{"id":298697,"date":"2026-07-27T22:52:11","date_gmt":"2026-07-27T22:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/298697\/"},"modified":"2026-07-27T22:52:11","modified_gmt":"2026-07-27T22:52:11","slug":"porsche-jede-dritte-deutsche-stelle-faellt-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/298697\/","title":{"rendered":"Porsche: Jede dritte deutsche Stelle f\u00e4llt weg"},"content":{"rendered":"<p>              Porsche: Jede dritte deutsche Stelle f\u00e4llt weg<\/p>\n<p>Porsche streicht, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Porsche-streicht-bis-zu-9000-Stellen-viele-auch-am-Traditionsstandort-Weissach-11375302.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wie bereits berichtet<\/a>, bis 2035 weitere 5000 Stellen in der Region Stuttgart (<a href=\"https:\/\/newsroom.porsche.com\/de\/2026\/unternehmen\/porsche-hauptversammlung-strategie-2035-42686.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">offizielle Mitteilung<\/a>). Nun gibt das Unternehmen bekannt, wie und wo \u2013 Porsche nennt es \u201eZukunftspaket\u201c. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum im nahen Weissach. Im Gegenzug wird die Standortsicherung um f\u00fcnf Jahre bis Ende 2035 verl\u00e4ngert. Betriebsbedingte K\u00fcndigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen, wie das Unternehmen und der Gesamtbetriebsrat mittgeteilt haben.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der Stellenabbau soll den Angaben nach sozial vertr\u00e4glich erfolgen, vorwiegend \u00fcber nat\u00fcrliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsvertr\u00e4ge. An den Verhandlungen waren auch die IG Metall und der Arbeitgeberverband S\u00fcdwestmetall beteiligt. Ziel sei es, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu st\u00e4rken und dabei langfristig m\u00f6glichst viele Arbeitspl\u00e4tze abzusichern.<\/p>\n<p>Das sogenannte Zukunftspaket sieht deshalb auch Investitionen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro vor. Damit soll unter anderem sichergestellt werden, dass die zweit\u00fcrigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach geb\u00fcndelt bleibt. Porsche will das mit einem umfassenden Ma\u00dfnahmenpaket finanzieren. \u201eEs soll die Personalkosten deutlich senken und die Arbeit an den Standorten flexibler und produktiver machen.\u201c<\/p>\n<p>Weniger Geld und seltener Homeoffice<\/p>\n<p>Konkret bedeutet das unter anderem: Tariferh\u00f6hungen beh\u00e4lt Porsche bis 2035 teilweise ein, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich st\u00e4rker am Unternehmenserfolg. Gro\u00dfe Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erh\u00f6hungen der Grundverg\u00fctung. Homeoffice soll zudem k\u00fcnftig nur noch an maximal acht statt zw\u00f6lf Tagen im Monat m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandschef Michael Leiters bezeichnete das Paket als \u201egut f\u00fcr Porsche\u201c. Es erm\u00f6gliche, das Unternehmen strategisch neu auszurichten. Jetzt gelte es, gemeinsam zu liefern. Klar sei: \u201eNur wenn wir unsere Ziele erreichen und wirtschaftlich erfolgreich sind, k\u00f6nnen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die n\u00f6tige Sicherheit geben.\u201c F\u00fcr den Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan hat das Paket Signalwirkung: Man habe den Arbeitgeber \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, dass eine Investition an den zwei Standorten eine Chance seien. Die daf\u00fcr notwendigen Kompromisse seien Teil von Verhandlungen. \u201eDas Paket ist hart erk\u00e4mpft. Jetzt m\u00fcssen wir es gemeinsam mit dem Vorstand umsetzen\u201c, teilte Aslan mit.<\/p>\n<p>Jede dritte Stelle in Deutschland f\u00e4llt weg<\/p>\n<p>Das nun beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite gro\u00dfe Sparrunde. Im Februar 2025 hatten sich Management und Betriebsrat auf den Abbau von rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verst\u00e4ndigt. Zus\u00e4tzlich liefen die befristeten Arbeitsvertr\u00e4ge von etwa 2000 Mitarbeitern aus. Aber nicht nur am Stammsitz wurde zuletzt gespart: Im Leipziger Werk hat Porsche ebenfalls Jobs abgebaut, auch drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Besch\u00e4ftigten wurden oder werden noch geschlossen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>In Summe streicht der Autohersteller in den kommenden Jahren mehr als jede dritte Stelle in seiner Heimat. Ende 2024 hatte Porsche in der Region Stuttgart rund 22.200 Besch\u00e4ftigte, ein Jahr sp\u00e4ter waren es noch ungef\u00e4hr 20.600. Weltweit besch\u00e4ftigte der Konzern Ende 2025 fast 41.800 Menschen. Leiters hatte bereits angek\u00fcndigt, Porsche deutlich verschlanken zu wollen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen seit vergangenem Herbst, wegen des Wechselns an der Unternehmensspitze aber mit Unterbrechungen.<\/p>\n<p>Gewinneinbruch um 91 Prozent<\/p>\n<p>N\u00f6tig sind die Sparma\u00dfnahmen, weil Porsche bereits seit einiger Zeit in der Krise steckt. Der Nettogewinn der ehemals besonders lukrativen Volkswagen-Marke <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Porsche-meldet-91-4-Prozent-Gewinneinbruch-11206563.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">brach 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein<\/a>. Im ersten Quartal setzte sich der R\u00fcckgang fort, wenn auch mit weniger Tempo.