{"id":258092,"date":"2026-07-06T07:50:09","date_gmt":"2026-07-06T07:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/258092\/"},"modified":"2026-07-06T07:50:09","modified_gmt":"2026-07-06T07:50:09","slug":"fotografin-louisa-hadjiyianni-stellt-im-neuen-kunstverein-wuppertal-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/258092\/","title":{"rendered":"Fotografin Louisa Hadjiyianni stellt im neuen Kunstverein Wuppertal aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was definiert den Menschen mehr? Die Herkunft oder die Umgebung? Und kann ein neuer Wohnort zu einer echten Heimat werden? Diese Fragen verarbeitet die Fotografin und Filmemacherin Loukia Hadjiyianni in ihrer Ausstellung \u201eHome is where the wound is\u201d seit Freitag im neuen Kunstverein Wuppertal in der Hofaue.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der ganz in Wei\u00df gehaltene Raum im Erdgeschoss des Kolkmannhauses in der Hofaue 51 f\u00fcllte sich gegen 19 Uhr mit Menschen, die sofort begannen, die gro\u00dfen Fotografien an den W\u00e4nden sowie die unterschiedlichen Journals mit Fotos auf den wei\u00dfen Stelen zu begutachten. Auf einer Box in der Ecke liefen auf drei Bildschirmen Filme, die in Schwarz-wei\u00df gehalten, junge Frauen in einem nicht enden wollenden Loop zeigten. In einem der Filme schaut eine junge Frau starr in die Kamera, w\u00e4hrend sie eine Kette samt Kruzifix-Anh\u00e4nger aus ihrem Mund gleiten l\u00e4sst. Der Mix aus \u00c4sthetik und Mysterium fesselt etliche Augenpaare.<\/p>\n<p>Von Zypern und Georgien \u00fcber Berlin nach Wuppertal      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Louisa Hadjiyianni, die in Zypern und Georgien aufgewachsen ist, lebt und arbeitet in Berlin. Neben Auftragsfotografie und Werbefilmproduktionen fotografiert sie Frauen und f\u00e4ngt diese in der Intimit\u00e4t des Moments ein. Teilweise bekleidet, teilweise als Akt, doch nie gestellt oder zu sehr gewollt. Die Arbeiten \u00fcberzeugen durch den perfekten Moment und die ihm innewohnende Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">W\u00e4hrend des Studiums in Maastricht lernte Hadjiyianni Charis Hoffmann, stellvertretende Vorsitzende des neuen Kunstvereins, kennen. Der Kontakt brach auch zehn Jahre nach dem Studium nicht ab und so war es nur folgerichtig, dass Hoffmann ihre ehemalige Kommilitonin nach Wuppertal holte. \u201eEs geht viel um die Themen Emotionalit\u00e4t, Identit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit. Um die Verhandlungen von Gef\u00fchlen der Herkunft, die sch\u00f6n, aber auch schwierig und so auch eine Art Wunde sein k\u00f6nnen. Die Arbeiten beinhalten eine mehrdeutige Balance von Zuhause und Herkunft.\u201d, erkl\u00e4rt Hoffmann die Ausstellung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu Beginn erlebten die Anwesenden gleich zwei Performances. Zuerst sang Andria Prokopa, eine befreundete Operns\u00e4ngerin aus Zypern, die wie Hadjiyianni in Berlin lebt, zur Akustikgitarre einige Lieder. Sie w\u00e4hlte Lieder \u00fcber die Liebe, den Herzschmerz und Frauen aus. Der intime Moment brachte die Anwesenden in eine ruhige, and\u00e4chtige Stimmung. Diese wurde dann von Charis Hoffmann sprichw\u00f6rtlich zerschmettert, denn sie er\u00f6ffnete die Ausstellung nach einer kurzen Ansprache mit einem Ritual aus Zypern, in dem man beim Tanzen Porzellanteller auf den Boden wirft.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">An einer S\u00e4ule hatte die K\u00fcnstlerin ein Zitat geschrieben. \u201eBeautiful things make me sad because they are not forever.\u201d (\u201eSch\u00f6ne Dinge machen mich traurig, da sie nicht f\u00fcr die Ewigkeit sind.\u201d) Ist Fotografie f\u00fcr Hadjiyianni der Versuch, Sch\u00f6nheit festzuhalten? \u201eSo habe ich es noch gar nicht betrachtet, aber da ist was dran, wenn auch im Unterbewusstsein. Das k\u00f6nnte schon einer der Gr\u00fcnde sein, warum ich die Dinge so tue, wie ich sie tue.\u201d Ihre Heimat ist gepr\u00e4gt von patriarchalen Strukturen. Was ist die Verbindung zur Aktfotografie, die sie hier zeigt? \u201eWenn man in diesen patriarchalen Strukturen aufw\u00e4chst, kann man versuchen, seinen Platz darin zu finden. Als Teenager habe ich diese Art Fotografie als einen Akt der Rebellion verstanden. Ich wollte Grenzen ausloten. In Deutschland sind solche Ausstellungen normal \u2013 in Zypern ist das v\u00f6llig anders. Als Teenager war mir bewusst, dass die v\u00e4terliche Seite meiner Familie eventuell nicht mehr mit mir reden wird.\u201d<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die lohnenswerte Ausstellung kann bis zum 15. August donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags von 15 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt angesehen werden. Zur Finissage wird es ab 18 Uhr eine Filmvorf\u00fchrung mit der K\u00fcnstlerin geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was definiert den Menschen mehr? Die Herkunft oder die Umgebung? 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