{"id":255428,"date":"2026-07-04T15:36:17","date_gmt":"2026-07-04T15:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/255428\/"},"modified":"2026-07-04T15:36:17","modified_gmt":"2026-07-04T15:36:17","slug":"geplante-reform-zu-krankschreibung-auch-in-koalition-umstritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/255428\/","title":{"rendered":"Geplante Reform zu Krankschreibung auch in Koalition umstritten"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/krankschreibung-142.jpg\" alt=\"Kugelschreiber liegen auf Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigungen\" title=\"Kugelschreiber liegen auf Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigungen | dpa-tmn\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 04.07.2026 \u2022 15:30 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Gegen die Reformpl\u00e4ne zur Krankschreibung gibt es viel Protest. Zun\u00e4chst vor allem von Gewerkschaften und \u00c4rzten &#8211; aber nun regt sich auch Kritik aus Kreisen der schwarz-roten Koalition.\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Pl\u00e4ne der schwarz-roten Koalition zur Reform der Krankschreibung bleiben hoch umstritten. Nun \u00e4u\u00dfern sich auch Politiker aus Union und SPD kritisch. So r\u00e4t etwa der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerfl\u00fcgels (CDA), Dennis Radtke, dazu, diese Pl\u00e4ne noch einmal zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dem Magazin <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/schwarz-rot-und-die-attest-regelung-das-krankenschein-fiasko-a-3824010d-cb17-40b0-9df1-de86242d4665\" title=\"Kritik an Pl\u00e4nen zur Krankschreibung\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Spiegel<\/a> sagte er, der politische Streitwert scheine in keinem gesunden Verh\u00e4ltnis zu den vermeintlichen Verbesserungen zu stehen. Das &#8222;gute Gesamtpaket&#8220; der Koalition werde nun unter den Debatten \u00fcber die Krankschreibung ab dem ersten Arbeitstag begraben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach von der CSU \u00e4u\u00dferte sich skeptisch zu den Pl\u00e4nen: &#8222;Die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, bringt nur zus\u00e4tzliche B\u00fcrokratie\u201c, sagte sie dem Radiosender <a href=\"https:\/\/www.antenne.de\/nachrichten\/bayern\/gerlach-kritisiert-aus-fuer-telefonische-krankschreibung\" title=\"Kritik an Pl\u00e4nen zur Krankschreibung\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Antenne Bayern<\/a>. Nur rund ein Prozent der Krankschreibungen erfolge telefonisch. &#8222;Das hei\u00dft, der Gewinn ist relativ \u00fcberschaubar.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerlach kritisierte auch die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag. Es brauche ein Konzept &#8222;mit Ma\u00df und Ziel&#8220;, das die Praxen nicht \u00fcberfordere. &#8222;Zuk\u00fcnftig kommt ohnehin mehr auf die Haus\u00e4rzte zu, dort werden mehr Leute einen Termin ben\u00f6tigen. Jetzt ein System noch aufzub\u00fcrden, das noch mehr Wandel in die Praxen bringt und noch mehr Patientinnen und Patienten, halte ich f\u00fcr falsch.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze von der SPD, sieht die Pl\u00e4ne der Koalition kritisch. &#8222;Das Aufsuchen einer Arztpraxis ist bei vielen Krankheitsbildern eine unn\u00f6tige Belastung f\u00fcr alle und erh\u00f6ht die Ansteckungsgefahr&#8220;, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.<\/p>\n<p>Sind die Deutschen h\u00e4ufiger krank als fr\u00fcher oder nur h\u00e4ufiger krank gemeldet?<\/p>\n<p>            Von Kirsten Girschick, ARD-Hauptstadtstudio<br \/>Beides. Laut Daten der Betriebskrankenkassen (BKK) stiegen die gemeldeten Arbeitsunf\u00e4higkeitstage (AU-Tage) pro versichertem Besch\u00e4ftigten von 18 Tagen im Jahr 2016 auf 22 Tage. Ein Teil dieses Anstiegs, Experten sch\u00e4tzen circa 40 bis 60 Prozent, l\u00e4sst sich darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass die eAU, also die elektronische Arbeitsunf\u00e4higkeitsmeldung seit 2022 Pflicht ist. Damit werden alle Krankmeldungen automatisch von den Arztpraxen an die Krankenkassen geschickt, fr\u00fcher haben die Versicherten das h\u00e4ufig vergessen. <\/p>\n<p>Der restliche Anstieg l\u00e4sst sich durch eine tats\u00e4chlich h\u00f6here Krankheitslast erkl\u00e4ren. Krankmeldungen etwa wegen Atemwegserkrankungen stiegen nach 2021 sprunghaft an und verharren seitdem auf hohem Niveau. 2016 waren es noch 2,7 Krankentage pro besch\u00e4ftigtem Versicherten, 2024 bereits 4,4 Tage. Ein Grund daf\u00fcr ist Covid-19, eine Krankheit, die es vor 2020 noch nicht gab. <\/p>\n<p>Von den Krankenkassen nicht erfasst werden \u00fcbrigens alle Krankmeldungen, die nur aus einem Anruf beim Arbeitgeber bestehen. Allerdings: Manche Arbeitgeber verlangen bereits ab dem ersten Krankheitstag eine AU-Bescheinigung. Bei einer Umfrage des IGES-Instituts f\u00fcr die DAK gaben 63 Prozent der Arbeitnehmer im Jahr 2024 an, dass sie sich immer mit einer \u00e4rztlichen Bescheinigung krankmelden. 2015 waren es nur 53 Prozent. <\/p>\n<p>Und: Ob ein Arbeitnehmer tats\u00e4chlich krank ist, oder nur so tut, flie\u00dft in keine offizielle Statistik ein. Bei der oben erw\u00e4hnten Umfrage gaben 92,2 Prozent der Besch\u00e4ftigten an, dass sie nie &#8222;blaumachen&#8220;, 7 Prozent tun es eher selten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit den geplanten Regeln sei zu bef\u00fcrchten, dass sich &#8222;k\u00fcnftig noch mehr Arbeitnehmende krank zur Arbeit schleppen, nicht genesen und letztendlich aufgrund langwieriger Verl\u00e4ufe mehr Krankheitstage aufweisen&#8220;, sagte Schwartze. Er forderte die Politik auf, digitale und telemedizinische Angebote weiter auszubauen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00c4hnliche Bedenken \u00e4u\u00dferte der \u00d6konom Daniel Graeber vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW). Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag k\u00f6nne zu mehr Praxisbesuchen f\u00fchren und Ansteckungsrisiken in Wartezimmern erh\u00f6hen. &#8222;Sollte dies dazu f\u00fchren, dass Menschen trotz leichter Infekte an den Arbeitsplatz gehen, k\u00f6nnten Ansteckungen am Arbeitsplatz am Ende zu mehr Fehltagen f\u00fchren, als wenn diese Besch\u00e4ftigten einfach zu Hause geblieben w\u00e4ren&#8220;, warnt Graeber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 04.07.2026 \u2022 15:30 Uhr Gegen die Reformpl\u00e4ne zur Krankschreibung gibt es viel Protest. 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