{"id":271013,"date":"2026-07-13T05:48:12","date_gmt":"2026-07-13T05:48:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/271013\/"},"modified":"2026-07-13T05:48:12","modified_gmt":"2026-07-13T05:48:12","slug":"un-bericht-rueckgang-der-kindersterblichkeit-geraet-ins-stocken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/271013\/","title":{"rendered":"UN-Bericht: R\u00fcckgang der Kindersterblichkeit ger\u00e4t ins Stocken"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/impfung-junge-afrika.webp\" alt=\"Impfung Junge Afrika\" title=\"Impfung Junge Afrika\"\/> <\/p>\n<p>Berlin. Im Jahr 2024 sind weltweit sch\u00e4tzungsweise 4,9 Millionen Kinder vor ihrem f\u00fcnften Geburtstag gestorben. Darunter waren 2,3 Millionen Neugeborene, die den ersten Lebensmonat nicht \u00fcberlebten. Das geht aus einem aktuellen Bericht der UN Inter-Agency Group for Child Mortality Estimation (UN IGME) hervor, der unter Federf\u00fchrung des Kinderhilfswerks UNICEF ver\u00f6ffentlicht wurde. Die Zahlen markieren einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig warnen die Vereinten Nationen, dass die Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit sich deutlich verlangsamen.<\/p>\n<p>Nach Angaben von UNICEF hat sich die weltweite Sterblichkeitsrate von Kindern unter f\u00fcnf Jahren seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert. Die absolute Zahl der Todesf\u00e4lle sank von 12,5 Millionen im Jahr 1990 auf 4,9 Millionen im Jahr 2024. Impfprogramme, eine bessere Versorgung w\u00e4hrend Schwangerschaft und Geburt sowie Fortschritte bei der Behandlung von Infektionskrankheiten haben zu diesem R\u00fcckgang beigetragen.<\/p>\n<p>Fortschritte bei der Senkung der Kindersterblichkeit verlangsamen sich<\/p>\n<p>Laut UNICEF hat sich der R\u00fcckgang der Kindersterblichkeit seit 2015 erheblich verlangsamt. Gleichzeitig geraten viele Gesundheitssysteme durch Konflikte, wirtschaftliche Krisen und sinkende internationale Hilfsgelder unter Druck. Die Vereinten Nationen sehen darin eine Gefahr f\u00fcr die bislang erzielten Erfolge.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Berichts sterben weltweit weiterhin etwa neun Kinder pro Minute, bevor sie das f\u00fcnfte Lebensjahr erreichen. Die meisten dieser Todesf\u00e4lle w\u00e4ren nach Einsch\u00e4tzung der Vereinten Nationen vermeidbar. Bereits kosteng\u00fcnstige Ma\u00dfnahmen wie Impfungen, die Behandlung von Mangelern\u00e4hrung, eine bessere Betreuung rund um die Geburt und ein verl\u00e4sslicher Zugang zur medizinischen Grundversorgung k\u00f6nnten Millionen Kinderleben retten.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte aller Todesf\u00e4lle unter F\u00fcnfj\u00e4hrigen entfiel im Jahr 2024 auf die ersten 28 Lebenstage. Die Neugeborenensterblichkeit bleibt damit eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der globalen Gesundheitspolitik. Nach Angaben von UNICEF sterben t\u00e4glich rund 6.200 Neugeborene innerhalb ihres ersten Lebensmonats. H\u00e4ufige Ursachen sind Komplikationen durch Fr\u00fchgeburten, Probleme w\u00e4hrend der Geburt, schwere Infektionen und angeborene Fehlbildungen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe regionale Unterschiede bei den \u00dcberlebenschancen<\/p>\n<p>Der Bericht zeigt erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Weltregionen. Besonders hoch ist die Kindersterblichkeit in L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara. Im Jahr 2024 entfielen 58 Prozent aller Todesf\u00e4lle von Kindern unter f\u00fcnf Jahren auf Subsahara-Afrika. Dort starben mehr als die H\u00e4lfte der Kinder an den h\u00e4ufigsten Infektionskrankheiten wie Lungenentz\u00fcndung, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/malaria\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Malaria<\/a>, Durchfallerkrankungen, Sepsis, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/tuberkulose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tuberkulose<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/masern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Masern<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/hiv-humanes-immundefizienz-virus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">HIV\/AIDS<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/tetanus-wundstarrkrampf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tetanus<\/a>.