{"id":256065,"date":"2026-07-05T03:20:11","date_gmt":"2026-07-05T03:20:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/256065\/"},"modified":"2026-07-05T03:20:11","modified_gmt":"2026-07-05T03:20:11","slug":"ende-der-sonne-forscher-berechnen-ueberraschende-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/256065\/","title":{"rendered":"Ende der Sonne: Forscher berechnen \u00fcberraschende Entwicklung"},"content":{"rendered":"\n<p id=\"h-\">Seit Jahrzehnten gilt das Schicksal der Erde als eines der gro\u00dfen Endzeit-Szenarien der Astronomie: Wenn die Sonne in ferner Zukunft ihren Brennstoff verbraucht, bl\u00e4ht sie sich zu einem Roten Riesen auf und ver\u00e4ndert das innere Sonnensystem radikal. Neue Berechnungen zeichnen nun aber ein weniger eindeutiges Bild. Unser Planet k\u00f6nnte die sp\u00e4ten Riesenphasen der Sonne m\u00f6glicherweise \u00fcberstehen \u2013 auch wenn sie dann l\u00e4ngst kein lebensfreundlicher Ort mehr w\u00e4re.<\/p>\n<p> Die Erde k\u00f6nnte der Sonne entkommen <\/p>\n<p>Ein Forschungsteam um Mats Esseldeurs von der KU Leuven hat die Entwicklung der Erde w\u00e4hrend der sp\u00e4teren Lebensphasen der Sonne neu modelliert. Die <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/articles\/aa\/pdf\/2026\/06\/aa60576-26.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Studie<\/a> wurde in Astronomy &amp; Astrophysics ver\u00f6ffentlicht und kommt zu dem \u00fcberraschenden Ergebnis, dass die Erde nach den aktualisierten Modellen sowohl die Phase des Roten Riesen als auch die sp\u00e4tere asymptotische Riesenast-Phase (AGB-Phase), also die letzte gro\u00dfe Entwicklungsphase unserer Sonne, \u00fcbersteht. Merkur und Venus h\u00e4tten dagegen keine Chance und w\u00fcrden von dem aufgebl\u00e4hten Stern verschluckt.<\/p>\n<p>Entscheidend ist ein kosmisches Tauziehen. Einerseits w\u00e4chst die Sonne so stark an, dass Gezeitenkr\u00e4fte die Erde nach innen ziehen k\u00f6nnen. Andererseits verliert die alternde Sonne gro\u00dfe Mengen an Masse durch Sternwinde. Dadurch wird ihre Gravitation schw\u00e4cher, wodurch die Umlaufbahn der Erde nach au\u00dfen wandern kann. Esseldeurs <a href=\"https:\/\/fys.kuleuven.be\/ster\/news\/2026\/will-earth-survive-the-suns-death-new-study-suggests-it-might\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">fasst<\/a> das in einer Mitteilung so zusammen: \u201eWenn die Gezeitenwechselwirkungen \u00fcberwiegen, wird die Erde verschlungen. Wenn der Massenverlust \u00fcberwiegt, entkommt die Erde in eine weiter entfernte Umlaufbahn.\u201c<\/p>\n<p class=\"has-normal-font-size\">Topaktuell<\/p>\n<p>  Alte Modelle sahen schlechter aus <\/p>\n<p>Fr\u00fchere Berechnungen kamen teils zu einem anderen Ergebnis, weil sie andere Annahmen \u00fcber die Gezeitenreibung im Inneren alternder Sterne nutzten. Nach diesen \u00e4lteren Modellen w\u00fcrde die Erde zwar die erste Riesenphase der Sonne \u00fcberleben, sp\u00e4ter aber w\u00e4hrend der AGB-Phase doch noch in die Sonne st\u00fcrzen. Die neue Arbeit nutzt aktualisierte ab-initio-Modelle (Berechnungs- und Simulationsverfahren, die auf fundamentalen physikalischen Grundgesetzen basieren) f\u00fcr die Gezeitenwechselwirkungen und kommt dadurch zu einer schw\u00e4cheren Einw\u00e4rtsbewegung der Erde.<\/p>\n<p>Ganz sicher ist die Rettung der Erde aber nicht. Die Forschenden betonen, dass die Zukunft unseres Planeten stark davon abh\u00e4ngt, wie schnell die Sonne in ihrer sp\u00e4ten Entwicklung Masse verliert. Bei niedrigen Massenverlustraten kann die Sonne die Erde dennoch erfassen. Bei h\u00f6heren Raten entfernt sich unser Planet schnell genug, um nicht verschluckt zu werden. Besonders unsicher ist dabei die Abgabe w\u00e4hrend der AGB-Phase.