{"id":273384,"date":"2026-07-14T09:57:16","date_gmt":"2026-07-14T09:57:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/273384\/"},"modified":"2026-07-14T09:57:16","modified_gmt":"2026-07-14T09:57:16","slug":"5-8erl-in-ehrn-wiener-soul-mit-haltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/273384\/","title":{"rendered":"5\/8erl in Ehr\u2019n: Wiener Soul mit Haltung"},"content":{"rendered":"<p>Die Band 5\/8erl in Ehr\u2019n feiert dieses Jahr ihr 20-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. Kreativ bleiben sie dank gelebtem Pluralismus, Pausen und politischem Bewusstsein. <\/p>\n<p>\tSchwei\u00dfperlen auf der Stirn, rote Wangen, leicht ersch\u00f6pfte Gesichter: Als Miki Liebermann und Max Gaier f\u00fcr das Interview mit Arbeit&amp;Wirtschaft eintrudeln, sind die beiden etwas gezeichnet vom Alltagsstress. Dichter Verkehr auf dem Weg zum Treffpunkt und \u00fcberraschend sommerliches, schw\u00fcles Wetter im Mai trugen ihres dazu bei. Liebermann und Gaier sind zwei der 5\/8erl in Ehr\u2019n. Die \u00f6sterreichische Band strahlt in ihrer Musik und in ihren Konzerten sonst eine Gelassenheit aus, die ihresgleichen sucht. Als \u201eWiener Soul\u201c bezeichnen Musikjournalist:innen gerne den Stil der Gruppe. Viele Werke passen perfekt zum Sommer \u2013 und die Konzerte der <a href=\"https:\/\/www.5achterl.at\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">5\/8erl in Ehr\u2019n<\/a> auch. Derzeit ist die Band auf einer speziellen Tour anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Bandjubil\u00e4ums. H\u00f6hepunkt soll ein Open-Air-Abend in der Wiener Arena im September werden.<br \/>\nSperrstund\u2019 im Bad<\/p>\n<p>5\/8erl in Ehr\u2019n, das sind groovige Rhythmen, gezupfte Gitarre und Kontrabass, Texte mit Wiener Schm\u00e4h: \u201eLet\u2019s chill, gib\u2019 da die Ehre, anstatt dass\u2019d unn\u00f6tig stresst\u201c, hei\u00dft es etwa dazu passend im Track \u201eSiasse Tschick\u201c aus dem Jahr 2010, einem ihrer bekanntesten Lieder. Ort des Interviews mit den Musiker:innen ist das weitl\u00e4ufige Freibad G\u00e4nseh\u00e4ufel an der Alten Donau in der Bundeshauptstadt, ein Bad mit Charme und Geschichte. Es passt zur Band. Und: Die Wiener B\u00e4der verwenden seit 2017 den Song \u201eBadeschluss\u201c von 5\/8erl in Ehr\u2019n als Rausschmei\u00dfer. Jeden Abend wird den Badeg\u00e4sten damit auf melodische Weise n\u00e4hergebracht, sie m\u00f6gen sich dann bitte einmal schleichen: \u201eBadeschluss, es is vorbei. Wo da Tog die Nacht begr\u00fc\u00dft.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Gitarristin Miki Liebermann\" width=\"1024\" height=\"768\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/AW_03_Foto_Achterl_5.jpg\" data- class=\"wp-image-61614 size-full lazyload\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-61614 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/AW_03_Foto_Achterl_5.jpg\" alt=\"Gitarristin Miki Liebermann\" width=\"1024\" height=\"768\"  \/>Den Wiener B\u00e4dern stellte die Band ihren Song \u201eBadeschluss\u201c zur Verf\u00fcgung. \u201eEs ist doch fad, wenn es nur ding-dong macht\u201c, meint Gitarristin Miki Liebermann (links). | \u00a9 Markus Zahradnik<\/p>\n<p>Wie es zu diesem Einsatz des Liedes kam, berichtet Gitarristin Miki Liebermann, mittlerweile zur\u00fcckgelehnt im Sessel, mit einem Seidl in der Hand und der Sonne im Gesicht: \u201eIch bin ein Fan der st\u00e4dtischen Freib\u00e4der und nutze die gerne. Einmal dachte ich mir, es ist fad, wenn es nur ding-dong macht und eine Stimme dann den Badeschluss verk\u00fcndet. Da haben wir uns gedacht \u2026\u201c \u201eDu hast dort angerufen!\u201c, wirft Band-Kollege und S\u00e4nger Max Gaier grinsend ein. \u201eJa, stimmt, ich hab angerufen\u201c, erwidert Liebermann und lacht. \u201eUnd die Leute der Wiener B\u00e4der haben gefragt: \u201aNa ja, wollt ihr eine g\u2019scheite Musik daf\u00fcr machen?