{"id":297682,"date":"2026-07-27T12:16:44","date_gmt":"2026-07-27T12:16:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/297682\/"},"modified":"2026-07-27T12:16:44","modified_gmt":"2026-07-27T12:16:44","slug":"wie-man-waldbraende-in-der-schweiz-und-europa-verhindert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/297682\/","title":{"rendered":"Wie man Waldbr\u00e4nde in der Schweiz und Europa verhindert"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/incendio.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Ein Waldbrand\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                Waldbrand im Wald von Fontainebleau, Frankreich, 13. Juli 2026.            <\/p>\n<p>            Keystone        <\/p>\n<p>        In grossen Teilen der Schweiz ist die Waldbrandgefahr sehr hoch. Eine Expertin erkl\u00e4rt, warum die Brandsaison in Europa dieses Jahr fr\u00fcher als gew\u00f6hnlich begonnen hat und welche Massnahmen das Risiko verringern k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        27. Juli 2026 &#8211; 12:30\n<\/p>\n<p>Waldbr\u00e4nde verw\u00fcsten gegenw\u00e4rtig grosse Teile des Planeten \u2013 von Kanada \u00fcber Russland bis nach S\u00fcdeuropa. In Spanien, Italien und Frankreich haben die Flammen Tausende Menschen zur Flucht aus ihren H\u00e4usern gezwungen, zahlreiche Todesopfer gefordert und grosse Wald- und Anbaufl\u00e4chen zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit beg\u00fcnstigen die Entstehung und Ausbreitung der Br\u00e4nde, da sie die Vegetation austrocknen und leicht entflammbar machen.<\/p>\n<p>\u00abDie Brandherde, die sich in Europa und in verschiedenen Regionen der Welt entwickelt haben, sind auf eine besondere meteorologische Lage zur\u00fcckzuf\u00fchren, die seit Jahresbeginn zu beobachten ist\u00bb, sagt Julia Miller, Waldbrandexpertin am Eidgen\u00f6ssischen Institut f\u00fcr Schnee- und Lawinenforschung in Davos (SLF).<\/p>\n<p>Ein stabiles Hochdrucksystem \u00fcber Europa hat einen Grossteil der Niederschl\u00e4ge blockiert, die den Kontinent normalerweise erreichen w\u00fcrden. In Verbindung mit der extremen Hitze hat diese Situation die D\u00fcrrebedingungen versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>\u00ab2026 ist sicherlich ein aussergew\u00f6hnliches Jahr\u00bb, sagt Miller.<\/p>\n<p>Die Schweiz ist trotz ihrer unz\u00e4hligen Fl\u00fcsse, Seen und Gletscher nicht immun gegen D\u00fcrre:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/siccita.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Zwei Menschen stehen auf einem Steg und blicken auf einen ausgetrockneten See\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Klimaanpassung\n        <\/p>\n<p>        Droht der Schweiz diesen Sommer eine schwere D\u00fcrre?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        27. Mai 2026                    <\/p>\n<p>                Die Schweiz startet mit niedrigen Wasserreserven in den Sommer. Eine D\u00fcrre droht, doch einfache Massnahmen k\u00f6nnen viel bewirken.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/klimaanpassung\/droht-der-schweiz-diesen-sommer-eine-schwere-d%c3%bcrre\/91472836\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Droht der Schweiz diesen Sommer eine schwere D\u00fcrre?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend es im Januar und Februar in Spanien und Frankreich zu starken Niederschl\u00e4gen kam, herrschten in den Alpen ausgepr\u00e4gter Schneemangel und Trockenheit. \u00abIm Mai kam es kurz nach Beginn der Vegetationsperiode zu einer starken Hitzewelle\u00bb, so Miller.<\/p>\n<p>Eine zweite Hitzewelle ereignete sich Mitte Juni. Der Juni 2026 war der w\u00e4rmste Monat, der je in Westeuropa gemessen wurde, und der drittw\u00e4rmste in der Schweiz seit Beginn der Messungen im Jahr 1864.<\/p>\n<p>\u00abDie Vegetation ist heute extrem trocken\u00bb, stellt Miller fest. In zahlreichen europ\u00e4ischen Regionen sei eine Zunahme der Waldbr\u00e4nde zu beobachten.