{"id":278485,"date":"2026-07-16T21:19:19","date_gmt":"2026-07-16T21:19:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/278485\/"},"modified":"2026-07-16T21:19:19","modified_gmt":"2026-07-16T21:19:19","slug":"tu-graz-erprobt-zweiachsig-nachgefuehrte-und-faltbare-photovoltaik-anlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/278485\/","title":{"rendered":"TU Graz erprobt zweiachsig nachgef\u00fchrte und faltbare Photovoltaik-Anlage"},"content":{"rendered":"<p>Eine Forschungsgruppe um\u00a0Armin Buchroithner vom Institut f\u00fcr Elektrische Messtechnik und Sensorik der TU Graz startet den Versuch, ein l\u00e4ngst f\u00fcr erledigt gehaltenes Konzept f\u00fcr Photovoltaik-Systeme zu neuem Leben zu erwecken: Zweiachsige Nachf\u00fchrung des Solargenerators galt wegen der deutlich h\u00f6heren spezifischen Ertr\u00e4ge in Zeiten hoher Modulpreise als probates Mittel und wurde bis Anfang der 2000er-Jahre noch in gro\u00dfen Freifl\u00e4chenanlagen eingesetzt. Die hohen Mehrkosten f\u00fcr eine windstabile Ausf\u00fchrung der Mechanik standen aber ab einem gewissen Punk in keinem vern\u00fcnftigen Verh\u00e4ltnis mehr zu den Ertragssteigerungen. Mechanisch viel einfachere und stabilere Einachs-Tracker dominieren heute den Markt f\u00fcr Nachf\u00fchrsysteme, bei kleinen Anlagen wird praktisch ausschlie\u00dflich Festaufst\u00e4nderung eingesetzt.<\/p>\n<p>Das an der TU Graz entwickelte System namens FLAPTrack soll dies \u00e4ndern. Die Abk\u00fcrzung steht f\u00fcr \u201eFace-to-Face Lay-Down Anti-Degradation Protection\u201c und fasst die Vorz\u00fcge des Konzepts zusammen. Die Anlage soll die Ertragssteigerung mit Schutz vor Wettereinwirkungen kombinieren. Nachts, vor allem aber bei drohendem Unwetter falten sich die Module des mit einer lokalen Wetterstation und regionalen Wettervorhersagemodellen gekoppelten Systems automatisch zusammen und werden flach am Boden abgelegt, wo sie vor Windlast, Schnee und Staub sowie Hagelsch\u00e4den gesch\u00fctzt sind. Letzteres sei eine oft unbemerkte Gefahr, erkl\u00e4rt Armin Buchroithner: \u201eKompressionen der Silizium-Waver durch Hageleinschlag k\u00f6nnen Hotspots verursachen, die durch ihren erh\u00f6hten Innenwiderstand den Wirkungsgrad des gesamten Moduls reduzieren.\u201c<\/p>\n<p>Testanlage auf dem Dach<\/p>\n<p>Praktisch erprobt wird das System derzeit mit einer 1,8 Kilowatt-Anlage auf dem Dach eines B\u00fcrogeb\u00e4udes der Universit\u00e4t. Schon dieser Standort auf einem Dach w\u00e4re wegen der dort im Vergleich zu ebenerdiger Montage nochmals weit h\u00f6heren Windlasten f\u00fcr einen Zweiachs-Tracker ohne Schutzmechanismus \u2013 also das Verbringen der Module in eine windgesch\u00fctzte Position \u2013 kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Mechanik bezeichnet Buchroithner denn auch als \u201eKerninnovation\u201c: FLAPtrack nutze einen patentierten linearen Aktuator, der sowohl die Ausrichtung zur Sonne als auch das Zusammenfalten der Module \u00fcbernimmt. \u201eDurch diese Doppelfunktion sparen wir Installations- und Betriebskosten, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit verbessert\u201c, so Buchroithner. Die Drehung in Horizontalen erfolgt dabei durch einen Riemenantrieb mit bodennaher Kreisf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Mehrertrag des Systems gegen\u00fcber fest installierten Modulen wird mit 40 Prozent angegeben. Entscheidend f\u00fcr die Wirtschaftlichkeit sei aber \u201edie zus\u00e4tzliche Stromausbeute in den Tagesrandzeiten: Morgens und abends, wenn der allgemeine Stromverbrauch besonders hoch ist, liefert FLAPTrack durch das optimale Sonnenstand-Tracking mehr als doppelt so viel Strom wie traditionelle Photovoltaik-Anlagen, was auch zur Netzentlastung beitr\u00e4gt\u201c, so Buchroithner. Besonders gro\u00df sei dieser Effekt wegen des niedrigen Sonnenstands im Winterhalbjahr und an Standorten in h\u00f6heren Breitengraden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Forschungsgruppe um\u00a0Armin Buchroithner vom Institut f\u00fcr Elektrische Messtechnik und Sensorik der TU Graz startet den Versuch, ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":278486,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[29],"tags":[46,42,34879,183,74548,44,74549],"class_list":["post-278485","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-graz","tag-at","tag-austria","tag-global","tag-graz","tag-komplettsysteme","tag-oesterreich","tag-systemintegration"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116931747227650362","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=278485"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/278485\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/278486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=278485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=278485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=278485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}