\u2018 Und ich habe gesagt: \u201aJa, das k\u00f6nnen wir liefern!\u2018\u201c<\/p>\n<p>Den Song gab es sogar schon, man musste ihn nur auf eine Zwei-Minuten-Version k\u00fcrzen. \u201eAls ich ihn das erste Mal im Einsatz geh\u00f6rt habe, bin ich gerade dort dr\u00fcben, gegen\u00fcber vom G\u00e4nseh\u00e4ufel, spazieren gegangen und total erschrocken\u201c, erinnert sich Liebermann. \u201eDer erste Gedanke war: \u201aSchei\u00dfe, ich hab einen Gig von uns verpennt!\u2018\u201c<\/p>\n<p>Arbeit in der Musik<\/p>\n<p>Neben Gaier und Liebermann sind noch Bobby Slivovsky (Gesang), Clemens Wenger (Piano, Akkordeon) und Hanibal Scheutz (Bass) Teil der 5\/8erl in Ehr\u2019n. Wer jetzt glaubt, es handelt sich um f\u00fcnf Gute-Laune-Musiker:innen, die nur am Donaustrand liegen wollen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, der irrt gewaltig: Wer hinh\u00f6rt bei ihren Texten, der bekommt schnell ihren kritischen Blick auf die Gesellschaft mit. Der Track \u201eArbeit 2.0\u201c aus dem aktuellen Album \u201eBurn On!\u201c (2025) etwa widmet sich dem Joballtag heutzutage: \u201e<a href=\"https:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/alles-wissenswerte-zur-arbeitszeit-in-oesterreich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">40 Stund oder a mehr<\/a> \u2013 des Geldb\u00f6rserl sagt: Ich lobe dich heute so sehr sehr \u2013 mehr, mehr\u201c, hei\u00dft es da ironisch im Refrain. Und beim H\u00f6hepunkt gegen Ende des Liedes wechselt die Erz\u00e4hlung in die <a href=\"https:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/verteilungsgerechtigkeit-inflation-vermoegensungleichheit-lohn-dividende-herbstlohnrunde\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Perspektive von Superreichen<\/a>: \u201eBitcoinb\u00f6rserl, Dachgeschoss, vierte Villa, Dividenden, ganze Insel, Yacht im Hafen, sch\u00f6nes Wetter, keine Steuern.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Zwei Menschen spielen vor der Donaukulisse Fu\u00dfball. \u201eBitcoinb\u00f6rserl, Dachgeschoss, vierte Villa, Dividenden, ganze Insel, Yacht im Hafen, sch\u00f6nes Wetter, keine Steuern.\u201c Songtext der 5\/8erl in Ehr\u2019n\" width=\"1320\" height=\"880\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/5-1920x1280.png\" data- class=\"size-large wp-image-61444 lazyload\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-61444\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/5-1920x1280.png\" alt=\"Zwei Menschen spielen vor der Donaukulisse Fu\u00dfball. \u201eBitcoinb\u00f6rserl, Dachgeschoss, vierte Villa, Dividenden, ganze Insel, Yacht im Hafen, sch\u00f6nes Wetter, keine Steuern.\u201c Songtext der 5\/8erl in Ehr\u2019n\" width=\"1320\" height=\"880\"  \/>\u201eBitcoinb\u00f6rserl, Dachgeschoss, vierte Villa, Dividenden, ganze Insel, Yacht im Hafen, sch\u00f6nes Wetter, keine Steuern\u201c: Die Songtexte der Band nehmen Superreiche aufs Korn. | \u00a9 Markus Zahradnik<br \/>\nIronie und Humor als Rettung<\/p>\n<p>Ironie ist in den Songtexten der Wiener Band immer wieder pr\u00e4sent. Hilft das auch, um mit schwierigen Entwicklungen umzugehen? \u201eHumor ist ein Retter in der Not\u201c, betont Liebermann. \u201eWenn\u2019s einem dreckig geht, hilft Humor. Der schafft auch eine gewisse Distanz zu Dingen.\u201c<\/p>\n<p>Wie politisch sch\u00e4tzen sich die zwei der f\u00fcnf Achterl selbst ein? \u201eAlso, ich glaube, wir k\u00f6nnen uns alle nicht aussuchen, ob wir das sind oder nicht\u201c, betont Gaier. \u201eAlles ist gewisserma\u00dfen politisch.\u201c Der S\u00e4nger sieht Politik als etwas, das nicht nur kleine Kreise in der Gesellschaft etwas angeht \u2013 und das sei auch gut so: \u201eSonst sind wir in einer Elitendebatte drinnen, im Sinne davon, dass politisch sein etwas voraussetzt, belesen zu sein oder etwas in die Richtung. Das f\u00e4nde ich falsch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"> Wenn\u2019s einem dreckig geht, hilft Humor. Der schafft auch eine gewisse Distanz zu Dingen.