{"id":289771,"date":"2026-07-23T03:32:42","date_gmt":"2026-07-23T03:32:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/289771\/"},"modified":"2026-07-23T03:32:42","modified_gmt":"2026-07-23T03:32:42","slug":"juergen-partaj-zwischen-tradition-und-neuer-stadtkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/289771\/","title":{"rendered":"J\u00fcrgen Partaj: Zwischen Tradition und neuer Stadtkultur"},"content":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Partaj hat vor dem Sommer die Leitung von BASiS.KULTUR.WiEN und Tschauner-B\u00fchne \u00fcbernommen. Der \u201cHofmusikdirektor\u201d im Interview \u00fcber Kultur f\u00fcr alle, Wiener Identit\u00e4t und neue Ideen.<\/p>\n<p>Er kennt die gro\u00dfen S\u00e4le ebenso wie die kleinen B\u00fchnen. Als Direktor der Wiener Hofmusikkapelle f\u00fchrte J\u00fcrgen Partaj eine jahrhundertealte Institution behutsam in die Gegenwart. Nun ist der Kulturmanager, Musiker und Jurist mit einer neuen Aufgabe betraut: Seit Juni als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BASiS.KULTUR.WiEN und der traditionsreichen Tschauner B\u00fchne.<\/p>\n<p>Offene Worte des Neuen<\/p>\n<p>Partaj steht f\u00fcr einen Kulturbegriff, der Offenheit und Qualit\u00e4t verbinden will. Seine Vorg\u00e4ngerin Monika Erb ist froh, dass er nachfolgt und spricht nur in den h\u00f6chsten T\u00f6nen von J\u00fcrgen Partaj. Ursula Scheidl (Wien live) hat ihn zum Interview getroffen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"\" class=\"wp-image-4816911\" style=\"width:596px;height:auto\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Basis.Kultur.Wien_JuergenPartaj_\u00a9Mehdi_Rahmati.jpg\"\/><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Basis.Kultur.Wien_JuergenPartaj_\u00a9Mehdi_Rahmati.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4816911\" style=\"width:596px;height:auto\"  \/>J\u00fcrgen Partaj im WBB-Interview (Bild: Mehdi Ramati).<\/p>\n<p>Wie gro\u00df ist der Wechsel von der traditionsreichen Hofmusik zur Basiskulturarbeit in den Bezirken?<\/p>\n<p>Partaj: Es schlagen schon immer zwei Herzen in meiner Brust \u2013 Basiskultur und Hochkultur. Wobei das f\u00fcr mich keine Gegens\u00e4tze sind. Ich habe den Anspruch, traditionsreiche Institutionen nicht versteinern zu lassen, sondern mit neuen Ans\u00e4tzen weiterzuentwickeln und eine Br\u00fccke zwischen allen Formen der Kultur und den Menschen zu bauen.<\/p>\n<p>Gab es einen Moment, in dem Sie wussten: Das m\u00f6chte ich machen?<\/p>\n<p>Ja, der Moment war augenblicklich da, als ich die Ausschreibung gelesen habe. Zwar h\u00e4tte ich gerne noch ein weiteres Jahr f\u00fcr die Wiener Hofmusikkapelle gearbeitet, um die Etablierung der Chorm\u00e4dchen neben den S\u00e4ngerknaben zu begleiten, allerdings gab es nur 2025 diese Chance und die wollte ich unbedingt nutzen.<\/p>\n<p>Wie schwierig war der Wechsel von einer historischen Elite-Institution zur niederschwelligen Kulturarbeit?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich gibt es da innerlich keinen Wechsel. Mein Ansatz in der Kulturarbeit war schon immer integrativ und eher niederschwellig. Ein Wechsel bedeutet lediglich, dass ich jetzt noch n\u00e4her an den Menschen bin \u2013 und das bin ich sehr gerne!<\/p>\n<p>Was ist der Reiz an der Aufgabe bei BASiS.KULTUR.WiEN?<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, dezentrale Kulturarbeit zu machen und Kultur dort zu verankern, wo die Menschen leben und mitgestalten k\u00f6nnen. F\u00fcr die BASiS.KULTUR.WiEN spricht aber auch die inhaltliche Breite der Aufgabengebiete. Ein so vielf\u00e4ltiges Angebot von Jugendf\u00f6rderung und Lehrlingsprojekte \u00fcber die Arbeit mit den rund 400 Mitgliedsvereinen und die Bandbreite an Eigenveranstaltungen findet man so nur selten.