{"id":26003,"date":"2026-03-04T21:26:18","date_gmt":"2026-03-04T21:26:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26003\/"},"modified":"2026-03-04T21:26:18","modified_gmt":"2026-03-04T21:26:18","slug":"der-dollar-kehrt-als-koenig-der-sicheren-haefen-zurueck-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26003\/","title":{"rendered":"Der Dollar kehrt als \u201eK\u00f6nig der sicheren H\u00e4fen\u201c zur\u00fcck \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die Eskalation des Kriegs im Nahen Osten verschiebt die klassischen Fluchtbewegungen an den M\u00e4rkten: W\u00e4hrend Aktien fallen und selbst Gold sowie US-Staatsanleihen zeitweise unter Druck geraten, steigt der US-Dollar deutlich. Noch im J\u00e4nner wurde spekuliert, ob sich die W\u00e4hrung m\u00f6glicherweise am Beginn eines l\u00e4ngerfristigen Abw\u00e4rtstrends befindet. Nun sieht es pl\u00f6tzlich anders aus. Was gibt ihm Auftrieb? Und warum sind Asien und Europa im Nachteil?<\/p>\n<p>Mit der Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten und der Intensivierung des US-israelischen Kriegs im Iran haben Investoren die Suche nach Sicherheit versch\u00e4rft. Auff\u00e4llig ist dabei, dass ausgerechnet der Dollar kr\u00e4ftig zulegt, w\u00e4hrend andere klassische Schutzanlagen schw\u00e4cheln. Seit Beginn der Eskalation \u00fcber das Wochenende verzeichnete die US-W\u00e4hrung den st\u00e4rksten Zweitagesanstieg seit fast einem Jahr.<\/p>\n<p>\u201eDer Dollar verh\u00e4lt sich in diesen Phasen klassisch: Er ist der K\u00f6nig der sicheren H\u00e4fen\u201c, sagt Paresh Upadhyaya, Stratege bei Pioneer Investments. Aus seiner Sicht gehe es inzwischen nicht mehr nur um eine Flucht in Qualit\u00e4t, sondern um grundlegende Zweifel am globalen Wachstum und um die Frage, wie sich Inflation unter den neuen geopolitischen Bedingungen entwickle.<\/p>\n<p>Der pl\u00f6tzliche Nachfrageanstieg wirkt auch als Gegenpunkt zu j\u00fcngeren Debatten, wonach der Dollar als weltweite Reservew\u00e4hrung an Bedeutung verlieren k\u00f6nnte. Solche Zweifel hatten sich zuletzt im Umfeld der handelspolitischen Konflikte unter US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dollar=\"\" kehrt=\"\" als=\"\" der=\"\" sicheren=\"\" h=\"\" zur=\"\" darum=\"\" fl=\"\" anleger=\"\" nun=\"\" in=\"\" die=\"\" leitw=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> und der damit verbundenen \u201eEntwertungs\u201c-Erz\u00e4hlung verst\u00e4rkt. Der aktuelle Marktimpuls zeigt jedoch: In der Akutphase geopolitischer Krisen sehen Investoren weiterhin kaum eine Alternative zur Leitw\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bloomberg\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dollar=\"\" kehrt=\"\" als=\"\" der=\"\" sicheren=\"\" h=\"\" zur=\"\" darum=\"\" fl=\"\" anleger=\"\" nun=\"\" in=\"\" die=\"\" leitw=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bloomberg<\/a> Dollar Spot Index legte in dieser Woche um 1,3 Prozent zu. Nahezu alle 16 von Bloomberg beobachteten wichtigen W\u00e4hrungen gaben am Dienstag gegen\u00fcber dem Dollar nach. Der Euro fiel zeitweise auf den schw\u00e4chsten Stand seit November, bevor er einen Teil der Verluste wieder aufholte.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/450787373.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                             <\/p>\n<p>Die Bewegung ist nicht nur im Kassamarkt sichtbar. Auch im Optionsmarkt hat sich die Stimmung rasch gedreht: H\u00e4ndler m\u00fcssen inzwischen bezahlen, um sich gegen eine breite Dollar-Rallye abzusichern \u2013 ein deutlicher Kontrast zu den Vortagen, als die Optionspreise auf eine ungew\u00f6hnlich hohe Unentschlossenheit \u00fcber die Richtung der W\u00e4hrung hindeuteten. Risiko-Reversals, ein Ma\u00df f\u00fcr die Positionierung, signalisieren laut Bloomberg-Daten den st\u00e4rksten kurzfristigen Optimismus f\u00fcr den Dollar seit 2024.<\/p>\n<p>Bloomberg-Stratege Skylar Montgomery Koning f\u00fchrt die Dollar-St\u00e4rke auf zwei Faktoren zur\u00fcck: den Status als sicherer Hafen und die \u2013 erst vor wenigen Jahren erlangte \u2013 Position der USA als Nettoenergieexporteur. Viele gro\u00dfe W\u00e4hrungsr\u00e4ume seien dagegen Nettoimporteure. Historisch habe der Dollar bei angebotsgetriebenen \u00d6lpreisschocks oft R\u00fcckenwind \u2013 und es gebe daher Spielraum f\u00fcr weitere Gewinne.