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Miki Liebermann, Gitarristin<\/p>\n<p>Beide Musiker:innen kommen nicht aus K\u00fcnstler:innen-Familien, Gaiers Mutter war Volksschullehrerin, sein Vater hatte einen Job beim Arbeitsmarktservice. Soziale Themen besch\u00e4ftigen ihn seit jeher. Liebermann wurde durch den Beruf ihrer Mutter gepr\u00e4gt, die <a href=\"https:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/uebersicht-die-pflege-in-oesterreich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krankenpflegerin im Allgemeinen Krankenhaus<\/a> in Wien war. \u201eIch bin im Spital quasi aufgewachsen. Nach der Schule ging ich oft dorthin essen, weil meine Mutter dort gearbeitet hat.\u201c<\/p>\n<p>Ist Kunst politisch?<\/p>\n<p>Hat man in Zeiten von Rechtsruck und Angriffen auf die Demokratie als K\u00fcnstler:in nicht sogar die Verantwortung, Stellung zu beziehen zu politischen Angelegenheiten? \u201eDas finde ich schon. Wobei ich pers\u00f6nlich das nicht bei jedem Tagesthema machen muss, weil mir auch mal die Hintergrundinfos fehlen\u201c, erkl\u00e4rt Liebermann. \u201eIch schaue mir lieber das gro\u00dfe Ganze an. Und ich denke, in einer Demokratie kommt man auch nicht umhin, sich mit Politik zu besch\u00e4ftigen \u2013 erst recht nicht, wenn man als Band mit gleichwertigen Mitgliedern Demokratie im Kleinen durchspielt.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" width=\"1320\" height=\"880\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2-1-1920x1280.png\" data- class=\"alignnone size-large wp-image-61441 lazyload\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-61441\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/2-1-1920x1280.png\" alt=\"\" width=\"1320\" height=\"880\"  \/>Die Band ist alles andere als eine One-(Wo)Man-Show, keine hierarchisch gepr\u00e4gte Zusammensetzung mit einer alles bestimmenden Rampensau mit Starall\u00fcren. Von Anfang an war es eine Gruppe, in der jede:r Input einbringen kann \u2013 und soll. \u201eDas funktioniert so am besten\u201c, sagt Liebermann. Gaier erg\u00e4nzt: \u201eWir feiern dabei auch nicht die Gleichf\u00f6rmigkeit, sondern die Pluralit\u00e4t. Und Pluralismus bringt immer mehr.\u201c Konkret auf den Bandalltag umgem\u00fcnzt erg\u00e4nzt er dazu: \u201eEs ergibt immer mehr Inhalt, von f\u00fcnf Perspektiven auf etwas zu schauen als nur von einer. Wir sind alle kreative Geister.\u201c So entstehen Songs der 5\/8erl in Ehr\u2019n auf unterschiedliche Weise.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"> Wir feiern dabei auch nicht die Gleichf\u00f6rmigkeit, sondern die Pluralit\u00e4t. Und Pluralismus bringt immer mehr.\n<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Max Gaier, S\u00e4nger<\/p>\n<p>Geschickt haushalten<\/p>\n<p>Und f\u00fcr die nichtmusikalischen Bereiche gibt es eine Aufgabenteilung: Liebermann k\u00fcmmert sich etwa um die Finanzen, Gaier um den Online-Shop. Bewusst ist vieles in der Hand der Bandmitglieder. Nur beim Booking und in sehr intensiven Momenten hole man sich Unterst\u00fctzung \u2013 in dem Fall von einer Agentur. Als \u00f6sterreichische Band muss man gut planen und wirtschaften. Der Musikkonsum passiert heute gro\u00dfteils auf <a href=\"https:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/musik-ohne-muse-ki-musikindustrie\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Streamingplattformen wie Spotify,<\/a> davon profitieren K\u00fcnstler:innen aber meist kaum. Geld machen Bands wie 5\/8erl in Ehr\u2019n durch Konzertauftritte und Live-Tantiemen, also wenn sie selbst oder andere ihre Songs spielen.