<\/p>\n<p>Was m\u00f6chten Sie ver\u00e4ndern?<\/p>\n<p>Ich bin im intensiven Austausch mit den Teams und den Tochtergesellschaften, sowie Vertretern der Stadt. Monika Erb hat bereits eine tolle Basis geschaffen und daran m\u00f6chte ich ankn\u00fcpfen. Nat\u00fcrlich gibt es auch Entwicklungsm\u00f6glichkeiten, an denen wir intern bereits arbeiten und dann umsetzen werden. <\/p>\n<p>Welche Rolle spielt die Tschauner B\u00fchne?<\/p>\n<p>Sie ist ein ganz wesentlicher Baustein in der Theaterlandschaft Wiens. Keine B\u00fchne bringt das Repertoire der Tschauner mit \u2013 g\u00e4be es sie nicht, w\u00fcrde eine gro\u00dfe L\u00fccke in der Kulturlandschaft entstehen. Das Stegreifspiel wurde 2018 sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO, das spricht eigentlich schon allein f\u00fcr sich. Und das Repertoire geht weit \u00fcber Stegreif hinaus \u2013 es zahlt sich wirklich aus, die Tschauner in ihrer Vielfalt und Offenheit immer und immer wieder neu zu entdecken!<\/p>\n<p>Was m\u00f6chten Sie auf der Tschauner B\u00fchne weiterentwickeln?<\/p>\n<p>Insbesondere m\u00f6chte ich betonen, wie sehr sich die Tschauner B\u00fchne in den letzten Jahren entwickelt hat. Es ist mir ein gro\u00dfes Anliegen, Menschen eine unvoreingenommene Begegnung mit der Tschauner zu erm\u00f6glichen und das Theater insbesondere bei jungen Menschen stark zu positionieren.<\/p>\n<p>Was bedeutet f\u00fcr Sie \u201eKultur f\u00fcr alle\u201c?<\/p>\n<p>Kultur f\u00fcr alle bedeutet Barrieren abbauen und Sichtbarkeit schaffen. Wir sprechen hier nicht nur von Barrieren f\u00fcr Besucherinnen und Besucher, sondern auch jenen zur Mitgestaltung und thematischen Sichtbarkeit. Teilhabe bedeutet mitgestalten d\u00fcrfen und nicht nur eingeladen werden. <\/p>\n<p>Wie wichtig ist Humor in der Kulturarbeit?<\/p>\n<p>Humor ist meiner Meinung nach im gesamten Leben eine Erleichterung. Insbesondere sollte man sich selbst nicht zu ernst und zu wichtig nehmen. Ich hatte das Privileg, in meinen bisherigen beruflichen Stationen viel Freude an der Kulturarbeit zu haben und mit den jeweiligen Mitwirkenden auch zahlreiche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Humor und Lachen zu finden. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, dass das auch in Zukunft so sein wird.<\/p>\n<p>Haben Sie einen Lieblingsort in Wien?<\/p>\n<p>Nein, es gibt viele Orte, an denen ich mich gerne aufhalte \u2013 sowohl mitten in der Stadt als auch in den Au\u00dfenbezirken bis hin zu den Gr\u00fcnoasen wie Wienerwald oder Donauinsel.<\/p>\n<p>Wie verbringen Sie freie Zeit?<\/p>\n<p>Auch in meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit mit kultureller Auseinandersetzung. Au\u00dferdem musiziere ich selbst gerne und liebe es auf Berge zu steigen.<\/p>\n<p>Was war Ihr pr\u00e4gendstes Kulturerlebnis?<\/p>\n<p>Das war sicher, als ich als F\u00fcnfj\u00e4hriger meine \u00e4ltere Cousine unter dem Weihnachtsbaum beim Geigespielen gesehen und geh\u00f6rt habe. Das war f\u00fcr mich die Initialz\u00fcndung, um selbst zu musizieren. Ich bin meinen Eltern richtig auf die Nerven gegangen, dass ich auch dieses Instrument lernen m\u00f6chte, und sie haben es mir erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Wie w\u00fcrden Sie sich selbst in drei Worten beschreiben?<\/p>\n<p>L\u00f6sungsorientiert. Humorvoll. Fair.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"J\u00fcrgen Partaj hat vor dem Sommer die Leitung von BASiS.KULTUR.WiEN und Tschauner-B\u00fchne \u00fcbernommen. 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