{"id":264023,"date":"2026-07-09T06:23:14","date_gmt":"2026-07-09T06:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/264023\/"},"modified":"2026-07-09T06:23:14","modified_gmt":"2026-07-09T06:23:14","slug":"trumps-neue-groenland-drohung-reisst-europas-alte-wunden-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/264023\/","title":{"rendered":"Trumps neue Gr\u00f6nland-Drohung rei\u00dft Europas alte Wunden auf"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen zahlreichen innen- und au\u00dfenpolitischen Krisen hatten viele Europ\u00e4er gehofft, dass zumindest Gr\u00f6nland von ihrer Sorgenliste verschwinden w\u00fcrde. Doch diese Hoffnung hielt nur kurz: Nach gut sechs Monaten ist das Thema zur\u00fcck.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Kurz nach seiner Landung in Ankara, wo er am j\u00e4hrlichen Gipfeltreffen der NATO-Staats- und Regierungschefs teilnahm, belebte US-Pr\u00e4sident Donald Trump seinen alten Plan neu, Gr\u00f6nland unter Kontrolle der USA zu bringen. Die rohstoffreiche Insel geh\u00f6rt zum K\u00f6nigreich D\u00e4nemark und gilt f\u00fcr den fr\u00fcheren Immobilienmagnaten aus Manhattan seit Langem als eine Art ultimativer Immobiliendeal.<\/p>\n<p>&#8222;Gr\u00f6nland sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von D\u00e4nemark&#8220;, sagte Trump am Dienstag, nachdem er vom t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten Recep Tayyip Erdo\u011fan empfangen worden war.<\/p>\n<p>&#8222;Gr\u00f6nland hilft D\u00e4nemark nicht. D\u00e4nemark gibt kein Geld aus, um Gr\u00f6nland wirklich zu unterst\u00fctzen&#8220;, f\u00fcgte er hinzu. Tats\u00e4chlich \u00fcberweist D\u00e4nemark j\u00e4hrlich einen sogenannten Blockzuschuss von fast 600 Millionen Euro an Gr\u00f6nland.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag legte Trump nach. &#8222;Gr\u00f6nland ist f\u00fcr die Vereinigten Staaten sehr wichtig, f\u00fcr D\u00e4nemark ist es nicht wichtig&#8220;, sagte er. &#8222;Ich bin mit der NATO nicht gl\u00fccklich wegen ihres Umgangs mit Gr\u00f6nland.&#8220;<\/p>\n<p>Die \u00c4u\u00dferungen schafften es umgehend auf die Titelseiten weltweit. Die d\u00e4nische Regierungschefin Mette Frederiksen musste erneut die territoriale Integrit\u00e4t ihres Landes gegen einen eigenen Milit\u00e4rverb\u00fcndeten verteidigen \u2014 ein h\u00f6chst ungew\u00f6hnliches Szenario f\u00fcr einen B\u00fcndnisgipfel.<\/p>\n<p>&#8222;Die Position der USA ist in dieser Frage leider sehr klar. Unsere Position ist aber ebenso klar und war es die ganze Zeit: Gr\u00f6nland steht nicht zum Verkauf. Ich hoffe, alle Verb\u00fcndeten respektieren das Recht des gr\u00f6nl\u00e4ndischen Volkes auf Selbstbestimmung&#8220;, sagte Frederiksen in Ankara vor Journalisten.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind bereit, jeden Zentimeter des NATO-Gebiets zu verteidigen, einschlie\u00dflich unseres eigenen Territoriums.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Europ\u00e4er weckt der Streit schmerzhafte Erinnerungen an den <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/01\/24\/gronland-trump-eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Januar<\/a>, als Trump damit drohte, acht europ\u00e4ischen L\u00e4ndern Z\u00f6lle von zehn Prozent aufzuerlegen, um D\u00e4nemark zur Aufgabe Gr\u00f6nlands zu zwingen.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnft\u00e4gige Krise brachte das transatlantische B\u00fcndnis n\u00e4her an den Zusammenbruch als je zuvor in seiner 77-j\u00e4hrigen Geschichte. Die EU, die 23 Mitglieder mit der NATO teilt, berief einen Notgipfel der Staats- und Regierungschefs ein, um sich auf eine m\u00f6gliche umfassende Handelsschlacht vorzubereiten.