{"id":296358,"date":"2026-07-26T17:03:08","date_gmt":"2026-07-26T17:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/296358\/"},"modified":"2026-07-26T17:03:08","modified_gmt":"2026-07-26T17:03:08","slug":"ezb-setzt-auf-wachsamkeit-martin-kocher-erklaert-die-hintergruende-der-zinspolitik-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/296358\/","title":{"rendered":"EZB setzt auf Wachsamkeit &#8211; Martin Kocher erkl\u00e4rt die Hintergr\u00fcnde der Zinspolitik \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>Nach der j\u00fcngsten Sitzung der Europ\u00e4ischen Zentralbank erl\u00e4utert der OeNB-Gouverneur in einer Analyse die Motive der Geldpolitik. Im Mittelpunkt stehen geopolitische Risiken, Energiepreise und die Inflationsentwicklung.<\/p>\n<p>Die Entscheidung des EZB-Rats, die Leitzinsen im Juni anzuheben und sie bei der Sitzung am 23. Juli unver\u00e4ndert zu lassen (<a href=\"https:\/\/www.leadersnet.at\/news\/102182,ezb-legt-zinspause-ein-was-jetzt-fuer-kredite-und-sparzinsen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">LEADERSNET berichtete<\/a>), sei vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten zu sehen. Das erl\u00e4utert Martin Kocher in einem ausf\u00fchrlichen LinkedIn-Beitrag.<\/p>\n<p>Laut dem Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) habe sich der Inflationsausblick der Europ\u00e4ischen Zentralbank seit M\u00e4rz verschlechtert. Ausschlaggebend seien vor allem die Folgen des Krieges im Nahen und Mittleren Osten gewesen. H\u00f6here \u00d6l- und Gaspreise sowie beeintr\u00e4chtigte Produktions- und Transportkapazit\u00e4ten h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass die EZB ihre Inflationsprognosen bis 2028 nach oben korrigieren musste. Vor diesem Hintergrund sei die Zinserh\u00f6hung im Juni notwendig gewesen.<\/p>\n<p>Angebotsschock birgt Inflationsrisiken<\/p>\n<p>Wie Kocher betont, handle es sich bei den aktuellen Entwicklungen in erster Linie um einen externen Angebotsschock. Geldpolitik k\u00f6nne die Angebotsseite der Wirtschaft zwar nur begrenzt beeinflussen. Gleichzeitig bestehe aber die Gefahr, dass steigende Energiepreise entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette weitergegeben werden und dadurch die Inflation zus\u00e4tzlich anheizen.<\/p>\n<p>Besonders wichtig sei dabei, die Inflationserwartungen der Bev\u00f6lkerung stabil zu halten. &#8222;Es ist daher entscheidend, die Inflation unter Kontrolle zu halten und so zu verhindern, dass sich die l\u00e4ngerfristigen Inflationserwartungen dauerhaft auf einem h\u00f6heren Niveau verankern.&#8220;<\/p>\n<p>Juni-Entscheidung aus heutiger Sicht best\u00e4tigt<\/p>\n<p>Der Notenbank-Gouverneur verweist darauf, dass die EZB im Juni neben ihrer regul\u00e4ren Prognose auch mehrere alternative Szenarien ver\u00f6ffentlicht habe. Diese h\u00e4tten unterschiedliche Entwicklungen des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten sowie der Energiepreise ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Aus damaliger Sicht sei die Zinserh\u00f6hung \u00fcber alle Szenarien hinweg angemessen gewesen. &#8222;Auf Basis der damals verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcberwogen die Risiken eines weiteren Zuwartens&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/die-richtige-geldpolitik-f%C3%BCr-einen-sommer-mit-martin-kocher-hhbze\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">schreibt Kocher<\/a>. W\u00e4hrend im M\u00e4rz eine abwartende Haltung noch vertretbar gewesen sei, h\u00e4tten sich die Kosten eines unver\u00e4nderten Zinsniveaus bis Juni deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Energiepreise bleiben entscheidender Faktor<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen h\u00e4tten sich die geopolitischen Entwicklungen \u00e4u\u00dferst wechselhaft gezeigt, so der Top-\u00d6konom. Nach Hoffnungen auf eine Entspannung des Konflikts seien die \u00d6lpreise zwischenzeitlich gesunken. Mit dem Wiederaufflammen der Auseinandersetzungen h\u00e4tten sie jedoch erneut zugelegt. Auch die Gaspreise h\u00e4tten sich zuletzt wieder deutlich erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Derzeit seien zwar noch keine ausgepr\u00e4gten Zweitrundeneffekte erkennbar. Das Risiko einer hartn\u00e4ckigeren Inflation bestehe aber weiterhin. Insbesondere Entwicklungen bei Gas- und Lebensmittelpreisen sowie bei den L\u00f6hnen im Euroraum w\u00fcrden deshalb genau beobachtet.<\/p>\n<p>September-Sitzung wird richtungsweisend<\/p>\n<p>Die Zinserh\u00f6hung im Juni verschaffe der EZB nun den notwendigen Spielraum, die weitere Entwicklung sorgf\u00e4ltig zu analysieren, erl\u00e4utert Kocher. Deshalb seien die Leitzinsen bei der Sitzung am 23. Juli unver\u00e4ndert geblieben.<\/p>\n<p>&#8222;Die Zinserh\u00f6hung im Juni hat uns den notwendigen Spielraum geschaffen, die weitere Entwicklung sorgf\u00e4ltig zu analysieren und unsere n\u00e4chsten geldpolitischen Entscheidungen auf einer m\u00f6glichst fundierten Grundlage zu treffen.&#8220;<\/p>\n<p>Besondere Bedeutung komme nun der EZB-Sitzung im September zu. Bis dahin w\u00fcrden zus\u00e4tzliche Inflationsdaten, aktualisierte Prognosen sowie weitere Konjunkturindikatoren vorliegen. Die Geldpolitik bleibe daher datenabh\u00e4ngig. Zugleich stellt Kocher klar, dass dies keine Beliebigkeit bedeute: &#8222;Sollte es notwendig sein, die Zinsen zu erh\u00f6hen, um unser mittelfristiges Ziel zu erreichen, so wird das passieren. Sollte es nicht notwendig sein, die Zinsen zu erh\u00f6hen, dann wird es auch keine Erh\u00f6hung im September geben.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/martin-kocher.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.martin-kocher.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.oenb.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.oenb.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach der j\u00fcngsten Sitzung der Europ\u00e4ischen Zentralbank erl\u00e4utert der OeNB-Gouverneur in einer Analyse die Motive der Geldpolitik. 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