<\/p>\n<p>Und das Merchandising, also der Verkauf von Platten, Band-T-Shirts etc., sei auch nicht zu untersch\u00e4tzen, erkl\u00e4ren die zwei. Man sp\u00fcre, dass die Menschen generell im Zuge der Teuerungen weniger zum Ausgeben haben. Zum Gl\u00fcck h\u00e4tten die 5\/8erl in Ehr\u2019n \u00fcber die Jahre ein Publikum aufbauen k\u00f6nnen, das ihnen treu bleibt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Max Gaier\" width=\"1024\" height=\"768\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/AW_03_Foto_Achterl_7-1.jpg\" data- class=\"wp-image-61615 size-full lazyload\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-61615 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/AW_03_Foto_Achterl_7-1.jpg\" alt=\"Max Gaier\" width=\"1024\" height=\"768\"  \/>Als Musiker:in k\u00f6nne man sich nicht aussuchen, ob man politisch ist oder nicht, sagt S\u00e4nger Max Gaier. | \u00a9 Markus Zahradnik<\/p>\n<p>Jedes Bandmitglied hat nebenbei weitere Projekte \u2013 viele unterrichten in Schulen, auf Musikuniversit\u00e4ten oder bei Workshops \u2013 so und mit 5\/8erl in Ehr\u2019n k\u00f6nnen alle von der Musik leben.<\/p>\n<p>Liebermann, Gaier und Co wollen dabei die Kontrolle \u00fcber die Gestaltung innehaben, etwa selbst entscheiden, in welchen Zyklen sie Alben aufnehmen. Das schaffen sie dadurch, dass sie ihre Musik auf ihrem eigenen Label Viennese Soulfood Records ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Um zusammenbleiben zu k\u00f6nnen und dabei die Kreativit\u00e4t nicht zu verlieren, daf\u00fcr ben\u00f6tige es nicht zuletzt viel Beziehungsarbeit. Dazu geh\u00f6ren Debatten und auch mal Auseinandersetzungen: \u201eDadurch bleiben wir auch frisch\u201c, betont Gaier. Gitarristin Liebermann f\u00fcgt hinzu: \u201eWir haben eine Kommunikationskultur entwickelt.\u201c Auch die 5\/8erl in Ehr\u2019n h\u00e4tten \u00fcber die 20 Jahre nat\u00fcrlich schon Hochs und Tiefs erlebt. \u201eMan muss kapieren, dass es ein Projekt ist, das sich st\u00e4ndig weiterentwickelt.\u201c<\/p>\n<p>Mal bewusst ins Gras legen<\/p>\n<p>Den eigenen Rhythmus bei der Kreativarbeit bestimmen zu k\u00f6nnen, helfe, zu Ergebnissen zu kommen. Um die zu erreichen, brauche es auch immer wieder Schaffenspausen \u2013 aus ihrer Sicht nicht nur im Kulturbereich: \u201eIch bin sehr f\u00fcr Effizienz, man muss nicht immer unn\u00f6tig herumeiern, wenn man schnell etwas umsetzen kann\u201c, so Liebermann. Manchmal brauche es aber auch das Nichtstun. \u201eRegeneration ist extrem wichtig \u2013 auch um Abstand zu den Dingen zu haben, den gro\u00dfen \u00dcberblick zu behalten \u2013 und dass man wei\u00df, wie man sich erholt.\u201c<\/p>\n<p>Liebermann berichtet, wie sie sich manchmal \u2013 wie fast alle Menschen heutzutage \u2013 durch das Smartphone vereinnahmen l\u00e4sst. Oft glaube man, sofort auf Messages reagieren und immer online sein zu m\u00fcssen. \u201eDabei kann ich mir auch sagen: Nein, ich gebe das Ger\u00e4t weg und lege mich jetzt im Garten ins Gras und genie\u00dfe die Blumen\u201c, so Liebermann.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Als Musiker:in k\u00f6nne man sich nicht aussuchen, ob man politisch ist oder nicht, sagt S\u00e4nger Max Gaier (rechts).\" width=\"1320\" height=\"880\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-1-1920x1280.png\" data- class=\"size-large wp-image-61442 lazyload\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-61442\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/3-1-1920x1280.png\" alt=\"Als Musiker:in k\u00f6nne man sich nicht aussuchen, ob man politisch ist oder nicht, sagt S\u00e4nger Max Gaier (rechts).