{"id":265020,"date":"2026-07-09T16:45:13","date_gmt":"2026-07-09T16:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/265020\/"},"modified":"2026-07-09T16:45:13","modified_gmt":"2026-07-09T16:45:13","slug":"finanzielle-planungssicherheit-fuer-medizinische-fakultaet-linz-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/265020\/","title":{"rendered":"Finanzielle Planungssicherheit f\u00fcr Medizinische Fakult\u00e4t Linz gefordert"},"content":{"rendered":"<p> LINZ. Die Medizinische Fakult\u00e4t der JKU Linz hat sich in den zw\u00f6lf Jahren ihres Bestehens zu einem wichtigen Ausbildungs- und Forschungsstandort entwickelt. Damit dieser Weg auch nach 2028 erfolgreich weitergehen kann, fordern Land O\u00d6, Stadt Linz und das Kepler Uniklinikum eine verbindliche langfristige Finanzierungszusage des Bundes. Es gehe vor allem um die n\u00f6tige Planungssicherheit. <\/p>\n<p>Die Medizinische Fakult\u00e4t der JKU z\u00e4hlt heute rund 1.300 Studierende und bildet j\u00e4hrlich mehr als 300 angehende \u00c4rztinnen und \u00c4rzte aus. Gemeinsam mit dem Kepler Universit\u00e4tsklinikum (KUK) hat sie sich seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2014 zu einem bedeutenden Standort f\u00fcr Medizin, Forschung und Lehre entwickelt.<\/p>\n<p>Am Donnerstag wurde ein \u201eAusrufezeichen\u201c f\u00fcr die Bedeutung der medizinischen Fakult\u00e4t am Standort Ober\u00f6sterreich gesetzt, wie LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (\u00d6VP) es formulierte. Man will die hervorragende Entwicklung und die hervorragenden Leistungen, die es ohne die Meduni nicht g\u00e4be, hervorheben.<\/p>\n<p>Vereinbarung l\u00e4uft Ende 2028 aus<\/p>\n<p>Hintergrund ist das Auslaufen der bisherigen Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land Ende 2028. Diese sogenannte Art.-15a-Vereinbarung regelte den Aufbau der Medizinischen Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zeit danach brauche es nun eine langfristige rechtlich abgesicherte und leistungsgerechte Bundesfinanzierung, damit f\u00fcr Lehre, Forschung und klinische Ausbildung sowie der weitere Auf- und Ausbau auch langfristig geplant werden k\u00f6nne. Konkret wird ein Aufbaupfad f\u00fcr 2029 bis 2039 gefordert. Nur dreij\u00e4hrige Leistungsvereinbarungen wie beim allgemeinen Unibudget seien v\u00f6llig unzureichend.<\/p>\n<p>Land investiert gro\u00dfe Summen<\/p>\n<p>\u201eDas Land O\u00d6 ist f\u00fcr die Medizinische Fakult\u00e4t stark in Vorleistung gegangen, hat viel Geld in die Hand genommen. Jetzt braucht es ein klares Bekenntnis des Bundes\u201c, so Haberlander. Es brauche \u201efaire und gleiche finanzielle Rahmenbedingungen wie die \u00fcbrigen Medizinischen Universit\u00e4ten \u00d6sterreichs. Wir wollen nicht mehr als andere, sondern das, was zusteht.\u201c<\/p>\n<p>Aus Ober\u00f6sterreich wurden und werden bis 2028 rund 525 Millionen Euro investiert (in die Ausstattung des Lehr- und Forschungsgeb\u00e4udes der Meduni sowie in die Infrastruktur des KUK und f\u00fcr Lehre und Forschung. \u00dcber 2028 hinaus hat sich das Land zu Reinvest- und Erhaltungskosten verpflichtet.<\/p>\n<p>Der Bund hat in der Gr\u00fcndungsphase die Kosten f\u00fcr den laufenden Betrieb zu tragen \u2013 zudem die \u201elaufenden KMA\u201c (laufende Mehrkosten des KUK f\u00fcr klinische Lehre und Forschung).