<\/p>\n<p>Gleichzeitig geraten die traditionellen Schutzmechanismen im Portfolio ins Wanken. Weltweite Aktienm\u00e4rkte und auch US-Staatsanleihen fielen, wodurch die Renditen stiegen. Hintergrund sind steigende Energiepreise, die neue Inflationssorgen ausl\u00f6sen und damit den Spielraum f\u00fcr weitere Zinssenkungen der US-Notenbank <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/fed\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dollar=\"\" kehrt=\"\" als=\"\" der=\"\" sicheren=\"\" h=\"\" zur=\"\" darum=\"\" fl=\"\" anleger=\"\" nun=\"\" in=\"\" die=\"\" leitw=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Federal Reserve<\/a> in den kommenden Monaten einschr\u00e4nken k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eInvestoren m\u00fcssen anders dar\u00fcber nachdenken, wie sie sich k\u00fcnftig sch\u00fctzen, weil ich nicht glaube, dass Anleihen so stark sch\u00fctzen werden wie historisch\u201c, sagt David Wagner, Portfoliomanager bei Aptus Capital Advisors. In fr\u00fcheren \u00d6lpreisschocks hatten US-Staatsanleihen zeitweise ebenfalls an Attraktivit\u00e4t als sicherer Hafen verloren \u2013 ein Muster, das sich nun wieder zeigt.<\/p>\n<p>In New York verlor der S&amp;P 500 am Dienstag 0,9 Prozent. Brent-Roh\u00f6l sprang derweil erstmals seit Juli 2024 \u00fcber 85 Dollar je Barrel. Ausl\u00f6ser war laut Bloomberg unter anderem eine Produktionsk\u00fcrzung im irakischen Gro\u00dffeld Rumaila. Zudem seien die Lagerbest\u00e4nde angespannt, weil St\u00f6rungen im Exportverkehr durch die Stra\u00dfe von Hormus eine zentrale Schifffahrtsroute beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>\u201eAngebotsunterbrechungen bei \u00d6l und Gas aus dem Nahen Osten k\u00f6nnten f\u00fcr Asien und Europa negativere Folgen haben als f\u00fcr die USA, weil wir unser eigenes Erdgas produzieren\u201c, sagt Leah Traub, Portfoliomanagerin bei Lord Abbett &amp; Co. Der Dollar habe damit \u201eseinen rechtm\u00e4\u00dfigen Platz als sicherer Hafen\u201c wieder eingenommen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Hinweis auf die Flucht in die US-W\u00e4hrung zeigt sich in der sogenannten Cross-Currency-Basis \u2013 den Zusatzkosten, die Investoren tragen (oder erhalten), wenn sie Dollar au\u00dferhalb der USA beschaffen. Diese Kennzahlen deuten auf einen sprunghaften Anstieg der Dollar-Nachfrage im Vergleich zu Schweizer Franken, Euro, Pfund und anderen gro\u00dfen W\u00e4hrungen hin. Das spricht f\u00fcr eine zunehmende Bedeutung von Dollar-Funding in der aktuellen Stressphase.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu fr\u00fcheren Phasen ist die US-Wirtschaft heute weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Energiepreisschocks aus dem Nahen Osten. Nach dem Ausbau der Schiefer\u00f6l- und Schiefergasf\u00f6rderung sind die Vereinigten Staaten vom Nettoimporteur zum weltweit gr\u00f6\u00dften Produzenten und zu einem bedeutenden Exporteur geworden. Diese strukturelle Ver\u00e4nderung kann den Dollar zus\u00e4tzlich st\u00fctzen, wenn \u00d6lpreise steigen.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist die Dynamik auch deshalb, weil viele Marktteilnehmer vor der Eskalation eher mit einem fallenden Dollar gerechnet hatten. In Derivaten hielten H\u00e4ndler Wetten im Umfang von knapp 19 Milliarden Dollar, die auf eine Schw\u00e4chung der US-W\u00e4hrung zielten \u2013 in der Gr\u00f6\u00dfenordnung der Spitzenst\u00e4nde des Vorjahres, basierend auf von Bloomberg aggregierten Daten der US-Aufsicht Commodity Futures Trading Commission bis 24. Februar.<\/p>\n<p>\u201eDie Dollar-Rallye ist eine klare Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die Positionierung im Markt zu verstehen\u201c, sagt Bipan Rai, Managing Director bei BMO Asset Management. In den vergangenen Monaten sei der Markt im Kassahandel netto short gewesen, auch wegen gestiegener Absicherungsnachfrage. Dieses Thema k\u00f6nne nun vorerst \u201eausgereizt\u201c sein. (duc\/Bloomberg)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Eskalation des Kriegs im Nahen Osten verschiebt die klassischen Fluchtbewegungen an den M\u00e4rkten: W\u00e4hrend Aktien fallen und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26004,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,346,91,94,44,93,92],"class_list":{"0":"post-26003","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-dollar","14":"tag-markets","15":"tag-maerkte","16":"tag-oesterreich","17":"tag-unternehmen","18":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116173025000269519","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26003"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26003\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}