<\/p>\n<p>\u00abDie Waldbrandsaison hat fr\u00fcher begonnen.\u00bb Ihr H\u00f6hepunkt werde wahrscheinlich im August, dem w\u00e4rmsten Monat, eintreten, aber auch September und Oktober k\u00f6nnten trocken sein und damit neue Br\u00e4nde beg\u00fcnstigen, so Miller.<\/p>\n<p>\u00abEuropa brennt\u00bb \u2013 Beitrag der Tagesschau des Radio und Fernsehens der italienischsprachigen Schweiz RSI vom 23. Juli 2026:<\/p>\n<p>Eine Fl\u00e4che so gross wie Luxemburg in Flammen<\/p>\n<p>Seit Jahresbeginn haben sich in den L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union 1254 Br\u00e4nde ereignet. Das geht aus den bis zum 22. Juli aktualisierten <a href=\"https:\/\/joint-research-centre.ec.europa.eu\/projects-and-activities\/natural-and-man-made-hazards\/forest-fires\/current-wildfire-situation-europe_en?prefLang=de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Daten des Europ\u00e4ischen WaldbrandinformationssystemsExterner Link<\/a> (EFFIS) hervor.<\/p>\n<p>Die Gesamtzahl liegt unter jener des gleichen Zeitraums im Vorjahr (1329 Br\u00e4nde), ist aber mehr als doppelt so hoch wie der historische Durchschnitt (569 Br\u00e4nde).<\/p>\n<p>Insgesamt sind 254\u2019388 Hektar verbrannt, was in etwa der Fl\u00e4che Luxemburgs entspricht. Im vergangenen Jahr, dem schlimmsten seit Beginn der Messungen, wurden 270\u2019449 Hektar vernichtet.<\/p>\n<p>Waldbrandgefahr in der Schweiz<\/p>\n<p>In der Schweiz gab es bisher keine grossen Waldbr\u00e4nde. Das Land ist jedoch von einer schweren D\u00fcrre betroffen. In fast allen Kantonen besteht <a href=\"https:\/\/www.waldbrandgefahr.ch\/de\/aktuelle-lage\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">grosse bis sehr grosse WaldbrandgefahrExterner Link<\/a>.<\/p>\n<p>Alle Kantone haben Verordnungen erlassen, die das Entz\u00fcnden von Feuer im Freien einschr\u00e4nken oder verbieten. Im Kanton Freiburg sind Grilladen auch an eigens daf\u00fcr eingerichteten Pl\u00e4tzen verboten, w\u00e4hrend die Stadt Winterthur im Kanton Z\u00fcrich jegliche Art von Feuer verboten hat, einschliesslich privater Holzkohlegrills. Auch die traditionellen Feuerwerke zum Schweizer Nationalfeiertag am 1. August stehen in Frage.<\/p>\n<p>Die aktuelle Lage sei \u00abbesorgniserregend\u00bb, so Expertin Miller. \u00abEine sehr hohe Gefahrenstufe bedeutet, dass sich Waldbr\u00e4nde im Fall einer Entstehung rasch ausbreiten k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>Fachleute beurteilen die Waldbrandgefahr in der Schweiz mithilfe eines Informationssystems, das auf dem <a href=\"https:\/\/natural-resources.canada.ca\/forests-forestry\/wildland-fires\/canada-fire-weather-index-system\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00abFire Weather Index\u00bbExterner Link<\/a> basiert. Dieser wurde in Kanada entwickelt und an die Besonderheiten des Alpenraums angepasst.<\/p>\n<p>Das System ben\u00f6tigt lediglich vier meteorologische Parameter zur Lagebeurteilung: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Gesamtniederschlag und Windst\u00e4rke.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/fire_warn_levels_large-20260723120444.png\" width=\"2384\" height=\"1788\" alt=\"Karte der Schweiz, auf der die Regionen mit erh\u00f6hter Brandgefahr hellrot und dunkelrot dargestellt sind\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                Waldbrandgefahr in der Schweiz am 23. Juli 2026: Die hellroten und dunkelroten Regionen weisen ein hohes bzw. sehr hohes Risiko auf.            <\/p>\n<p>            Bafu        <\/p>\n<p>118 Waldbr\u00e4nde pro Jahr in der Schweiz<\/p>\n<p>Die meisten Waldbr\u00e4nde in der Schweiz ereignen sich im Fr\u00fchling. Laut dem Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) werden 90 Prozent davon vom Menschen verursacht, meist durch Unachtsamkeit oder Fahrl\u00e4ssigkeit.