{"id":250762,"date":"2026-07-02T09:39:08","date_gmt":"2026-07-02T09:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/250762\/"},"modified":"2026-07-02T09:39:08","modified_gmt":"2026-07-02T09:39:08","slug":"gesundheitsreform-aerztinnen-und-aerztekammer-fuer-niederoesterreich-begruesst-reformwillen-vermisst-aber-wesentliche-weichenstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/250762\/","title":{"rendered":"Gesundheitsreform: \u00c4rztinnen- und \u00c4rztekammer f\u00fcr Nieder\u00f6sterreich begr\u00fc\u00dft Reformwillen, vermisst aber wesentliche Weichenstellungen"},"content":{"rendered":"<p class=\"00StandardBold\">Die \u00c4rztinnen- und \u00c4rztekammer f\u00fcr Nieder\u00f6sterreich begr\u00fc\u00dft den politischen Willen von Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden, das \u00f6sterreichische Gesundheitssystem zukunftsfit zu machen. Ob die angek\u00fcndigten Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich zu einer nachhaltigen Verbesserung der Versorgung f\u00fchren, wird von ihrer konkreten Umsetzung abh\u00e4ngen.<br \/>\u201eEine Gesundheitsreform ist dringend notwendig. Entscheidend ist aber, dass nicht nur neue Strukturen geschaffen, sondern bestehende Probleme auch tats\u00e4chlich gel\u00f6st werden. Daf\u00fcr braucht es die Expertise jener, die das Gesundheitssystem t\u00e4glich tragen, n\u00e4mlich der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte\u201c, betont \u00c4KN\u00d6-Pr\u00e4sident Dr. Harald Schl\u00f6gel.<\/p>\n<p>Patientenlenkung bleibt zentrale Reforml\u00fccke<br \/>Kritisch sieht er vor allem, dass eine verbindliche Patientenlenkung im Reformpapier fehlt. Ziel muss es sein, Patientinnen und Patienten rasch und zielgerichtet an jene Versorgungsebene zu f\u00fchren, auf der sie medizinisch am besten versorgt werden k\u00f6nnen, sei es die haus\u00e4rztliche Versorgung, die fach\u00e4rztliche Behandlung oder das Krankenhaus. Eine solche Steuerung dient nicht nur einer effizienteren Nutzung der vorhandenen Ressourcen, sondern vor allem einer h\u00f6heren Versorgungsqualit\u00e4t und k\u00fcrzeren Wartezeiten. Eine blo\u00dfe Digitalisierung oder organisatorische Umstrukturierung kann diese medizinische Steuerung nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Kosten und regionale Unterschiede st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen<br \/>Skeptisch sieht Pr\u00e4sident Schl\u00f6gel auch die angek\u00fcndigte strukturelle Neuausrichtung der Versorgungslandschaft. \u201eEinzelordinationen, (f\u00e4cher\u00fcbergreifende) Gruppenpraxen, Prim\u00e4rversorgungseinheiten und Prim\u00e4rversorgungsnetzwerke m\u00fcssen auch k\u00fcnftig gleichwertige Bestandteile einer regional angepassten Versorgungslandschaft bleiben. Ziel darf nicht sein, bew\u00e4hrte Versorgungsformen durch ein einheitliches Organisationsmodell zu ersetzen, sondern die jeweils beste Struktur f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Patientinnen und Patienten vor Ort zu erm\u00f6glichen\u201c, betont Schl\u00f6gel. Gleichzeitig bleibe offen, nach welchen Kriterien die angek\u00fcndigten neuen Finanzierungsstrukturen k\u00fcnftig Mittel zwischen den einzelnen Versorgungsbereichen verteilen und wie die daf\u00fcr erforderlichen zus\u00e4tzlichen Investitionen langfristig abgesichert werden sollen. Ebenso m\u00fcsse ber\u00fccksichtigt werden, dass die Voraussetzungen f\u00fcr die Gesundheitsversorgung in einer Millionenstadt wie Wien grundlegend andere seien als in einem Fl\u00e4chenbundesland wie Nieder\u00f6sterreich. \u201eEine nachhaltige Gesundheitsreform muss den regionalen Gegebenheiten Rechnung tragen und ausreichend Spielraum f\u00fcr unterschiedliche Versorgungsmodelle lassen. Was in Ballungsr\u00e4umen sinnvoll ist, kann nicht ohne Weiteres auf l\u00e4ndliche Regionen \u00fcbertragen werden.