{"id":26314,"date":"2026-03-05T01:37:07","date_gmt":"2026-03-05T01:37:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26314\/"},"modified":"2026-03-05T01:37:07","modified_gmt":"2026-03-05T01:37:07","slug":"entstand-der-erste-vormensch-in-europa-72-millionen-jahre-fossil-eines-aufrecht-gehendem-hominiden-in-bulgarien-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26314\/","title":{"rendered":"Entstand der erste Vormensch in Europa? &#8211; 7,2 Millionen Jahre Fossil eines aufrecht gehendem Hominiden in Bulgarien entdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Oberschenkelknochen eines Zweibeiners<\/p>\n<p>Das hat sich nun ge\u00e4ndert: Ein Team um Nikolai Spassov vom bulgarischen Nationalmuseum f\u00fcr Naturgeschichte in Sofia hat in der Fundst\u00e4tte Azmaka in S\u00fcdbulgarien ein weiteres Fossil des Graecopithecus entdeckt \u2013 diesmal einen Oberschenkelknochen. Dieser ist ebenfalls rund 7,2 Millionen Jahre alt und stammt von einem nur etwa 24 Kilogramm schweren Individuum. Nach Angaben der Forschenden k\u00f6nnte es sich um ein leichteres, weil weibliches Exemplar des Graecopithecus handeln.<\/p>\n<p>Damit liefert dieser fossile Oberschenkelknochen nun erstmals Informationen dar\u00fcber, wie sich Graecopithecus fortbewegte \u2013 und ob er schon aufrecht laufen konnte. Tats\u00e4chlich fand das Team mehrere Merkmale, die daf\u00fcrsprechen. Dazu geh\u00f6ren ein verl\u00e4ngerter und aufgerichteter Oberschenkelhals, spezielle Ansatzstellen f\u00fcr die Ges\u00e4\u00dfmuskulatur und eine besonders dicke \u00e4u\u00dferen Knochenschicht.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/g\/r\/graecopithecus3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/g\/r\/graecopithecus3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/g\/r\/graecopithecus3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/g\/r\/graecopithecus3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-312824\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/graecopithecus3g-300x150.jpg\" alt=\"Oberschenkelknochen im Vergleich\" width=\"300\" height=\"150\"  \/><\/a>Oberschenkelhals von Graecopithecus aus Azmaka (a), von Australopithecuis afarensis (b) und von einem Schimpansen. \u00a9 Spassov et al.\/ Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Bindeglied zum Menschen<\/p>\n<p>\u201eDarin unterscheidet sich dieser Fund von allen bekannten nicht-vormenschlichen Hominiden\u201c, schreiben Spassov und seine Kollegen. Der Azmaka-Oberschenkel vereint demnach Merkmale von fr\u00fchen Menschenaffen mit solchen von zweibeinig laufenden Vormenschen. \u201eMan k\u00f6nnte ihn durchaus als fehlendes Bindeglied bezeichnen\u201c, sagt Koautor David Begun von der University of Toronto.\n<\/p>\n<p>Schon vor sieben Millionen Jahren k\u00f6nnte es demnach einen aufrecht gehenden Vormenschen gegeben haben. Gest\u00fctzt wird dies von rund sechs Millionen Jahre alten <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/kreta-aelteste-laufspuren-eines-vormenschen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vormenschen-Fu\u00dfabdr\u00fccken<\/a>, die 2017 auf Kreta entdeckt wurden. Zusammen mit den Graecopithecus-Funden legt dies nahe, dass sich der aufrechte Gang und erste \u00dcbergangsformen zum Menschen in Europa sogar fr\u00fcher entwickelten als in Afrika.\n<\/p>\n<p>Vom Balkan nach Afrika<\/p>\n<p>Doch wie passt dies in die Annahme einer afrikanischen Menschheitswiege? Und warum verschwanden diese fr\u00fchen Vormenschen wieder aus Europa? Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung liefert das Klima: \u201eWir wissen, dass vor acht bis sechs Millionen Jahren gro\u00dfr\u00e4umige Klimaver\u00e4nderungen im \u00f6stlichen Mittelmeerraum und in Westasien wiederholt ausgedehnte Halbw\u00fcsten und W\u00fcsten entstehen lie\u00dfen\u201c, erkl\u00e4rt Koautorin Madelaine B\u00f6hme von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Graecopithecus und seine Zeitgenossen fanden dadurch nur noch wenig Nahrung.<\/p>\n<p>Aus anderen Fossilfunden und stammesgeschichtlichen Studien ist bekannt, dass um diese Zeit viele gr\u00f6\u00dfere S\u00e4ugetiere diese Region Eurasiens verlie\u00dfen und \u00fcber den Balkan und Kleinasien nach Afrika zogen. \u201eDiese Entwicklung legte den Grundstein der heutigen S\u00e4ugetierfauna afrikanischer Savannen\u201c, sagt B\u00f6hme. Das legt nahe, dass auch Graecopithecus und seine Verwandten damals Europa verlie\u00dfen. In Afrika k\u00f6nnten sich diese \u201eAuswanderer\u201c dann zu den afrikanischen Vormenschen weiterentwickelt haben.\n<\/p>\n<p>Spassov und seine Kollegen wollen nun in Azmaka und anderen Fundst\u00e4tten auf dem Balkan nach weiteren Fossilien Graecopithecus suchen. Dadurch hoffen sie, auch mehr \u00fcber die \u00d6kologie und Evolution dieses m\u00f6glichen Menschenvorfahren zu erfahren. (Palaeobiodiversity and Palaeoenvironments, 2026; <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s12549-025-00691-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1007\/s12549-025-00691-0<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Eberhard Karls Universit\u00e4t T\u00fcbingen<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>5. M\u00e4rz 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Oberschenkelknochen eines Zweibeiners Das hat sich nun ge\u00e4ndert: Ein Team um Nikolai Spassov vom bulgarischen Nationalmuseum f\u00fcr Naturgeschichte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26315,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[12954,76,75,74,12955,12956,12957,12958,12959,12960,12961],"class_list":{"0":"post-26314","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-aufrechter-gang","9":"tag-eu","10":"tag-europa","11":"tag-europe","12":"tag-fossil","13":"tag-graecopithecus","14":"tag-hominide","15":"tag-hominine","16":"tag-menschheitsgeschichte","17":"tag-vormensch","18":"tag-zweibeinigkeit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116174011979403374","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26314\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}