<\/p>\n<p>Entsch\u00e4rft wurde der Konflikt schlie\u00dflich durch NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte. Er traf Trump in Davos in der Schweiz und einigte sich mit ihm <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/01\/21\/trump-setzt-eu-zolle-aus-nach-einigung-auf-rahmen-zu-gronland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auf ein Rahmenabkommen<\/a>, das die Sicherheit in Gr\u00f6nland und in der gesamten Arktis st\u00e4rken soll.<\/p>\n<p>In Europa machte sich daraufhin sp\u00fcrbare Erleichterung breit. Als die Staats- und Regierungschefs in Br\u00fcssel zum Notgipfel zusammenkamen, hatte sich die Stimmung bereits gewandelt. Sie sprachen zwar von gegenseitigem Respekt und der Notwendigkeit gr\u00f6\u00dferer Wachsamkeit. Zugleich aber l\u00e4chelten sie, klopften sich gegenseitig auf die Schultern und signalisierten, dass sie das Kapitel schlie\u00dfen und nach vorn blicken wollten.<\/p>\n<p>Gr\u00f6nland verschwand rasch aus den gro\u00dfen Debatten. Die politische Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf die Ukraine, Russland, China und den Nahen Osten.<\/p>\n<p>Streit um Gr\u00f6nland geht weiter<\/p>\n<p>In Kopenhagen blieb jedoch eine deutliche Unruhe. Denn der Kern des bitteren Streits war weiterhin unangenehm offen.<\/p>\n<p>Seit den Ereignissen im Januar f\u00fchren D\u00e4nemark und Gr\u00f6nland diskrete Dreiergespr\u00e4che mit dem Wei\u00dfen Haus, um ein neues gemeinsames Verst\u00e4ndnis \u00fcber die eisbedeckte Insel zu finden. Grundlage bleibt ein bilaterales Verteidigungsabkommen aus dem Jahr 1951.<\/p>\n<p>Der diplomatische Prozess kommt allerdings nur schleppend voran und hat bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht.<\/p>\n<p>Im Mai berichtete die New York Times, die USA dr\u00e4ngten auf eine Ewigkeitsklausel f\u00fcr milit\u00e4rische Stationierungen und auf ein Vetorecht bei neuen Investitionen, um Russland und China fernzuhalten. Beides w\u00fcrde die Souver\u00e4nit\u00e4t direkt infrage stellen.<\/p>\n<p>Am Dienstag versprach Rutte, er werde &#8222;daf\u00fcr sorgen, dass das Abkommen Schritt f\u00fcr Schritt umgesetzt wird&#8220;, damit Trump eines Tages den Golden Dome in Gr\u00f6nland installieren k\u00f6nne. Das mehrschichtige, mehrere Milliarden Dollar teure Verteidigungssystem befindet sich noch in einer fr\u00fchen Entwicklungsphase.<\/p>\n<p>Kopenhagen und Nuuk wollen den diplomatischen Weg unbedingt zum Erfolg f\u00fchren. Zugleich zweifeln sie daran, ob ein Abkommen Trumps Fixierung auf Gr\u00f6nland tats\u00e4chlich befrieden kann. Zu pers\u00f6nlich scheint die Angelegenheit inzwischen geworden zu sein. Trump hat Gr\u00f6nland abwechselnd als maximalistischen Landkauf, als Frage der nationalen Sicherheit und als brennenden Besitzwunsch dargestellt.<\/p>\n<p>D\u00e4nische Regierungsvertreter warnen hinter den Kulissen, das Wei\u00dfe Haus k\u00f6nne weiterhin zu anderen Mitteln greifen, um eine faktische Annexion auf nichtmilit\u00e4rischem Wege voranzutreiben. Sie mahnen ihre europ\u00e4ischen Partner, wachsam zu bleiben, statt sich in Sicherheit zu wiegen.<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel behandeln die Institutionen das Thema mit besonderer Vorsicht, um die Spannungen nicht weiter anzuheizen.<\/p>\n<p>Beim G7-Gipfel im vergangenen Monat im franz\u00f6sischen \u00c9vian fing eine Kamera ein offenes Gespr\u00e4ch Trumps mit Ant\u00f3nio Costa, dem Pr\u00e4sidenten des Europ\u00e4ischen Rates, ein.<\/p>\n<p>&#8222;Verstehen Sie?&#8220;, soll Trump zu Costa gesagt haben. &#8222;Gr\u00f6nland.&#8220;<\/p>\n<p>Obwohl die Aufnahmen von zahlreichen Medien verbreitet wurden, bestritt Costas Team energisch, dass das heikle Thema zur Sprache gekommen sei.