{"id":288745,"date":"2026-07-22T13:33:07","date_gmt":"2026-07-22T13:33:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/288745\/"},"modified":"2026-07-22T13:33:07","modified_gmt":"2026-07-22T13:33:07","slug":"polizeizentrum-braunau-am-22-juli-2026-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/288745\/","title":{"rendered":"Polizeizentrum Braunau am 22. Juli 2026 er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>Innenminister Gerhard Karner er\u00f6ffnete am 22. Juli 2026 das neue Polizeizentrum in Braunau am Inn in Ober\u00f6sterreich. An der Er\u00f6ffnung nahm auch Landeshauptmann Thomas Stelzer teil. Im Rahmen von zwei Interviewrunden gaben Landespolizeidirektor Andreas Pils, B\u00fcrgermeister von Braunau Johannes Waidbacher, Pr\u00e4sident der Finanzprokuratur und Bundesminister f\u00fcr Inneres au\u00dfer Dienst Wolfgang Peschorn, Nationalratspr\u00e4sident au\u00dfer Dienst und Bundesminister f\u00fcr Inneres au\u00dfer Dienst Wolfgang Sobotka und der Vorsitzende der ehemaligen Expertenkommission, Sektionschef in Ruhe Hermann Feiner einen Einblick in die Chronologie des Umbaus und die Beweggr\u00fcnde dahinter. <\/p>\n<p>Das neue Polizeizentrum beheimatet die Polizeiinspektion Braunau am Inn und das Bezirkspolizeikommando Braunau am Inn.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Polizei steht f\u00fcr das genaue Gegenteil der Symbolik, die diesem Ort anhaftet. Unsere Polizei steht f\u00fcr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, f\u00fcr Freiheit, Sicherheit und Menschenw\u00fcrde \u2013 und vor allem deren kompromisslose Verteidigung gegen alle, die sie bedrohen, gegen jede Form des Extremismus oder Totalitarismus\u201c, sagte Innenminister Gerhard Karner.<\/p>\n<p>\u201eDas neue Polizeizentrum in Braunau ist ein Ort der Sicherheit und der Rechtsstaatlichkeit. Gerade hier zeigt sich, dass wir Verantwortung aus der Geschichte nicht nur bewahren, sondern aktiv leben. Wo die Vergangenheit zur Mahnung wird, stehen heute jene Menschen im Dienst, die t\u00e4glich f\u00fcr Recht, Ordnung und den Schutz der Bev\u00f6lkerung eintreten. Dieses Haus ist damit auch ein sichtbares Zeichen f\u00fcr die St\u00e4rke unserer Demokratie\u201c, sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer.<\/p>\n<p>\u201eDie Republik \u2013 das Bundesministerium f\u00fcr Inneres \u2013 setzt mit der grundlegenden architektonischen Umgestaltung und der Etablierung eines Polizeizentrums sowohl \u00e4u\u00dferlich als auch dem Geiste nach ein sichtbares Zeichen, um der Mystifizierung des Geburtshauses Adolf Hitlers durch Neonazis dauerhaft entgegenzutreten. Es ist dies das einzige Beispiel in Europa, in dem dies in dieser Form so eindrucksvoll gelungen ist\u201c sagte Nationalratspr\u00e4sident au\u00dfer Dienst und Bundesminister f\u00fcr Inneres au\u00dfer Dienst Wolfgang Sobotka.<\/p>\n<p>Chronologie der Sanierung und Umgestaltung <\/p>\n<p>Aufgrund der historischen Belastung der \u00d6rtlichkeit steht der Er\u00f6ffnung ein \u00fcber 10-j\u00e4hriger Prozess voraus, in dem die Thematik vom Innenministerium in Absprache mit verschiedenen Expertinnen und Experten sorgf\u00e4ltig behandelt wurde. <\/p>\n<p>2016 wurde auf Empfehlung des damaligen Bundesministers f\u00fcr Inneres Wolfgang Sobotka eine Expertenkommission unter der Leitung von Sektionschef in Ruhe Hermann Feiner eingerichtet, die sich mit der Verwendung der Liegenschaft auseinandergesetzt hat. Die Kommission bestand aus 13 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Feldern (Zeithistorikerinnen und -historiker, Juristinnen und Juristen, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Zivilgesellschaft und der Politik) und sprach sich gegen einen Abriss des