch\u00e4dliche Bakterien hinauszuschwemmen. Dieser Vorgang z\u00e4hlt zu den nat\u00fcrlichen und f\u00fcr die Wundheilung hilfreichen Mechanismen.<\/p>\n<p>Trotzdem erkennen die Forscher \u00c4hnlichkeiten zur menschlichen Wundheilung. \u201eViele der Prozesse, die wir bei der Wundheilung von Clytia beobachten, \u00e4hneln sehr dem, was man in allen anderen Systemen, einschlie\u00dflich S\u00e4ugetiersystemen, sieht\u201c, erkl\u00e4rt Malamy. \u201eWenn man diese Epithelzellen betrachtet, w\u00fcrde man nicht vermuten, dass es sich um eine Qualle handelt. Es k\u00f6nnte jede Art von Plattenepithelzellschicht sein, auch von anderen Tieren.\u201c<\/p>\n<p>Epithelzellen bedecken alle K\u00f6rperoberfl\u00e4chen. Sie bilden die Haut und kleiden die Innenseiten von Organen, etwa des Darms, aus. Besonders die Zellen der Haut sind t\u00e4glich verschiedensten Verletzungsgefahren ausgesetzt. <\/p>\n<p>Doch wie heilen Quallen innerhalb von Minuten narbenfrei ihre Wunden? Zuerst bilden sich Lamellipodien. Malamy beschreibt sie als \u201efu\u00dfartige F\u00fchler\u201c. Diese F\u00fchler wachsen aus den Zellen am Wundrand heraus. Dann bewegen sie sich fluid um die Wunde herum. Sie kriechen vor allem \u00fcber die Basalmembran, \u201eeine Proteinschicht, die sich unter den Epithelzellen befindet\u201c, erkl\u00e4rt sie. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend die F\u00fchler die verletzte Stelle entlangkriechen, produzieren sie neue Zellen, die sie dar\u00fcber st\u00fclpen, um sie zu verschlie\u00dfen. In ihrer neuen Studie zeigt Malamy, dass sich diese Lamellipodien sogar in winzigen Wunden, die nur eine einzige Zelle betreffen, bilden. <\/p>\n<p>Ist die Wunde zu gro\u00df, um lediglich die neuen Zellen \u00fcber den Riss zu dehnen, beginnt ein weiterer Mechanismus: Das gesamte Epithelgewebe \u201ehebt sich an und beginnt zu wandern\u201c. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck n\u00e4hern sich die Wundr\u00e4nder aneinander an. Nun k\u00f6nnen sich die neuen Zellen so weit dehnen, dass sie den Riss schlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sie wirkt unscheinbar, weist aber eine bemerkenswerte F\u00e4higkeit auf: Eine Mittelmeer-Qualle kann Verletzungen binnen Minuten selbst heilen \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":250551,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,43242,44,4463,69338,69339,210,69337,69336],"class_list":["post-250550","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-health","tag-meerestiere","tag-oesterreich","tag-parkraum-inbox","tag-quallen-ks","tag-schuerfwunden","tag-texttospeech","tag-wundbehandlungen-ks","tag-wunden"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116849246362909404","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250550","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=250550"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250550\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/250551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=250550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=250550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=250550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}