{"id":297861,"date":"2026-07-27T13:59:08","date_gmt":"2026-07-27T13:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/297861\/"},"modified":"2026-07-27T13:59:08","modified_gmt":"2026-07-27T13:59:08","slug":"treibhausgase-nutzen-grazer-chemiker-verwandelt-co2-in-plastik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/297861\/","title":{"rendered":"Treibhausgase nutzen: Grazer Chemiker verwandelt CO2 in Plastik"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Herstellung eines Kilogramms Plastik braucht die Industrie zwei Liter Erd\u00f6l. Ein Grazer will nun stattdessen Treibhausgase nutzen, um das Material herzustellen. <\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Zwei Liter Erd\u00f6l werden im Moment ungef\u00e4hr f\u00fcr die Herstellung eines Kilogramms Plastik ben\u00f6tigt. Der Kunststoff dominiert viele Bereiche des Alltags, ist in Verpackungen, Kleidung und Gebrauchsgegenst\u00e4nden zu finden. Noch ist ein Verzicht auf Plastik im industriellen Kontext lange nicht in Sicht, ein Forscher der <a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/wirtschaft\/6316609\/Fuer-jeden-frei-zugaenglich_Uni-Graz-macht-Emissionen-von-Reisen\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\">Universit\u00e4t Graz<\/a> will nun aber zumindest die Produktionsprozesse nachhaltiger gestalten. Denn wie Chemiker Johann Hlina und sein Team nun herausfanden, kann dem eigentlich klimasch\u00e4dlichen Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ein neuer Nutzen zugef\u00fchrt werden. Aus dem ungenutzten Rohstoff in der Luft will Hlina in Zukunft Kunststoffe herstellen.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">\u201eIm Moment braucht die<a href=\"https:\/\/www.kleinezeitung.at\/artikel\/20234694\/neue-vorschriften-fuer-industrie-gegen-mikroplastik-in-der-umwelt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Herstellung von Kunststoffen<\/a> sehr viel Energie, unser Ziel ist, einen Prozess zu entwickeln, in dem mindestens gleich viel Energie auch wieder r\u00fcckgef\u00fchrt wird \u2013 das k\u00f6nnte mit der Nutzung von ohnehin vorhandenem Kohlendioxid in der Luft funktionieren\u201c, erkl\u00e4rt der Chemiker. Die Umwandlung von CO2 sei laut Hlina grunds\u00e4tzlich n\u00e4mlich nicht neu. So kann CO2 unter anderem bereits zu Kohlenhydraten wie Zucker in Form von Glucose und Saccharose umgebaut werden.<\/p>\n<p>Seltenerdmetalle als \u201eWerkzeug\u201c<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Als Werkzeug verwendet Hlina Reaktionsbeschleuniger mit \u201eSeltenerdmetallen\u201c, hei\u00dft es in einer Aussendung des Wissenschaftsfonds (FWF), der das Projekt f\u00f6rdert. Sie sollen etwa einzelne Kohlenstoffatome zu Ketten verkn\u00fcpfen, wie es f\u00fcr Plastikgrundstoffe gebraucht wird.<\/p>\n<p class=\"klz-text-article-quote !leading-none break-words\">Im Moment braucht die Herstellung von Kunststoffen sehr viel Energie, unser Ziel ist, einen Prozess zu entwickeln, in dem mindestens gleich viel Energie auch wieder r\u00fcckgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>\u2014 Johann Hlina, Institut f\u00fcr Chemie, Uni Graz<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">In die Reaktionsbeschleuniger \u2013 sogenannte Katalysatoren  \u2013 hat Hlina mit seinem Forschungsteam bereits mehrere \u201eReaktionskerne\u201c mit Seltenerdmetallen einbauen k\u00f6nnen. Unter anderem kommen Seltenerdmetalle in der Herstellung von Technik wie Plasma- und LCD-Bildschirmen zum Einsatz, finden aber auch in der Radiologie und in Leuchtstofflampen Verwendung. \u201eDas war unser prim\u00e4res Interesse: Ob mit Seltenerdmetallen, zu denen auch Oxide z\u00e4hlen, Plastik hergestellt werden kann.\u201c  <\/p>\n<p>Plastik aus Luft anstatt Erd\u00f6l<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Sie halten die Ausgangssubstanz fest, bringen sie in eine passende Position, schw\u00e4chen Bindungen und erm\u00f6glichen neue Verkn\u00fcpfungen, so der Forscher vom Institut f\u00fcr Chemie der Universit\u00e4t Graz. Auf dem Weg von Kohlendioxid zu einem Plastikgrundstoff m\u00fcssen dabei etwa Sauerstoffatome entfernt oder durch Wasserstoff ersetzt werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen Kohlenstoffatome miteinander verbunden werden.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Im ersten Schritt wird mithilfe bereits etablierter Methoden CO2 in Kohlenmonoxid, also CO, umgewandelt. Genutzt wird daf\u00fcr etwa elektrischer Strom (Elektrolyse) oder Sonnenlicht (Photokatalyse). In weiterer Folge k\u00e4men Hlinas Werkzeuge zum Zug, um beispielsweise den Rohstoff Ethylen (C2H4) zu produzieren. \u201eAus ihm entsteht etwa Polyethylen, einer der weltweit meistverwendeten Kunststoffe\u201c, so der Forscher. In Zukunft k\u00f6nnte auf diese Art f\u00fcr die Herstellung des Kunststoffes das CO2 aus der Luft anstelle von Erd\u00f6l verwendet werden.<\/p>\n<p class=\"klz-story-element-paragraph klz-text-copy\" data-testid=\"article-paragraph\">Seit einem postdoktoralen Aufenthalt in Schottland besch\u00e4ftigt sich der 44-J\u00e4hrige intensiv mit Kohlenoxidchemie, wie er der Kleinen Zeitung erz\u00e4hlt. \u201eEinen Beitrag zu leisten, Prozesse in Zukunft nachhaltiger zu gestalten, war aber immer schon die Grundidee meiner Forschung. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, da hat man mit den Ressourcen gearbeitet, die schon zur Verf\u00fcgung standen \u2013 das wollte ich auch in meine Arbeit einbringen.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die Herstellung eines Kilogramms Plastik braucht die Industrie zwei Liter Erd\u00f6l. 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