<\/p>\n<p>Nach den \u00c4u\u00dferungen in Ankara reagierte Br\u00fcssel erneut mit gro\u00dfer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n<p>&#8222;Territoriale Integrit\u00e4t, nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und die Unverletzlichkeit von Grenzen sind grundlegende Prinzipien des V\u00f6lkerrechts. Sie sind nicht nur f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union, sondern f\u00fcr Staaten weltweit essenziell&#8220;, erkl\u00e4rte die Europ\u00e4ische Kommission.<\/p>\n<p>&#8222;Wir werden nicht aufh\u00f6ren, sie zu verteidigen, und die EU steht in voller Solidarit\u00e4t mit D\u00e4nemark und den Menschen in Gr\u00f6nland.&#8220;<\/p>\n<p>Die Kommission \u00fcberarbeitet derzeit ihre Sicherheitsstrategie f\u00fcr die Arktis, um die europ\u00e4ische Pr\u00e4senz in der Region zu st\u00e4rken und Investitionen auszuweiten. So will sie einem Vorwurf begegnen, den Trump seit Langem erhebt: Europa tue nicht genug.<\/p>\n<p>Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen wollte urspr\u00fcnglich im M\u00e4rz nach Gr\u00f6nland reisen, um ein deutlich aufgestocktes Finanzpaket vorzustellen. Die Reise wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben, nachdem Frederiksen Neuwahlen ausgerufen hatte. Ein Besuch steht weiterhin im Raum.<\/p>\n<p>Noch ist offen, wie weit Trump diesmal gehen wird, um seine territorialen Ambitionen durchzusetzen.<\/p>\n<p>Vorerst ist seine Regierung damit besch\u00e4ftigt, den Krieg mit dem Iran zu beenden. Zudem hat eine schmerzhafte Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA seine Befugnisse zur Verh\u00e4ngung von Z\u00f6llen beschnitten. Die bevorstehenden Zwischenwahlen im Kongress, in dem der Widerstand gegen jede Form einer Annexion Gr\u00f6nlands gro\u00df ist, k\u00f6nnten den Rest seiner zweiten Amtszeit zus\u00e4tzlich erschweren.<\/p>\n<p>Eines steht fest: Der Streit um Gr\u00f6nlands Zukunft ist l\u00e4ngst nicht entschieden.<\/p>\n<p>&#8222;Aus geopolitischer, strategischer oder auch wirtschaftlicher Sicht tragen die Argumente von Pr\u00e4sident Trump f\u00fcr eine angeblich notwendige US-Eigent\u00fcmerschaft an Gr\u00f6nland schlicht nicht. Seine Fixierung auf Gr\u00f6nland wirkt eher wie ein Impuls aus der Immobilienwelt \u2014 genau deshalb taucht das Thema immer wieder auf&#8220;, sagte Tiago Antunes, Associate Senior Fellow beim European Council on Foreign Relations.<\/p>\n<p>&#8222;Und f\u00fcr ein Verteidigungsb\u00fcndnis ist es nat\u00fcrlich h\u00f6chst beunruhigend, wenn eines seiner eigenen Mitglieder darauf beharrt, die Kontrolle \u00fcber das Territorium eines Partners zu \u00fcbernehmen. Das untergr\u00e4bt das Vertrauen, auf dem das B\u00fcndnis beruht.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen zahlreichen innen- und au\u00dfenpolitischen Krisen hatten viele Europ\u00e4er gehofft, dass zumindest Gr\u00f6nland von ihrer Sorgenliste verschwinden w\u00fcrde.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":264024,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[936,575,76,75,2020,74,4506],"class_list":["post-264023","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-daenemark","tag-donald-trump","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-kommission","tag-europe","tag-groenland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116888588222926034","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=264023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/264023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/264024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=264023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=264023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}