{"id":252480,"date":"2026-07-03T05:33:09","date_gmt":"2026-07-03T05:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/252480\/"},"modified":"2026-07-03T05:33:09","modified_gmt":"2026-07-03T05:33:09","slug":"studie-datenschutzregeln-bremsen-llm-start-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/252480\/","title":{"rendered":"Studie: Datenschutzregeln bremsen LLM-Start in Europa"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbspEgle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews\n<\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            03\/07\/2026 &#8211; 7:00 MESZ\n            <\/p>\n<p>Weltweit t\u00e4tige Tech-Konzerne f\u00fchren immer h\u00e4ufiger den Rechtsrahmen der Europ\u00e4ischen Union als Hauptgrund an, warum neue Dienste und Werkzeuge versp\u00e4tet oder gar nicht auf den europ\u00e4ischen Markt kommen. Je nach Angebot verweisen sie vor allem auf das Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte (DMA), das KI-Gesetz (AI Act) und die strengen Datenschutzvorgaben der EU. Dadurch k\u00f6nnen Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa viele Dienstleistungen und Tools sp\u00e4ter testen und nutzen als Menschen in den USA.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Forschungsorganisation Governance.AI hat daf\u00fcr 375 gro\u00dfe Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) ausgewertet, die in den vergangenen acht Jahren \u2013 zwischen Juni 2018 und Mai 2026 \u2013 ver\u00f6ffentlicht wurden. Der Bericht vergleicht, wie stark sich Markteinf\u00fchrungen in den Vereinigten Staaten, der Europ\u00e4ischen Union und dem Vereinigten K\u00f6nigreich verz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Demnach kamen im Vergleich zu den USA mindestens elf Prozent der Modellver\u00f6ffentlichungen von Unternehmen wie Meta, Google, OpenAI und Anthropic in der EU versp\u00e4tet auf den Markt oder gar nicht. Im Vereinigten K\u00f6nigreich waren es sieben Prozent.<\/p>\n<p>In der Datenauswertung finden sich 68 konkrete Beispiele f\u00fcr Verz\u00f6gerungen oder Nicht-Ver\u00f6ffentlichungen, in 56 F\u00e4llen sind vor allem regulatorische Faktoren ausschlaggebend.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Die Web-App des Modells Claude 3 Opus startete in der EU mit einer Verz\u00f6gerung von 71 Tagen. Meta verzeichnet die h\u00f6chste Gesamtquote an versp\u00e4teten oder ausgebliebenen Ver\u00f6ffentlichungen: Mehr als ein Viertel, konkret 26 Prozent, seiner Modelle kamen in der EU verz\u00f6gert auf den Markt oder gar nicht. Im Vereinigten K\u00f6nigreich lag dieser Anteil bei 15 Prozent.<\/p>\n<p>Datenschutz als Bremse: starres Regelwerk, wenig Klarheit<\/p>\n<p>Der Bericht nennt den Datenschutz als wichtigste regulatorische H\u00fcrde. Besonders stark betroffen sind nicht-textbasierte Anwendungen wie Bilder, Audio oder Echtzeit-Video, die mehr Einschr\u00e4nkungen erleben als reine Textangebote.<\/p>\n<p>Das Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte (DMA) gilt erst seit 2023. Das KI-Gesetz der EU wurde 2024 verabschiedet. Welche negativen Folgen beide Regelwerke f\u00fcr die Einf\u00fchrung neuer KI-Tools haben, wird sich erst in den kommenden Jahren vollst\u00e4ndig zeigen.<\/p>\n<p>Zwar teilen das Vereinigte K\u00f6nigreich und die EU \u00e4hnliche Datenschutzgesetze wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die vor dem Brexit beschlossen wurde. Dennoch scheinen die H\u00fcrden in der EU h\u00f6her zu sein als im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren f\u00fchren das vor allem auf eine vergleichsweise \u201eaggressive Durchsetzung\u201c der Regeln in der EU zur\u00fcck und auf die langsame Kl\u00e4rung der Frage, wie Datenschutzvorgaben konkret f\u00fcr das Training und den Einsatz gro\u00dfer Sprachmodelle gelten.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel w\u00e4chst das Bewusstsein daf\u00fcr, dass der rigide Datenschutz die KI-Entwicklung in Europa ausbremst. Derzeit ber\u00e4t das Europ\u00e4ische Parlament \u00fcber das sogenannte Digital Omnibus, das die Datenregeln f\u00fcr die Entwicklung von KI praktikabler gestalten soll.<\/p>\n<p>Parallel dazu \u00fcberpr\u00fcft die EU jedoch die Richtlinie zum Urheberrecht und die urheberrechtlichen Vorgaben im KI-Gesetz, um die Rechte von Autorinnen und Autoren besser zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Werden diese Bestimmungen sehr strikt ausgelegt, k\u00f6nnte der Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Modellen k\u00fcnftig noch schwieriger werden.<\/p>\n<p>Einer der Autorinnen und Autoren, der britische KI-Politikforscher John Lidiard von GovAI, betonte:<\/p>\n<p>\u201eEs ist wichtig, dass die Entscheidungstr\u00e4gerinnen und Entscheidungstr\u00e4ger in der EU und im Vereinigten K\u00f6nigreich das Risiko im Blick behalten, dass regulatorische H\u00fcrden den Zugang ihrer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sowie Unternehmen zu den neuesten KI-Modellen verz\u00f6gern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnser Bericht zeigt, dass europ\u00e4ische Regelungen, allen voran die DSGVO, dazu gef\u00fchrt haben, dass f\u00fchrende KI-Unternehmen Modellver\u00f6ffentlichungen in manchen F\u00e4llen verschoben oder bestimmte Modelle gar nicht in der EU und im Vereinigten K\u00f6nigreich verf\u00fcgbar gemacht haben. Bei der Ausgestaltung und Umsetzung von KI-Regulierung sollten politische Entscheidungstragende solche Verz\u00f6gerungen beim Modellzugang als wichtigen Faktor ber\u00fccksichtigen.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Beitrag ist urspr\u00fcnglich auf <a href=\"https:\/\/eutechloop.com\/study-data-protection\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">EU Tech Loop (Quelle auf Englisch)<\/a> erschienen und wird auf Euronews im Rahmen einer Vereinbarung ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspEgle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 03\/07\/2026 &#8211; 7:00 MESZ Weltweit t\u00e4tige Tech-Konzerne f\u00fchren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":252481,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[7546,76,75,74,508,254],"class_list":["post-252480","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-big-tech","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-technologie"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116854417784641647","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=252480"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/252480\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/252481"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=252480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=252480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=252480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}