{"id":27894,"date":"2026-03-05T19:46:13","date_gmt":"2026-03-05T19:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27894\/"},"modified":"2026-03-05T19:46:13","modified_gmt":"2026-03-05T19:46:13","slug":"historische-stunde-fuer-einen-regimewechsel-im-iran-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/27894\/","title":{"rendered":"Historische Stunde f\u00fcr einen Regimewechsel im Iran\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Gerade hat Arye Sharuz Shalicar in dem Video-Interview aus Tel Aviv mit \u00f6sterreichischen Journalisten davon gesprochen, dass der Iran Mittwoch nur noch 20 Raketen auf Israel abgefeuert habe. Ein paar Minuten sp\u00e4ter bemerkt der Politologe und Autor, ein Israeli mit iranischen Wurzeln, scheinbar seelenruhig, dass soeben eine Vorwarnung vor einem Luftalarm auf seinem Handy eingegangen sei und dass er demn\u00e4chst wohl kurz verschwinden werde. Als ehemaliger Milit\u00e4rsprecher hat Shalicar inzwischen Routine darin, sich rasch in Sicherheit zu bringen.<\/p>\n<p>Der Bildschirm bleibt f\u00fcr f\u00fcnf Minuten dunkel, ehe der 48-J\u00e4hrige wieder auftaucht, als w\u00e4re nichts geschehen \u2013 wie zur Best\u00e4tigung seiner Aussage, wonach \u201edas israelische Sicherheitssystem funktioniert\u201c. Mittlerweile seien die Vereinigten Arabischen Emirate, etwa Abu Dhabi und Dubai, st\u00e4rker unter Beschuss der iranischen Raketen und Drohnen geraten. <\/p>\n<p>Wie sch\u00e4tzt der Reservist der israelischen Armee mit seinem Insider-Wissen die aktuelle Lage im Iran-Krieg ein? Vor acht Monaten, w\u00e4hrend des Zw\u00f6lftagekriegs im Juni, hatte er in einem Video-Interview das Fazit gezogen: \u201eDas ist der gr\u00f6\u00dfte Erfolg f\u00fcr Israel seit dem Sechstagekrieg 1967\u201c. Er beschrieb die Perspektive f\u00fcr einen neuen Nahen Osten\u201c und \u201eeine neue Realit\u00e4t f\u00fcr den Iran\u201c \u2013 und er prophezeite einen \u201eTodessto\u00df f\u00fcr das Regime\u201c. <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Christian Ultsch - Arye Shalicar.webp\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>\u2003Caio Kauffmann<\/p>\n<p>\u201eDas war nur das Vorspiel. Eine Aufw\u00e4rmrunde. Es war klar, dass es fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder knallen w\u00fcrde\u201c, sagt er heute. In seine Hoffnung mischt sich ein Sinn f\u00fcr die politische Realit\u00e4t. \u201eMan darf das iranische Regime nicht untersch\u00e4tzen\u201c, warnt er angesichts einer \u201eMullahkratie\u201c, die sich seit 47 Jahren an der Macht h\u00e4lt. Doch er sieht eine einmalige Chance f\u00fcr den Sturz der Islamischen Republik. \u201eJetzt oder nie: Das ist eine historische Stunde. Wir sind entschiedener und entschlossener in den Ring gestiegen. Das iranische Regime k\u00e4mpft ums \u00dcberleben.\u201c <\/p>\n<p>F\u00fcr Arye Shalicar ist es auch eine pers\u00f6nliche Mission. Er ist als Sohn iranischer Eltern in Deutschland aufgewachsen, eingebettet in persischer Kultur und persischen Traditionen, ehe er als Student nach Israel emigriert ist. Er hat die iranische Geschichte und die Sprache gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen. \u201eVon klein auf habe ich von der Revolution getr\u00e4umt.\u201c Von einer Konterrevolution gegen die Revolution des schiitischen Gottesstaats. \u201eWir haben Verwandte ersten Grades im Iran, und ich m\u00f6chte das Land einmal besuchen. Mein Karriereziel ist es, einmal erster israelischer Botschafter im Iran zu werden.\u201c<\/p>\n<p>Ob es tats\u00e4chlich zu einem Regimewechsel in Teheran kommen wird? \u201eIch w\u00fcnsche mir nichts inniger als eine Befreiung des Iran.\u201c Die Mullah-Republik sei nicht nur eine \u201eexistenzielle Bedrohung f\u00fcr Israel, sondern eine Gefahr f\u00fcr die gesamte Region\u201c. \u201eDer Iran ist der Kopf der Schlange.\u201c Nicht nur  der Iran selbst sei massiv geschw\u00e4cht, sondern auch die Verb\u00fcndeten wie <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/hamas\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamas<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/hisbollah\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hisbollah<\/a>. \u201eF\u00fcr den Staat Israel war der 7. Oktober 2023 der Tiefpunkt in seiner Geschichte. In der Zwischenzeit hat sich das Blatt aber gewendet: Der Iran ist der B\u00f6sewicht in der Region.