<\/p>\n<p> Ein Stern als Blick in die Zukunft <\/p>\n<p>Als Vergleichsobjekt nutzten die Forscher unter anderem L2 Puppis. Dieser alternde Stern gilt als m\u00f6glicher Blick in die Zukunft der Sonne, weil seine urspr\u00fcngliche Masse ihrer nahekommt. Messungen daran deuten darauf hin, dass eine sonnen\u00e4hnliche Masse in der AGB-Phase so stark verloren gehen k\u00f6nnte, dass die Erde eher nach au\u00dfen ausweicht, statt in den Stern zu fallen. Allerdings liefern verschiedene Messmethoden f\u00fcr L2 Puppis deutlich unterschiedliche Werte, was die Unsicherheit der Prognose zeigt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erde selbst w\u00e4re ein \u00dcberleben der Sonnenexpansion der Studie zufolge aber auch kein Happy End. Lange bevor die Riesenphase erreicht ist, wird die zunehmende Leuchtkraft der Sonne demnach die Bedingungen auf der Erde drastisch verschlechtern. Ozeane und Atmosph\u00e4re k\u00f6nnten schon viel fr\u00fcher verschwinden oder unbewohnbar werden. Die neue Untersuchung beantwortet daher nicht die Frage, ob Leben auf der Erde weiterbestehen kann, sondern ob der Planet als Himmelsk\u00f6rper physisch erhalten bleibt.<\/p>\n<p> Die Sonne endet als Wei\u00dfer Zwerg <\/p>\n<p>Am Ende dieser Entwicklung st\u00f6\u00dft die Sonne ihre \u00e4u\u00dferen Schichten ab und schrumpft zu einem Wei\u00dfen Zwerg. Sollte die Erde bis dahin nicht verschluckt worden sein, w\u00fcrde sie auf einer weiteren, stabileren Umlaufbahn um den stellaren \u00dcberrest kreisen. Mars d\u00fcrfte nach den Modellen ebenfalls \u00fcberleben, w\u00e4hrend Merkur und Venus bereits in der Roten-Riesen-Phase verloren gehen. Die NASA <a href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/exoplanets\/resources\/life-and-death\/chapter-6\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">beschreibt<\/a> das Schicksal der Erde in solchen Szenarien ebenfalls als weniger eindeutig als jenes der innersten Planeten.<\/p>\n<p>Die Forschenden sehen ihre Berechnungen deshalb nicht als endg\u00fcltige Antwort, sondern als neue Einschr\u00e4nkung eines alten Problems. K\u00fcnftige Beobachtungen alternder Sterne und Missionen wie <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10686-025-09985-9\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">PLATO<\/a> k\u00f6nnten helfen, besser zu verstehen, wie Planeten auf die sp\u00e4ten Lebensphasen ihrer Sterne reagieren. Bis dahin bleibt das Ende der Erde offen: Sie k\u00f6nnte von der Sonne verschlungen werden oder als ausgebrannter Planet den Tod ihres Sterns \u00fcberdauern.<\/p>\n<p>Quellen: \u201eThe fate of Earth during the Sun\u2019s giant phases\u201c (Astronomy &amp; Astrophysics, 2026), Institut f\u00fcr Astronomie der KU Leuven, NASA, Experimental Astronomy<\/p>\n<p> Hinweis: Ukraine-Hilfe<\/p>\n<p class=\"has-small-font-size\">Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. <a href=\"https:\/\/www.futurezone.de\/digital-life\/article281984\/online-spenden-fuer-die-ukraine-wie-du-den-menschen-helfen-kannst.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> kannst du den Betroffenen helfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Jahrzehnten gilt das Schicksal der Erde als eines der gro\u00dfen Endzeit-Szenarien der Astronomie: Wenn die Sonne in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":256066,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[16],"tags":[46,42,3944,44,97,96,15632,101,98,100,99],"class_list":["post-256065","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-at","tag-austria","tag-hot","tag-oesterreich","tag-science","tag-science-technology","tag-space","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116865219076556677","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=256065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256065\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/256066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=256065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=256065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=256065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}