{"id":28596,"date":"2026-03-06T05:49:06","date_gmt":"2026-03-06T05:49:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/28596\/"},"modified":"2026-03-06T05:49:06","modified_gmt":"2026-03-06T05:49:06","slug":"innovation-soll-zaehlen-nicht-ideologie-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/28596\/","title":{"rendered":"\u201eInnovation soll z\u00e4hlen, nicht Ideologie\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch legte die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" zu=\"\" in=\"\" europe=\"\" soll=\"\" z=\"\" nicht=\"\" ideologie=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Union<\/a> (EU) offiziell ihre wenige Tage davor durchgesickerte \u201eMade in Europe\u201c-Strategie vor. Ausgerechnet dieser Vorsto\u00df, in der aktuellen Form, werde die Autoindustrie aber schw\u00e4chen, so Alexander Bamberger, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bmw\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" zu=\"\" in=\"\" europe=\"\" soll=\"\" z=\"\" nicht=\"\" ideologie=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BMW<\/a> \u00d6sterreich, und Harald Gottsche, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer BMW Motoren in Steyr, zur \u201ePresse.\u201c<\/p>\n<p>Der Vorschlag mit dem Namen \u201eIndustrial Accelerator Act\u201c (IAA) soll die Nachfrage nach in Europa hergestellten sauberen Technologien und Produkten\u00a0ankurbeln. Im Jahr 2024 machte die Fertigungsindustrie in der EU 14,3 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Bis 2035 soll dieser Anteil auf 20 Prozent steigen.<\/p>\n<p>Der IAA soll vor allem f\u00fcr die \u00f6ffentliche Beschaffung und f\u00fcr F\u00f6rderungen f\u00fcr strategische Sektoren gelten, hei\u00dft es. Zu diesen z\u00e4hlen insbesondere Stahl, Zement und Aluminium, aber auch die Autoindustrie. So sollen sechs Monate nach Inkrafttreten zusammengebaute Elektroautos zu 70 Prozent ausgenommen Batteriekomponenten \u2013 in der EU gefertigt sein.<\/p>\n<p>Warum will das die Autoindustrie nicht? <\/p>\n<p>Was nach einem attraktiven Ziel klingt, st\u00f6\u00dft bei den beiden BMW-Managern auf Ablehnung. \u201eDas bedeutet, dass die Investitionen, die wir im Bereich Forschung und Entwicklung in Europa t\u00e4tigen, nicht z\u00e4hlen\u201c, sagt Gottsche. Ein Beispiel: \u201eEin Fahrzeug z\u00e4hlt gem\u00e4\u00df Freihandelsabkommen zwischen der EU und S\u00fcdkorea mit 60 Prozent europ\u00e4ischer Komponenten in S\u00fcdkorea als europ\u00e4isches Fahrzeug und in Europa pl\u00f6tzlich nicht mehr\u201c, erkl\u00e4rt der Chef des Motorenwerks in Steyr.<\/p>\n<p>Entscheidend sei f\u00fcr die Autobauer, wo die Wertsch\u00f6pfung stattfinde \u2013 also wo beispielsweise die Batteriezelle entwickelt wird. Das d\u00fcrfe man nicht ausklammern, sagt Bamberger: \u201eDie Konsequenz k\u00f6nnte dann lauten: Warum sollte ich Forschung und Entwicklung noch in Europa \u2013 oder konkret in \u00d6sterreich \u2013 vornehmen?\u201c Und das koste im schlimmsten Fall hochqualifizierte Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>So wie der Vorschlag aktuell aussieht, schlage er den falschen Weg f\u00fcr die Autohersteller und Zulieferer ein, so die Manager unisono. \u201eSolch ein Vorschlag muss Europa nachhaltig st\u00e4rken. Innovation soll z\u00e4hlen, nicht Ideologie\u201c, so Bamberger.