<\/p>\n<p>Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder eine nicht vollst\u00e4ndig gel\u00f6schte Lagerfeuerglut k\u00f6nnen bereits ausreichen, um einen Brand auszul\u00f6sen. Im Sommer k\u00f6nnen auch Blitzeinschl\u00e4ge Br\u00e4nde verursachen.<\/p>\n<p>Zwischen 2000 und 2023 gab es in der Schweiz im Durchschnitt 118 Waldbr\u00e4nde pro Jahr, wie aus der Datenbank der Eidgen\u00f6ssischen Forschungsanstalt f\u00fcr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hervorgeht.<\/p>\n<p>Die Br\u00e4nde betrafen im Durchschnitt 157 Hektar, was etwa 220 Fussballfeldern entspricht. Die meisten Br\u00e4nde ereignen sich auf kleinen Fl\u00e4chen. Katastrophale Grossbr\u00e4nde sind hingegen selten und betreffen vor allem den S\u00fcden der Alpen.<\/p>\n<p>Zu den bedeutendsten Br\u00e4nden der letzten Jahre z\u00e4hlen jene in der Region Gambarogno im Tessin im Jahr 2022 und in Bitsch im Wallis im Jahr 2023. Sie verursachten jeweils Kosten von mehreren Millionen Franken. Sie zerst\u00f6rten jeweils 100 bzw. 200 Hektar Wald, Weiden und Wiesen.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: In der EU <a href=\"https:\/\/www.greenreport.it\/news\/prevenzione-rischi-naturali\/60903-gli-incendi-boschivi-costano-allue-fino-a-3-miliardi-lanno-da-bruxelles-nuova-strategia-per-combattere-il-fenomeno\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">belaufen sich die Kosten dieser Ereignisse auf bis zu drei Milliarden EuroExterner Link<\/a> (rund 2,8 Milliarden Franken) pro Jahr.<\/p>\n<p>Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Waldbrandgefahr sensibilisieren<\/p>\n<p>Das Bafu geht davon aus, dass die Zunahme von Trockenperioden und Hitzewellen die Waldbrandgefahr in der Schweiz nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter und im fr\u00fchen Fr\u00fchling erh\u00f6hen wird.<\/p>\n<p>In diesen Jahreszeiten hat die Vegetation ihre Entwicklung noch nicht vollst\u00e4ndig wieder aufgenommen. Ohne Schnee erreichen die Sonnenstrahlen direkt den Waldboden und beg\u00fcnstigen das Austrocknen von Gr\u00e4sern und Laub, das sich im Vorjahr angesammelt hat.<\/p>\n<p>Die Gefahr verst\u00e4rkt sich zus\u00e4tzlich bei F\u00f6hn, einem warmen und trockenen Wind, der in vielen Alpent\u00e4lern typisch ist und die Ausbreitung von Flammen beschleunigen kann.<\/p>\n<p>\u00abDie wirksamsten Pr\u00e4ventionsmassnahmen bestehen darin, die Wahrscheinlichkeit von durch Menschen verursachten Z\u00fcndquellen zu verringern und die Notfallvorsorge zu st\u00e4rken\u00bb, sagt Miller.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren die Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung, die fr\u00fchzeitige Erkennung von Br\u00e4nden und ein rasches Ersteingreifen sowie eine Waldbewirtschaftung, die strukturell vielf\u00e4ltige und an den Klimawandel angepasste W\u00e4lder f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Da die globale Erw\u00e4rmung das Brandrisiko erh\u00f6ht, liegt ein wichtiger Teil der L\u00f6sung weiterhin in den H\u00e4nden der Menschen: Durch umsichtiges Verhalten kann verhindert werden, dass aus einem Funken eine Katastrophe entsteht.<\/p>\n<p>Editiert von Balz Rigendinger, \u00dcbertragung aus dem Italienischen: Christian Raaflaub<\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>            Was wird in Ihrer Region unternommen, um die Menschen vor extremer Hitze zu sch\u00fctzen?        <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-debate-card__text\">\n<p>                Was wird dort unternommen, wo Sie leben? Und welche Lehren k\u00f6nnten andere daraus ziehen?\n        <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-debate-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/klimaschutz\/was-wird-in-ihrer-region-unternommen-um-die-menschen-vor-extremer-hitze-zu-sch%c3%bctzen\/91738176\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>             Diskussion anzeigen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Waldbrand im Wald von Fontainebleau, Frankreich, 13. Juli 2026. 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