{"id":27546,"date":"2026-03-05T15:38:07","date_gmt":"2026-03-05T15:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27546\/"},"modified":"2026-03-05T15:38:07","modified_gmt":"2026-03-05T15:38:07","slug":"esa-orbitersonden-erfassen-super-sonnensturm-am-mars","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27546\/","title":{"rendered":"ESA Orbitersonden erfassen Super-Sonnensturm am Mars"},"content":{"rendered":"<p> Wissenschaftler der ESA zeigen, wie ein Sonnen Supersturm den Mars traf. Mars Express und der ExoMars Trace Gas Orbiter registrierten im Mai 2024 St\u00f6rungen an Bord und eine stark ver\u00e4nderte Hochatmosph\u00e4re. Eine neue Auswertung beschreibt, wie heftig der Rote Planet auf die Teilchenlawine reagierte. <\/p>\n<p>Der Sturm geh\u00f6rte zu den st\u00e4rksten Ereignissen seit mehr als 20 Jahren und lie\u00df auf der Erde Polarlichter bis weit nach S\u00fcden aufleuchten. Wie die ESA berichtet bekam auch der Mars die volle Ladung ab, als am 20. Mai 2024 energiereiche Teilchen und Strahlung im inneren Sonnensystem eintrafen.<\/p>\n<p>Ein Strahlungsmonitor an Bord des ExoMars Trace Gas Orbiter ma\u00df dabei eine Dosis, die sonst in etwa 200 normalen Tagen zusammenkommt, und das in nur 64 Stunden. Beide ESA Sonden meldeten zudem Computerfehler, wie sie bei Weltraumwetter auftreten k\u00f6nnen, also bei St\u00f6rungen durch Sonnenstrahlung und geladene Teilchen.<\/p>\n<p>Besonders deutlich zeigte sich die Wirkung in der Ionosph\u00e4re, einer elektrisch geladenen Schicht der Hochatmosph\u00e4re. Dort stieg die Zahl der Elektronen, also negativ geladener Teilchen, in zwei H\u00f6henbereichen stark an, bei rund 110 und 130 Kilometern um 45 Prozent und 278 Prozent.<\/p>\n<p>Funksignale als Messwerkzeug<\/p>\n<p>Um diese Ver\u00e4nderungen zu messen, nutzte das Team eine Methode namens Radio Okkultation, also die Auswertung, wie Funksignale in der Atmosph\u00e4re gebogen werden. Mars Express sendete dabei ein Radiosignal zu TGO, genau in dem Moment, als der Empf\u00e4nger hinter dem Mars Horizont verschwand.<\/p>\n<p>Auf dem Weg durch die Atmosph\u00e4re wurde das Signal unterschiedlich stark abgelenkt. Daraus l\u00e4sst sich ableiten, wie dicht und wie elektrisch geladen die einzelnen Schichten waren, und damit auch, wie stark der Sturm die Ionosph\u00e4re aufpumpte.<\/p>\n<p>Drei Ausl\u00f6ser in einer Sturmserie<\/p>\n<p>Die Messungen fielen in eine Reihe von drei Sonnen Ereignissen, die gemeinsam den Supersturm ausmachten. Dazu geh\u00f6rten ein Strahlungsausbruch, ein Schub besonders energiereicher Teilchen und ein koronaler Massenauswurf, also eine Wolke aus hei\u00dfem Plasma, die von der Sonne ins All geschleudert wurde.<\/p>\n<p>Laut ESA gelang eine Beobachtung nur rund zehn Minuten nach einem gro\u00dfen Ausbruch, ein seltener Gl\u00fccksfall. Denn solche Messungen zwischen den beiden Orbitern finden derzeit nur wenige Male pro Woche statt.<\/p>\n<p>Folgen auch f\u00fcr Radar und k\u00fcnftige Missionen<\/p>\n<p>Eine stark mit Elektronen gef\u00fcllte Hochatmosph\u00e4re kann Funksignale d\u00e4mpfen. Das ist wichtig, weil Radarsysteme im Orbit mit Funksignalen die Oberfl\u00e4che oder Untergrundstrukturen untersuchen, und eine aufgeladene Ionosph\u00e4re solche Messungen erschweren kann.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse helfen au\u00dferdem beim Blick zur\u00fcck auf die Mars Geschichte. Der Planet verlor im Lauf der Zeit gro\u00dfe Mengen Wasser und einen Gro\u00dfteil seiner Atmosph\u00e4re, und Sonnenwind, also der stetige Strom geladener Teilchen von der Sonne, gilt als wichtiger Treiber dieses Verlusts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wissenschaftler der ESA zeigen, wie ein Sonnen Supersturm den Mars traf. 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