{"id":28471,"date":"2026-03-06T03:49:14","date_gmt":"2026-03-06T03:49:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/28471\/"},"modified":"2026-03-06T03:49:14","modified_gmt":"2026-03-06T03:49:14","slug":"dann-rutscht-der-euro-ab-experten-warnen-vor-laengerem-iran-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/28471\/","title":{"rendered":"&#8222;Dann rutscht der Euro ab!&#8220; Experten warnen vor l\u00e4ngerem Iran-Krieg"},"content":{"rendered":"<p>Der Iran-Krieg seit Ende Februar l\u00f6st mit der Blockade der wichtigsten Handelsstra\u00dfe Hormus durch das iranische Regime einen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/03\/gas-sprit-lebensmittel-iran-krieg-deutschland-preis-schock\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Energiepreis-Schock (\u00d6l, Benzin, Diesel, Gas) <\/a>aus. Die h\u00f6heren Kosten f\u00fcr Verbraucher und energieintensive Branchen (Chemie, Stahl) setzen auch die deutsche Wirtschaft unter Druck \u2013 die ohnehin unter einer fragilen Konjunktur leidet. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Jetzt leidet auch noch der Euro \u2013 aktuell um 1,16 US-Dollar \u2013 unter den Geschehnissen. Besonders hart k\u00f6nnte es den Euro treffen, falls das Szenario eintritt, dass der Iran-Krieg deutlich l\u00e4nger dauert als die von US-Pr\u00e4sident angek\u00fcndigten &#8222;vier Wochen&#8220;. <\/p>\n<p>Der \u00d6konom Daniel Stelter mahnt bei Euronews: &#8222;Ein ohnehin strukturell schwacher Euro \u2013 wegen geringem Wachstum, hoher Schulden und politischer Zerstrittenheit \u2013 geriete weiter unter Druck, weil Kapital in als sicher geltende Dollar-Anlagen flie\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p>Auch der Chefvolkswirt der ING-Bank, Carsten Brzeski, mahnt bei Euronews: &#8222;In solch einem Szenario w\u00fcrde als Erstes der Dollar steigen und der Euro weiter abrutschen.&#8220;<\/p>\n<p>Wie gef\u00e4hrlich tief k\u00f6nnte der Euro fallen?<\/p>\n<p>Ein sogenanntes &#8222;Worst-Case-Szenario&#8220; f\u00fcr den Euro w\u00fcrde bei eineranhaltenden, regionalen Eskalation im Nahen Osten mit massiven, Europa betreffenden Energiest\u00f6rungen eintreten. Investoren w\u00fcrden im Krisenmodus ihre Anlagen wie Aktien verkaufen und in &#8222;sichere H\u00e4fen&#8220; wie dem US-Dollar (gilt als &#8222;Krisenw\u00e4hrung Nummer eins&#8220;) fl\u00fcchten. <\/p>\n<p>Das Ergebnis s\u00e4he so aus: Viele kaufen Dollar, der Dollar wird teurer, der Euro f\u00e4llt.<\/p>\n<p>ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski erkl\u00e4rt: &#8222;Wenn die Blockade am Hormus l\u00e4nger, sprich mehrere Wochen, anh\u00e4lt, sollte auch der \u00d6lpreis auf 100 USD\/b und mehr steigen. In solch einem Szenario w\u00fcrde als Erstes der Dollar steigen und der Euro weiter abrutschen. Wahrscheinlich auf rund 1.10 EUR\/USD.&#8220;<\/p>\n<p>In diesem Falle k\u00f6nnte der Wechselkurs Euro\/US-Dollar auf 1,10 bis 1,12 oder weit tiefer fallen. Das hei\u00dft: F\u00fcr einen Euro bek\u00e4me man dann nur noch 1,10 Dollar (statt aktuell 1,16 USD).Das w\u00e4re ein deutlicher Wertverlust gegen\u00fcber dem Dollar, etwa 5 bis 8 Prozent. Dann w\u00fcrde auch ein Urlaub in den USA (Hotels, Fl\u00fcge, Shopping) teurer werden und importierte Waren (\u00d6l, Elektronik, Rohstoffe) in Euro folglich umgerechnet mehr kosten. Ein R\u00fcckgang von 5 bis 8 Prozent in den n\u00e4chsten Wochen w\u00e4re der schw\u00e4chste Stand seit der Energiekrise 2022\/23.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung bedeute &#8222;noch nicht unbedingt eine Rezession&#8220; in Deutschland \u2013 &#8222;aber dieses Worst-Case Szenario w\u00e4re ein enormer D\u00e4mpfer auf den sich gerade abzeichnenden Aufschwung&#8220;, erkl\u00e4rt Brzeski. <\/p>\n<p>Makro\u00f6konom Daniel Stelter prognostiziert sogar einen tiefen Fall: &#8222;Im Worst-Case halte ich ein Abrutschen des Euro deutlich unter die Tiefs der Energiekrise 2022\/23 \u2013 damals zeitweise unter Parit\u00e4t zum Dollar \u2013 f\u00fcr m\u00f6glich, also ein Szenario von 0,90 bis 0,95 Dollar je Euro.