{"id":25174,"date":"2026-03-04T13:10:06","date_gmt":"2026-03-04T13:10:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/25174\/"},"modified":"2026-03-04T13:10:06","modified_gmt":"2026-03-04T13:10:06","slug":"wissenschaftlerin-des-jahres-francesca-ferlaino-talent-kennt-kein-geschlecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/25174\/","title":{"rendered":"Wissenschaftlerin des Jahres Francesca Ferlaino: \u201eTalent kennt kein Geschlecht\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Hochmagnetische Atome, ultrakalte Gase und suprasolide Quantenzust\u00e4nde \u2013 was f\u00fcr viele abstrakt klingt, ist f\u00fcr Francesca Ferlaino t\u00e4gliche Forschungsarbeit. Die geb\u00fcrtige Italienerin ist \u00d6sterreichs \u201eWissenschaftlerin des Jahres\u201c 2026 und forscht an der Universit\u00e4t Innsbruck sowie am Institut f\u00fcr Quantenoptik und Quanteninformation in Innsbruck. Wissenschaftslandesr\u00e4tin Cornelia Hagele traf die renommierte Quantenphysikerin zu einem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch in ihrem Labor.<\/p>\n<p>LRin Cornelia Hagele traf sich mit \u00d6sterreichs \u201eWissenschaftlerin des Jahres\u201c, Francesca Ferlaino, zu einem ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4ch. (Bild: \u00a9 Land Tirol\/Neuner)<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt standen Ferlainos Werdegang, Role-Models in der Physik und die Bedeutung fr\u00fcher MINT-F\u00f6rderung in Schulen und Kinderg\u00e4rten. MINT steht f\u00fcr Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.<\/p>\n<p>                Innsbruck als internationaler Quanten-Hotspot                                    <\/p>\n<p>\u201eIch freue mich, dass ich Francesca Ferlaino im Vorfeld des Internationalen Frauentag am 8. M\u00e4rz treffen konnte. Sie hat viel erreicht und hat ihren Weg stets mit Konsequenz, Leidenschaft und Mut verfolgt. Damit nimmt sie nicht nur an solchen Aktionstagen, sondern 365 Tage im Jahr eine wichtige Vorbildfunktion f\u00fcr viele junge Frauen ein\u201c, betont LRin Hagele.<\/p>\n<p>Warum ausgerechnet Innsbruck? F\u00fcr Ferlaino boten sich in der Tiroler Landeshauptstadt ideale Bedingungen: \u201eInnsbruck ist weltweit bekannt f\u00fcr Quantenphysik. F\u00fcr mich war klar: Wenn ich neue Techniken lernen und auf h\u00f6chstem Niveau forschen will, dann hier.\u201c Mit Blick auf internationale Auszeichnungen und die starke Forschungslandschaft pflichtet Hagele bei: \u201eTirol ist Quantenland. Unsere Universit\u00e4t und das IQOQI z\u00e4hlen zur Weltspitze in der Physik. Dieses Arbeitsumfeld bietet Chancen \u2013 f\u00fcr Spitzenforschung und f\u00fcr junge Wissenschaftler.\u201c<\/p>\n<p>                Frauen in der Physik und fr\u00fche F\u00f6rderung                                    <\/p>\n<p>Als Frau in einem m\u00e4nnerdominierten Feld habe sie auf ein breites Netz an Mentoren zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, berichtet Ferlaino. Dennoch sei der Frauenanteil in der Quantenphysik weiterhin niedrig. \u201eWir d\u00fcrfen nicht akzeptieren, dass alte Rollenbilder \u00fcber den Lebensweg entscheiden. Gleichstellung beginnt im Klassenzimmer. Deshalb m\u00fcssen wir M\u00e4dchen und Burschen gemeinsam f\u00fcr Naturwissenschaften begeistern. Talent kennt kein Geschlecht \u2013 Punkt\u201c, so Hagele.<\/p>\n<p>Seit 2025 ist Tirol das erste fl\u00e4chendeckende MINT-Bundesland \u00d6sterreichs. In allen Bezirken gibt es eigene MINT-Labore und sogenannte Sp\u00fcrnasenecken. Rund 1,3 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr investiert. Role-Models wie Ferlaino seien entscheidend: \u201eWenn junge Frauen sehen, was m\u00f6glich ist, trauen sie sich selbst mehr zu.\u201c<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch schildert Ferlaino auch ihren ungew\u00f6hnlichen Zugang zur Physik. Aufgewachsen in Neapel mit einer klassischen Ausbildung in Latein und Altgriechisch, sei ihr Weg in die Naturwissenschaft eher zuf\u00e4llig gewesen: \u201eF\u00fcr mich war die Physik ein Zufall.\u201c Doch dann habe es \u201eklick\u201c gemacht. Heute forscht sie an stark magnetischen Atomen und suprasoliden Zust\u00e4nden \u2013 einem paradoxen Materiezustand, der zugleich fl\u00fcssig und fest ist. \u201ePhysik ist universell. Was ich in meinem Labor herausfinde, kann in ganz anderen Bereichen nutzbar gemacht werden \u2013 zum Beispiel in der Astronomie.\u201c<\/p>\n<p>Auch heuer unterst\u00fctzt das Land Tirol die Lange Nacht der Forschung am 24. April. Zudem l\u00e4uft aktuell die Ausschreibung der Nachwuchsforscherf\u00f6rderung des Landes. 55 Forschungsprojekte wurden heuer bereits unterst\u00fctzt, 32 davon von Frauen. \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass noch viele junge Frauen sagen: Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen. Ich geh\u00f6re in die Wissenschaft und Forschung\u201c, so Hagele.<\/p>\n<p>Francesca Ferlaino forscht seit 2006 in Innsbruck und ist seit 2014 Professorin f\u00fcr Experimentalphysik an der Universit\u00e4t Innsbruck sowie wissenschaftliche Direktorin am IQOQI der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften. Internationales Aufsehen erlangte sie unter anderem durch drei ERC-Grants (2009, 2016, 2022) und ihre Pionierleistungen auf dem Gebiet langlebiger suprasolider Zust\u00e4nde im Labor. Dar\u00fcber hinaus engagiert sie sich intensiv f\u00fcr Wissenschaftsvermittlung und Chancengleichheit.<\/p>\n<p>(Das gesamte Gespr\u00e4ch ist ab sofort auf dem YouTube-Kanal des Landes Tirol zu sehen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hochmagnetische Atome, ultrakalte Gase und suprasolide Quantenzust\u00e4nde \u2013 was f\u00fcr viele abstrakt klingt, ist f\u00fcr Francesca Ferlaino t\u00e4gliche&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25175,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[46,42,268,274,270,193,272,275,40,265,44,266,269,271,109,264,263,267,273,66],"class_list":{"0":"post-25174","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-innsbruck","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-chronik","11":"tag-diskussion","12":"tag-gesellschaft","13":"tag-innsbruck","14":"tag-mediengeschehen","15":"tag-meinung","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nordtirol","18":"tag-oesterreich","19":"tag-osttirol","20":"tag-politik","21":"tag-presseklick","22":"tag-sport","23":"tag-suedtirol","24":"tag-unsertirol24","25":"tag-ut24","26":"tag-ut24-blog","27":"tag-welt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116171075053691423","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25174\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}