<\/p>\n<p>\u201eGeht um faire Bedingungen\u201c<\/p>\n<p>\u201eZu 100 Prozent\u201c unterst\u00fctzt wird das Anliegen von der Stadt Linz und B\u00fcrgermeister Dietmar Prammer (SP\u00d6): \u201eKein Ausbau w\u00e4re ein R\u00fcckschritt. Gerade in einer Zeit, in der der Fachkr\u00e4ftemangel im Gesundheitsbereich \u00fcberall sp\u00fcrbar ist, w\u00e4re es fahrl\u00e4ssig, einen so erfolgreichen Standort in Unsicherheit zu lassen. Wer will, dass junge \u00c4rztinnen und \u00c4rzte in Ober\u00f6sterreich ausgebildet werden und hier auch bleiben, muss der Linzer Universit\u00e4tsmedizin verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen geben.\u201c Es gehe nicht um eine Sonderbehandlung, sondern um faire Bedingungen f\u00fcr einen erfolgreichen Standort.<\/p>\n<p>330 Studienpl\u00e4tze, die es sonst nicht g\u00e4be<\/p>\n<p>KUK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Meinhard Lukas betont auch die medizinischen Leistungen der Meduni Linz. \u201eSie hat Diagnosen und Therapien m\u00f6glich gemacht, die wir sonst in Ober\u00f6sterreich nicht h\u00e4tten.\u201c Er verweist auch darauf, dass die medizinische Fakult\u00e4t und das KUK ihre Aufgaben in Forschung und Lehre nur gemeinsam erf\u00fcllen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Im Herbst beginnen wieder 330 Studierende ihr Medizinstudium. \u201eDiese w\u00fcrde es sonst gar nicht geben. Und es sind staatliche Pl\u00e4tze, die es gibt, weil das Land kr\u00e4ftig unterst\u00fctzt\u201c, betont Lukas, dass Finanzierungsgerechtigkeit n\u00f6tig sei. \u201eDamit hat Linz in nur zw\u00f6lf Jahren fast so viele Studienpl\u00e4tze aufgebaut wie andere Standorte \u00fcber Jahrzehnte. Auch die Qualit\u00e4t der Linzer Ausbildung wird laut Lukas in unterschiedlichen Studien als erstklassig eingestuft\u201c, so Lukas.<\/p>\n<p>Finanzierungsgerechtigkeit gefordert<\/p>\n<p>Vergleiche werden mit den Budgets f\u00fcr andere Medunis in \u00d6sterreich gezogen: In Wien w\u00fcrden vom Bund pro Medizinstudierendem j\u00e4hrlich rund 139.000 Euro aufgewendet, in Linz hingegen rund 44.000 Euro<\/p>\n<p>Bei den \u201elaufenden KMA\u201c erh\u00e4lt die Meduni Graz 2025 bis 2027 232,8 Millionen Euro, Linz hingegen 12,5 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Entwicklungsplan f\u00fcr 209 bis 2039<\/p>\n<p>F\u00fcr die zweite Ausbauphase bis 2039 liegt bereits ein Entwicklungspfad der JKU vor. Er sieht unter anderem zehn zus\u00e4tzliche klinische Lehrst\u00fchle, zehn zus\u00e4tzliche Professuren, zus\u00e4tzliche Ressourcen f\u00fcr das \u201eLinzer Karrieremodell\u201c f\u00fcr wissenschaftlich t\u00e4tige Mediziner und die Erh\u00f6hung der Mittel der JKU f\u00fcr den Ersatz des \u201elaufenden KMA\u201c des KUK vor.<\/p>\n<p>Die Mehrkosten f\u00fcr die zweite Aufbauphase (gegen\u00fcber der Art 15a-Vereinbarung zum Stand 2028) laut JKU:<\/p>\n<p>2029 bis 2030: 47 Millionen Euro<\/p>\n<p>2031 bis 2033: 103 Millionen Euro<\/p>\n<p>2034 bis 2036 137,6 Millionen Euro<\/p>\n<p>2037 bis 2039 167,5 Millionen Euro<\/p>\n<p>\u201eAuf die einzelnen Jahre heruntergebrochen, sind das \u00fcberschaubare Summen, spricht Lukas von einem \u201emoderaten Ansatz\u201c.<\/p>\n<p>Weitere 15a-Vereinbarung oder Verordnung<\/p>\n<p>Sichergestellt werden k\u00f6nne klinische Lehre und Forschung \u00fcber 2028 hinaus nur durch einen Rechtsakt \u2013 etwa eine weitere 15a-Vereinbarung oder auch \u00fcber eine Verordnung, der die Finanzierung bis 2039 verbindlich festlegt, sowie eine Vereinbarung \u00fcber den \u201eKMA Bau\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIm Idealfall\u201c soll bis Ende 2026 eine Grundsatzvereinbarung mit dem Bund erreicht werden, die die langfristige finanzielle Perspektive und Fakult\u00e4t absichert\u201c, so Haberlander. Sie verweist aber darauf, dass es bereits gute Gespr\u00e4che g\u00e4be.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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