{"id":296404,"date":"2026-07-26T17:38:27","date_gmt":"2026-07-26T17:38:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/296404\/"},"modified":"2026-07-26T17:38:27","modified_gmt":"2026-07-26T17:38:27","slug":"geldsorgen-und-geringe-einkommen-beschleunigen-die-gehirnalterung-geringeres-gehirnvolumen-und-schlechtere-ergebnisse-bei-kognitiven-aufgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/296404\/","title":{"rendered":"Geldsorgen und geringe Einkommen beschleunigen die Gehirnalterung &#8211; Geringeres Gehirnvolumen und schlechtere Ergebnisse bei kognitiven Aufgaben"},"content":{"rendered":"<p>Die Teilnehmer der NSHD haben au\u00dferdem kognitive Tests zum verbalen Ged\u00e4chtnis und zur Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns absolviert. Bei einem Teil wurden Magnetresonanztomografiescans (MRT) durchgef\u00fchrt, um objektiv ermitteln zu k\u00f6nnen, ob das Gehirn geschrumpft ist (Hirnatrophie) und ob sich die Hirnventrikel, also die mit Fl\u00fcssigkeit gef\u00fcllten Hohlr\u00e4ume des Organs, vergr\u00f6\u00dfert haben. Es handelt sich dabei um Indikatoren f\u00fcr eine schlechte Gehirngesundheit.<\/p>\n<p>Schlechtere Ergebnisse in kognitiven Tests<\/p>\n<p>Wie Dr. Jacques Wels erkl\u00e4rt, zeigen die Daten, dass Menschen, die im fr\u00fchen und mittleren Erwachsenenalter entweder dauerhaft mit Geldproblemen oder dauerhaft mit einem niedrigen Einkommen lebten, mit 53 Jahren schlechter in kognitiven Tests abschneiden. Die Gehirnscans zeigen zudem, dass die Gehirngesundheit im h\u00f6heren Lebensalter zwischen 69 und 71 Jahren bei Menschen mit einem anhaltend niedrigen Einkommen schlechter ist. Der Zusammenhang besteht auch dann, wenn man weitere Einflussfaktoren wie das Bildungsniveau und die Kindheitskognition ber\u00fccksichtigt.\n<\/p>\n<p>\u201eDie meisten Studien zur kognitiven Alterung betrachten finanzielle Not nur zu einem einzigen Zeitpunkt. Unsere Studie, die Daten \u00fcber mehrere Jahrzehnte nutzt, zeigt uns, dass die Anh\u00e4ufung von Not \u00fcber viele Jahre mit den schlechtesten Ergebnissen f\u00fcr die kognitive Gesundheit verbunden ist und nicht gelegentliche Phasen von Belastung\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Jacques Wels.<\/p>\n<p>Wie Professorin Praveetha Patalay erkl\u00e4rt, liefert die Studie Indizien daf\u00fcr, dass eine bessere Unterst\u00fctzung von finanziell benachteiligten Personen dabei helfen kann, die Zahl der neuen Demenzf\u00e4lle zu reduzieren.\n<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Unterst\u00fctzung von Menschen in finanzieller Not und die Verringerung chronischer Armut auch dazu beitragen k\u00f6nnten, kognitivem Abbau und Demenzf\u00e4llen in Zukunft vorzubeugen\u201c, so Prof. Praveetha Patalay.<\/p>\n<p>Der Zusammenhang zwischen geringen Einkommen oder einer anhaltend angespannten finanziellen Situation und der schlechteren Gehirngesundheit im h\u00f6heren Alter ist bei M\u00e4nnern besonders stark ausgepr\u00e4gt. Au\u00dferdem sind Menschen mit Benachteiligungen in der Kindheit stark betroffen, also eine Gruppe, die sich laut einer k\u00fcrzlich publizierten Studie <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/medizin\/sozialer-status-haengt-staerker-mit-kindesgesundheit-zusammen-als-rauchen-co\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">durch ihre sozio\u00f6konomische Situation schlechter entwickelt<\/a> als Kinder aus Familien mit h\u00f6heren Einkommen.\n<\/p>\n<p>M\u00e4nner sind st\u00e4rker betroffen als Frauen<\/p>\n<p>Die umfassenden Daten zeigen, dass M\u00e4nner, deren finanzielle Situation dauerhaft schlecht ist, mit 53 Jahren in kognitiven Tests schlechter abschneiden als Frauen mit einer \u00e4hnlichen Lebenssituation. Laut den Forschern ist es denkbar, dass die deutlichen Unterschiede darauf zur\u00fcckgehen, dass betroffene M\u00e4nner \u00f6fter schlechte Gewohnheiten wie Rauchen oder einen starken Alkoholkonsum entwickeln als Frauen. Es ist zudem denkbar, dass die finanzielle Situation M\u00e4nner aus der Stichprobe \u00f6fter stark belastet, weil sie in ihrem Geburtsjahrgang oft die Hauptverdiener\u00a0der Familie waren.\n<\/p>\n<p>Laut den Forschern um Dr. Jacques Wels ist es denkbar, dass eine schlechte finanzielle Situation die Alterung des Gehirns beschleunigt, weil betroffene Personen aufgrund der Geldsorgen permanent kognitiv belastet sind und kaum Kapazit\u00e4ten f\u00fcr andere Denkaufgaben\u00a0haben. Der permanente Stress k\u00f6nnte zudem dazu f\u00fchren, dass Entz\u00fcndungen, die die Alterung des Gehirns beschleunigen, zunehmen. Au\u00dferdem ist es denkbar, dass der mit einem geringen Einkommen und finanziellen Problemen verbundene Lebensstil, etwa eine schlechte Ern\u00e4hrung, die Gehirnalterung f\u00f6rdern.\n<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/innovateage\/article\/10\/8\/igag054\/8739704?login=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Innovation in Aging<\/a>, doi: 10.1093\/geroni\/igag054\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"wp-worthy-pixel-img skip-lazy \" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/14b8556ac4f34247b32210b749ee4dea.gif\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\" height=\"1\" width=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>26. Juli 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Teilnehmer der NSHD haben au\u00dferdem kognitive Tests zum verbalen Ged\u00e4chtnis und zur Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns absolviert. Bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":296405,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[30040,46,42,129,2876,124,123,44],"class_list":["post-296404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-alterung","tag-at","tag-austria","tag-gehirn","tag-geld","tag-gesundheit","tag-health","tag-oesterreich"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116987501763821710","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/296404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=296404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/296404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/296405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=296404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=296404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=296404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}