&#8220; In einer Panikphase &#8222;vor\u00fcbergehend darunter&#8220;.<\/p>\n<p>Rezession? Schwere Folgen f\u00fcr Deutschland<\/p>\n<p>Der \u00d6konom Daniel Stelter hingegen sieht bei einem Worst-Case-Szenario \u2013 Blockade \u00fcber mehrere Monate, l\u00e4ngerer Krieg, Zerst\u00f6rung entscheidender Infrastruktur \u2013 f\u00fcr Deutschland besonders schwere Folgen. &#8222;Folglich w\u00e4ren \u00d6lpreise deutlich \u00fcber 100 Dollar, Gaspreise NOCH deutlich teurer&#8220;.<\/p>\n<p>**Laut Daniel Stelter entstehe dann eine Rezession: &#8222;H\u00f6here Energiepreise wirken wie eine Zusatzsteuer, d\u00e4mpfen Konsum und Investitionen. Bereits schwache Industriel\u00e4nder wie Deutschland rutschen tief in die Rezession \u2013 die gesamte Eurozone in mindestens eine technische Rezession&#8220;**Auch warnt Stelter vor einer Stagflation: &#8222;Die Kombination aus hoher Inflation durch Energie und gleichzeitigem BIP-R\u00fcckgang \u2013 eine Wiederholung, aber in versch\u00e4rfter Form, dessen, was wir seit 2022 gesehen haben.&#8220;<\/p>\n<p>\u00dcber die Aktienm\u00e4rkteprognostiziert Stelter: Die Gewinnmargen energieintensiver Branchen (Chemie, Stahl, Auto, Maschinenbau) w\u00fcrden einbrechen. Europ\u00e4ische Indizes d\u00fcrften &#8222;deutlich st\u00e4rker fallen als US-M\u00e4rkte&#8220;. Das Gesch\u00e4ftsmodell &#8222;Energie rein, Industrie raus&#8220; komme n\u00e4mlich erneut unter Druck.<\/p>\n<p>Eine Stagflation, also hohe Inflation plus schwaches Wachstum, k\u00f6nnte den deutschen Aktienmarkt DAX in eine Verkaufswelle treiben. Viele Anleger k\u00f6nnten also gleichzeitig ihre Aktien verkaufen, aus Panik. <\/p>\n<p>Je l\u00e4nger die Blockade, desto schlimmer die Folgen<\/p>\n<p>Stelter: &#8222;Entscheidend ist: Je l\u00e4nger die Blockade anh\u00e4lt und je st\u00e4rker die realwirtschaftlichen Sch\u00e4den sichtbar werden, desto eher preist der Markt eine strukturelle Schw\u00e4che des Euro ein, nicht nur einen kurzfristigen Schock.&#8220;<\/p>\n<p>Dabei entsteht eine Schieflage bei Zinsen und Anleihenm\u00e4rkten: &#8222;Am Ende w\u00fcrde die EZB wieder st\u00e4rker in den Markt eingreifen m\u00fcssen, um eine neue Schuldenkrise zu verhindern&#8220;, sagt Stelter sogar. Denn &#8222;nominale Renditen am langen Ende k\u00f6nnten zun\u00e4chst steigen aufgrund der Inflationssorge, gleichzeitig w\u00e4chst jedoch der Stress bei den hoch verschuldeten Staaten, darunter Frankreich, wegen steigender Risikoaufschl\u00e4ge.&#8220;<\/p>\n<p>Sogar &#8222;extreme Preisspitzen&#8220; w\u00e4ren denkbar, mahnt Stelter, bei Eskalationen wie Angriffen auf Tanker oder physischen Sch\u00e4den an der Infrastruktur. Ein sogenanntes &#8222;Energie-Black-Swan\u201c-Ereignis im Energiebereichw\u00fcrde dann entstehen, mit weitreichenden Konsequenzen wie pl\u00f6tzlichen Versorgungsst\u00f6rungen oder Preisexplosionen, die die globale Wirtschaft ersch\u00fcttern. &#8222;So ein Schock w\u00fcrde die Debatte \u00fcber Rationierung, Produktionsstilllegungen und Verlagerung von Industrie ins Ausland erneut befeuern&#8220;, so Stelter.Wom\u00f6glich k\u00f6nnten auch trotz g\u00fcnstigem Euro \u2013 was deutsche Exporte theoretisch g\u00fcnstiger macht \u2013 die Exporte einbrechen. Der Grund: Die globale Nachfrage bricht ein, da die h\u00f6heren Energiepreise die Weltwirtschaft insgesamt belasten, besonders in energieabh\u00e4ngigen L\u00e4ndern wie China, Indien oder den USA. Die Unternehmer dort geben folglich weniger Geld