{"id":289465,"date":"2026-07-22T21:37:23","date_gmt":"2026-07-22T21:37:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/289465\/"},"modified":"2026-07-22T21:37:23","modified_gmt":"2026-07-22T21:37:23","slug":"globale-erwaermung-fuehrte-in-europa-ueber-jahrtausende-zu-grossbraenden-farm-peak-am-ende-der-trias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/289465\/","title":{"rendered":"Globale Erw\u00e4rmung f\u00fchrte in Europa \u00fcber Jahrtausende zu Gro\u00dfbr\u00e4nden &#8211; Farm-Peak am Ende der Trias"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn die Farne austrocknen, wirken die dichten Matten als idealer Brennstoff, um massive Waldbr\u00e4nde auszul\u00f6sen. Farne reagierten auf die Bedingungen und lieferten zugleich den Brennstoff, der die Flammen anfachte, und l\u00f6sten wiederholt massive Waldbr\u00e4nde aus. Eine wahrhaft h\u00f6llische Welt\u201c so Dr. Bas van de Schootbrugge.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/B\/o\/Bohrkern-aus-der-Prees-2-Bohrung-in-Grossbritannien.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/B\/o\/Bohrkern-aus-der-Prees-2-Bohrung-in-Grossbritannien.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-314570\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Bohrkern-aus-der-Prees-2-Bohrung-in-Grossbritannien-300x200.jpg\" alt=\"Bohrkern aus der Prees-2-Bohrung in Gro\u00dfbritannien \u00a9 Teuntje Hollaar\" width=\"300\" height=\"200\"  \/><\/a>Bohrkern aus der Prees-2-Bohrung in Gro\u00dfbritannien \u00a9 Teuntje Hollaar<br \/>\nSedimentmaterial aus vier Bohrkernen analysiert<\/p>\n<p>Die Studie basiert auf einer Analyse von Sedimentmaterial aus vier au\u00dfergew\u00f6hnlich gut erhaltenen Bohrkernen, darunter ein 640 Meter langer Bohrkern, der im Vereinigten K\u00f6nigreich (UK) entnommen wurde, sowie Bohrkerne aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Die Wissenschaftler haben anhand der fossilen Holzkohle und der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAHs), also organischen Molek\u00fcle, die bei der unvollst\u00e4ndigen Verbrennung organischen Materials, etwa bei Wald- und Fl\u00e4chenbr\u00e4nden, entstehen, in den Bohrkernen die fr\u00fcheren Gro\u00dfbr\u00e4nde rekonstruiert.\n<\/p>\n<p>In Kombination mit Pollen- und Sporenfunden zeigen die Daten, dass es w\u00e4hrend des Hauptabschnitts des Massenaussterbens, in dem sich die Farne stark ausgebreitet haben, eine besonders intensive Phase mit gro\u00dfen Fl\u00e4chenbr\u00e4nden gab.\n<\/p>\n<p>Neue Analysemethode f\u00fcr fr\u00fchere Wald- und Fl\u00e4chenbr\u00e4nde<\/p>\n<p>Wie Dr. Bas van de Schootbrugge erkl\u00e4rt, ist es jedoch m\u00f6glich, dass gr\u00f6\u00dfere Holzkohlest\u00fccke in den Bohrkernen zerfallen. Die freigesetzten PAHs landen zudem nicht immer in der unmittelbaren Umgebung der Feuer, sondern k\u00f6nnen \u00fcber gro\u00dfe Distanzen transportiert werden und zerfallen. Die Wissenschaftler haben deshalb die Feuerintensit\u00e4t mithilfe des Palynomorph Darkness Index (PDI) ermittelt, um die Brandaktivit\u00e4t\u00a0in weit zur\u00fcckliegenden Perioden besser erfassen zu k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>\u201eDie Neuheit dieser Studie ergab sich aus der Analyse von Farbver\u00e4nderungen organischer Mikrofossilien. Wir verwendeten eine einfache und sehr kosteng\u00fcnstige Technik, die die \u201aDunkelheit\u2018 fossiler Pollen und Sporen quantifiziert, einen sogenannten Palynomorph Darkness Index (PDI). Wir waren von diesem Ph\u00e4nomen ziemlich verbl\u00fcfft\u201c, so Dr. Bas van de Schootbrugge.<\/p>\n<p>Der PDI basiert auf dem RGB-Farbspektrum, das mit einer an ein Lichtmikroskop gekoppelten Kamera erfasst wird, und wandelt dieses in einen durchschnittlichen Graustufenwert um. So lassen sich Proben innerhalb einzelner Bohrkerne, aber auch zwischen Kernen aus verschiedenen Regionen miteinander vergleichen.\n<\/p>\n<p>Druck und Temperatur beeinflussen die Farbe<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/F\/o\/Fossile-Farnsporen-vor-und-nach-dem-Massenaussterben-am-Ende-der-Trias-links-im-Vergleich-zu-verkohlten-Farnsporen-aus-der-\u201eFarnspitzen-Phase-nach-grossflaechigen-Waldbraenden.