\u201c <\/p>\n<p>Schulter an Schulter, mithin \u201eim Gleichschritt\u201c und mit einer klaren Aufgabenteilung seien die USA und Israel nach wochen- und monatelanger Planung in den Krieg gegen den gemeinsamen Feind gezogen. \u201eWir werden noch mehr Druck aus\u00fcben.\u201c Mit ihren Angriffen gegen die milit\u00e4rische Infrastruktur und den Unterdr\u00fcckungsapparat, gegen die Revolutionsgarden, die Polizei und die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/basij\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Basidsch<\/a>-Milizen w\u00fcrden die Luftangriffe das \u201eTor\u201c \u00f6ffnen f\u00fcr einen Aufstand des iranischen Volks. <\/p>\n<p>\u201eNicht einmal <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a>\u201c wisse, so Shalicar, wie lange der Krieg dauern werde. Zwei Wochen, vier Wochen? Israel, so die Einsch\u00e4tzung von Experten, werde wom\u00f6glich l\u00e4nger durchhalten als die Trump-Regierung. Nicht zuletzt, da Premier <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/benjamin-netanjahu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Benjamin Netanjahu<\/a> sich von einem Sieg und einem Ende des Regimes den Kriegsherrn-Lorbeer f\u00fcr die Wahl heuer in Israel verspricht.<\/p>\n<p>Als Politologe rechnet Shalicar damit, dass die Minderheiten \u2013 Kurden, Belutschen, Aseris oder Araber machen fast 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung aus \u2013 das Regime von der Macht vertreiben k\u00f6nnten. \u201eDer Unmut ist weit verbreitet.\u201c<\/p>\n<p>Die Chancen f\u00fcr Oppositionsf\u00fchrer <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/reza-pahlavi\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Reza Pahlavi<\/a> sch\u00e4tze er dagegen pessimistischer ein. \u201eIch kenne ihn, ich mag ihn, er ist ein Patriot durch und durch.\u201c Der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/schah\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schah<\/a>-Sohn suchte offensiv die Unterst\u00fctzung der Regierung in Jerusalem und des Mossad. Doch die Vergangenheit der Schah-\u00c4ra, so Iran-Kenner Shalicar, lebe im Land weiter. \u201e<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/pahlavi\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pahlavi<\/a> ist bei den Exil-Iranern beliebter als in seiner alten Heimat.\u201c Er zweifle daran, dass die Iraner ihm wie einst <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ruhollah-khomeini\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" oder=\"\" nie:=\"\" historische=\"\" stunde=\"\" f=\"\" einen=\"\" regimewechsel=\"\" im=\"\" iran=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ayatollah Khomeini<\/a> auf dem Flughafen in Teheran nach der R\u00fcckkehr aus dem Exil den roten Teppich ausrollen und ihn frenetisch empfangen w\u00fcrden. \u201eIch glaube nicht, dass er der Mann der Stunde ist.\u201c <\/p>\n<p>Viele potenzielle Kandidaten f\u00fcr die F\u00fchrung einer \u00dcbergangsregierung seien gestorben, sagt Arye Shalicar. Was tun, wenn das Regime trotz der massiven Angriffe \u00fcberlebt, mit neuen Gesichtern, aber alter Ideologie? Der Ex-Milit\u00e4rsprecher kehrt den Pragmatiker heraus: \u201eIsrael k\u00f6nnte damit leben. Aber der Iran m\u00fcsste das Atomprogramm aufgeben, er m\u00fcsste das Arsenal an ballistischen Raketen minimieren und die Hilfe f\u00fcr die Verb\u00fcndeten einstellen.\u201c Es sind die \u201eroten Linien\u201c, die Netanjahu vor den Verhandlungen mit den US-Unterh\u00e4ndlern Steven Witkoff und Jared Kushner formuliert hat. <\/p>\n<p>In neuen Verhandlungen sieht Shalicar indessen keinen Sinn. \u201eWir haben null Vertrauen in die Vertreter des Regimes. Sie spielen doch nur auf Zeit.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gerade hat Arye Sharuz Shalicar in dem Video-Interview aus Tel Aviv mit \u00f6sterreichischen Journalisten davon gesprochen, dass der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":27895,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1423,40,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-27894","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-interview","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-welt","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116178294058610540","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27894"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27894\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}