{"id":275308,"date":"2026-07-15T08:18:08","date_gmt":"2026-07-15T08:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/275308\/"},"modified":"2026-07-15T08:18:08","modified_gmt":"2026-07-15T08:18:08","slug":"augen-yoga-im-duesseldorfer-kunstpalast-trifft-entspannung-auf-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/275308\/","title":{"rendered":"\u201eAugen-Yoga\u201c: Im D\u00fcsseldorfer Kunstpalast trifft Entspannung auf Kunst"},"content":{"rendered":"<p>Der D\u00fcsseldorfer Kunstpalast l\u00e4dt zum Augen-Yoga. Was nach einem weiteren Wellness-Trend klingt, folgt einer simplen Idee: Kunst kann Stress reduzieren \u2013 vorausgesetzt, man schaut richtig hin.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Lust auf eine Runde Yoga im Museum? Dann auf in den D\u00fcsseldorfer Kunstpalast. Dort startet in der kommenden Woche ein Angebot namens \u201eVisual Arts Yoga\u201c. \u00dcbersetzt: Bildende-Kunst-Yoga. Ein anderer Begriff lautet: \u201eAugen-Yoga\u201c. 90 Minuten dauert eine Session. Geplant sind zwei bis drei Termine pro Monat. Interessenten werden zu verschiedenen Stationen der Sammlung gef\u00fchrt. Matte vor dem Kunstwerk ausrollen, tiefe Atemz\u00fcge nehmen, Gedanken wie Wolken ziehen lassen, Wahrnehmung sch\u00e4rfen, ein Detail auf dem \u00d6lgem\u00e4lde von Peter Paul Rubens anstarren \u2013 und dann ganz gechillt in den herabschauenden Hund gehen. Omm!<\/p>\n<p>Die Yoga-Begeisterung kennt keine Grenzen, die Zahl der Unterformen ist un\u00fcberschaubar. Lach-Yoga ist l\u00e4ngst ein Klassiker. Welpen-Yoga ist noch relativ neu, aus Tierschutzgr\u00fcnden sollte man es tunlichst boykottieren. Eine besonders s\u00fcffige Form ist Bier-Yoga, das in Kneipen und bei Festivals entstanden sein soll: Flasche neben die Matte stellen, und dann w\u00e4hrend der \u00dcbungen ein Schl\u00fcckchen nehmen. Das entspannt zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Augen-Yoga \u2013 das klingt trotzdem erst mal nach einer extravaganten Idee. Typisch f\u00fcr das schicke D\u00fcsseldorf mit seiner K\u00f6nigsallee, wo die Optik wichtiger ist als alles andere und der Schein das Bewusstsein bestimmt, insbesondere der Geldschein. Im \u00dcbrigen: Gibt es eigentlich auch Hals-, Nasen- oder Ohren-Yoga? Doch Spa\u00df beiseite: Augen-Yoga ist als Prinzip schon tausende von Jahren alt, und das Museumsangebot hat einen ernsten Hintergrund.<\/p>\n<p>Die Weltgesundheitsorganisation kam auf Grundlage von Studien zu dem Schluss, dass Kunstbetrachtung das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/fitness\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/fitness\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wohlbefinden<\/a> f\u00f6rdert und Stress reduziert. Kunst lenkt ab und bringt auf Ideen: Je nachdem, wie man ein Werk anschaut, schaut es zur\u00fcck und setzt im Gehirn etwas in Bewegung. Neugierig, wie die Menschen sind, pilgern sie gern in Museen. Das Dumme ist: Die meisten nehmen sich kaum Zeit, wirklich etwas zu sehen. Sie schauen nur kurz hin.<\/p>\n<p>Der Kunstpalast will noch einen draufsetzen <\/p>\n<p>Laut dem Wiener Gesundheitspsychologen David Brieber betr\u00e4gt die Verweildauer vor einem Kunstwerk durchschnittlich 20 Sekunden. Das sind gerade einmal vier Atemz\u00fcge. Vier von t\u00e4glich 20.000. Aber wie viel Zeit und Energie hat der Kunstschaffende in sein Werk gesteckt? Und wie oft stockte ihm der Atem?<\/p>\n<p>\u201eDer Kunstpalast wird zu einem Ort der Verlangsamung und Regeneration\u201c, hei\u00dft das Versprechen in D\u00fcsseldorf. Der Blick soll wieder verweilen lernen, zur Ruhe kommen und nicht st\u00e4ndig nerv\u00f6s hin- und herwandern. Entstanden ist die innovative Yoga-Initiative in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert ist. Was Kunstbetrachtung zu Heilungszwecken betrifft, so wird auf dem Gebiet schon l\u00e4nger experimentiert. <\/p>\n<p>Vor vier Jahren zum Beispiel, auf dem H\u00f6hepunkt der Coronazeit, verschrieb die \u00c4rzteschaft eines Br\u00fcsseler Krankenhauses depressiv gestimmten Patienten kostenlose Museumsbesuche. Ziel: die mentale Gesundheit zu verbessern. In Montreal startete man 2018 ein \u00e4hnliches Programm. Es richtete sich auch an Schmerzpatienten und Schwerstkranke.<\/p>\n<p>Im Herbst will der Kunstpalast noch einen draufsetzen und in seiner Sammlung einen Sportparcours errichten lassen. Ringe. Ruderger\u00e4t. Tischtennisplatte. Balanceboard. Nie war der Museumsbesuch so gesund wie heute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der D\u00fcsseldorfer Kunstpalast l\u00e4dt zum Augen-Yoga. 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