aus, was weniger Bestellungen f\u00fcr Deutschlands Industrie bedeutet. <\/p>\n<p>\u00d6konom: &#8222;Vergr\u00f6\u00dfert Zweifel an Stabilit\u00e4t der Geldordnung im Euroraum&#8220;<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) k\u00f6nnte in ein schwieriges Dilemma geraten. Sie hat den gesetzlichen Auftrag, die Inflation mittelfristig bei rund zwei Prozent zu halten. <\/p>\n<p>Wenn der Krieg mit dem Iran nur kurz andauert, m\u00fcsste sie die Zinsen senken, um die Wirtschaft zu st\u00fctzen: Niedrigere Zinsen machen Kredite g\u00fcnstiger \u2013 das kann Investitionen und Konsum ankurbeln.<\/p>\n<p>Doch wenn der Iran-Krieg l\u00e4nger anh\u00e4lt, entsteht f\u00fcr die EZB ein Problem: Dann k\u00f6nnte die EZB aufgrund der Inflationsr\u00fcckkehr nicht die Zinsen als Wirtschaftshilfe senken \u2013 sie m\u00fcsste stattdessen die Zinsen pausieren oder sogar anheben. Dann d\u00fcrfte der Euro weiter unter Druck bleiben. Zugleich w\u00fcrde die Konjunktur an Schwung verlieren \u2013 im ung\u00fcnstigsten Fall drohen Stagnation und eine Rezession. Wodurch das Kapital aus Europa flieht (Anlagen, Aktien, Euro).<\/p>\n<p>\u00d6konom Stelter rechnet die Inflation vor: &#8222;Steigende Energiepreise w\u00fcrden die Inflationsrate im Euroraum rechnerisch um mindestens einen zus\u00e4tzlichen Prozentpunkt nach oben treiben, wenn die Preise einige Monate hoch bleiben&#8220;.<\/p>\n<p>Zugleich breche das Wachstum ein, dies sei &#8222;die klassische Stagflationsfalle&#8220;, so Stelter. Er erkl\u00e4rt: &#8222;Politisch w\u00e4chst der Druck, die hochverschuldeten Staaten \u00fcber niedrige Zinsen und Anleihek\u00e4ufe zu st\u00fctzen; die EZB ger\u00e4t damit noch st\u00e4rker in die Rolle der verdeckten Staatsfinanzierung \u2013 etwas, worauf ich seit Jahren hinweise. In der Logik meiner bisherigen Argumentation vergr\u00f6\u00dfert ein solcher Konflikt die Zweifel an der langfristigen Stabilit\u00e4t der aktuellen Geldordnung im Euroraum.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;W\u00e4re kein Problem, wenn Konflikt schnell endet&#8220;<\/p>\n<p>Eine schnelle Deeskalation des Iran-Krieges sowie ein Nahost-Konflikt, der nicht mehr als 4\u20135 Wochen dauert, k\u00f6nnten den Euro wieder auf einen etwas besseren Kurs bringen. Bisher ist v\u00f6llig unklar, wann und wie der Iran-Krieg enden wird. <\/p>\n<p>Gro\u00dfe Widerst\u00e4nde im Iran und seitens des Mullah-Regimes gegen einen sogenannten &#8222;Regime-Change&#8220; \u2013 den die USA und Israel offensichtlich erreichen m\u00f6chten \u2013 k\u00f6nnten den Konflikt im schlimmsten Fall monatelang hinziehen.<\/p>\n<p>Daniel Stelter betont: &#8222;Es w\u00e4re kein Problem, wenn der Konflikt in wenigen Wochen vorbei ist und die kritische Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien und Katar nicht erheblich besch\u00e4digt ist.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Iran-Krieg seit Ende Februar l\u00f6st mit der Blockade der wichtigsten Handelsstra\u00dfe Hormus durch das iranische Regime einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":28472,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,257,347,3877,1010,91,94,44,13637,93,92,255],"class_list":{"0":"post-28471","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-deutschland","14":"tag-euro","15":"tag-ezb","16":"tag-iran","17":"tag-markets","18":"tag-maerkte","19":"tag-oesterreich","20":"tag-rezession","21":"tag-unternehmen","22":"tag-unternehmen-maerkte","23":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116180193308639963","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28471"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28471\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28472"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}