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/F\/o\/Fossile-Farnsporen-vor-und-nach-dem-Massenaussterben-am-Ende-der-Trias-links-im-Vergleich-zu-verkohlten-Farnsporen-aus-der-\u201eFarnspitzen-Phase-nach-grossflaechigen-Waldbraenden.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-314569\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Fossile-Farnsporen-vor-und-nach-dem-Massenaussterben-am-Ende-der-Trias-links-im-Vergleich-zu-verkohl.jpeg\" alt=\"Fossile Farnsporen vor und nach dem Massenaussterben am Ende der Trias (links) im Vergleich zu verkohlten Farnsporen aus der \u201eFarnspitzen-Phase\u201c nach gro\u00dffl\u00e4chigen Waldbr\u00e4nden \u00a9 Dr. Bas van de Schootbrugge\" width=\"300\" height=\"297\"  \/><\/a>Fossile Farnsporen vor und nach dem Massenaussterben am Ende der Trias (links) im Vergleich zu verkohlten Farnsporen aus der \u201eFarnspitzen-Phase\u201c nach gro\u00dffl\u00e4chigen Waldbr\u00e4nden \u00a9 Dr. Bas van de Schootbrugge<\/p>\n<p>Laut den Wissenschaftlern ver\u00e4ndert sich die Farbe organischer Mikrofossilien in Sedimenten normalerweise durch den Druck und die Temperatur. Die Farbe wird dabei umso dunkler, je tiefer das in einem Fossil eingebundene organische Material sich befindet. In den analysierten Bohrkernen wurde dieses Muster aber nicht entdeckt. Pollen und Sporen waren in den \u00e4ltesten Proben der Bohrkerne auffallend hell und im j\u00fcngeren Aussterbeintervall zunehmend sehr dunkelbraun. Nach dem Massenaussterben am Ende der Trias wurden die Farben wieder zunehmend heller.\n<\/p>\n<p>\u201eWir waren von diesem Ph\u00e4nomen ziemlich verbl\u00fcfft, da es in allen vier Bohrkernen exakt zur gleichen Zeit auftritt; es konnte also nicht mit der Begrabung der Sedimente zusammenh\u00e4ngen, weil die vier Becken sehr unterschiedliche geologische Entwicklungen durchlaufen haben\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Bas van de Schootbrugge.<\/p>\n<p>Die Forscher haben insgesamt 15.000 Messungen an Pollen und Sporen von Pflanzen durchgef\u00fchrt, die w\u00e4hrend und nach dem Massenaussterben existiert haben. Durch den Vergleich von Baumpollen und Farnsporen\u00a0konnten sie ausschlie\u00dfen, dass der beobachtete Effekt nur bei bestimmten Pflanzengruppen auftritt. Um die Methode zu validieren, haben sie zudem kontrollierte Erhitzungsexperimente mit heutigen Lycopodiumsporen durchgef\u00fchrt und die Ergebnisse mit fossilen Sporen verglichen.<\/p>\n<p>\u201eAlle Pflanzengruppen zeigen denselben Effekt, was ein starkes Indiz daf\u00fcr ist, dass er durch eine \u00e4u\u00dfere Einwirkung verursacht wurde. Die Verdunkelung \u00fcberschneidet sich exakt mit dem Farn-Peak, dem Hauptintervall des Massenaussterbens und den erh\u00f6hten H\u00e4ufigkeiten von Holzkohle und PAHs\u201c, so Dr. Bas van de Schootbrugge.<\/p>\n<p>Der Vergleich der Farbver\u00e4nderungen der Mikrofossilien mit den anderen Brandindikatoren zeigt zudem, dass es in der sogenannten \u201eDunkelzone\u201c langanhaltende und intensive Wald- und Fl\u00e4chenbr\u00e4nde gab. Die \u00fcber tausenden Jahre aufgetretenen Br\u00e4nde haben dazu gef\u00fchrt, dass sich einige Farne schnell ausbreiten konnte. Diese sind zwar selbst regelm\u00e4\u00dfig verbrannt, konnten dank ihres unterirdischen\u00a0Wurzelsystems aber wieder schnell wachsen und dabei andere Pflanzen verdr\u00e4ngen. Es kam dadurch zum sogenannten \u201eFarn-Peak\u201c, der zwischen 40.000 und 300.000 Jahre angedauert hat.\n<\/p>\n<p>\u201eDie Lehre, die wir daraus ziehen k\u00f6nnen, ist, dass die Kombination aus Klimawandel, Entwaldung und der Ausbreitung opportunistischer Arten alle Zutaten f\u00fcr einen perfekten Sturm liefern kann\u201c, so Dr. Bas van de Schootbrugge.<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41561-026-02048-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Nature Geoscience<\/a>, doi: 10.1038\/s41561-026-02048-4<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>22. Juli 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWenn die Farne austrocknen, wirken die dichten Matten als idealer Brennstoff, um massive Waldbr\u00e4nde auszul\u00f6sen. 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