{"id":259963,"date":"2026-07-07T05:34:12","date_gmt":"2026-07-07T05:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/259963\/"},"modified":"2026-07-07T05:34:12","modified_gmt":"2026-07-07T05:34:12","slug":"fuenf-europaeische-volkswirtschaften-wachsen-mehr-als-doppelt-so-schnell-wie-die-eurozone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/259963\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf europ\u00e4ische Volkswirtschaften wachsen mehr als doppelt so schnell wie die Eurozone"},"content":{"rendered":"<p>Europa blickt auf mehrere Jahre mit schwachem Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Hohe Staatsschulden und alternde Gesellschaften bremsen die Konjunktur. Dazu kommen schwache Produktivit\u00e4t, anhaltend hohe Energiekosten und eine fortdauernde geopolitische Unsicherheit. All das d\u00fcrfte das Wachstum f\u00fcr den Rest des Jahrzehnts klar unter den historischen Durchschnitt dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Nach der j\u00fcngsten Ausgabe des World Economic Outlook des Internationalen W\u00e4hrungsfonds soll die Eurozone zwischen 2027 und 2031 im Schnitt nur um 1,2 % pro Jahr wachsen. Im besten Jahr, 2028, w\u00e4ren es gerade einmal 1,4 %.<\/p>\n<p>Die gesamte Europ\u00e4ische Union schneidet etwas besser ab. F\u00fcr sie erwartet der IWF ein durchschnittliches Jahreswachstum von 1,4 %, mit einem H\u00f6chstwert von 1,6 % im Jahr 2028.<\/p>\n<p>Das ist ein ausgesprochen bescheidenes Bild. Die Weltwirtschaft soll im gleichen Zeitraum um rund 3,2 % pro Jahr zulegen. F\u00fcr das aufstrebende und sich entwickelnde Asien rechnet der IWF mit 4,6 % Wachstum j\u00e4hrlich, f\u00fcr Indien sogar mit 6,5 %. Selbst Subsahara-Afrika liegt mit erwarteten 4,6 % im Plus.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es eine Gruppe deutlich kleinerer europ\u00e4ischer Staaten, von der Mittelmeerregion \u00fcber den Westbalkan bis nach Osteuropa, die deutlich dynamischer wachsen soll. F\u00fcr sie sagt der IWF in den kommenden f\u00fcnf Jahren ein Tempo voraus, das mehr als doppelt so hoch ist wie in der Eurozone.<\/p>\n<p>Platz f\u00fcnf: Moldau, Wachstum dank Reformen und EU-Integration<\/p>\n<p>F\u00fcr Moldau prognostiziert der IWF zwischen 2027 und 2031 ein durchschnittliches Wachstum von 3,5 % pro Jahr. Das st\u00e4rkste Jahr w\u00e4re 2028 mit rund 3,7 %. Die Erholung folgt auf eine Serie harter Schocks: Krieg an der Grenze, ein Engpass bei der Energieversorgung und eine D\u00fcrre, die das Wachstum im Jahr 2024 fast auf null dr\u00fcckte.<\/p>\n<p>Der Wendepunkt basiert auf EU-Geldern und Reformen. Br\u00fcssel gew\u00e4hrte Moldau 2022 den Kandidatenstatus und nahm 2024 Beitrittsverhandlungen auf. Der neue EU-Wachstumsplan lenkt nun zus\u00e4tzliche Mittel in \u00f6ffentliche Investitionen.<\/p>\n<p>Den Rest des Wachstums tr\u00e4gt vor allem der private Verbrauch. Steigende Reall\u00f6hne und R\u00fcck\u00fcberweisungen, die rund ein Zehntel der Wirtschaftsleistung ausmachen, st\u00fctzen die Nachfrage. Auf der Angebotsseite liegen IT-Dienstleistungen und andere Services vorn.<\/p>\n<p>Der IWF erkl\u00e4rte zum Abschluss seiner Artikel-IV-Konsultation f\u00fcr 2025 im Februar, die Erholung werde \u201edurch eine gute Ernte, eine starke Inlandsnachfrage und umfangreiche EU-Finanzierung unterst\u00fctzt\u201c.<\/p>\n<p>Der Fonds h\u00e4lt es f\u00fcr entscheidend, das Reformtempo beizubehalten.<\/p>\n<p>Seine Warnung ist deutlich: Die gr\u00f6\u00dften Risiken sind der Krieg in der Ukraine und ein m\u00f6gliches Nachlassen bei EU-bezogenen Reformen.<\/p>\n<p>Platz vier: Serbien, Investitionsboom h\u00e4lt Dynamik hoch<\/p>\n<p>Serbien liegt mit einer durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wachstumsrate von 3,52 % knapp vor Moldau. Ungew\u00f6hnlich ist, dass die Dynamik erst gegen Ende des Prognosezeitraums zunimmt und um 2030\/31 ihren H\u00f6hepunkt erreicht.<\/p>\n<p>Kurzfristig pr\u00e4gt jedoch ein einziges Datum die Lage.<\/p>\n<p>Im kommenden Jahr ist Belgrad Gastgeber der Expo 2027, einer Weltausstellung, zu der Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet werden.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung l\u00f6st einen regelrechten Bauboom im Bereich Infrastruktur aus, mit neuen Autobahnen, Bahnstrecken und Stadtentwicklung. Dazu kommen eine wachsende industrielle Exportbasis und umfangreiche, von China unterst\u00fctzte Investitionen im Kupferbergbau. Haupttreiber ist die \u00f6ffentliche Investition, nicht der Konsum.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des IWF hat Serbien wichtige makro\u00f6konomische Puffer aufgebaut. Das Land hat die Inflation deutlich gesenkt und zugleich die Haushaltsdisziplin gewahrt.