{"id":26438,"date":"2026-03-05T03:22:36","date_gmt":"2026-03-05T03:22:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26438\/"},"modified":"2026-03-05T03:22:36","modified_gmt":"2026-03-05T03:22:36","slug":"acht-klimaaktivisten-in-wien-zu-geldstrafen-verurteilt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/26438\/","title":{"rendered":"Acht Klimaaktivisten in Wien zu Geldstrafen verurteilt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Zwei weitere fr\u00fchere Aktivisten der \u201eLetzten Generation\u201c erhielten eine Diversion.<\/p>\n<p>\u00a0In einem weiteren Prozess des Gro\u00dfverfahrens gegen die fr\u00fchere Klimaschutzbewegung \u201eLetzte Generation\u201c in Wien sind acht Personen wegen schwerer Sachbesch\u00e4digung nicht rechtskr\u00e4ftig zu Geldstrafen verurteilt worden. Zwei weitere nahmen ein Diversionsangebot an. Im Fokus am Mittwoch stand eine umstrittene Protestaktion auf der S\u00fcd Autobahn (A2) in Nieder\u00f6sterreich im November 2023. Die Gruppe hatte sich damals dort mit einer Sand-Superklebermischung festbetoniert.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten Sachbesch\u00e4digung und schwere Sachbesch\u00e4digung vor. Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich am 20. November 2023 bei Traiskirchen, V\u00f6sendorf und Wiener Neudorf auf der A2 in Richtung Wien mit jener Sand-Superklebermischung &#8211; sogenannten \u201eMumienh\u00e4nden\u201c &#8211; auf der Fahrbahn befestigt, um gegen die Klimapolitik der t\u00fcrkis-gr\u00fcnen Bundesregierung zu protestieren.<\/p>\n<p>Die Anklagebeh\u00f6rde sah darin eine Besch\u00e4digung kritischer Infrastruktur sowie eine \u201eabstrakte Gef\u00e4hrdung des \u00f6ffentlichen Verkehrs\u201c. \u201eVersuche, sie mit einem L\u00f6sungsmittel von der Fahrbahn zu entfernen, brachten keinen Erfolg\u201c, sagte die Staatsanw\u00e4ltin. In V\u00f6sendorf hatte die Feuerwehr die Angeklagten von der Fahrbahn stemmen m\u00fcssen. In Traiskirchen und Wiener Neudorf wurde Hammer und Meisel verwendet, um die Aktivistinnen und Aktivisten zu l\u00f6sen. Die Asfinag musste laut Staatsanwaltschaft die Fahrbahn erneuern. Die Staatsanwaltschaft verwies auf eine Schadenssumme von 20.000 Euro sowie Einsatzkosten in der H\u00f6he von mehr als 5000 Euro.<\/p>\n<p>Die zehn Angeklagten &#8211; ein fr\u00fcherer Aktivist erschien am Mittwoch nicht &#8211; \u00fcbernahmen am Mittwoch alle vollumf\u00e4nglich Verantwortung f\u00fcr die Proteste und zeigten Bereitschaft, den Feuerwehren die Einsatzkosten zu ersetzen. \u201eIch bin bereit, an die Feuerwehr zu spenden, nicht aber an die Asfinag\u201c, sagte einer der fr\u00fcheren Aktivisten. Er und seine ehemaligen Mitstreiter verwiesen bei der Einvernahme durch die Richterin ansonsten allesamt auf die Ausf\u00fchrungen ihrer Verteidiger.<\/p>\n<p>\u201eWas wiegt schwerer? Eine zeitlich begrenzte Verkehrsbehinderung oder irreversible klimatische Sch\u00e4den, die ganze Lebensgrundlagen zerst\u00f6ren?\u201c, fragte Verteidiger Paul Kessler am Mittwoch in seinem Pl\u00e4doyer. Er bat das Gericht, die Handlungen seiner Mandanten \u201enicht nur als Rechtsbruch zu werten, sondern auch als Hilferuf\u201c. Kessler betonte zudem, dass die Protestierenden bei ihren Aktionen stets Hass und Gewalt durch w\u00fctende Autofahrer ausgesetzt gewesen seien. \u201eAnklage gegen diese Personen wurde nie erhoben.\u201c<\/p>\n<p>Eine Vertreterin der Kanzlei <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/tomas-machac\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" klimaaktivisten=\"\" in=\"\" wien=\"\" zu=\"\" geldstrafen=\"\" verurteilt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Machac<\/a> sowie Rechtsanwalt Ralf Niederhammer verwiesen zudem auf \u201eachtenswerte Beweggr\u00fcnde\u201c als Motiv f\u00fcr die Besch\u00e4digungen. Das Trio ersuchte vor diesem Hintergrund am Mittwoch um ein mildes Urteil.<\/p>\n<p>\u201eIst den Aktivistinnen und Aktivisten L\u00f6sungsmittel angeboten worden?