{"id":298419,"date":"2026-07-27T19:37:08","date_gmt":"2026-07-27T19:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/298419\/"},"modified":"2026-07-27T19:37:08","modified_gmt":"2026-07-27T19:37:08","slug":"dr-gunther-von-hagens-erfinder-der-plastination-schoepfer-der-koerperwelten-ist-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/298419\/","title":{"rendered":"Dr. Gunther von Hagens, Erfinder der Plastination &#038; Sch\u00f6pfer der K\u00d6RPERWELTEN, ist verstorben"},"content":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfer Trauer geben die Familie und das Institut f\u00fcr Plastination bekannt, dass Dr. Gunther von Hagens, Erfinder der Plastination und Sch\u00f6pfer der K\u00d6RPERWELTEN Ausstellungen, am 24. Juli 2026 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.<\/p>\n<p>Gunther von Hagens hat die Anatomie nachhaltig ver\u00e4ndert. Mit der von ihm 1977 entwickelten Plastination er\u00f6ffnete er der medizinischen Lehre, der Wissenschaft und der breiten \u00d6ffentlichkeit einen v\u00f6llig neuen Blick auf den menschlichen K\u00f6rper. Was zuvor vor allem dem Seziersaal und dem anatomischen Lehrbuch vorbehalten war, machte er f\u00fcr ein Laienpublikum unmittelbar erfahrbar: die Komplexit\u00e4t, Verletzlichkeit und Sch\u00f6nheit des menschlichen K\u00f6rpers.<\/p>\n<p>Mit den K\u00d6RPERWELTEN schuf Gunther von Hagens gemeinsam mit seiner Ehefrau und Kuratorin, Dr. Angelina Whalley, eine der erfolgreichsten Ausstellungen weltweit. Seit ihrer ersten Pr\u00e4sentation haben mehr als 58 Millionen Menschen die Ausstellungen besucht. Sie machten Anatomie \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich, regten zur Auseinandersetzung mit Gesundheit, Krankheit, Lebensf\u00fchrung und Sterblichkeit an und ver\u00e4nderten die Art und Weise, wie Menschen \u00fcber ihren eigenen K\u00f6rper nachdenken.<\/p>\n<p>&#8222;Gunther wollte den Menschen den Blick unter die Haut erm\u00f6glichen &#8211; nicht aus Sensationslust, sondern aus der tiefen \u00dcberzeugung heraus, dass Wissen \u00fcber den eigenen K\u00f6rper zu einem bewussteren, ges\u00fcnderen und verantwortungsvolleren Leben beitragen kann&#8220;, erkl\u00e4rt Angelina Whalley. &#8222;Sein Werk war wissenschaftlich, aufkl\u00e4rerisch und zutiefst humanistisch. Er hat Millionen Menschen dazu gebracht, den eigenen K\u00f6rper mit anderen Augen zu sehen.&#8220; Auch sein Sohn Rurik von Hagens w\u00fcrdigt das Lebenswerk seines Vaters: &#8222;Mein Vater war ein Mensch, der nie akzeptierte, dass Grenzen unverr\u00fcckbar sind. Er hat Anatomie aus dem geschlossenen Raum der Fachwelt in die Mitte der Gesellschaft gebracht. Sein Mut, seine Beharrlichkeit und seine unersch\u00fctterliche \u00dcberzeugung, dass Aufkl\u00e4rung den Menschen dient, werden uns weiterhin leiten.&#8220;<\/p>\n<p>Gunther von Hagens war Pionier, Forscher, Erfinder und Gestalter. Sein Lebenswerk verband wissenschaftliche Pr\u00e4zision mit handwerklicher Beharrlichkeit, k\u00fcnstlerischem Ausdruck und einem starken Bildungsanspruch. Er war ein unkonventioneller, streitbarer Denker, der heftige Debatten ausl\u00f6ste, Widerst\u00e4nde \u00fcberwand und die Anatomie als Begegnung mit dem Leben verstand.