{"id":253056,"date":"2026-07-03T11:17:10","date_gmt":"2026-07-03T11:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/253056\/"},"modified":"2026-07-03T11:17:10","modified_gmt":"2026-07-03T11:17:10","slug":"studie-datenschutz-bremst-einfuehrung-grosser-ki-modelle-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/253056\/","title":{"rendered":"Studie: Datenschutz bremst Einf\u00fchrung gro\u00dfer KI-Modelle in Europa"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbspEgle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews\n<\/p>\n<p>\n                    Zuerst ver\u00f6ffentlicht am                 03\/07\/2026 &#8211; 7:00 MESZ\u2022Zuletzt aktualisiert<br \/>\n                                     12:35\n                                        <\/p>\n<p>Weltweit t\u00e4tige Tech-Konzerne nennen den Regulierungsrahmen der Europ\u00e4ischen Union immer h\u00e4ufiger als Hauptgrund daf\u00fcr, dass sie ihre neuesten Dienste und Werkzeuge in der EU nur versp\u00e4tet oder gar nicht einf\u00fchren.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Je nach Angebot verweisen sie auf das Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte (Digital Markets Act, DMA), das KI-Gesetz (AI Act) und die Datenschutzregeln. F\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa bedeutet das oft, dass sie neue Dienste sp\u00e4ter testen und nutzen k\u00f6nnen als Menschen in den USA.<\/p>\n<p>Das Center for the Governance of AI hat einen Bericht zu 375 gro\u00dfen Sprachmodellen (Large Language Models, LLMs) vorgelegt, die in den vergangenen acht Jahren \u2013 von Juni 2018 bis Mai 2026 \u2013 ver\u00f6ffentlicht wurden. Der Bericht vergleicht die Verz\u00f6gerungen bei der Markteinf\u00fchrung in den USA, der Europ\u00e4ischen Union und dem Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Demnach kamen im Vergleich zu den USA mindestens 11 Prozent der Ver\u00f6ffentlichungen von Unternehmen wie Meta, Google, OpenAI und Anthropic in der EU versp\u00e4tet oder gar nicht auf den Markt, im Vereinigten K\u00f6nigreich waren es 7 Prozent.<\/p>\n<p>Von 68 dokumentierten F\u00e4llen von Verz\u00f6gerungen oder Nichtver\u00f6ffentlichungen waren in 56 F\u00e4llen in erster Linie regulatorische Gr\u00fcnde ausschlaggebend.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Die Webanwendung Claude 3 Opus wurde in der EU erst nach einer Verz\u00f6gerung von 71 Tagen freigeschaltet. Meta wies insgesamt die h\u00f6chste Quote an Verz\u00f6gerungen und Nichtver\u00f6ffentlichungen auf: Mehr als ein Viertel, n\u00e4mlich 26 Prozent, seiner Ver\u00f6ffentlichungen kam in der EU versp\u00e4tet oder \u00fcberhaupt nicht auf den Markt, im Vereinigten K\u00f6nigreich waren es 15 Prozent.<\/p>\n<p>Datenschutz als Bremse: starres Regelwerk und fehlende Klarheit<\/p>\n<p>Der Bericht sieht die Datenschutzvorschriften als wichtigstes regulatorisches Hindernis. Angebote jenseits von Text \u2013 etwa Bilder, Audio oder Echtzeit-Video \u2013 sto\u00dfen demnach auf gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrden als reine Textdienste.<\/p>\n<p>Das Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte gilt erst seit 2023, der AI Act wurde 2024 verabschiedet. Welche negativen Folgen beide Gesetze f\u00fcr die Einf\u00fchrung neuer KI-Dienste noch haben k\u00f6nnten, wird sich daher erst in den kommenden Jahren zeigen.<\/p>\n<p>Obwohl das Vereinigte K\u00f6nigreich und die EU mit der Datenschutz-Grundverordnung \u00e4hnliche Datenschutzregeln haben, die noch vor dem Brexit beschlossen wurden, fallen die H\u00fcrden in der EU offenbar h\u00f6her aus als im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Die Autorinnen und Autoren f\u00fchren das auf eine \u201eaggressivere Durchsetzung\u201c in der EU zur\u00fcck und darauf, dass nur langsam gekl\u00e4rt wird, wie die Datenschutzregeln konkret f\u00fcr das Training und den Einsatz gro\u00dfer Sprachmodelle gelten.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel ist das Problem offenbar erkannt. Mit dem sogenannten Digital Omnibus ber\u00e4t das Europ\u00e4ische Parlament derzeit ein Gesetzespaket, das die Datenregeln f\u00fcr die Entwicklung von KI praxistauglicher machen soll.<\/p>\n<p>Parallel dazu \u00fcberpr\u00fcft die EU aber auch die Urheberrechtsrichtlinie und die urheberrechtlichen Bestimmungen des AI Act, um die Rechte von Autorinnen und Autoren zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Werden diese Vorgaben sehr strikt ausgelegt, k\u00f6nnte das den Zugang zu den fortschrittlichsten KI-Modellen k\u00fcnftig weiter erschweren.<\/p>\n<p>Einer der Autoren, der britische KI-Politikforscher John Lidiard vom Thinktank GovAI, sagte:<\/p>\n<p>\u201eEs ist wichtig, dass politische Entscheidungstr\u00e4gerinnen und Entscheidungstr\u00e4ger in der EU und im Vereinigten K\u00f6nigreich das Risiko im Blick haben, dass regulatorische H\u00fcrden ihren B\u00fcrgerinnen, B\u00fcrgern und Unternehmen den Zugang zu den neuesten KI-Modellen verz\u00f6gern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnser Bericht zeigt, dass europ\u00e4ische Regulierung, vor allem die Datenschutz-Grundverordnung, dazu gef\u00fchrt hat, dass f\u00fchrende KI-Unternehmen Modelle f\u00fcr die EU und das Vereinigte K\u00f6nigreich teils sp\u00e4ter, in manchen F\u00e4llen gar nicht ver\u00f6ffentlicht haben. Verz\u00f6gerungen beim Zugang zu Modellen sollten bei der Ausgestaltung und Umsetzung von KI-Regeln mitbedacht werden.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Beitrag erschien zuerst bei <a href=\"https:\/\/eutechloop.com\/study-data-protection\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">EU Tech Loop (Quelle auf Englisch)<\/a> und wird im Rahmen einer Content-Partnerschaft auf Euronews ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspEgle Markeviciute, EU Tech Loop with Euronews Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 03\/07\/2026 &#8211; 7:00 MESZ\u2022Zuletzt aktualisiert 12:35 Weltweit t\u00e4tige&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":253057,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[7546,76,75,74,508,254],"class_list":["post-253056","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-big-tech","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-technologie"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116855770482679965","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/253056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=253056"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/253056\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/253057"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=253056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=253056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=253056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}