<\/p>\n<p>BMW h\u00e4tte viel zu verlieren. Die europ\u00e4ischen Hersteller haben sich mittlerweile konsolidiert. Diesen Schwung konnte auch BMW in \u00d6sterreich im Vorjahr mitnehmen. 2025 machte der Hersteller 9,67 Mrd. Euro Umsatz, das ist ein Plus von f\u00fcnf Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Ein Rekord \u201emit knapp 500 Mio. Euro mehr als unserem bisherigen Bestwert\u201c, so Bamberger. Grund seien starke Zulassungszahlen in Zentral- und S\u00fcdosteuropa, welche von Salzburg aus gesteuert werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem lag BMW auf Platz eins bei den Neuzulassungen von E-Fahrzeugen. Erstmals waren mehr als 60 Prozent der geleasten Fahrzeuge vollelektrisch. <\/p>\n<p>Auch der Umsatz im BMW-Motorenwerk in Steyr stieg durch mehr Absatz weltweit leicht um ein Prozent (4,45 Mrd. Euro). Knapp \u00fcber 1,2 Millionen Motoren produzierte G\u00f6ttsches Team im Vorjahr. F\u00fcr 2026 erwartet er noch mehr. Das Werk in Ober\u00f6sterreich ist in gewisser Weise das Herzst\u00fcck f\u00fcr die gesamte BMW-Gruppe. Jeder zweite Motor aller BMW-Fahrzeuge stammt aus der Stadt s\u00fcdlich von Linz. <\/p>\n<p>Das Werk in Steyr hat sich gewandelt: Aus einer reinen Verbrennermotorenfabrik ist eine Hybridst\u00e4tte geworden, in der nun parallel Benzin- und Elektroantriebe entstehen f\u00fcr die sogenannte \u201eNeue Klasse\u201c, also die ab 2025\/2026 eingef\u00fchrte vollelektrische Modellgeneration. F\u00fcr die Parallelproduktion investiert der Konzern bis 2030 eine Milliarde Euro am Standort. Alte Fl\u00e4chen wurden umgebaut, ein neues Geb\u00e4ude errichtet. Die Umschulung der Mitarbeiter auf den neuen E-Motor dauert etwa vier Wochen.<\/p>\n<p>Mittelfristig sollen auch Wasserstoffmotoren in Steyr vom Band laufen. Im Fokus ist dabei nicht der heimische Markt, weil die Infrastruktur noch fehlt. Anders als in Japan oder S\u00fcdkorea. \u201eDort setzt man bereits stark auf Wasserstoff\u201c, so Gottsche. 50 Mio. Euro flie\u00dfen vorerst in die Entwicklung und Produktion des neuen Motors \u2013 ein klares Commitment f\u00fcr den Standort.<\/p>\n<p>Geht es nach der EU, sollen hier bis 2030 im Abstand von 200 Kilometern entlang der wichtigsten Verkehrsachsen sowie in allen urbanen Knotenpunkten Wasserstofftankstellen sein. Damit erwartet BMW mittelfristig auch lokale Nachfrage. <\/p>\n<p>Bis 2027 will der Autobauer 40 neue und \u00fcberarbeitete Fahrzeuge auf den Markt bringen. Eines davon ist der neue BMW iX3, der als erstes Serienmodell der Neuen Klasse noch diesen M\u00e4rz auf den Markt kommt. Die Motorenproduktion hat im Vorjahr in Steyr begonnen. Hergestellt wird das neue Auto in Debrecen in Ungarn.<\/p>\n<p>Das Fahrzeug hat einen \u201e\u00fcberdurchschnittlich hohen Recycling-Anteil\u201c, sagt Bamberger. \u00dcber 30 Prozent der Komponenten seien aus recyceltem Material \u2013 doppelt so viel, wie das Vorg\u00e4ngermodell. Schon jetzt w\u00fcrden die Bestellungen \u00fcber den Erwartungen liegen, so Bamberger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwoch legte die Europ\u00e4ische Union (EU) offiziell ihre wenige Tage davor durchgesickerte \u201eMade in Europe\u201c-Strategie vor. 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