<\/p>\n<p>Ein zentraler Bestandteil seines Werkes war stets die K\u00f6rperspende. Die in den K\u00d6RPERWELTEN gezeigten menschlichen Pr\u00e4parate stammen von Menschen, die zu Lebzeiten verf\u00fcgt haben, ihren K\u00f6rper nach dem Tod f\u00fcr Plastination, Wissenschaft und anatomische Aufkl\u00e4rung zur Verf\u00fcgung zu stellen. Ihnen galt Gunther von Hagens&#8216; besondere Dankbarkeit. In ihrer Entscheidung sah er einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Beitrag zu Bildung, Wissenschaft und \u00f6ffentlicher Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Es war Gunther von Hagens&#8216; eigener Wunsch, auch seinen K\u00f6rper nach dem Tod der Plastination zur Verf\u00fcgung zu stellen. Seine Angeh\u00f6rigen werden diesen Wunsch respektieren und ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Trotz schwerer Krankheit blieb Gunther von Hagens seinem Lebenswerk eng verbunden. Die von ihm entwickelte Plastination, das Institut f\u00fcr Plastination, das PLASTINARIUM und die K\u00d6RPERWELTEN Ausstellungen werden sein Verm\u00e4chtnis weitertragen. Besonders sichtbar lebt sein wissenschaftliches und handwerkliches Erbe in Guben fort. Dort entstehen im PLASTINARIUM anatomische Pr\u00e4parate, die weltweit in Universit\u00e4ten, medizinischen Hochschulen und Bildungseinrichtungen f\u00fcr die Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern sowie anderer Gesundheitsberufe eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Plastination selbst wird heute an zahlreichen Universit\u00e4ten, medizinischen Hochschulen und Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt genutzt. Damit wirkt die Mission, die Gunther von Hagens vor nahezu f\u00fcnf Jahrzehnten begann, weit \u00fcber die K\u00d6RPERWELTEN hinaus weiter: Anatomie dauerhaft zu bewahren, sichtbar zu machen und f\u00fcr Wissenschaft, Lehre und \u00f6ffentliche Aufkl\u00e4rung zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p>Die Familie bittet darum, in dieser Zeit der Trauer ihre Privatsph\u00e4re zu respektieren.<\/p>\n<p>\u00dcber Dr. Gunther von Hagens<\/p>\n<p>Dr. Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 in Alt-Skalden, im heutigen Polen, geboren und wuchs in der DDR auf. Nach einem Fluchtversuch wurde er inhaftiert und gelangte sp\u00e4ter in die Bundesrepublik Deutschland. Nach seinem Medizinstudium erfand er 1977 an der Universit\u00e4t Heidelberg die Plastination, ein Verfahren zur dauerhaften Konservierung biologischer Pr\u00e4parate. 1993 gr\u00fcndete er das Institut f\u00fcr Plastination in Heidelberg, 2006 folgte das PLASTINARIUM in Guben, das seit vielen Jahren die zentrale Laboreinrichtung f\u00fcr Plastination ist. Mit den K\u00d6RPERWELTEN Ausstellungen machte er die Anatomie des Menschen einem weltweiten Publikum zug\u00e4nglich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit gro\u00dfer Trauer geben die Familie und das Institut f\u00fcr Plastination bekannt, dass Dr. Gunther von Hagens, Erfinder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":298420,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[26393,26395,6352,175,78305,78307,2178,40,934,41,26394,72335,39,9351,66,65,64],"class_list":["post-298419","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-apa","tag-apa-ots","tag-bild","tag-celebrities","tag-gunther-von-hagens","tag-koerperwelten","tag-leute","tag-nachrichten","tag-nachruf","tag-news","tag-ots","tag-prominenz","tag-schlagzeilen","tag-vermischtes","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116993631532789837","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298419","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298419"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298419\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/298420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298419"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298419"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298419"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}