<\/p>\n<p>Risiken sieht der Fonds in politischen Spannungen vor den Wahlen 2027 und in der Frage, ob die schnellen staatlichen Investitionen tats\u00e4chlich zu dauerhaften Produktivit\u00e4tsgewinnen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Platz drei: Ukraine, Wiederaufbau wird zum Wachstumsmotor<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine veranschlagt der IWF ein durchschnittliches j\u00e4hrliches Wachstum von 3,8 %. Besonders stark soll 2028 mit rund 4,2 % ausfallen**.**<\/p>\n<p>Diese Prognose beruht auf einem Szenario des Wiederaufbaus. Der IWF geht in seinem Basisszenario davon aus, dass der Krieg abflacht und der Wiederaufbau ernsthaft beginnt. Dann w\u00fcrde eine Welle von Sachinvestitionen einsetzen, gemessen an einem Wiederaufbauvolumen, das die Weltbank inzwischen auf knapp 600 Milliarden Dollar sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>F\u00e4llt diese Annahme weg, tr\u00fcbt sich das Bild deutlich ein. Im Risikoszenario des Fonds, in dem die K\u00e4mpfe andauern, l\u00e4ge das Wachstum 2027 nur bei einem Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDie Aussichten bleiben au\u00dfergew\u00f6hnlich unsicher, da der Krieg weiterhin einen hohen Tribut von Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft fordert\u201c, erkl\u00e4rte der IWF in seiner j\u00fcngsten Artikel-IV-Bewertung.<\/p>\n<p>Platz zwei: Kosovo, Inlandsnachfrage bleibt erstaunlich robust<\/p>\n<p>Kosovo d\u00fcrfte trotz seiner relativ geringen Gr\u00f6\u00dfe eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Europas bleiben.<\/p>\n<p>Das Wachstum soll sich bei etwa 4 % einpendeln. Es wird gest\u00fctzt durch eine starke Konsumnachfrage der Haushalte, \u00f6ffentliche Investitionen, Zufl\u00fcsse aus der Diaspora und eine junge Erwerbsbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>\u201eEine z\u00fcgige Umsetzung des neuen EU-Wachstumsplans k\u00f6nnte Wachstum und Besch\u00e4ftigung zus\u00e4tzlich ankurbeln\u201c, hei\u00dft es im j\u00fcngsten Artikel-IV-Bericht des Fonds zu Kosovo.<\/p>\n<p>Die Wachstumstreiber sind ungew\u00f6hnlich. \u00dcberweisungen einer gro\u00dfen Diaspora, vor allem aus Deutschland und der Schweiz, finanzieren sowohl Konsum als auch Unternehmensinvestitionen. Staatliche Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur und ein sich vertiefender Bankensektor kommen hinzu.<\/p>\n<p>Die Schw\u00e4che ist die Kehrseite derselben Medaille: Das Wachstum ist stark nachfragegetrieben und importlastig, und Kosovo hat noch keine konkurrenzf\u00e4hige Exportbasis aufgebaut.<\/p>\n<p>Platz eins: Malta, Europas wachstumsst\u00e4rkste Volkswirtschaft<\/p>\n<p>Malta steht an der Spitze der mittelfristigen Wachstumsrangliste des IWF f\u00fcr Europa. Der Fonds erwartet, dass die Wirtschaft in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren um fast 4 % pro Jahr w\u00e4chst.<\/p>\n<p>In den vergangenen zehn Jahren ist die Inselwirtschaft im Schnitt um fast 7 % pro Jahr gewachsen. Treiber waren der Tourismus, Online-Gl\u00fccksspiele sowie professionelle und Finanzdienstleistungen, die viele ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte angezogen haben.<\/p>\n<p>Dieses Modell st\u00f6\u00dft nun an seine Grenzen. Die Arbeitslosigkeit liegt nahe historischen Tiefstst\u00e4nden, der Fachkr\u00e4ftemangel nimmt zu. Malta kann sich nicht mehr allein auf ein schnelles Wachstum der Erwerbsbev\u00f6lkerung verlassen.<\/p>\n<p>Wie der IWF festh\u00e4lt, hat \u201eder Zustrom ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte, der die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t in der Vergangenheit angetrieben hat, auch die Infrastruktur und \u00f6ffentlichen Dienstleistungen belastet und damit die Grenzen des derzeitigen arbeitsintensiven Wachstumsmodells aufgezeigt\u201c.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Phase des wirtschaftlichen Erfolgs Maltas wird weniger von einem wachsenden Arbeitskr\u00e4fteangebot abh\u00e4ngen, sondern st\u00e4rker von Produktivit\u00e4tsgewinnen.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des IWF ist es entscheidend, die \u00f6ffentlichen Finanzen zu st\u00e4rken und zugleich mehr in Infrastruktur, Bildung und Innovation zu investieren. Nur so l\u00e4sst sich das langfristige Wachstumspotenzial der maltesischen Wirtschaft erh\u00f6hen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa blickt auf mehrere Jahre mit schwachem Wirtschaftswachstum. 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