Geb\u00e4udes und gegen eine Nutzung, die eine weitere Assoziierung mit der Person Hitlers oder dem Nationalsozialismus bef\u00f6rdern w\u00fcrde, aus. Die Empfehlung der Kommission war eine tiefgreifende architektonische Umgestaltung des Geb\u00e4udes und ein Verwendungszweck im sozial-karikativen oder beh\u00f6rdlich-administrativen Sinne. <\/p>\n<p>2017 wurde das Geb\u00e4ude in einem weiteren Schritt durch einen Nationalratsbeschluss enteignet und befindet sich seither im Besitz der Republik \u00d6sterreich. Grund f\u00fcr den Beschloss war die weitere Unterbindung der Verbreitung von NS-Gedankengut.<\/p>\n<p>2019 fiel die Entscheidung unter Bundesminister f\u00fcr Inneres Wolfgang Peschorn, das Geb\u00e4ude k\u00fcnftig als Polizeidienststelle zu nutzen. Nach Abschluss eines internationalen Architekturwettbewerbs begann 2023 die Sanierung und Umgestaltung der \u00d6rtlichkeit und 2026 konnte das Polizeizentrum in Betrieb genommen werden. <\/p>\n<p>Neuer\u00f6ffnung als Startpunkt <\/p>\n<p>Nach langj\u00e4hrigen Gespr\u00e4chen rund um die Verwendung des Geb\u00e4udes soll die Er\u00f6ffnung des Polizeizentrums nun ein Startpunkt sein und ein Ort der Rechtsstaatlichkeit und der Verantwortung sein. <\/p>\n<p>\u201eEs ist eine Vorzeigedienststelle und die Kolleginnen und Kollegen, die hier Dienst machen, sind mitverantwortlich f\u00fcr die hohen Vertrauenswerte, die die Polizei in \u00d6sterreich genie\u00dft. Mit dieser Dienststelle wurden ordentliche Arbeitsbedingungen geschaffen und auch dem historischen Kontext Rechnung getragen. Ich w\u00fcnsche unseren Polizistinnen und Polizisten einen guten Start\u201c, sagte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl.  <\/p>\n<p>Mit \u00e4hnlichem Beispiel ging bereits die deutsche Polizei voran, wo Hitlers ehemalige Wohnung in M\u00fcnchen am Prinzregentenplatz zu einer Dienststelle der bayrischen Polizei wurde.  <\/p>\n<p>Daten und Fakten<\/p>\n<p>Der Bezirk Braunau umfasst 1.040 km\u00b2 und z\u00e4hlt mit 1. J\u00e4nner 2025 insgesamt 110.571 Einwohner, wobei die Bev\u00f6lkerung durch Zuzug aus Deutschland und dem Bundesland Salzburg stark w\u00e4chst. Das Bezirkspolizeikommando Braunau betreut mit neun Polizeiinspektionen den Bezirk, derzeit versehen 46 Beamtinnen und Beamte Dienst im Bezirk, davon 17 in der PI Braunau, die f\u00fcr die Gemeinden Braunau am Inn und St. Peter am Hart mit einer Gesamtfl\u00e4che von 47,74 km\u00b2 und 20.179 Einwohnern zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Die Kriminalstatistik 2025 im Bezirk Braunau zeigt dank des engagierten Kriminaldienstes mit zwei Kriminaldienstgruppen in Braunau und Mattighofen einen R\u00fcckgang der angezeigten Delikte von rund 3.700 auf 3.300 sowie mit 65,6 Prozent die dritth\u00f6chste Aufkl\u00e4rungsquote Ober\u00f6sterreichs. Zudem wurden 62 Personen nach der Strafprozessordnung (StPO) festgenommen (40 davon in Untersuchungshaft), darunter Tatverd\u00e4chtige wegen Mordes und versuchten Mordes. Im Rahmen der Operationen \u201eSchneewald\u201c, \u201eFedEx\u201c und \u201eDuplex\u201c wurden umfangreiche Ermittlungen gegen den internationalen Suchtgift- und Waffenhandel mit zahlreichen Festnahmen erfolgreich abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die PI Braunau ist in einer wirtschaftlich starken Industrieregion an der Grenze zu Bayern t\u00e4tig und profitiert von einer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der PI Simbach (D), besonders bei der grenz\u00fcberschreitenden Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Innenminister Gerhard Karner er\u00f6ffnete am 22. Juli 2026 das neue Polizeizentrum in Braunau am Inn in Ober\u00f6sterreich. 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