{"id":27494,"date":"2026-03-05T15:05:06","date_gmt":"2026-03-05T15:05:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27494\/"},"modified":"2026-03-05T15:05:06","modified_gmt":"2026-03-05T15:05:06","slug":"diagonale-intendanten-halten-filmfestivals-fuer-hochpolitische-orte-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27494\/","title":{"rendered":"Diagonale-Intendanten halten Filmfestivals f\u00fcr hochpolitische Orte \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrige Diagonale beginnt am 18. M\u00e4rz um 19.30 Uhr mit dem Er\u00f6ffnungsabend in der Helmut-List-Halle.<\/p>\n<p>Die Diagonale 26 zeigt von 18. bis 23. M\u00e4rz in Graz 149 Produktionen, davon 77 \u00d6sterreich- oder Weltpremieren. Filmfestivals seien hochpolitisch, die Weltlage gehe nicht spurlos daran vorbei, spielten die Intendanten Claudia Slanar und Dominik Kamalzadeh auf die Berlinale und den Nahen Osten an. Bei den Dokus gebe es fast nur Premieren, so Kamalzadeh. Und ein Schwerpunkt vergangener Jahre &#8211; Care-Arbeit &#8211; werde einen weiter besch\u00e4ftigen, so Slanar bei der Programmpr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Diagonale beginnt am 18. M\u00e4rz um 19.30 Uhr mit dem Er\u00f6ffnungsabend in der Helmut-List-Halle. Dabei wird auch der auf der Berlinale gefeierte Er\u00f6ffnungsfilm \u201eRose\u201c von Markus Schleinzer mit Sandra H\u00fcller in der Hauptrolle gezeigt. Zuvor erh\u00e4lt Hilde Dalik den \u201eGro\u00dfen Diagonale Schauspielpreis\u201c. Im Wettbewerb laufen 82 der 149 Produktionen.<\/p>\n<p>\u201eEs sind denkw\u00fcrdige Zeiten &#8211; es tobt ein neuer Krieg, noch einer\u201c, sagte Kamalzadeh. Der Krieg zwischen dem Iran und Israel bzw. den USA gehe auch an der Diagonale nicht ganz spurlos vorbei. \u201eWir m\u00fcssen in der Jury auf den Regisseur und Kameramann Faraz Fesharaki verzichten\u201c, so der Intendant. Auch der Regisseur Massoud Bakhshi sei betroffen, sie k\u00f6nnten nicht aus dem Iran ausreisen. Man habe keinen Kontakt, doch \u201eihnen gelten unsere Gedanken\u201c. Filmfestivals seien immer hochpolitisch, sagte der Intendant in Hinblick auf den Umgang etwa mit Berlinale-Chefin Tricia Tuttle, die \u201eeinmal wegen und einmal wegen mangelnder Abgrenzung\u201c kritisiert wurde. \u201eFestivals sind \u00f6ffentliche R\u00e4ume f\u00fcr Debatten, auch unbequeme\u201c, so Kamalzadeh.<\/p>\n<p>Bei den Spielfilmen im Wettbewerb (zwei Welt- und vier \u00d6sterreichpremieren) wurde u. a. die Weltpremiere von \u201eAMS &#8211; Arbeit muss sein\u201c von Sebastian Brauneis hervorgehoben &#8211; \u201eein hochkomischer Film \u00fcber eine Gruppe arbeitsloser Menschen, die sich gegen B\u00fcrokratie auflehnt\u201c, hie\u00df es bei der Programmpr\u00e4sentation. \u201eThe Stories\u201c von Abu Bakr Shawky ist eine klassische culture clash-Kom\u00f6die zwischen Wien und Kairo, inklusive Verdrehen von Stereotypen.<\/p>\n<p>Im Wettbewerb Dokumentarfilm screene man beinahe ausschlie\u00dflich \u00d6sterreich- und Weltpremieren, n\u00e4mlich sieben bzw. acht von 16 Filmen. \u201eA Russian Winter\u201c von Patric Chiha befasse sich mit der russischen Diaspora, lange Zeit durch den berechtigten Fokus auf die Ukraine ins Eck gedr\u00e4ngt. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Kurzdoku im gleichnamigen Wettbewerb (zw\u00f6lf Filme, neun Weltpremieren, Anm.) \u201eKnife in the heart of Europe\u201c von Artem Terentev hingewiesen, mit 60 Minuten eigentlich schon fast eine Langdoku, \u00fcber Jugendliche in Kaliningrad eingekesselt zwischen Russland und Europa. Intendantin Slanar sagte, dass auch heuer wieder ein wesentlicher Fokus auf den Dokus zu Care-Arbeit liege: Etwa \u201eMein halber Vater\u201c von Viki K\u00fchn, in der sich nach dem Schlaganfall des Vaters Mutter und Tochter die Betreuung teilen. In \u201eWahlkampf\u201c hat Harald Friedl das Team und den Spitzenkandidaten der SP\u00d6, Andreas Babler, begleitet. \u201eUnterhaltsam und im Stil gro\u00dfer Politikerdokus\u201c, so Slanar, die auch auf \u201eMeeting G\u00f6tz\u201c hinwies, eine dokumentarische Ann\u00e4herung an den rechtsextremen Publizisten G\u00f6tz Kubitschek, mit dem Regisseur Gregor Centner in dieselbe Schule ging.<\/p>\n<p>Im Kurzfilm-Wettbewerb mit 14 Filmen (acht Welt- und sechs \u00d6sterreichpremieren) wies Kamalzadeh auf \u201eEin Unfall\u201c von Angelika Spangel hin, der bereits auf der Berlinale lief. Angelika Reitzers \u201eDas H\u00f6henph\u00e4nomen\u201c besch\u00e4ftigt sich mit \u201eder fragw\u00fcrdigen Lust aus der H\u00f6he runterzuspringen\u201c &#8211; was sich mit einer aus den Fugen geratenen Welt verkn\u00fcpfe. Kom\u00f6diantisch werde es in \u201eDie fruchtbare Phase endet gleich\u201c von Fanny R\u00f6sch, in der eine Fruchtbarkeits-App ein Paar mit Kinderwunsch in zeitliche N\u00f6te st\u00fcrzt.<\/p>\n<p>In den beiden \u201ePositionen\u201c stehen der isl\u00e4ndische Regisseur Hlynur P\u00e1lmason und die Filmemacherin und Musikerin Billy Roisz im Mittelpunkt. Der Isl\u00e4nder &#8211; \u201ebei uns noch viel zu wenig bekannt\u201c, so die Intendanten &#8211; wird selbst eine Masterclass halten. Billy Roisz ist mit einer Werkschau von 22 Filmen pr\u00e4sent, pers\u00f6nlich wird sie die Live Performance \u201eTripping on Electrons\u201c mit ihrer speziellen Ton- und Bildkunst am 21. M\u00e4rz im Forum Heimatsaal im Volkskundemuseum halten.<\/p>\n<p>In den historischen Programmen \u201eNeue Unsicherheiten\u201c bzw. \u201eGirls will be Boys\u201c geht es einerseits um das dokumentarische Filmschaffen in den 1990ern &#8211; einer Zeit, die in ihren Auswirkungen heute noch sp\u00fcrbar ist, mit den Balkankriegen und den Verschiebungen in der Sozialdemokratie, wie die Intendanten urteilten. In der Kooperation mit Synema &#8211; \u201eGirls will be Boys\u201c &#8211; geht es um Frauen in sogenannten Hosenrollen, mit drei Titeln aus der Zwischenkriegszeit: \u201eDer Page vom Dalmasse-Hotel\u201c, \u201eViktor und Viktoria\u201c sowie \u201ePeter, das M\u00e4dchen von der Tankstelle\u201c.<\/p>\n<p>Zum Budget befragt sagte Kamalzadeh, er habe wie im vergangenen Jahr rund zwei Millionen Euro, inklusive der Sachleistungen zur Verf\u00fcgung. Ohne Sachleistungen l\u00e4ge man bei rund 1,75 Millionen Euro. Die Vertreter des Hauptsponsors (seit 2017, Anm.) Steierm\u00e4rkische Sparkasse sagten auf Journalistenfragen zur Dauer des Sponsorings, dass dieses kein Ablaufdatum habe. Es gehe weiter, solange es gut funktioniere, und es habe sich gut entwickelt. \u201eWir m\u00fcssen jedes Jahr eine Entscheidung treffen, die Gelder beruhten ja auf Basis der Dividende der Bank\u201c, sagte der Vorsitzende der Steirischen Verwaltungssparkasse, Gerhard Fabisch, fr\u00fcherer Vorstandsvorsitzender der Steierm\u00e4rkischen Sparkasse. Sigmund Loibner, Vorstandsmitglied der Steierm\u00e4rkischen, nannte die Diagonale \u201eeine der bedeutendsten Veranstaltungen des Landes, kraftvoll und mit gesellschaftlicher Relevanz\u201c. (APA)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die diesj\u00e4hrige Diagonale beginnt am 18. M\u00e4rz um 19.30 Uhr mit dem Er\u00f6ffnungsabend in der Helmut-List-Halle. 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