<\/p>\n<p>Auch S\u00fcdasien bleibt stark betroffen. Dort wurden 25 Prozent aller Todesf\u00e4lle von Kindern unter f\u00fcnf Jahren registriert. Dagegen entfallen auf Europa und Nordamerika zusammen lediglich 1,1 Prozent der weltweiten Todesf\u00e4lle in dieser Altersgruppe. Die Daten verdeutlichen nach Einsch\u00e4tzung der Vereinten Nationen, wie eng die \u00dcberlebenschancen von Kindern mit dem Zugang zu Gesundheitsversorgung und den allgemeinen Lebensbedingungen verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<p>Sterblichkeitsrate von Kindern unter f\u00fcnf Jahren weltweit rund zehnmal h\u00f6her als in Deutschland<\/p>\n<p>Nach Angaben von UNICEF lag die Sterblichkeitsrate von Kindern unter f\u00fcnf Jahren in Deutschland im Jahr 2024 bei 3,7 Todesf\u00e4llen pro 1.000 Lebendgeburten. Weltweit betrug die Rate 37,4 Todesf\u00e4lle pro 1.000 Lebendgeburten. In Subsahara-Afrika lag sie mit 69 Todesf\u00e4llen pro 1.000 Lebendgeburten fast 19-mal h\u00f6her als in Deutschland.<\/p>\n<p>Kinder in fragilen und konfliktbetroffenen Staaten tragen ein besonders hohes Risiko. Laut UNICEF ist die Wahrscheinlichkeit, vor dem f\u00fcnften Geburtstag zu sterben, in diesen L\u00e4ndern nahezu dreimal so hoch wie in stabileren Regionen. Kriege, Vertreibung und die Zerst\u00f6rung von Gesundheitseinrichtungen erschweren dort die Versorgung von M\u00fcttern und Kindern erheblich.<\/p>\n<p>Mangelern\u00e4hrung und Infektionskrankheiten bleiben zentrale Ursachen<\/p>\n<p>Zu den wichtigsten Ursachen der Kindersterblichkeit z\u00e4hlen weiterhin Infektionskrankheiten und Mangelern\u00e4hrung. Der aktuelle UN-Bericht enth\u00e4lt erstmals detaillierte Sch\u00e4tzungen zu Todesf\u00e4llen infolge schwerer akuter Mangelern\u00e4hrung. Demnach starben im Jahr 2024 mehr als 100.000 Kinder unter f\u00fcnf Jahren direkt an den Folgen schwerer Unterern\u00e4hrung. Die tats\u00e4chliche Zahl d\u00fcrfte h\u00f6her liegen, da Mangelern\u00e4hrung auch zahlreiche andere Erkrankungen beg\u00fcnstigt und dadurch indirekt zum Tod vieler Kinder beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Lungenentz\u00fcndungen, Durchfallerkrankungen und Malaria geh\u00f6ren weiterhin zu den h\u00e4ufigsten vermeidbaren Todesursachen. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass sich die Todesursachen mit zunehmendem Alter ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Selbstverletzung die h\u00e4ufigste Todesursache bei M\u00e4dchen zwischen 15 und 19 Jahren<\/p>\n<p>Der Bericht enth\u00e4lt erstmals Sch\u00e4tzungen zur Sterblichkeit in der Altersgruppe der 5- bis 24-J\u00e4hrigen. Im Jahr 2024 starben weltweit sch\u00e4tzungsweise 2,1 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in dieser Altersgruppe.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4dchen zwischen 15 und 19 Jahren war Selbstverletzung die h\u00e4ufigste Todesursache. Bei Jungen derselben Altersgruppe standen Verkehrsunf\u00e4lle an erster Stelle. Damit r\u00fccken neben Infektionskrankheiten und Unterern\u00e4hrung zunehmend auch <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/psychiatrie\/krankheiten-psychiatrie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">psychische Erkrankungen<\/a> und Verletzungen in den Fokus der internationalen Gesundheitsberichterstattung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin. Im Jahr 2024 sind weltweit sch\u00e4tzungsweise 4,9 Millionen Kinder vor ihrem f\u00fcnften Geburtstag gestorben. 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