\u201c<\/p>\n<p>Flexible Kassenvertr\u00e4ge als richtiger Schritt<br \/>Positiv bewertet der Pr\u00e4sident der \u00c4KN\u00d6 die angek\u00fcndigte Flexibilisierung der Kassenvertr\u00e4ge. \u201eModerne Vertragsmodelle, Job-Sharing, Teilzeit- und Karenzmodelle sowie neue Kooperationsformen sind seit Jahren zentrale Forderungen der \u00c4rzteschaft. Sie werden dazu beitragen, mehr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr die Kassenmedizin zu gewinnen. Genauso wichtig ist aber, dass Einzelordinationen, Gruppenpraxen, Prim\u00e4rversorgungseinheiten und Prim\u00e4rversorgungsnetzwerke gleichwertig nebeneinander bestehen k\u00f6nnen,\u201c h\u00e4lt Schl\u00f6gel fest. <\/p>\n<p>Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Digitalisierung sind Zukunftsaufgaben<br \/>Aus Sicht der \u00c4rztinnen- und \u00c4rztekammer f\u00fcr N\u00d6 wurden dar\u00fcber hinaus mehrere zentrale Zukunftsthemen nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt. Dazu z\u00e4hlen insbesondere moderne und attraktive Arbeitsbedingungen f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte mit einer sp\u00fcrbaren Entb\u00fcrokratisierung, eine Ausbildungsoffensive mit ausreichenden Ausbildungsstellen und Zeitressourcen f\u00fcr die Ausbildung sowie eine umfassende Digitalisierungsoffensive. \u201eDigitalisierung muss den Arbeitsalltag erleichtern und die Versorgung verbessern. Daf\u00fcr braucht es Investitionen in eine moderne Gesundheitstelematik, eine \u00f6sterreichweite e-Health-Strategie und den gezielten Ausbau telemedizinischer Anwendungen,\u201c ist Pr\u00e4sident Schl\u00f6gel \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>\u00c4rzteschaft will Reformprozess aktiv mitgestalten<br \/>\u201eDie \u00c4rzteschaft hat in den vergangenen Monaten zahlreiche konkrete Reformvorschl\u00e4ge vorgelegt. Viele davon finden sich im nun pr\u00e4sentierten Papier leider nur ansatzweise oder auch gar nicht wieder. Gerade Nieder\u00f6sterreich zeigt jedoch, dass dort, wo Politik, Sozialversicherung, Krankenhaustr\u00e4ger und \u00c4rzteschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten, tragf\u00e4hige und praxisnahe L\u00f6sungen entstehen. Die Erfahrungen aus unserem Bundesland belegen, dass Reformen dann am erfolgreichsten sind, wenn jene eingebunden werden, die das Gesundheitssystem t\u00e4glich mitgestalten. Wir werden uns daher weiterhin aktiv und konstruktiv in den Reformprozess einbringen und bieten unsere Erfahrung als Kooperationspartner an. Unser gemeinsames Ziel muss eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und auch langfristig finanzierbare Gesundheitsversorgung sein\u201c, betont Schl\u00f6gel abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die \u00c4rztinnen- und \u00c4rztekammer f\u00fcr Nieder\u00f6sterreich begr\u00fc\u00dft den politischen Willen von Bund, L\u00e4ndern und Gemeinden, das \u00f6sterreichische Gesundheitssystem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":187680,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[6],"tags":[26393,26395,6163,46,42,124,56897,19257,38632,938,69387,6539,44,26394,69386,37039,43,45],"class_list":["post-250762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-oesterreich","tag-apa","tag-apa-ots","tag-aerzte","tag-at","tag-austria","tag-gesundheit","tag-gesundheitseinrichtung","tag-gesundheitspolitik","tag-gesundheitsreform","tag-gesundheitssystem","tag-kassenvertraege","tag-krankenhaeuser","tag-oesterreich","tag-ots","tag-patientenlenkung","tag-primaerversorgung","tag-republic-of-austria","tag-republik-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=250762"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/250762\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/187680"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=250762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=250762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=250762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}