\" width=\"1320\" height=\"880\"  \/>Dass es auch manchmal das Nichtstun braucht, davon ist die Band \u00fcberzeugt. | \u00a9 Markus Zahradnik<\/p>\n<p>Wobei Bandkollege Gaier in Sachen Durchatmen argumentiert, dass es im besten Fall eine Art gesellschaftlichen Common Sense geben sollte, wie viel zu leisten ist \u2013 und wie man das am besten hinbekommt, nicht zuletzt in der Arbeitswelt: \u201eIch sehe da eine Schieflage: Regeneration als n\u00e4chste Pflicht der Arbeitnehmer:innen. Die Arbeitnehmer:innen sollen sich wieder mal \u00fcberlegen, wie sie sich gut erholen, damit sie noch besser und m\u00f6glichst lang funktionieren k\u00f6nnen. Man k\u00f6nnte den Spie\u00df umdrehen\u201c, sagt der S\u00e4nger. F\u00fcr ihn geh\u00f6re das Verh\u00e4ltnis zwischen Arbeit und Freizeit im Sinne der Arbeitnehmer:innen neu ausverhandelt.<\/p>\n<p>Acht Alben, sieben Amadeus-Awards und Hunderte Konzerte<\/p>\n<p>Die eigene Balance scheinen die f\u00fcnf jedenfalls gefunden zu haben. Seit \u00fcber zwei Dekaden gelingt es, die 5\/8erl in Ehr\u2019n immer wieder neu zu erfinden: Acht Alben, sieben Amadeus-Awards und Hunderte Konzerte sind jedenfalls ein Erfolg, der f\u00fcr ihre Herangehensweise spricht. Die Gelassenheit, die Bodenhaftung, die Spitzfindigkeit bei politischen Kommentaren und der omnipr\u00e4sente subtile Schm\u00e4h, die man in der Musik der \u201eAchterl\u201c h\u00f6rt, vermitteln Liebermann und Gaier auch im Gespr\u00e4ch. Schnell verflogen war der Stress der Anreise. Als das Team von Arbeit&amp;Wirtschaft seine Sachen packt, bleiben sie noch sitzen und nutzen die Gelegenheit, am Flussstrand miteinander weiterzuplaudern.<\/p>\n<p lang=\"de\">\ud83d\ude4c Du suchst gute Lekt\u00fcre f\u00fcr den Sommer? Dann lies unsere neue Ausgabe!<\/p>\n<p>\ud83c\udfd4\ufe0f Dieses Mal im Fokus: \u00d6sterreich will Tourismus. \u00d6sterreich braucht Tourismus. Aber den Preis daf\u00fcr zahlen oft die, die am wenigsten davon haben: die Besch\u00e4ftigten. Das schreibt @misik.bsky.social in der Titelgeschichte.<\/p>\n<p>\u2014 Arbeit&amp;Wirtschaft Magazin (<a href=\"https:\/\/bsky.app\/profile\/did:plc:fr6ktu4acflst4ehta2kbu7l?ref_src=embed\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">@aundwmagazin.bsky.social<\/a>) <a href=\"https:\/\/bsky.app\/profile\/did:plc:fr6ktu4acflst4ehta2kbu7l\/post\/3mp2ajf7o2s2r?ref_src=embed\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">24. Juni 2026 um 17:35<\/a><\/p>\n<p>Die Abendsonne \u00fcber der Alten Donau, das sich langsam leerende G\u00e4nseh\u00e4ufel: Gaier und Liebermann scheinen ganz in ihrem Element zu sein. G\u00e4be es keinen Badeschluss, w\u00fcrden sie wohl noch l\u00e4nger gemeinsam abh\u00e4ngen. Zumindest wird ihnen der Abschied dann mit einem Lied vers\u00fc\u00dft, das sie selbst komponiert haben: \u201eDie Sunn war stark und ziemlich guat heit \u2026 Badeschluss, es ist vorbei \u2026\u201c, klingt es bald aus den Lautsprechern. Der n\u00e4chste Badetag, der kommt bestimmt.<\/p>\n<p>Mehr lesen<\/p>\n<p>            Sie brauchen einen Perspektivenwechsel?<\/p>\n<p>Dann melden Sie sich hier an und erhalten einmal w\u00f6chentlich aktuelle Beitr\u00e4ge zu Politik und Wirtschaft aus Sicht der Arbeitnehmer:innen.<\/p>\n<p>                Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder.<br \/>\n                Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten f\u00fcr den Zweck der Versendung und Verwaltung des Newsletters sowie des Gewinnspiels zu. Diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. Details dazu finden Sie in unseren <a href=\"https:\/\/wien.arbeiterkammer.at\/Datenschutz.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Datenschutzbestimmungen<\/a>.<\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/newsletter.png\" class=\"lazyload\" bad-src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\"\/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/newsletter.png\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Band 5\/8erl in Ehr\u2019n feiert dieses Jahr ihr 20-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. 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