<\/p>\n<p>Ursachen f\u00fcr die Entwicklung sind das stark r\u00fcckl\u00e4ufige China-Gesch\u00e4ft, die US-Zollpolitik und die geringere Nachfrage nach Elektroauto-Modellen. Hinzu kamen der Konzernumbau und wegweisende strategische Fragen: Allein die Entscheidung, wieder mehr Autos mit Verbrennungsmotor zu entwickeln und zu produzieren, schlug mit Milliarden zu Buche. Auch 2026 erwartet das Unternehmen dadurch Belastungen im hohen dreistelligen Millionenbereich.<\/p>\n<p>Geplante Produktion wird langfristig verfehlt<\/p>\n<p>Wie tiefgreifend das Problem ist, zeigt auch ein Blick auf die Verkaufszahlen: Der Absatz sackte 2025 um ein Zehntel ab und lag mit 279.400 verkauften Fahrzeugen auf dem niedrigsten Stand seit dem Covid-Jahr 2020. Besonders dramatisch war die Situation in China. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen in der Volksrepublik mehr als halbiert.<\/p>\n<p>Ein Trend, der sich in diesem Jahr bislang fortgesetzt und sogar verst\u00e4rkt hat. Das passt aber nicht zu den \u00fcbergro\u00dfen Strukturen der Schwaben: Geplant war das Fertigungsnetz einmal f\u00fcr 350.000 bis 400.000 Fahrzeuge pro Jahr. Aktuell steuert Porsche aber eher auf 250.000 und weniger zu. Die Werke sind nicht ausgelastet, viele Kosten laufen aber wie gewohnt weiter.<\/p>\n<p>Margen st\u00e4rken, Vielfalt verkleinern<\/p>\n<p>Dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef schwebt deshalb eine schlankere Sportwagenschmiede vor, die auch mit deutlich weniger verkauften Fahrzeugen satte Gewinne einfahren kann. Auf der Hauptversammlung vor wenigen Wochen hat Leiters die Grundz\u00fcge seiner Strategie skizziert, die er Anfang Oktober bei einem Kapitalmarkttag vorstellen will. Die Produktpalette soll gestrafft und die Zahl der Modellvarianten reduziert werden. Zugleich denkt der Manager \u00fcber neue Fahrzeuge in margenst\u00e4rkeren Segmenten nach, sowohl oberhalb der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Porsche-Chef-Leiters-Der-911-wird-nie-ein-Elektroauto-11327626.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zweit\u00fcrigen Sportwagen<\/a> als auch oberhalb des <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Porsche-Cayenne-Electric-Coupe-Mehr-Reichweite-im-SUV-Format-11270749.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Porsche Cayenne<\/a>.<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckkehr zu den Traumrenditen nahe 20 Prozent erwartete Leiters zuletzt nicht: Mittelfristig sollen vom Umsatz 10 bis 15 Prozent Gewinn \u00fcbrig bleiben. \u201eDie deutliche Verbesserung unserer wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit wird vor allem mit unseren k\u00fcnftigen Produkten kommen\u201c. Das ben\u00f6tige aber Zeit. Wie sich Porsche im ersten Halbjahr geschlagen hat, will das Management am Mittwoch pr\u00e4sentieren. Die Prognose wurde zuletzt best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Konsequenzen f\u00fcr Wolfsburg bef\u00fcrchtet<\/p>\n<p>Spannend wird sein, welche Folgen die Einigung in Wolfsburg haben wird. Denn VW-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume, der bis Ende 2025 in Personalunion auch Porsche-Chef war, versucht dort gerade, ein eigenes, weitaus <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Sparplaene-bei-Volkswagen-Zunaechst-wird-die-Modellpalette-halbiert-11360369.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">h\u00e4rteres Sparpaket<\/a> durchzusetzen. Vier deutsche Standorte von VW und Audi sowie bis zu 50.000 Stellen weltweit stehen auf der Kippe, zus\u00e4tzlich zu den 50.000, die bis 2030 konzernweit abgebaut werden sollen.<\/p>\n<p>Ein Geschenk an die Porsche-Mitarbeiter ist der Sparkompromiss zwar nicht. Und auch Vereinbarungen zur Besch\u00e4ftigungssicherung sind in der deutschen Autoindustrie nicht un\u00fcblich. Bei Porsche f\u00e4llt die Garantie bis Ende 2035 nun aber gro\u00dfz\u00fcgiger aus als bei Volkswagen und Audi. Weiterhin stehen Werksschlie\u00dfungen nicht zur Debatte. Und das, obwohl die Fabriken von Porsche zu den teuersten im Konzern geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Deal k\u00f6nnte daher auch Blume, der sein Sparpaket bis Ende des Jahres festzurren will, in die Bredouille bringen. Vor allem, weil in den Aufsichtsr\u00e4ten teilweise dieselben Personen sitzen. Ganz vorn dabei: Vertreter der Familien Porsche und Pi\u00ebch. Das wissen auch die Betriebsr\u00e4te bei VW und Audi, und d\u00fcrften jede Vereinbarung am Porsche-Kompromiss messen.<\/p>\n<p>        Mehr \u00fcber die Traditionsmarke PorscheMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:fpi@heise.de\" title=\"Florian Pillau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fpi<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Porsche: Jede dritte deutsche Stelle f\u00e4llt weg Porsche streicht, wie bereits berichtet, bis 2035 weitere 5000 Stellen in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":298698,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[249,40,41,3504,39,38,349,255],"class_list":["post-298697","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-china","tag-nachrichten","tag-news","tag-porsche","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-vw","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116994398148969369","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=298697"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/298697\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/298698"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=298697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=298697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=298697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}