\u201c, fragte die Richterin den leitenden Beamten, der damals den Befehl \u00fcber den Einsatz bei V\u00f6sendorf hatte, als Zeugen. Der Polizist entgegnete daraufhin, dass die Protestierenden das Angebot abgelehnt h\u00e4tten. Er habe daraufhin die Feuerwehr verst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>Danach sei versucht worden, die Klimasch\u00fctzerinnen und Klimasch\u00fctzer mit der Chemikalie von der Fahrbahn zu entfernen. \u201eDas hat nicht funktioniert\u201c, so der Beamte. Die Feuerwehr habe daraufhin die Entscheidung getroffen, ein Stemmger\u00e4t zu verwenden. \u201eEs h\u00e4tte keine anderen M\u00f6glichkeiten gegeben. Das war anders nicht m\u00f6glich.\u201c Der leitende Beamte verwies in diesem Zusammenhang auch auf eigene Versuche der Polizei nach dem 20. November 2023, die gezeigt h\u00e4tten, dass jene Mischung aus Quarzsand und Superkleber nicht durch herk\u00f6mmliche Verfahren gel\u00f6st werden k\u00f6nnte. \u201eWir haben mit einer Tierhaxe eine \u201aMumienhand\u2018 nachgestellt.\u201c<\/p>\n<p>Die drei Verteidiger verwiesen am Mittwoch vor Gericht auf alternative L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten. So habe die L\u00f6sung mittels Hammer und Meisel in Wiener Neudorf und Traiskirchen funktioniert. \u201eWo wurde schneller gel\u00f6st?\u201c, fragte Rechtsanwalt Paul Kessler in Richtung des Oberstleutnants. Das k\u00f6nne er nicht sagen, er sei lediglich in V\u00f6sendorf vor Ort gewesen, betonte der Polizist.<\/p>\n<p>Die Verteidigung erkannte den von der Asfinag in Rechnung gestellten Schaden w\u00e4hrend des Prozesses nicht an. Weil kein Vertreter der Autobahnmeisterei anwesend war, konnte auch die Richterin die Frage rund um den Schaden nicht vollst\u00e4ndig kl\u00e4ren. Die Kosten des Feuerwehreinsatzes wolle man jedoch voll begleichen, sagte Kessler, der im Laufe des Prozesses kurz den Saal mit Laptop in der Hand verlie\u00df, um die Kosten von mehr als 5.000 Euro an die Freiwilligen Feuerwehren per Onlinebanking zu \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Die Richterin verurteilte acht der ehemaligen Aktivistinnen und Aktivisten zu unbedingten Geldstrafen. Zwei weitere fr\u00fchere Aktivisten nahmen eine diversionelle Erledigung an. Die Richterin wertete dabei die Gest\u00e4ndnisse der Angeklagten als Milderungsgr\u00fcnde. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erkl\u00e4rung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Das Mammutverfahren wegen Sachbesch\u00e4digung sowie schwerer Sachbesch\u00e4digung l\u00e4uft seit 20. Februar. Dabei waren bereits zwei fr\u00fchere Aktivistinnen zu Geldstrafen verurteilt worden. Der n\u00e4chste Prozesstag ist f\u00fcr den 18. M\u00e4rz angesetzt.<\/p>\n<p>Insgesamt sind 47 Personen angeklagt. Das Landesgericht muss den Prozess in Tranchen abhandeln, da der Gro\u00dfe Schwurgerichtssaal wegen Umbauarbeiten gesperrt ist. (APA)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwei weitere fr\u00fchere Aktivisten der \u201eLetzten Generation\u201c erhielten eine Diversion. \u00a0In einem weiteren Prozess des Gro\u00dfverfahrens gegen die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25505,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[46,42,2830,44,181,182],"class_list":{"0":"post-26438","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wien","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-letzte-generation","11":"tag-oesterreich","12":"tag-vienna","13":"tag-wien"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116174425035811328","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26438","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26438"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26438\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25505"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26438"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26438"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26438"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}